Wissenswertes

Wissenswertes über Land und Leute


1.1 Allgemeine Übersicht

Flagge Wahrzeichen
 
Größe / Fläche 301.338 km²
Einwohnerzahl In Italien leben ca. 60 Mio. Einwohner, davon etwa 5,75 % Ausländer. Auf einen Quadratkilometer kommen ca. 199 Einwohner.
Hauptstadt Rom, mit ca. 2,7 Mio. Einwohnern, ist die Hauptstadt des Landes. Weitere größere Städte sind Mailand (ca. 1,3 Mio. Einwohner), Neapel (ca. 970.000 Einwohner), Turin (ca. 910.000 Einwohner), Palermo (ca. 665.000 Einwohner), Genua (ca. 610.000 Einwohner), Bologna (ca. 370.000 Einwohner) oder Florenz (ca. 365.000 Einwohner). Insgesamt gibt es in Italien 45 Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern.
Amtssprache Italienisch. Neben der offiziellen Amtssprache gibt es in Italien noch regionale Amtssprachen. So spricht man Deutsch in Südtirol, Französisch im Aostatal und Slowenisch in Gorizia und Triest.
Währung In Italien gilt der Euro. 1 Euro = 100 Cents
Zeitzone UTC +1 MEZ; UTC+2 MESZ (März - Oktober).
Nationalfeiertage 1. Januar - Neujahrstag
6. Januar - Heilige Drei Könige
variabel - Ostermontag
25. April - Tag der Befreiung Italiens
1. Mai - Tag der Arbeit
variabel - Pfingstmontag (nur in Südtirol)
2. Juni - Nationalfeiertag – Tag der Republik
15. August - Mariä Himmelfahrt
1. November - Allerheiligen
8. Dezember - Mariä Empfängnis
25. Dezember - Weihnachten
26. Dezember - Weihnachten
Religionen Katholiken (80,2%); Konfessionslose (16,2%) und andere Religionen (3,6 %). Italien ist ein stark katholisch geprägtes Land.
Geographische Lage Italien liegt zum größten Teil auf einer Halbinsel, dem bekannten Stiefel, umschlossen von 4 verschiedenen Meeren, (Ionisches Meer, Adriatisches Meer, Tyrrhenisches Meer und Ligurisches Meer) die alle zum Mittelmeer gehören. Angrenzende Staaten sind die Schweiz, Österreich und Slowenien. Hinzu kommen noch die Enklaven San Marino und die Vatikanstadt, eine Enklave innerhalb Roms. Vatikanstadt gilt als weltweit kleinster anerkannter Staat, mit nur 932 Einwohnern auf einer Fläche von 0,44 km². Das Staatsoberhaupt dieses Ministaates ist der Papst – und das auf Lebenszeit.
Zu Italien gehören außerdem die Mittelmeerinseln Sardinien und Sizilien, die Liparischen Inseln, die Ägadischen Inseln, die Tremiti-Inseln, die Pontinischen Inseln und der Toskanische Archipel.



1.2 Geschichte

In der Antike (3. Jhd. v. Chr. - 5. Jhd. n. Chr.) war Italien noch Teil des Römischen Reiches. Die Hauptstadt war Rom. Die folgenden Ereignisse sind die wichtigsten aus der Geschichte Italiens:

