Klein und unscheinbar aber oho – die Zauberknolle Ingwer

Zugegeben, wenn man in der Gemüseabteilung des Supermarkts steht und dann in einem der vielen Körbe eine Ingwerknolle entdeckt, ist dies nicht gerade weltbewegend, denn der Ingwer ist eher ein unscheinbares Gewächs. Zauberknolle Ingwer 2Dennoch sollte man den Ingwer auf keinen Fall unterschätzen, in vielen Ländern ist er als Gewürz absolut unverzichtbar, und ihm werden sogar heilende Eigenschaften zugeschrieben, daher kommt er auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin zum Einsatz, ebenso wie im Bereich Ayurveda. Hauptsächlich eingesetzt wird der Ingwer dort bei Verdauungsproblemen, Übelkeit, Durchblutungsmangel und auch Gelenkbeschwerden. Zudem soll er auch in der Lage sein, Entzündungen zu lindern und das Immunsystem zu stärken.

Die heilsame Komponente des Ingwer ist genau dieselbe, die auch für die Schärfe sorgt, und zwar der recht zähflüssige Balsam namens Oleorisin. In diesem Balsam sind ätherische Öle enthalten, aber auch die Scharfstoffe Gingerol und Shoagolen. Diese ähneln von ihrer chemischen Struktur her sehr dem Aspirin.

Wie scharf der Ingwer wird, darüber entscheidet immer der Erntezeitpunkt. Wird die Knolle ausgegraben als sogenannter „grüner Ingwer“, also recht früh, dann ist sie sehr mild und zart. Dieser grüne Ingwer wird sehr gerne genutzt, um ihn in Schokolade einzulegen oder auch um ihn zu kandieren.

Der Ingwer für die intensivere Variante wird erst später geerntet, dann kommen die bekannten holzigen Knollen zum Vorschein. Zauberknolle IngwerDiese werden getrocknet und dann später zu Pulver verarbeitet. Verwendet man das Pulver stellt man aber schnell fest, dass es keinen Vergleich gibt mit der frischen Knolle.

In Asien kennt und schätzt man den Ingwer schon seit mehr als 5.000 Jahren. Man sagt, dass bereits Konfuzius zu jeder Mahlzeit die Zauberknolle zu sich genommen haben soll. Bei den alten Römern kam der Ingwer zum Einsatz als Gewürz und auch Nascherei, aber auch zur Verdauungsförderung nach den berühmten Festgelagen wurde der Ingwer eingesetzt. Zu dem Zeitpunkt mussten die Römer sogar eine Luxussteuer zahlen auf den Ingwer, und das nahmen sie sehr gerne in Kauf.

Hierzulande nutzt man den Ingwer seit dem 9. Jahrhundert. Im Mittelalter versuchte man sogar, mit dessen Hilfe die Pest zu besiegen, allerdings ohne Erfolg. Bei Magenproblemen wurde der Ingwer auch schon von Hildegard von Bingen empfohlen.

Im kulinarischen Bereich ist der Ingwer sehr vielseitig einsetzbar. Er passt hervorragend zu Schokolade, Würsten, Lebkuchen, Kürbis, Bananen, Hühnerbouillon und vielem mehr. Viele bevorzugen allerdings den absolut reinen Geschmack des Ingwers, und den kann man am besten genießen, indem man einen Ingwertee zubereitet. Das ist nicht nur einfach, sondern auch sehr schmackhaft. Dazu muss man nur ein kleines Stück Ingwer in Scheiben schneiden und mit einem Liter kochendem Wasser übergießen. Für fünf Minuten ziehen lassen, und schon ist der Tee fertig. Von der Farbe her macht der Ingwertee nicht gerade eine gute Figur mit seiner blassgelben Farbe, aber er ist in der Lage, im Inneren ein richtiges Feuerwerk zu entzünden, so dass einem richtig warm wird.

Ursprünglich stammt der Ingwer aus Südostasien, heute ist es aber so, dass er überall dort angebaut wird, wo die besten Wachstumsbedingungen vorhanden sind, so wie tropisches Klima oder auch subtropisches, ein schattiger Standort und auch eine hohe Luftfeuchtigkeit. Zudem benötigt der Ingwer noch einen möglichst humusreichen Boden. JZauberknolle Ingwer 1e nachdem, aus welcher Gegend der Ingwer stammt, bringt er geschmackliche Unterschiede mit. Der geschmacklich beste Ingwer soll aus Jamaika kommen, allerdings ist er kaum erhältlich. Noch mehr als die Hälfte der gesamten Welternte wird produziert von China und Indien, und der Ingwer, der von dort kommt, besitzt eine sehr ausgeprägte Schärfe. Wer es noch schärfer mag, sollte sich umsehen nach dem Ingwer, der aus Sierra Leone kommt. Eher mild und feinwürzig ist dagegen der Ingwer aus Australien.

Eine Einsatzmöglichkeit für den Ingwer gibt es immer, daher ist es immer eine gute Idee, Ingwer so oft wie möglich einzusetzen.

Tags: , , , , November 8th, 2015 Posted in Ernährung

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