Klangschalen-Massage an der polnischen Ostsee

Sich von Tönen massieren zu lassen – wie das funktioniert wollte ich schon lange ausprobieren. Deshalb liege ich jetzt auf einer Matte im Behandlungsraum für Klangmassage im Wellnesshotel Ikar Plaza von Kolberg an der polnischen Ostsee. Mein Ziel: zur Ruhe kommen und meinen verspannten Rücken freundlich stimmen. In eine Decke gewickelt und mit einem Augenkissen auf den Lidern lasse ich den Duft von Räucherstäbchen auf mich wirken. Neben meinem Kopf schlägt die Therapeutin eine tibetische Klangschale an. Bing! Dann am Fußende. Dong! Das geht einige Male hin und her.

Bing! Dong! Und ich mittendrin. Dann wandert ein heller Ton vom rechten Ohr zum linken und wieder zurück. Ganz schön durchdringend – als ging die Schwingung direkt durch mein Gehirn. Plötzlich ist um mich herum alles nur noch „gong“. Als würden zig Schalen auf einmal klingen. Ich liege im Zentrum. Mein Körper wird so schwer, dass ich das Gefühl habe, im Boden zu versinken. Der Klangteppich trägt mich fort. Wohin? Weit weg. Das Schwingen der Schalen auf Brustkorb und Bauch setzt sich als leichtes Vibrieren im Körper fort. Das ist viel besser als schlafen, weil ich die Entspannung mitbekommen und genießen kann. Wie lange liege ich hier schon – zwanzig Minuten, eine Stunde? Egal, Blick nach innen richten. Nur noch sein.

Die von dem Pädagogen und Ingenieur Peter Hess begründete Klangmassage stützt sich auf die Annahme, dass der Ton obertonreicher Schalen, Gongs und Zimbeln, jede Zelle des Körpers zum Schwingen bringt. Untersuchungen haben gezeigt, dass das Gehirn in den Alphazustand gleitet, völlig entspannt, zwischen Wachen und Schlafen. Die Atmung wird tiefer. Die Muskulatur lockert sich. So schafft die Klangmassage ein heilungsförderndes Umfeld. Sogar Tinnitus, Bluthochdruck und Ängste sollen sich damit positiv beeinflussen lassen. Und: Sie berührt auch die Seele.

Heller Zimbelklang holt mich wieder zurück in die Gegenwart. Die Massage ist zu Ende. Wie es war? Herrlich! Ich fühle mich erfrischt, ganz wach und locker. Die Therapeutin erklärt, dass die Schalen bei jedem Menschen einen anderen Klang hätten. Bei mir seien die Töne sehr klar gewesen, nur auf der linken, der weiblichen Körperhälfte, etwas verzerrt. Möglicherweise ein Konflikt zwischen männlicher und weiblicher Seite? „Mehr Gefühl zulassen, nicht nur dem Kopf folgen“, darüber werde ich mal nachdenken.

Was war doch gleich: “Stress“? So entspannt und locker habe ich mich noch nach keiner Massage gefühlt. Und das wohlige Schwingen und Kribbeln begleitet mich bis in den nächsten Tag.

Allein für dieses wohltuende Erlebnis werde ich häufiger an die polnische Ostsee zurückkehren.

Tags: , , , November 3rd, 2015 Posted in Kolberg

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