753 v. Chr. Gründung Roms
264-133 v. Chr. Rom wird zur Weltmacht
117 n.Chr. Die größte Ausdehnung des Römischen Reiches
311 n. Chr. Kaiser Konstantin erkennt das Christentum an
395 n. Chr. Aufspaltung des Römischen Reiches in Westrom und Ostrom
476 n. Chr. Ende des Weströmischen Reiches
800 n. Chr. Der Frankenkönig Karl der Große erneuert das Westreich und macht sich zum König der Franken und Langobarden.
951 n. Chr. Gründung des "Heiliges Römisches Reich“, die Verbindung Reichsitaliens mit dem Deutschen Reich, ausgenommen Venedig.
1250 – 1494 Hoch- und Spätmittelalter; Herausbildung italienischer Stadtstaaten: Genua, Florenz, Mailand, Pisa und Venedig gelangten zu großer wirtschaftlicher Macht.
1494 - 1815 Renaissance; Italien wird Schauplatz der Eroberungspolitik fremder Mächte und Herrschaft Frankreichs bis zum Wiener Kongress, der Neuordnung Italiens.
1815 - 1870 Zeitalter des nationalen Einigungsprozesses (Risorgimento)
1860-1861 Einheit Italiens unter Führung des Königreichs Piemont-Sardinien. Viktor Emanuel II. wird König von Italien.
1870 Einnahme des Kirchenstaats, Rom wird Hauptstadt des Landes (Römische Frage)
1870 - 1918 Königreich Italien im Zeichen des Irredentismus (Gebietsforderungen) und der Kolonialpolitik (Eritrea, Somalia, Libyen); der Dreibund zwischen Österreich-Ungarn, dem Deutschen Reich und Italien wird geschlossen
1914 – 1918 1. Weltkrieg, nach anfänglicher Neutralität, Kündigung des Dreibundes und 1915 Kriegserklärung an Österreich-Ungarn und 1916 auch an Deutschland
1919 Italien erhält, laut Vertrag von St. Germain, Südtirol, Triest, Ost-Friaul und Istrien
1922 Mussolinis "Marsch auf Rom" (Sternmarsch mit ca. 26.000 faschistischen Anhängern und Ernennung zum Regierungschef durch König Viktor Emanuel III.
1929 Aussöhnung zwischen dem Königreich Italien und dem Vatikan durch Abschluss der Lateranverträge. Erfolge einer faschistischen Gewaltpolitik.
1935 Eroberung Äthiopiens im Italienisch-Äthiopischen Krieg.
Ab 1936 Annäherung an Deutschland durch Bündnisvertrag ("Achse Rom-Berlin")
1937 Austritt aus dem Völkerbund und Beitritt des Antikomintern-Paktes zwischen Deutschland und Japan
1939 Besetzung Albaniens
1940 Eintritt Italiens am 10. Juni in den 2. Weltkrieg
1943 Absetzung Mussolinis durch den faschistischen Großrat am 25. Juli; Auflösung der faschistischen Partei; Befreiung Mussolinis und Besetzung Norditaliens bis nach Rom durch deutsche Truppen; Gründung der italienischen Sozialrepublik (Republik von Salò) unter Mussolini
04.06.1944 Befreiung Roms durch die Alliierten
02.05.1945 Ende der faschistischen Republik Salò
1946 König Viktor Emanuel III. Tritt zugunsten seines Sohnes zurück. Eine Volksabstimmung führt zum Ende der Monarchie und zur Ausrufung der Republik.
1948 die neue republikanische Verfassung tritt in Kraft
1949 Gründungsmitglied der NATO, des Europarats und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft.
1955 Mitglied der Vereinten Nationen
1957 Gründung der EWG ("Römische Verträge")
1960 – 76 Im Wesentlichen DC- (Democrazia Cristiana) geprägte Mitte-Links-Koalitionen
1976 – 79 Andreotti-Regierungen unter Duldung der Kommunistischen Partei
1981 – 93 Wechselnde Mitte-Links-Regierungen
1993 Nach Korruptionen Auflösung der DC, Wahlrechtsreform, Bildung neuer Parteien
1994 Wahlsieg von Berlusconis Partei "Forza Italia"
1996 Wahlsieg Prodis mit dem Mitte-Links-Bündnis ("Ulivo"), erste kommunistische Minister
1999 Beteiligung Italiens am Kosovo-Konflikt
2001 Erneuter Wahlsieg von Berlusconis "Forza Italia"
2003 Sendet Italien rund 3.000 Soldaten in den Irak
29.10.2004 Feierliche Unterzeichnung des EU-Verfassungsvertrages in Rom, der Vertrag erlangte aber keine Rechtskraft, da nicht alle Staaten den Vertrag ratifizierten.
2005 Aussetzung der Wehrpflicht
2007 „Vertrag von Lissabon“ wird, als Ersatz zum EU-Verfassungsvertrag, geschlossen.



1.3 Politik

Politisch gesehen ist Italien in 20 Regionen gegliedert. Die Regionen sind in insgesamt 109 Provinzen und diese wiederum in 8.101 Gemeinden aufgeteilt. Jede Region hat ihre eigene Regierung. Ein paar Regionen (Aostatal, Friaul-Julisch Venetien, Sardinien, Sizilien und Trentino-Südtirol) besitzen allerdings einen Sonderstatus, der ihnen eine größere Autonomie ermöglicht.

