Welche Voraussetzungen müssen für die Genehmigung von Kuren erfüllt sein?

Theoretisch ist es heute so, dass jeder gesetzlich Versicherte einen Anspruch auf eine Kur hat. Dennoch ist es so, dass viele diese beantragte Kur nicht bewilligt bekommen. Das kann daran liegen, dass einfach nicht die nötigen Bedingungen erfüllt wurden.

Eine Kur hat so gar nichts gemeinsam mit einem Wellness-Urlaub, auch wenn viele dies gerne denken. Ein medizinischer Hintergrund muss hier immer gegeben sein. Eine Kur ist dafür da, die Gesundheit zu stärken, und natürlich auch eine Genesung zu unterstützen. Zudem soll die Arbeitskraft erhalten oder auch wiederhergestellt werden.

Wenn Menschen nicht mehr in einem Arbeitsprozess sind, dann sind die solche Kuren dafür gedacht zu verhindern, dass diese Menschen in das Krankenhaus müssen. Zudem soll sie dafür sorgen, dass sie weiterhin mobil bleiben und auch nicht unter Schmerzen leiden müssen.

Der Begriff Kur an sich umfasst ganz verschiedene Krankheitsbehandlungen und auch Vorsorgemaßnahmen. Der Begriff selbst wird im Sozialgesetzbuch, dem SGB V, nicht mehr verwendet. Dort findet man eher den Begriff „medizinische Vorsorge- oder Rehabilitationsleistungen“. Dabei unterscheidet man noch in ambulante und stationäre Leistungen.

Wenn man sich einmal die Statistik des Bundesministeriums für Gesundheit anschaut, dann stehen hier rund 168.000 ambulante Leistungen in etwa 21.000 stationären Vorsorgeleistungen entgegen.

Bei einer ambulanten Kur kann der Patient selbst, natürlich in Einvernehmen mit dem Arzt und dem zuständigen Kostenträger, also der gesetzlichen Krankenversicherung, der Rentenversicherung oder auch der Beihilfestelle, den Ort und auch die Unterkunft frei wählen. Aussuchen kann sich der Patient auch den Termin für die Anreise, und auch den Arzt sowie die passende Einrichtung vor Ort ist frei wählbar. Die nötigen Anwendungen finden dann entweder direkt in der Unterkunft statt, oder auch in einem zentralen Kurmittelhaus. Die meisten Kurhotels sind heute bereits mit einer eigenen Kurabteilung im Hause ausgerüstet, um es den Patienten so einfach wie möglich zu machen.

In ganz Deutschland gibt es rund 350 Gemeinden und auch Gemeindeteile, die sich für eine medizinische Therapie anerkannterweise eignen, und zwar aufgrund der gesunden Luft, des gesunden Wassers oder auch des Bodens. Die Zusatzbezeichnungen bilden hier ein sehr breites Spektrum, vom „Heilbad“ über das „Seebad“ bis hin zum „Heilklimatischen Kurort“ gibt es fast alles. Dies alles umfasst Mineral-, Schroth-, Sole-, Peloid und Kneippkuren, und noch sehr viele mehr.

Eine solche ambulante Kur in einem solchen Ort hat für gewöhnlich eine Dauer von drei Wochen. Aus medizinischen Gründen kann sie aber auch verlängert werden. Zudem kann sie normalerweise frühestens nach drei Jahren wiederholt werden. Beim Kostenträger schlägt diese Kur im Durchschnitt mit rund 530 Euro für die ärztliche Versorgung und auch die Heilbehandlung zu Buche. Eine ambulante Kur ist eine sogenannte „wohnortfremde“ Maßnahme deren Grundidee es ist, dass der Patient auch wirklich einmal für eine längere Zeit aus seinem Alltag herauskommt. Dabei soll er seinen Lebensstil ändern. Hierfür nimmt der Patient in der Regel Urlaub, und er muss auch die Kosten tragen für die Anreise und die Abreise, und auch Unterkunft sowie Verpflegung müssen selbst gezahlt werden. Die Kassen versuchen so, auf die Eigenverantwortung der Patienten zu setzen. Aber dennoch gibt es von den Krankenkassen einen kleinen Anreiz, viele zahlen bis zu 13 Euro am Tag dazu, bei chronisch kranken Kleinkindern kann dies sogar bis zu 21 Euro am Tag gehen.

Bekommt man eine stationäre Vorsorgeleistung dann bedeutet das, dass man in einer zentralen Kureinrichtung wohnt, die von dem Kostenträger vorgeschlagen wird. Das sind meistens Kliniken und auch Sanatorien, mit denen von dem Kostenträger Sonderkonditionen ausgehandelt wurden. Hier kommen auf den Patienten nur die Selbstbeteiligung von zehn Euro am Tag zu, den Rest übernimmt der zuständige Träger. Wurde der Patient für die Dauer der Kur vom Arzt krankgeschrieben, dann muss der Arbeitgeber auch den Lohn fortzahlen, und zwar für die gesamte Zeit des stationären Aufenthalts.

Der Paragraph 23 SGB V besagt, dass jeder Versicherte den Anspruch auf diese Leistungen hat. Allerdings ist das nur der Fall, wenn die medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind. Teilweise ist es heute auch so, dass die Kassen ihre Mitglieder schon gar nicht mehr darüber informieren, dass es diese Kuren überhaupt noch gibt. Daher lohnt es sich immer, bei der zuständigen Geschäftsstelle einmal nachzufragen.

Für eine Genehmigung ist immer die Vorgeschichte sehr wichtig mit dem krankheitstypischen Verlauf. Hat ein Patient beispielsweise Rückenschmerzen sollte er auf jeden Fall schon einmal bei einem Orthopäden gewesen sein und auch Krankengymnastik verschrieben bekommen haben. Wenn man Beschwerden hat sollte man auf jeden Fall zum Arzt gehen, denn so kann man erreichen, dass man später auch einmal in den Genuss einer solchen medizinischen Vorsorgeleistung kommt.

Wenn der Arzt die Notwendigkeit einer Kur festgestellt hat, dann füllt er für gewöhnlich zusammen mit dem Patienten den nötigen Antrag aus, und dann reicht er ihn zusammen mit einer Begründung, die sehr umfassend sein sollte, bei der Rentenversicherung, der Krankenkasse oder auch bei der Beihilfestelle ein. Diese wird dann den Kurantrag durch den Medizinischen Dienst prüfen lassen, oder auch durch einen Vertragsarzt oder Amtsarzt, und dann wird sie den Kuraufenthalt genehmigen oder auch nicht.

In der letzten Zeit ist es leider so, dass sich die Ablehnungen häufen und es sieht so aus, als ob dies reine Spargründe sind. Diese Rechnung der Kostenträger scheint auch wirklich aufzugehen, denn rund zwei Drittel der betroffenen Patienten und auch der behandelnden Ärzte reichen hier keinen Widerspruch ein. Dabei sollte man auf jeden Fall einen Widerspruch einreichen, denn in sehr vielen Fällen wird die Kur im zweiten Anlauf auch genehmigt. Wer hier etwas Hilfe braucht kann sich bei den verschiedenen Heilbäderverbänden erkundigen, die es in jedem Bundesland zu finden gibt. Hier wird den Patienten sehr gerne geholfen, die benötigte Kur zu erhalten.

Tags: , , , Oktober 18th, 2015 Posted in Kurreisen

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