Das mystische Reich auf dem Dach der Welt – Tibet

Egal wo man auch schaut, wenn es darum geht, Tibet zu beschreiben, wird es immer sehr poetisch. Das Land des Schnees oder auch das Dach der Welt hört man ebenso oft wie das Land der tausend Täler. Lange Zeit war dieses Hochplateau, genau zwischen den höchsten Gebirgen der Erde gelegen, fast unzugänglich. Bis heute ist es so, dass eine Reise nach Tibet als Abenteuer-Reise angesehen wird. Zu beachten ist hier immer, dass die Region immerhin auf 4500 Metern Höhe liegt und daher nicht unbedingt für jeden geeignet ist.

Wer sich davon jedoch nicht abschrecken lässt, den erwarten uralte Landschaften, bunte buddhistische Rituale und auch sehr gastfreundliche und warmherzige Menschen.

Viele Jahrhunderte lang bewahrten sich die Tibeter ihre Eigenständigkeit, das bezog sich auch auf die Kultur, die Politik und natürlich die Sprache. Aber im Jahre 1950 wurde das Gebiet von China besetzt und leider auch nachhaltig zerstört, so dass nicht mehr viel von dem übrig blieb, was Tibet einmal war.

In den ländlichen Gebieten ist es aber dennoch so, dass die traditionelle tibetische Lebensweise sehr gut erhalten geblieben ist.

Wer die Attraktionen in Tibet besuchen will, der muss sich nach Zentral- und Südtibet begeben. Vor allem in und rund um Lhasa gibt es viel zu sehen. Der Potala-Palast ist mit Sicherheit für viele sehr interessant, denn hier residierte seit 1643 immer der jeweilige Dalai Lama unter den schönen Golddächern. Dieses Gebäude ist 120 Meter hoch, und es soll aus sage und schreibe 15.000 Säulen und 999 Hallen bestehen. Es beherbergt außerdem sagenhafte Schätze, und das in materieller und auch spiritueller Hinsicht. Heute ist der Palast für alle Besucher zugänglich, denn der heute noch amtierende 14. Dalai Lama musste im Jahre 1959 vor den Chinesen fliehen und lebt seitdem im Exil im nordindischen Dharamsala.

Das wichtigste Ziel für alle Pilger dagegen ist auf jeden Fall der pulsierende Jokhang-Tempel. Dieser wurde im 7. Jahrhundert erbaut und gilt als absolutes Nationalheiligtum. In Tibet gilt, dass jeder Tibeter mindestens einmal im Leben unter den vier prächtigen Kupferdächern gebetet haben sollte. Wer wirklich die Heiligkeit dieses Ortes erfassen möchte, der sollte sich auf jeden Fall früh einfinden, und zwar vor den ganzen Touristenströmen. Sehr spannend ist hier auch, dass trotz aller Religiosität rundherum ein ganz normaler geschäftlicher Alltag herrscht.

Gute sechzig Kilometer östlich von Lhasa befindet sich das 1600 Jahre alte Kloster Ganden. Dies ist eines der größten und auch wichtigsten Klöster des ganzen Landes. Ähnlich wie ein Amphitheater scheint es hier in 4300 Metern Höhe direkt aus einem Felsen zu wachsen. In den sechziger Jahren wurde hier zwar alles zerstört, aber viele Gebäude wurden mittlerweile auch wieder aufgebaut.

Weiterhin lohnt sich hier auch eine Tagestour zum nahen Nam Tso. Dieser salzhaltige „Himmelssee“ liegt inmitten eines paradiesischen Hochtals, er ist umgeben von einer schon fast unbeschreiblichen Stille. In seinem Wasser spiegeln sich die Eisriesen, die rundherum zu finden sind. Und das ist spätestens der Platz, an dem man sich wirklich so fühlt, als wenn man auf dem Dach der Welt angekommen ist.

Tags: , , , November 17th, 2015 Posted in Asien

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