Staatsform und -organisation
Italien ist eine parlamentarische Republik. Diese Staatsform, und damit das Ende der Monarchie, fand ihren Ursprung am 2. Juni 1946, Italiens Nationalfeiertag. Der König wurde ins Exil geschickt und ist seitdem nicht länger Staatsoberhaupt. Das Amt des Staatspräsidenten ist das höchste politische Amt Italiens und wird z.Zt. durch Georgio Napolitano bekleidet. Der Präsident der Republik wird für sieben Jahre gewählt und hat, ähnlich wie der deutsche Bundespräsident, nur eine repräsentative Funktion. Das Parlament (La Camera), vergleichbar mit dem deutschen Bundestag, besteht aus zwei Kammern und wird in Abständen von fünf Jahren gewählt. Die Abgeordnetenkammer, mit seinem Sitz im Palazzo Montecitorio in Rom und 630 Abgeordneten, sowie der Senat mit 315 Mitgliedern, sind absolut gleichberechtigt. Im Senat findet man übrigens verdiente Persönlichkeiten und ehemalige Staatspräsidenten wieder, die dem Senat als Senatoren auf Lebenszeit angehören.
Italiens Regierungschef ist der Ministerpräsident und heißt derzeit Silvio Berlusconi. Seit Gründung der Republik ist Berlusconi bereits zum vierten Mal Regierungschef, außerdem ist er der Gründer der Partei Forza Italia. Aber auch außerhalb der Grenzen ist das beliebte Urlaubsland in mehreren Organisationen aktiv tätig. So ist Italien seit dem 1. Januar 1952 Gründungsmitglied der Europäischen Union und somit wichtiger Ansprechpartner in Europa, Mitglied der NATO seit 1949 und gehört den Vereinten Nationen seit 1955 an.

Parteien
Eine Auflistung der politischen Parteien Italiens ist aufgrund der Kurzlebigkeit und des ständigen Wechsels recht schwierig. Laufend werden neue Bündnisse aus der Taufe gehoben, Parteien vereinigen sich, Splitterparteien werden gegründet oder umbenannt. Dieser Parteiendschungel entstand nach Ende des Kalten Krieges, zu Beginn der 90er Jahre. Der Wandel in der politischen Geschichte des Landes kam durch die Umbenennung der ehemals Italienischen Kommunistischen Partei (PCI) in die Linke „Democratici di Sinistri“ (DS) zustande. Infolge dessen kam es zu mehreren Abspaltungen und Zersplitterungen, viele kleine Bündnisse gründeten sich neben der DS. Aber nicht nur ein Umbruch bei den linken Parteien brachte dieses Chaos, auch die rechten Parteien sorgten in dieser Zeit für Furore. Mehrere Fälle von Bestechung und Stimmenkauf sorgten für die Auflösung der langjährigen Regierungsparteien Democrazia Cristiana (DC) und der Sozialistischen Partei (PSI). Ebenso wie die Linken zerfiel die DC in viele kleinere Parteien, die PSI existiert seitdem übrigens gar nicht mehr.
Im Anschluss an diese Ereignisse gründeten sich mehrere politische Gruppierungen wie die Lega-Nord, die Alleanza Nazionale oder die Berlusconi-Partei Forza Italia. Ein Regierungswechsel, übrigens der Erste der Nachkriegsgeschichte, fand 1996 statt. Seit dem regiert in Italien eine Mitte-Links-Koalition. Nach einer Pause von fünf Jahren von 2001-2006 und Ablösung durch das Mitte-Rechts-Bündnis, hat die Koalition jetzt wieder die Mehrheit in beiden Parlamentskammern.

