Aruba – eine glückliche Karibikinsel

Endlose weiße Sandstrände, kristallklares Wasser und karibisches Flair gepaart mit europäischem Komfort. Eine glückliche Insel – Aruba.

Wie ein Astronaut beim Weltraumspaziergang fühle ich mich – statt Sternen und Planeten umgeben mich jedoch Hunderte bunter Fische. Ohne Sauerstoff-Flasche laufe ich langsam über den Meeresboden und kann doch ganz normal atmen. Nur nach vorne beugen darf ich meinen Kopf nicht, dann dringt Wasser in meinen Helm – gerade gehalten ist aber alles bestens. Sea Trek heißt das Vergnügen, das Besucher auf Aruba erleben können. Der schwere Helm, der wie die Kopfbedeckung eines Astronauten aussieht und über einen Schlauch mit der Oberfläche verbunden ist, versorgt uns sieben Meter unter Wasser mit Luft. Das Gewicht des Helmes hält uns unten, dass wir wie in Zeitlupe über eine Art Rundkurs unter Wasser marschieren können. Vorbei geht es an einem alten Flugzeug und einem bunten Buswrack, begleitet von Fischen, allerlei weiteren Meeresbewohnern und zwei Tauchern, die uns sichern und einzigartige Fotos schießen. Am Ende des Parcours führt eine Leiter wieder hinauf zur glitzernden Wasseroberfläche. Ein unvergessliches Erlebnis – besonders auch für Nicht-Taucher.

Nach dem Abenteuer lädt der schöne Strand der kleinen privaten Ausflugsinsel De Palm mit ihren vorgelagerten Lagunen zum Relaxen ein. Kühle Cocktails und Snacks machen das Beach-Feeling perfekt. Das kleine Strandparadies bietet zudem Schnorcheln, Snuba, Tauchen und einen traumhaften Sonnenuntergang, bevor uns eine kleine Bootsfähre zurück zur Hauptinsel bringt. Dort erwartet uns Guide Michael, um uns noch ein weiteres Tages-Highlight zu bescheren. Er bringt uns nach San Nicolas ganz im Süden Arubas, um uns die berühmteste Kneipe der Insel zu präsentieren, Charlie´s Bar. Schon beim Blick durch das Fenster weiß ich gar nicht, wohin ich zuerst schauen soll. Unzähliger Schnick-Schnack hängt überall von der Decke und tapeziert die Wände, Dinge aus der ganzen Welt, allesamt Andenken von Touristen. Gerne erzählt Besitzer Charles III. seinen Besucher bei einem Glas Rum-Punch, wie seine Großvater Charles I. einst die Bar gründete und so die ersten Touristen in den Süden der Insel lockte. Nach einem abschließenden Spaziergang über den beliebten Baby-Beach fahren wir zurück in unser Hotel nicht weit von Oranjestad.

Die Hauptstadt Arubas liegt ganz im Westen der Insel und bildet heute ihr Herz. Ob Geschäfte, Märkte, Museen, Hafen – alles hier zu finden. Guide Yvonne führt uns am folgenden Tag durch die netten kleinen Straßen der City mit den hübschen Gebäuden im Zuckerbäcker-Stil. Hier wird der niederländische Hintergrund der Insel offensichtlich. Obgleich nämlich 1499 von Spaniern entdeckt, gelangte Aruba 1636 in niederländische Hand und blieb in dieser bis auf eine kurze britische Übernahme um 1805. Seit 1986 ist die nur etwa 20 Kilometer nördlich von Venezuela liegende Karibikinsel ein autonomer Staat innerhalb des Niederländischen Königreiches. Besonders positiv für Besucher ist dabei der europäische Standard, der dadurch auch hier vorhanden ist. Sehr sauber und gepflegt kann man sogar das Leitungswasser bedenkenlos trinken. Unser erster Tour-Stopp liegt gleich hinter dem Busbahnhof – das Museo Numismatico. In dem weiß-gelben Kolonialhaus bestaunen wir die umfangreiche Münz- und Geldeinsammlung von Mario Odor, während uns seine Tochter Irena erzählt, wie ihr Vater 1955 zwei alte Münzen im Garten fand und somit seine Sammelleidenschaft entdeckte. Von eckigen über herzförmige, emaillierte und verglaste Exemplare, die Sammlung begeistert uns, besonders auch beim Anblick unserer guten alten Deutschen Mark.

Nach einem Abstecher in die Access-Kunstgalerie mit wechselnden Ausstellungen lokaler Künstler führt uns Yvonne zum Fort Zoutman, das das Historische Museum beherbergt. Im ältesten noch erhaltenen Bauwerk der Stadt genießen wir zunächst die leckere hausgemachte Honig-Zitronenlimonade und können dann bei einer Führung erleben, wie vor etwa 4000 Jahren erste Ureinwohner vom südamerikanischen Festland die Insel besiedelten. Als 1499 der Spanier Alonso de Ojeda als erster Europäer Aruba betrat, verschiffte er die Ureinwohner auf die Insel Hispaniola zur Minenarbeit. Sie kamen jedoch nach und nach zurück und ein bunter Mix diverser Kulturen entstand. 1824 brachte der Fund von Gold der Insel ersten Wohlstand, Reichtum erst die Entdeckung von Öl in den Zwanzigerjahren. Eine Raffinerie im Süden wird auch heute noch betrieben. Die Insel lebt aktuell aber hauptsächlich vom Tourismus. Nach so viel Geschichte erfreuen wir uns noch am ältesten intakten Briefkasten der Karibik. 1918 aus den Niederlanden importiert, steht das koloniale Schmuckstück bis heute neben dem Turm des Forts.

