Lebenslang gesund trotz Diabetes

Mehr als zehn Millionen Deutsche sind zuckerkrank, viele wissen es nicht einmal.

War das wieder ein anstrengender Tag … Wer hat da schon Lust, noch lange in der Küche zu stehen? Ein schneller Snack tut´s doch auch. Und dann: Fernseher an und Füße hochlegen. Der Spaziergang? Ach, morgen ist auch noch ein Tag. Ganz ehrlich: So sieht der Abend bei vielen von uns aus. Schön entspannt – aber gefährlich. Denn zu wenig Bewegung und zu viel ungesundes Essen sind Hauptursachen für Diabetes, eine unserer größten Volkskrankheiten.

Mehr als acht Millionen Deutsche sind laut offiziellen Zahlen zuckerkrank, die Folgen können dramatisch sein. Weil Diabetes aber so schleichend voranschreitet, ist die Zahl der Betroffenen in Wahrheit viel größer. Schon jetzt geben die deutschen Krankenkassen fast 15 Milliarden Euro pro Jahr für die Behandlung von Diabetikern aus – wenn das so weitergeht, bedroht die Krankheit nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch unser Gesundheitssystem.

Doch Diabetes ist kein Schicksal. Wir können das Leiden lindern, es oft sogar aufhalten. Wer seinen Lebensstil frühzeitig ändert, auf seine Ernährung achtet, sich in Bewegung hält, hat gute Chancen im Kampf gegen die Krankheit. Besonders wichtig ist, das eigene Diabetes-Risiko zu kennen und es einschätzen lernen. Nur so kann man gezielt vorbeugen und lebenslang gesund bleiben.

Was ist Diabetes? Unsere Bauchspeicheldrüse produziert ein Hormon namens Insulin, das dafür zuständig ist, die Zellen des Körpers mit Energie zu versorgen – mit Zucker. Bei Diabetikern des Typ 1 wird kein Insulin mehr produziert, bei Erkrankten des Typs 2 zu wenig davon. In beiden Fällen bleibt der Zucker im Blut und verschließt im schlimmsten Fall Gefäße und Arterien. Deshalb ist es für Diabetiker so wichtig, sich Insulin zuzuführen, um den Blutzuckerspiegel im Zaum zu halten.

Warum ist die Zuckerkrankheit so tückisch? Weil sie heimlich entsteht. Man hat keine Schmerzen, die typischen Symptome werden leicht übersehen. Übermäßiges Schwitzen, Verdauungsbeschwerden, Leistungseinbußen, starker Durst, häufiger Harndrang oder schlechte Wundheilung können ja auch andere Ursachen haben.

Wer gehört zu den Diabetes-Risikogruppen? Gefährdet sind laut Experten vor allem Menschen über 45 Jahren mit einem Body-Mass-Index über 25, einem Blutdruck über 140/90 mmHg, mit Fettstoffwechselstörungen, mit koronaren Herzerkrankungen oder Durchblutungsstörungen des Gehirns. Aber Diabetes ist bis zu einem gewissen Grad auch erblich, außerdem erhöht ein Schwangerschaftsdiabetes bei Frauen die Gefahr, dass sie später eine „richtigen“ Diabetes ausbilden.

Wie beugt man vor? Die gute Nachricht: Durch eine Umstellung des Lebensstils kann der Blutzuckerspiegel bei Diabetes Typ 2 wieder völlig normalisiert werden – besser als mit jedem Medikament. Vor allem durch Abspecken kann man Diabetes Typ 2 viel entgegensetzen. Tatsächlich sind vier von fünf Zuckerpatienten übergewichtig! Besonders der Rettungsring am Bauch erhöht das Risiko, der Taillenumfang sollte deshalb laut Weltgesundheitsorganisation bei Frauen nicht über 88 und bei Männern nicht über 102 Zentimetern liegen.

Wie sollte die Ernährung umgestellt werden? Die wichtigsten Grundsätze sind mehr Eiweiß und gesunde Fette aus Fisch, Nüssen und Pflanzenölen. Kohlenhydrate müssen nicht völlig vom Speiseplan verschwinden, aber man sollte ihren Anteil an der Ernährung reduzieren und auf Lebensmittel umsteigen, die den Blutzuckerspiegel langsam ansteigen lassen. Also mehr Gemüse statt Pommes. Angenehmer Nebeneffekt: Auf diese Weise gelingt es, täglich fünf Portionen Obst und Gemüse zu essen, wie es Ernährungsexperten empfehlen. Dabei sollte man darauf achten, ausreichend Mineralstoffe aufzunehmen. Magnesiummangel fördert nämlich nicht nur Diabetes, sondern auch Folgeschäden an Herz und Blutgefäßen.

Wie viel Bewegung ist nötig? Weniger, als viele glauben. Wer täglich nur etwas mehr als eine halbe Stunde Fahrrad fährt oder zu Fuß geht, verringert das Erkrankungsrisiko bereits um 36 Prozent. Aber nur 13 Prozent der Deutschen sind mindestens viermal pro Woche eine halbe Stunde körperlich aktiv.

Kann man trotz Diabetes ein unbeschwertes Leben führen? Mit konsequenter Lebensführung kann der Blutzuckerspiegel so gut kontrolliert werden, dass Diabetiker ein völlig beschwerdefreies und langes Leben führen. Und selbst kleine Sünden wie ein Stückchen Schokolade zwischendurch oder ein Glas Wein am Abend sind dann wieder möglich.

Tags: , , , Oktober 14th, 2015 Posted in Gesundheit

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