Die wichtigsten, im Parlament vertretenen Parteien, sind:

  • PDL – Popollo della Libertà (Rechtspartei um Silvio Berlusconi)
  • PD – Partito Democratico (Mitte-Links-Bündnis um Dario Franceschini)
  • Lega Nord (Separatistische Partei Norditaliens mit stark rassistischen Tendenzen um Umberto Bossi)
  • IDV – Italia dei Valori (Mitte-Links-Partei um Antonio di Pietro)
  • UDC – Unione dei Democratici Cristiani (katholische Mitte-Rechts-Partei um Pier Ferdinando Casini)



1.4 Wirtschaft

Italien als Industriestaat wird vorwiegend von der Volkswirtschaft gelenkt. Erst mit der konservativen Regierung von Silvio Berlsuconi wurden viele der staatlichen Betriebe privatisiert. Nicht zuletzt, um die finanziellen Probleme des Landes zu lösen. Italien lag noch im Jahr 2006 auf Platz eins der höchsten Staatsverschuldung innerhalb der EU. Im Allgemeinen kann man sagen, dass die italienische Wirtschaft sich auf jeden Fall mit der anderer großer Länder messen kann. Aufgrund dessen ist Italien auch Mitglied der sogenannten G8, die Runde der weltweit bedeutendsten Industrienationen.

Volkswirtschaftlich gesehen spielt die Landwirtschaft Italiens nur noch eine geringe Rolle. Bedeutend für die Landwirtschaft sind der Anbau von Oliven und Wein. In beiden Fällen ist Italien weltweit zweitgrößter Lieferant. Im Weinbau liegt Italien hierbei hinter Frankreich und beim Olivenöl hinter Spanien.

Das verarbeitende Gewerbe hat den stärksten Anteil an der italienischen Wirtschaft. Besonders die kleinen und mittelständischen Unternehmen spielen eine wichtige Rolle. Die für das Land wichtigsten Industrien sind der Maschinenbau, die Chemieindustrie, sowie Schiff-, Flugzeug und Automobilbau. Die Textilindustrie ist eine der bedeutendsten Industrien -“Made in Italy“ ist wohl jedem bekannt. Die größten Wirtschaftszentren des Landes findet man im Norden. Mailand, Genua und Turin bilden das sogenannte „industrielle Dreieck“. Der Süden hingegen ist wirtschaftlich gesehen fast unterentwickelt. Die vorherrschende Arbeitslosigkeit und die damit verbundene, hohe Kriminalitätsrate und das organisierte Verbrechen sind Folgen der wirtschaftlich schwachen Region. In Mittelitalien ist vorwiegend die Textil- und Schuhindustrie ansässig. Der Tourismus und die Möbelbranche tragen weiteren Erfolg bei.

Natürliche Ressourcen hat Italien übrigens kaum zu bieten. Außer ein paar Erdgasvorkommen in der Poebene und der Adria, sowie Erdöl in Sizilien und der Region Basilikata ist Italien eher arm an Rohstoffen.

1.5 Flora und Fauna

Flora
Wie die meisten Teile Europas, gehörte auch Italien früher zu den dicht bewaldeten Ländern. Intensive Rodungen zu landwirtschaftlichen Zwecken, zur Gewinnung von Brennholz und anderen Rohstoffen, ließen aber im Laufe der letzten Jahrhunderte nicht viel von den ursprünglichen Wäldern übrig. Im Gegenzug wurden Nutzpflanzen für die Landwirtschaft angepflanzt. Wälder mit Kastanien, Buchen oder Eichen, findet man vorwiegend in den niederen Regionen der Apenninen, immergrüne Wälder hingegen sieht man auf der westlichen Seite des Gebirges und auf Sardinien. In den Alpen gibt es ab etwa 2000 m Höhe nur noch wenige Pflanzen. Die Region um die Poebene wird größtenteils zur Landwirtschaft, zum Anbau verschiedener Kulturpflanzen, genutzt. Weiter südlich, aber auch an den Ufern des Gardasees und an der ligurischen Küste, ist eine typische mediterrane Pflanzenwelt vorzufinden. Verschiedene Kulturpflanzen (natürlich angebaut), wie Zitrus- und Ölbäume und im Süden Feigen-, Mandel- und Granatapfelbäume oder Dattelpalmen, und sogar Baumwolle und Zuckerrohr bestimmen die Landschaft Italiens. Aufgrund der anhaltenden Abholzung der Wälder, gibt es immer mehr wüstenähnliche Landschaften oder es entstehen Gebiete mit üppigen, sekundär entstandenen Gebüschformationen, auch Macchie genannt. Die Macchie setzt sich aus mehreren 3 bis 5 m hohen immergrünen Büschen und Sträuchern zusammen. Typische Arten sind z.B. Lorbeerbäume, Zistrosen, Oleander oder Baumheide. Diesen Vegetationstyp findet man heute in den meisten Teilen des Mittelmeerraumes vor. Leider herrscht in den Macchies auch immer eine erhöhte Waldbrandgefahr.

