Bräuche und Sitten

Bräuche und Sitten - das sollte man beachten

5.1 Allgemein

In Italien gibt es zahlreiche Bräuche, die seit Jahrzehnten gepflegt werden. So wird beispielsweise darauf Wert gelegt, Wein nicht mit Maschinen wie in allen anderen Ländern, sondern mit den Händen herzustellen. Dies verleiht dem italienischen Wein natürlich eine besondere Note. Auch sind die Italiener sehr stolz auf ihren Wein. Vor allem auf Sizilien wird viel Wert auf diese Tradition gelegt. Des Weiteren kann man sagen, dass religiöse Feste weit im Vordergrund stehen. Allgemein verbringen die Italiener sehr viel Zeit damit und feiern diese mit der Familie oder in der Kirche. Kein Wunder, da auch der Vatikanstaat in Rom ist.

Spaghetti alla mamma
Obwohl die Spaghetti ursprünglich aus China stammen, haben sie in Italien ihr wahres Zuhause gefunden. Darauf sind die Italiener sehr stolz. Wenn die Italiener etwas gut können, dann ist es gutes Essen kochen. Keine Küche hat sich weltweit so vielseitig verbreitet, wie die Italienische. Spaghetti, Pizza, Tiramisu oder Gelato werden auf der ganzen Welt als übliche Speisen angeboten. Kaum ein Land weiß diese Speisen nicht zu schätzen. Auch der Espresso darf nicht fehlen. Es gibt zahlreiche Fans, die Italien für seinen guten Espresso sehr dankbar sind. Auch die Italiener genießen diesen Espresso öfters in vollen Zügen. Dennoch sollte man wissen, dass Espresso meist erst nach dem Frühstück getrunken wird. Darauf wird viel Wert gelegen. Zum Frühstück wird wenn Cappuccino getrunken. Manchmal gönnen sich Italiener aber auch einen Espresso direkt nach dem Aufstehen, um besser in den Tag zu starten. Insgesamt kann man sagen, dass jeglicher italienischer Kaffee einen hohen Stellenwert hat. Ein Italiener, der keinen Kaffee trinkt, ist kein wahrer Italiener.

5.2 Klischees

In den meisten Augen fahren die Italiener Fiat oder mit der Vespa durch die engen Gassen Roms. Dabei haben sie hinter sich langhaarige Schönheiten sitzen. Die italienischen Mütter sind dick und kochen täglich Spaghetti, die Väter sind bei der Mafia und verdienen damit ihr Geld. Auch wird den Italienern nachgesagt, dass sie beim Fußball immer foulen und sehr leidenschaftliche Liebhaber sind. Doch welche von diesen Klischees stimmen? Studien haben bewiesen, dass Italiener keine Machos sind und sich Frauen nicht überlegen fühlen. Auch wird nicht täglich Spaghetti gekocht. Die Nudeln kommen ursprünglich aus China und sind somit eigentlich nicht italienischer Herkunft. Doch trotzdem gelten sie als italienisches Nationalgericht.
Die Tatsache, dass Italiener in Rom viel mit der Vespa fahren, entspricht der Wahrheit. Dies liegt aber daran, dass die Gassen sehr eng und viel Verkehr auf den Straßen herrscht. Mit einer Vespa in Rom unterwegs zu sein ist praktisch, billig und spart viel Zeit. Das letzte Klischee von den italienischen Fußballspielern, die immer foulen, stimmt meist wirklich. Sie spielen sehr aggressiv, so dass es öfters zu einem Foul kommt.

5.3 Kleidung

Die Italiener legen großen Wert auf Stil und schätzen gut angezogene Menschen. Vor allem schätzen Sie es, wenn Touristen in den Städten nicht allzu viel nackte Haut zeigen. So wird viel Haut nur an Stränden geduldet. Auch bei offiziellen Veranstaltungen und Restaurantbesuchen wird Wert auf gute Kleidung gelegt. Egal wie das Wetter ist, italienische Männer tragen auch bei der größten Hitze meist lange Hosen und Hemden. Auch Frauen tragen selten sehr kurze Röcke oder T-Shirts, welche bauchfrei sind und tiefe Ausschnitte haben. Vor allem in Kirchen ist es wichtig, dass sowohl Frauen als auch Männer Schultern und Knie bedeckt halten. Da Sie Gast in Italien sind, sollten Sie sich auch an die Gewohnheiten der Italiener halten. Vor allem in Venedig kann es schon einmal zu einer hohen Geldbuße kommen, wenn Sie in Bikini oder Badehose unterwegs sind.

5.4 Umgangsformen

Die italienische Kultur unterscheidet sich in einigen Aspekten von der Deutschen. So herrschen in beiden Kulturen auch unterschiedliche Umgangsformen. Beispielsweise sollten Sie die Begrüßung „Ciao“ (Hallo oder Tschüss) nur bei sehr guten Bekannten oder bei jungen Leuten verwenden. Üblich ist die eher formelle Form „Buon giorno“ (Guten Tag) und „Buona sera“ (Guten Abend). Auch die Anrede ist entscheidend. Obwohl die Anrede mit dem Vornamen sich immer mehr verbreitet, ist den Italienern wie den Österreichern die Anrede mit dem Titel sehr wichtig. So sollten Akademiker mit „dottore“ und Lehrer mit „professore“ angesprochen werden. Begrüßt wird sich meist mit einem Händeschütteln.

