Allergien bekämpfen – am besten durch Hyposensibilisierung

Tränende Augen, dauerhaftes Niesen, Atemnot, Hautausschlag, es gibt viele allergische Reaktionen des Körpers. Aber nicht immer lässt sich der Kontakt mit den Allergieauslösern vermeiden. Besonders schwierig ist es, wenn die vom Facharzt festgestellten Allergene z.B. Pollen, Hausstaub und Insektengift sind.

Wenn hierdurch Heuschnupfen oder Asthma bronchiale verursacht wird, das zu chronischen Krankheiten führen kann, raten die Ärzte oft zur Hyposensibilisierung, ebenso auch bei Insektengiftallergien. Die Hyposensibilisierung, auch Spezifische Immuntherapie (SIT) genannt, ist eine Behandlung der Allergieursache und zur Zeit die einzige Kausaltherapie. Dem Körper wird hierbei nach dem Ergebnis des Allergietests ein individuell hergestelltes Mittel mit den Allergenen zugeführt. Hierdurch soll erreicht werden, dass sich der Körper an diese Stoffe gewöhnt, und die allergischen Reaktionen gar nicht mehr oder auch nicht mehr so intensiv auftreten. Dieses Verfahren ist besonders in den letzten Jahrzehnten oft Gegenstand von Studien gewesen und gilt heute als wirksam bewiesen, die Anforderungen der evidenzbasierten Medizin werden erfüllt.

Es gibt zwei Formen der Hyposensibilisierung, die subkutane und die sublinguale. Bei der subkutanen Hyposensibilisierung wird die nach den Allergenen individuell hergestellte Injektionslösung im Oberarm unter die Haut gespritzt, zu Beginn der Behandlung wöchentlich. Um festzustellen, ob allergische Reaktionen auftreten, muss der Patient nach der Injektion mindestens noch 30 Minuten unter fachärztlicher Beobachtung bleiben. Wird die Injektionslösung vertragen, kann die Dosis langsam erhöht werden, damit der Körper mehr Antikörper produziert. Der Abstand der Spritzen wird auf maximal 4 Wochen erhöht, die gesamte Hyposensibilisierung muss über einen Zeitraum von mindestens 3 Jahren durchgeführt werden.

Nach den Studien muss der Zeitplan für die Injektionen peinlich genau eingehalten werden, damit ein Erfolg der Behandlung eintritt. Bei einer Insektengiftallergie wird zu Beginn häufig eine Schnellhyposensibilisierung durchgeführt, bei der die Dosis innerhalb weniger Tage erhöht wird. Dieses erfolgt zunächst unter stationärer Beobachtung und wird dann ambulant fortgeführt.

Bei der sublingualen Hyposensibilisierung werden anhand der festgestellten Allergien anstelle der Injektionslösung individuelle Tropfen hergestellt. Dieses Mittel wird unter die Zunge gegeben. Nach den bisher durchgeführten Studien ist die sublinguale Hyposensibilisierung nur etwa halb so wirksam wie die subkutane, über die Dauer der Wirksamkeit liegen noch keine genauen Kenntnisse vor. Die Anwendung dieser Therapie für Kinder wird nach dem heutigen Stand von den allergologischen Fachverbänden noch nicht empfohlen, da die vielen Studien über die Wirksamkeit bei Kindern noch nicht abgeschlossen sind.

Vor 5 Jahren wurde mit Studien über die Wirksamkeit der sog. Gräsertablette begonnen, einer Tablette gegen Gräser- und Roggenpollenallergien. Diese schnell lösliche Tablette muss täglich über einen Zeitraum von 3 Jahren genommen werden. Nach der ersten umfangreichen Studie kann zunächst nur beurteilt werden, dass die Wirksamkeit auch 2 Jahre nach Abschluss der Behandlung erhalten bleibt, weitere Erfahrungen müssen abgewartet werden.

Der Erfolg der Hyposensibilisierung ist am größten bei jungen Menschen, da das Abwehrsystem noch besonders veränderungsfähig ist. Insektengiftallergien können hiermit nahezu beseitigt werden. Dieses Verfahren ist allerdings nicht geeignet bei Neurodermitis, und es wirkt auch nicht bei Allergien gegen Schimmelpilz und Federn.

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