Fauna
Leider findet man in Italien die meisten Tiere nur noch in extra eingerichteten Natur- bzw. Nationalparks. Aufgrund der weit verbreiteten freien Jagd und durch die dichte Besiedelung der Landschaft, kann man einen starken Rückgang der Tierwelt beobachten. Steinböcke, Braunbären, Gämse und Rotwild haben ihre Heimat heute überwiegend in diesen Naturparks. Typische Tiere der Alpen sind Rebhühner, Murmeltiere, Luchse und Schneehasen; die Abruzzen hingegen beheimaten noch Wölfe und Braunbären. Tiere aus anderen Regionen haben mittlerweile ihr Zuhause in Italien gefunden. So ist es nicht verwunderlich, wenn man auf ein nordafrikanisches Stachelschwein trifft oder einem Indischen Mungo gegenüber steht. Das kleinste Säugetier Europas ist übrigens auch Italiener: die Etruskerspitzmaus. Die Küstengewässer bilden den Lebensraum für zahlreiche Fischarten. Schwertfisch, Thunfisch aber auch Haie gehören zu den großen Fischbeständen. Leider führte in der Vergangenheit die allgemeine Umweltverschmutzung, bedingt auch durch Ableitung chemischer Rückstände ins Meer, zu immer größeren Problemen. An der Mittelmeer- und auch an der Adriaküste führte ein verstärktes Algenwachstum zum Aussterben vieler Meereslebewesen. Die Algen entzogen dem Wasser Sauerstoff, ein großes Fischsterben war die Folge. Dank des Baus von Kläranlagen in den 1990er Jahren, sieht die Situation heute schon wieder besser aus. In Italien gibt es viele verschiedene Greifvögel. Leider sind auch hier einige dem Jagdwahn zum Opfer gefallen. Zu beobachten gibt es heute noch verschiedene Adlerarten, Geier, Bussarde, Falken, Milane und Weihen. In den Feuchtgebieten, hauptsächlich auf Sardinien, kann man Reiher, Sichler und Flamingos sehen. Die Reptilienwelt Italiens beheimatet zahlreiche Schlangen- und Eidechsenarten. Auf Geckos trifft man häufig an, vereinzelt findet man aber auf Sizilien auch Skorpione und Chamäleons vor.

1.6 Klima und Wetter

Das Klima und Wetter in Italien sind so vielfältig wie das Land selbst. Großen Einfluss haben die Alpen und das Mittelmeer. Entsprechend der extremen Nord-Süd-Ausdehnung ergibt sich eine erhebliche Spannweite der Temperaturen. Die Küstenregionen und Tiefebenen können im Sommer schon mal in der glühenden Sonne brüten, während es über 1000 m Höhe schon mal recht kühl sein kann. Besonders betroffen von Wetterschwankungen ist der Norden Italiens. Wetterextreme hat es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben. Schwere Unwetter, sintflutartige Regenfälle, Hagelschauer und Überschwemmungen treffen nicht nur die Tourismusbranche schwer, sondern auch die Landwirtschaft. Extreme Trockenheit im Süden des Landes und auf Sizilien sind das komplette Gegenteil der genannten Wetterkapriolen. Experten sprechen von ersten nachhaltigen Wirkungen des Klimawandels.

Nord- und Mittelitalien
März/April ist hier die Jahreszeit für das Erwachen der Landschaft. Alles blüht und grünt in fast subtropischer Vielfalt bei sehr milden Temperaturen. Die Sommerwärme herrscht in diesen Regionen in der zweiten Junihälfte. Im Juli liegen die Durchschnittstemperaturen bereits bei 27° und das Meer erreicht mit warmen 23° eine optimale Badetemperatur. In den Tiefebenen wird es zu diesem Zeitpunkt fast unerträglich heiß. Ideale Wetterbedingungen, nicht zu heiß, nicht zu kühl, findet man im Hochsommer im Apennin, in den Bergen des Aostatals und in Südtirol. Im Winter, ab November, regnet es in Nord- und Mittelitalien oft. Die nasskalte Witterung hält den ganzen Winter über an.

