850 Jahre alt aber immernoch aktuell – die Heilkunde der Hildegard von Bingen

Vor 850 Jahren wusste Hildegard von Bingen bereits, wie Heilkräuter und Lebensmittel die Gesundheit erhalten. Derzeit erlebt die Äbtissin ein Comeback – in der Medizin und auf der Kinoleinwand. Die Gesichter sind ungeschminkt, die Locken unter Nonnentracht verborgen. In ungewöhnlichen Rollen sind Schauspielerinnen derzeit im Kino zu bewundern. Anlass ist die Filmbiographie der Hildegard von Bingen (1098 – 1179), einer Wegbereiterin der modernen Alternativmedizin.

Die Ordensfrau zählte nicht nur zu den größten Mystikerinnen des Mittelalters, die mit den Mächtigen Europas korrespondierte. Sie verfasste auch zahlreiche Schriften zu Gesundheit und Ernährung. In ihrem Werk „Physica“ beschrieb Hildegard von Bingen die Heilkräfte von Pflanzen, Mineralien, Tieren und Naturerscheinungen. Sie verband antike Überlieferungen mit Volksmedizin und eigenen Beobachtungen oder Visionen.

Die Basis für eine stabile Gesundheit sah die Äbtissin in einer maßvollen, ausgewogenen Ernährung. Ihre Favoriten bildeten Getreide, gedünstetes Gemüse, Obst und Kräuter. Besonders schätzte sie Dinkel, er galt ihr als „bestes Getreide, fettig und kraftvoll und leichter verträglich als alle anderen Körner“.

Tatsächlich bestätigte die Forschung viele Einsichten der Nonne. Dinkel enthält biologisch hochwertige Eiweiße, komplexe Kohlenhydrate und mehr als 40 Mineralien und Spurenelemente.

Auch die beiden Hildegard-Lieblinge Fenchel und Edelkastanie punkten mit inneren Werten. Im Gemüsefenchel steckt doppelt so viel Vitamin C wie in Orangen, und die leicht verdaulichen Maronen überzeugen mit Kalium, Eisen, Magnesium, allen B-Vitaminen und etlichen anderen Vitalstoffen.

Nicht immer ging es bei Hildegard sanft zu. Für die innere Reinigung empfahl sie auch Methoden wie Schröpfen oder Aderlass. So sollten „schlechte Säfte“ verbannt werden. Die Lehre von den Körpersäften entstand in der Antike und fand bis ins 19. Jahrhundert in der Medizin Anwendung. Ungewöhnlich mutet auch an, dass sie Erdbeeren und Pfirsiche als „Küchengifte“ schmähte.

Als Kirchenfrau betonte Hildegard von Bingen naturgemäß eine spirituelle Lebensweise. Hinter vielen Krankheiten vermutete sie ein gestörtes Verhältnis zu Gott, das Körper und Seele aus dem Lot bringe. Auch dieser Ansatz, der die Rolle der psychischen Gesundheit betont, ist aktuell. Der Forschungszweig lehrt auch, wie Gebete oder Atemübungen helfen, Körper und Seele gesund zu halten. Dieses ganzheitliche Prinzip hat die Nonne bereits vor 850 Jahren beschrieben – eine visionäre Leistung!

Tags: , , November 24th, 2015 Posted in Naturheilmittel

Leave a Reply

*

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Powered by WordPress | Blue Weed by Blog Oh! Blog | Entries (RSS) and Comments (RSS). | Impressum