Sollten Sie einmal von einem Italiener nach Hause eingeladen werden, bringen Sie als Dankeschön einen Strauß Blumen mit. Achten Sie darauf, keine Chrysanthemen mitzubringen, da diese in Italien als Trauerblumen gelten. Ansonsten wundern Sie sich nicht, wenn ein Italiener plötzlich lauter wird. Dies ist in Italien normal. Brüllen Sie jedoch nicht zurück, da dies wegen Ihrer anderen Kultur falsch aufgefasst werden kann.

5.5 No-Go’s

Als Gast sollte man darauf achten, dass man während eines Besuches in Italien nicht in ein Fettnäpfchen tritt. Daher sollte man sich mit einigen Tabuthemen auseinander setzen. Neben getrennte Rechnungen an einem Tisch im Restaurant und leichte Bekleidung auf den Straßen gibt es noch weitere No-Go's. So wird es zum Beispiel auch nicht gerne gesehen, wenn Sie über das wirtschaftliche Nord-Süd-Gefälle oder die Mafia sprechen. Da sind die Italiener sehr emotional. Vor allem beim Thema Mafia regen sich die Italiener im Süden auf, da sie damit nur ungerne identifiziert werden. Ungewöhnlich ist jedoch, dass die Italiener gerne mit den Deutschen über das Thema Fußball diskutieren und streiten. Vor allem seitdem sie die Weltmeisterschaft in 2006 gewonnen haben, wird heiß diskutiert. Des Weiteren gibt es in Italien die Sitte, dass Cappuccino ausschließlich nur zum Frühstück getrunken wird. Sollten Sie nachmittags einen bestellen, werden Sie schief beäugelt. Auch das Zusammenrechnen der bestellten Speisen und Getränke wird in Cafes oder Restaurant nicht gerne gesehen. Rauchen ist in allen Lokalen sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln verboten. Dieses Verbot wird auch sehr streng eingehalten. Ansonsten wird empfohlen, sich nicht anders zu benehmen, wie auch in Deutschland.

5.6 Sprichwörter und Redewendungen

Durch die unterschiedlichen Kulturen entstehen neben den verschiedenen Sprachen auch verschiedene Redewendungen. Zwar wird man vielleicht keine Möglichkeit haben, diese während eines Italienurlaubes zu verwenden, jedoch ist es trotzdem schön, die Unterschiede zu deutschen Redewendungen zu kennen. Hier einige Beispiele und deren Bedeutung:

Original Bedeutung Deutsche Entsprechung
avere la luna di traverso den Mond quer haben schlecht gelaunt sein
essere come il prezzemolo wie Petersilie sein überall mitmischen
fare alla romana auf römisch machen getrennt zahlen
fare il portoghese den Portugiesen geben schwarzfahren / keinen Eintritt bezahlen
fare le nozze con i fichi secchi mit getrockneten Feigen Hochzeit halten am falschen Ende sparen
fare un buco nell’acqua ein Loch ins Wasser machen einen Reinfall erleben
nascere con la camicia mit dem Hemd geboren werden ein Glückspilz sein
prendere due piccioni con una fava zwei Tauben mit einer Bohne fangen zwei Fliegen auf einen Streich schlagen
prendere lucciole per lanterne Glühwürmchen mit Laternen verwechseln aus einer Mücke einen Elefanten machen



5.7 Kurioses

Auch in Italien gibt es viele Gesetze die man beachten sollte. Unter dem Punkt Sicherheit können Sie mehr dazu erfahren. Neben vielen Vorschriften, die man wirklich ernst nehmen sollte, gibt es auch ein paar, die zwar eher zum Schmunzeln anregen, aber bei Nichtbeachtung dennoch eine Strafe nach sich ziehen.

So sollte z. B. der männliche Italiener bzw. Italien-Besucher keinen Rock tragen. Männliche Rockträger können verhaftet werden, wenn sie so durch die Straßen Bella Italia‘s laufen.
Turiner Katzen dürfen nicht gezwungen werden draußen, auf dem Balkon oder der Terrasse zu schlafen und Hunde müssen drei Mal täglich „Gassi gehen“ - die Polizei hat das Recht, sich bei Nachbarn zu erkundigen, wie der Hund gehalten wird. Das Fell eines Hundes darf übrigens auch nicht gefärbt werden, rosafarbende Pudel wird man in Italien also nicht sehen. Wer die etwas kuriosen Gesetze zum Wohl der Haustiere nicht beachtet, muss mit einer hohen Geldstrafe rechnen.
Heftige Küsse im Auto können bis zu 500,- Euro kosten.
In einem öffentlichen Stadtpark in der Lombardei dürfen abends nicht mehr als drei Personen auf einer Bank sitzen.

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