Süditalien und Sizilien
Vor allem Sizilien zählt zu den trockensten und wärmsten Gebieten Europas. Von Mai bis September ist hier durchgehend Sommer. Die Temperaturen steigen dann auch schon mal über 40° Celsius und Regen ist eher selten. Fast unerträglich ist die Hitze des Wüstenwindes Scirocco, der aus dem nahen Afrika gelegentlich herüber weht. In der Zeit von 13 bis 16 Uhr sind die Straßen der Ortschaften fast wie leer gefegt und die Fensterläden geschlossen. Erst ab Oktober werden die Temperaturen wieder erträglicher und Niederschläge häufiger. An der Küste sind die Winter regenreich und sehr mild, in den Hochlagen fällt dann sogar Schnee.

Eine einheitliche Klimatabelle kann man aufgrund der großen Unterschiede nicht erstellen. Als Beispiel gibt es hier eine für Südtirol und für Rom:

Klimatabelle von Südtirol

  J F M A M J J A S O N D

min. Temp (°C)

-5 -3 -1 5 9 12 15 15 11 6 0 -4

max. Temp (°C)

6 9 14 19 23 27 30 28 25 18 11 7
Regentage 4 4 5 6 8 10 9 8 9 6 5 4
Sonnenstunden 3 4 4 5 6 7 8 7 6 5 4 3


Klimatabelle von Rom

  J F M A M J J A S O N D

min. Temp (°C)

4 4 6 8 13 15 18 18 16 11 8 5

max. Temp (°C)

12 14 16 20 23 28 31 31 28 23 17 14
Regentage 9 9 8 7 7 4 2 2 5 8 9 10
Sonnenstunden 4 4 5 7 8 10 11 10 7 6 5 4



1.7 Stars und Berühmtheiten

Viele berühmte Persönlichkeiten haben ihre Wurzeln in Italien. Hier die wichtigsten von Marco Polo bis Eros Ramazotti.

Marco Polo (1254 – 1324) – ging als Entdecker in die Geschichte ein. Berühmt wurde er vor allem durch seine Reise mit dem Schiff von Venedig nach China.

Leonardo da Vinci (1452 – 1519) – neben der Tatsache, dass Leonardo da Vinci ein großer Erfinder, Ingenieur und Naturphilosoph war, malte er auch das wohl berühmteste Gemälde der Welt – die Mona Lisa ist heute im Louvre in Paris zu besichtigen.

Michelangelo Buonarroti (1475 – 1564) – Bildhauer, Architekt, Maler und Dichter. Sein bekanntestes Bauwerk ist wohl die David-Statue.

Galileo Galilei (1564 – 1642) – Physiker, Mathematiker und Astronom. Ihm haben wir das Pendel, das astronomische Fernrohr und bahnbrechende Entdeckungen auf mehreren naturwissenschaftlichen Gebieten zu verdanken.

Antonio Vivaldi (1678 - 1741) – gab sein Amt als katholischer Priester auf und widmete sich als Komponist und Violinist der Musik. Weltbekannte Musikstücke, vorrangig für Violine, stammen aus der Feder Vivaldis.

Giuseppe Verdi (1813 – 1901) – auch 100 Jahre nach seinem Tod gehören die berühmten Opern des Komponisten zum Repertoires der weltweit größten Opernhäuser.

Enzo Ferrari (1898 – 1988) – Rennfahrer und Gründer von Ferrari. Seine Vorliebe für Technik wurde ihm bereits in die Wiege gelegt. Sein Wissen als Kfz-Schlosser erlangte er im Betrieb seines Vaters. Mit einem selbst gebauten Rennwagen startete er seine Karriere als Rennfahrer. Nach vielen Erfolgen für Alfa Romeo gründete er 1929 seinen eigenen Rennstall – die Scuderia Ferrari war geboren.

Luciano Pavarotti (1935 – 2007) – einer der größten Tenöre seiner Zeit. Ein Superstar auf seinem Gebiet, auch durch die Zusammenarbeit mit vielen Pop Künstlern, und als Mitglied der „Drei Tenöre“. Zusammen mit den Opersängern Plácido Domingo und José Carreras feierte er viele Erfolge.

