Der Sommer ist gar nicht so weit weg – La Gomera als Geheimtipp

Hierzulande wird jetzt gebibbert, und der Winter ist mit Schnee und Kälte längst eingezogen. Dabei ist der Sommer eigentlich gar nicht so weit weg, wie man das vielleicht glaubt, denn nur vier Flugstunden weiter kann man den Sommer finden. Die Kanareninsel La Gomera verzaubert die Besucher mit einer ungezähmten Natur, schönen urigen Dörfern und natürlich jeder Menge Sonne.

Schaut man sich diese Insel von oben an, dann sieht es eher aus wie ein Haufen buschigen Grüns, steinige Strände und karstige Felsen sind ebenfalls zu erblicken. Eigentlich sieht diese Insel von oben gar nicht so einladend aus. Das scheint aber genau der Trick dieser zweitkleinsten kanarischen Insel zu sein, sie will ganz einfach nicht jeden haben. Wenn man einmal hinüberblickt nach Gran Canaria und die Bettenburgen sowie die Touristenströme sieht, kann man das wohl verstehen. Diese Insel ist eigentlich eine kleine Wilde, die sich einfach gerne ungezähmt gibt. Hier gibt es dichte Dattelpalmen mitten im Tal von Las Hayas, schöne schmale Wege an wundersam verschlungenen Flächen und auch viele Wasserfälle. Und im verwunschenen Immergrün der Lorbeerblätter zwitschern die lieblichen Kanarien. Auf Gomera ist es eindeutig so, dass die Natur hier das Sagen hat.

Die Mitte der Insel ist recht wundersam, es ist ein richtiger Märchenwald im Dunst des Nebels, und das bis hoch zum 1487 Meter hohen Vulkan Garajonay. Auf dem Boden wachsen Moose, es duftet nach Feuchtigkeit von den uralten Bäumen, und Flechten wehen von den Bäumen wie Feenhaare. Überall rundherum wächst Lorbeer. In den dunklen Höhlen gibt es Fledermäuse, und auch Eidechsen kann man reichlich sehen. Es ist fast so, als wenn man einen Blick in die Vergangenheit wirft.

Das hübscheste Dorf der Insel ist Agulo. Es befindet sich auf einer mächtigen Felsplatte, ganze 250 Meter über dem Meer, und ist eingerahmt von grünen Terrassenfeldern und auch Dattelpalmen. Verwinkelte Gassen drängen sich den Hügel hinauf, und stolze Kolonialbauten recken sich nach oben. Überall gibt es hier seltsame Töne, beispielsweise Kopfsteinpflaster, auf dem jeder einzelne Schritt zu einem richtigen Klappern wird. Dazu kommt dann noch das Pfeifen. „El Silbo“ ist eine Pfeifsprache und auch gleichzeitig ein ganz einzigartiges Erbe dieser Insel. In den hiesigen Schulen ist sie mittlerweile sogar wieder zur Pflicht geworden. Von hier aus kann man die maurische, schneeweiße Kirche San Marcos in der Sonne gleißen sehen, auch sieht man das unendliche Blau und zudem den Teide-Vulkan der Nachbarinsel Teneriffa. Ab und zu kann man hier im Meer sogar ein paar Wale erspähen. Dieses Dorf ist wahrlich der schönste Balkon der ganzen Insel.

Weit ist es auch nicht bis zum Valle Gran Rey, dies ist das Tal des großen Königs. Dies ist wohl La Gomeras lieblichste Seite. Hier gibt es üppig bepflanzte Terrassen, schönen Blumengärten und ein wogendes Meer aus Palmen. Dies ist eine grüne Oase voller Mangobäume, Bananenstauden und auch Maracujas, und die Häuschen machen den Eindruck, dass sie einfach wild mitten hinein geworfen wurden. Früher war das eher ein Paradies für Hippies, und der schönste Strand der Insel ist in der Tat tiefschwarz. Am Playa des Inglés findet der Urlauber feinsten Lavasand vor. Weiterhin findet man unzählige Felsnischen, die mächtige Steilwand von La Merica und auch tolle Dünen. Hier ist es wirklich wild und romantisch.

Eines der schönsten Hotels, und das sogar von ganz Spanien, ist auf La Gomera eindeutig das „Parador de la Gomera“. Wenn man hier am Pool liegt und über das Meer schaut, und dann von den sonnigen Innenhöfen träumt und auch von den subtropischen Gärten oder wilden Bächen, dann erkennt man, dass sich diese Insel wirklich nie richtig zähmen ließ.

Tags: , , , November 30th, 2015 Posted in Spanien

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