Unser nächster Tag steht ganz im Zeichen von Natur und Tieren. Auf der Butterfly Farm schwirren Hunderte kunterbunter Schmetterlinge um uns herum. Wir bestaunen, wie junge Tiere aus den Puppen schlüpfen, sich nach und nach ausbreiten und trocknen, um dann ins Leben zu starten. Die Falter saugen gerne das Salz von menschlicher Haut – wer ganz vorsichtig einen Finger an deren Beine hält, kann daher das Glück haben, dass einer darauf klettert und dann längere Zeit ganz zart über Hand und Arm krabbelt. Auch auf hochgesteckten Haaren fühlen sich die Schmetterlinge wohl, und so trage ich eine ganze Weile meinen bis heute außergewöhnlichsten Haarschmuck über die Farm. Anschließend besuchen wir Aruba Aloe. Hunderte Sukkulenten wachsen dort in Reihen auf den Feldern, bis sie geschnitten und insbesondere zu wertvoller Kosmetik verarbeitet werden. Schon 1840 hatte Gouverneur Reinier von Raders die Pflanze auf der Insel eingeführt und machte Aruba bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts zum weltweit größten Aloe-Exporteur. Die Produkte sind für ihre hohe Qualität bekannt und wir decken uns im Fabric-Shop bestens mit ihnen ein. Auch wer die Anlage mit kleinem Museum nicht besucht, kann die Produkte in einigen der großen Einkaufsmärkte der Insel erwerben.

Im offenen Jeep fahren wir anschließend in Arubas Nationalpark Arikok ein, als mein Herz bald höher zu schlagen beginnt. Auf der Wiese neben der Straße grasen wilde Esel, meine Lieblingstiere. Wirklich nah heran möchte uns das Oberhaupt der Herde aber nicht lassen, er schnaubt laut und stellt sich uns entgegen. Viele weitere Esel und Informationen rund um deren Population bietet die Esel-Aufzuchtstation Salba nos Buriconan. Dort kann man die Tiere inmitten einer malerischen Landschaft füttern, bei der Pflege helfen oder sogar einen Ritt wagen. Weiter geht es über die überraschend grüne und hügelige Landschaft voller außergewöhnlicher Pflanzen und hoher Kakteen, bis wir die schöne Kulisse der in Osten unberührten und eher rauen Küste erreichen. Vorbei am über einhundert Jahre alten Lehmziegelhaus Cas die Torto gelangen wir zur Fontein-Höhle. Aus der strahlend hellen Sonne kommend tauchen wir in das Schummerlicht der Tropfsteinhöhle mit ihren bizarren Formationen ein, und folgen entlang der Felsenmalerei der ersten Spuren menschlichen Lebens auf der Insel. Danach lädt das einzige Restaurant im Park, das Boca Prins, zu einem leckeren landestypischen Lunch ein.

Nach der schönen Pause fahren wir die Küste Richtung Norden entlang den Trümmern der einst berühmten Natural Bridge. Die ehemalige Felsformation, die vom Meer unterspült die Form einer Brücke annahm, war einst der beliebtesten Foto-Spot der Insel, insbesondere bei Hochzeitspaaren. Unfassbar war es somit, als sie am 2. September 2005 einstürzte – glücklicherweise zumindest ganz am frühen Morgen, als noch niemand dort war. Trotzdem zieht der Platz noch immer zahlreiche Touristen an. Weiter entlang der Küste passieren wir die Ayo Rock Formations, seltsam runde Felsblöcke, auf denen viele Tiere leben, die Ruinen der alten Goldminen Bushiribana und die kleine Kapelle Alto Vista, die einsam auf einer kleinen Anhöhe liegt von der sich ein bezaubernder Ausblick auf die Ostseeküste bietet. Unser Ziel zum Sonnenuntergang ist das California Lighthouse am nördlichsten Punkt Arubas. Im romantischen Anblick der über der Westküste untergehenden Sonne lassen unseren ereignisreichen Tag auf Aruba Revue passieren.

Die Katamaran-Tour am nächsten Morgen führt uns in die schönsten Buchten der Antillen-Insel und wir dürfen beim Schnorcheln noch einmal in die berauschende Unterwasserwelt mit ihren leuchtenden Fischen und Korallen eintauchen. Höhepunkt dabei ist der Stopp beim Wrack des deutschen Frachters Antilla, der 1941 vor Aruba sank. Zunächst lassen die beiden braungebrannten jungen Männer der Crew dicke Seile mit kleinen Bojen ins Wasser und stecken so den Bereich ab, in dem wir schnorcheln dürfen – das Warck liegt nämlich so weit draußen im Meer, dass die Strömung recht stark ist. Dann schnorcheln wir unter den Argusaugen von Kapitän Richard mit den beiden los und staunen. Besonders den hinteren Teil des noch immer sehr gut erhaltenen Wracks sieht man unglaublich klar. Von einer dicken Patina überzogen, schimmert es in unzähligen Gold- bis Bronzetönen und hinterlässt in der Komposition mit den vielen farbenfrohen Fischen einen unvergesslichen Eindruck.

In den Netzen des Katamarans liegend, genießen wir die letzten Stunden auf der Insel, die wirklich alles, was einen schönen Karibikurlaub ausmacht, vereint: Karibik-Flair mit fröhlich-freundlichen Menschen, bunten Festen und kilometerlangen Puderzucker-Stränden, Wassersportmöglichkeiten jeglicher Art, eine vielfältige Flora und Fauna, ein großes Kulturangebot, schöne Golfplätze, außergewöhnliche Restaurants, günstige Markenshops in denen zollfrei eingekauft werden kann, luxuriöse Spas und eine Vielzahl an Bars und Kneipen – Aruba ist einfach wirklich „one happy island“.

Tags: , November 18th, 2015 Posted in Urlaub

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