Adriano Celentano (geb. am 6. Januar 1938 in Mailand) – ist als Fernsehmoderator, Schauspieler und Sänger bekannt geworden. Sein Hit „Azzurro“ gehört zu seinen größten musikalischen Erfolgen, „Gib dem Affen Zucker“ zu den bekanntesten Filmen. Als Fernsehmoderator beim Staatssender RAI, machte er vor allem durch seine hohen Gagen und politischen Themen Schlagzeilen.

Bud Spencer (geb. am 31. Oktober 1929 in Neapel) – kennt man vor allem durch seine Filme mit seinem Filmpartner Terence Hill, übrigens auch Italiener. Doch Bud Spencer ist weitaus mehr. Er ist italienischer Meister im Brustschwimmen und in 100m Freistil und sogar der erste Italiener, der die Strecke in weniger als einer Minute zurück legte. Sieben Mal in Folge gewann er die italienischen Meisterschaften - nebenbei studierte er Rechtswissenschaften, sogar mit dem Doktortitel als Abschluss. Bevor er zum Film kam, komponierte Bud Spencer, oder Carlo Pedersoli, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, Lieder für eine Plattenfirma. Der Durchbruch im Filmgeschäft gelang mit „Die rechte und die linke Hand des Teufels“ und der Fortsetzung „Vier Fäuste für ein Halleluja“. Nach seiner erfolgreichen Filmkarriere brachte er im Jahre 2003 seine erste CD mit selbst komponierten und gesungenen Liedern heraus. Er machte auch vor der Politik keinen Halt und kandidierte 2005 für ein Regierungsamt, leider jedoch erfolglos. Sein jüngstes Projekt ist der deutsche Kinofilm „Mord ist mein Geschäft, Liebling“ aus dem Jahre 2009. An der Seite von Christian Tramitz und Rick Kavanian kam er, man sagt aus finanziellen Gründen, ins Filmgeschäft zurück – mit 78 Jahren.

Terence Hill (geb. am 29. März 1939 in Venedig) – ist Sohn eines italienischen Vaters und einer deutschen Mutter und heißt mit bürgerlichem Namen Mario Girotti. Bekannt wurde er als Filmproduzent, Drehbuchautor, Regisseur und natürlich als Schauspieler, vor allem an der Seite von Bud Spencer. Die wohl bekannteste Hauptrolle spielte er aber in dem Film „Mein Name ist Nobody“ mit dem Hollywood-Star Henry Fonda.

Sophia Loren (geb. am 20. September 1934 in Rom) – Weltstar und Sexsymbol! In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, musste sie schon früh Verantwortung übernehmen. Dank ihrer Schönheit konnte sie an Misswahlen teilnehmen, erhielt kleinere Komparsenrollen und konnte so Geld für die Familie verdienen. Bei der Wahl zur Miss Rom 1950 wurde sie zwar nur Zweite, lernte dabei aber ihren zukünftigen Ehemann, den Filmproduzenten Carlo Ponti, kennen. Dieser machte aus Sofia Villani Scicolone und brachte diese bis nach Hollywood. Filmpartner wurden u.a.: Clark Gable, Anthony Perkins, Paul Newman oder Frank Sinatra. Zusammen mit Marcello Mastroianni bildete sie das italienische Film-Traumpaar. Insgesamt stand sie in über 100 Filmen vor der Kamera und sorgte 2007 für Aufsehen, als sie im Alter von 72 Jahren, nackt für den Pirelli Kalender posierte.

Eros Ramazotti (geb. am 28. Oktober 1963 in Cinecittà) – berühmter italienischer Popsänger mit weltweitem Erfolg. Entdeckt wurde er 1981 bei einem Gesangswettbewerb. Duette mit bekannten Größen wie Tina Turner, Anastacia, Cher, Joe Cocker oder Andrea Bocelli sind genauso erfolgreich wie seine Soloprojekte.

Francesco Totti (geb. am 27. September 1976 in Rom) – ist der Fußball-Held Italiens. Seit seiner Jugend spielt er bei AS Rom war bis zum Jahr 2007 Spieler der Nationalmannschaft.

Alle Preise inkl. USt. Irrtum vorbehalten.

Copyright © 2016 Kuren & Wellness powered by Reisebüro Helios. Alle Rechte vorbehalten.