Psycho-Neuro-Immunologie – eine neue Therapie gegen Stress und Depressionen

Übergewicht, Stoffwechselstörungen, Stress- und Erschöpfungszustände – all das ist in unserer Hochleistungsgesellschaft weit verbreitet. Wenn uns die Psyche drückt, wird oft auch der Körper krank – das wissen zwar viele, doch wenige finden bisher die richtigen Mittel dagegen. Die Schulmedizin konnte bisher meist nur die Symptome solcher Erkrankungen und Beschwerden lindern.

Erstmals bezieht jetzt ein neues, interdisziplinäres Forschungsgebiet die Wechselwirkung zwischen Seele, Nerven- und Immunsystem in die Therapie ein: die Psycho-Neuro-Immunologie (PNI). Dieser Zweig der Wissenschaft geht von einer dauernden Wechselwirkung zwischen den Botenstoffen des Nervensystems und denen des Immunsystems aus. Das bedeutet: Körper und Seele sind in ständigem Austausch begriffen.

Diese Interaktion läuft unsichtbar und ganz ohne unser Wissen ab und beeinflusst wesentlich unser Wohlbefinden. Die gute Nachricht der aktuellen Forschungsergebnisse der PNI: Jeder Mensch besitzt die Macht, diese Funktionen zu steuern. Wir brauchen dazu nur den Willen und Entscheidungsfreude. Dann können wir erreichen, dass bestimmte Erkrankungen gar nicht erst auftreten. Was den Menschen die Kraft raubt, ihr Leben positiv zu gestalten, ist neurophysiologisch gesehen ein chronischer Energiemangel – ein Defizit im Gehirn und Nerven, das durch verschiedene Faktoren ausgelöst wird. Überarbeitung, Konflikte, Ärger, Bewegungsmangel, Reizüberflutung, Genussmittelkonsum und Schlafmangel. Es gibt Tausende von Patienten, die trotz vieler Medikamente ihre Beschwerden nicht loswerden. Das Kernproblem dabei ist, dass viele die Fähigkeit verloren haben, im täglichen Leben zu entscheiden, was ihnen guttut, und was ihre Lebensqualität verschlechtert. Mit der PNI-Therapie wird ihnen diese Entscheidungsfähigkeit zurückgegeben.

Das klingt fast schon banal. Doch es ist bereits seit 4000 Jahren ein Grundprinzip der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Die versteht den Organismus als Einheit von Körper, Geist und Seele. Auch die altindische Ayurveda-Lehre betrachtet ein körperliches Symptom nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit der seelischen und geistigen Verfassung. Und jetzt findet diese Vorstellung zunehmend Einzug in die moderne wissenschaftliche Forschung. Therapieangebote, die auf einer Verschmelzung von westlichen und fernöstlichen Praktiken basieren, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, wie die wachsende Zahl an TCM- und Ayurveda-Kliniken beweist. Mehr als 60 Prozent der Deutschen wünschen sich etwa eine Behandlung durch die Traditionelle Chinesische Medizin.

Aber wie unterscheidet sich das neue Verfahren von den Behandlungsmethoden in konventionellen Praxen? Man erfasst nicht nur Symptome, sondern untersucht auch die Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten, das Schlafverhalten, das soziale Umfeld, die Bedingungen im Job und in der Familie, die persönlichen Interessen, Träume, Ziele und ihre Realisierungsmöglichkeiten. Dann sucht der Arzt eine genau auf die Bedürfnisse des Patienten zugeschnittene Behandlung aus. Diese kann neben Psychotherapie den gezielten Einsatz von Vitaminen, Mineralstoffen oder Spurenelementen beinhalten. Auch Akupunktur, Massagen, Yoga oder Pilates werden verordnet.

Am wichtigsten aber ist es, dass die Patienten erkennen, wie sie ihre Lebens- und Ernährungsgewohnheiten umstellen müssen, damit Genesungsprozesse im Organismus in Gang gesetzt werden und die Gesundheit langsam von Grund auf wiederhergestellt wird. Das heißt nicht, dass man innerhalb von zwei Wochen sein ganzes Leben umkrempeln muss. Aber, man kann mit ein paar Dingen anfangen, die nicht sonderlich aufwendig sind, zum Beispiel mehr Obst und Gemüse essen. Selbst kleine Veränderungen können sich schon sehr positiv auf das Immunsystem auswirken. Wer die passende Kur mitmacht, der gewöhnt sich recht schnell an die Umstellung. Verschiedene Kurorte bieten solche Kuren an.

Die Erfolge der Psycho-Neuro-Immunologie spiegeln sich in zahlreichen wissenschaftlichen Studien wider. Forscher der renommierten University of California stellten zum Beispiel fest, dass sich das Risiko älterer Menschen, an Gürtelrose, einer Infektion, die von einem Virus der Herpes-Grippe ausgelöst wird, zu erkranken, deutlich reduzierte , wenn sie regelmäßig chinesisches Thai Chi machten. Durch die uralten asiatischen Körperübungen schien das Immunsystem wesentlich besser gegen das Virus gewappnet zu sein.

Offenbar hat die Meditationstechnik eine ausgleichende Wirkung auf die Nervenzellen im Gehirn, die über biochemische und physikalische Prozesse auf das Nervengeflecht sowie die Gefäßbahnen bis zu den Organen und dem Immunsystem ausstrahlt.

Mit der PNI-Therapie könnte es schon bald möglich sein, Stress und Depressionen ohne Medikamente, aber mir der Stärkung des „emotionalen Gehirns“ zu heilen.

Tags: , , , , Dezember 14th, 2015 Posted in Gesundheit

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