Johanniskraut für die Gesundheit des Menschen

Im Sommer streben wir nach Wärme, Sonnenschein und Natur um aufzutanken, um Kraft für den Alltag und den kommenden Winter zu gewinnen. Vielleicht hatten wir mit den „Hundstagen“ im August angenommen, dies sei die heißeste Zeit, der Höhepunkt des Lichtes war aber schon vor einer Weile. Am 21. Juni stand die Sonne fast 16 ½ Stunden über dem Horizont, und mancherorts wurde die kürzeste Nacht des Jahres noch von Johannisfeuern und von Glüh- oder Johanniswürmchen erhellt. Tagsüber begannen sich zu dieser Zeit die strahlenden Blütensterne des Krautes zu entfalten, das nach Johannes dem Täufer benannt ist, dessen Gedenktag drei Tage nach der Sonnenwende liegt.

Wenn man die Dolden, in denen die fünfblättrigen, leuchtend gelben Johanniskrautblüten stehen, über ihrem unscheinbaren Spross schweben sieht und die dichten Bündel der Staubblätter bemerkt, die aus den Blüten herauszusprühen scheinen, hat man den Eindruck kleiner „irdischer Sonnen“ oder einer Antwort der Erde auf die Fülle der Sonnenkraft dieser Zeit. Die Tatsache, dass Weidetiere mit hellem Fell Sonnenbrand bekommen können, wenn sie zu viel Johanniskraut fressen, zeigt, dass diese Pflanze die Wirkung der Sonne verstärkt.

Schon uralte Schriften berichten von ihr als geschätzte Heilpflanze.

Untersuchungen an inzwischen Tausenden von Kranken haben die Praxiserfahrung bestätigt, dass Zubereitungen aus dem Johanniskraut tatsächlich bei leichten und mittelschweren Depressionen ebenso gut hilft wie übliche chemische Antidepressiva. In Laborversuchen zeigte sich, dass Johanniskrautextrakte Wirkungen auf den Stoffwechsel von Nervenzellen haben, genau wie synthetische Antidepressiva.

Während man heute bei der Suche nach neuen Arzneisubstanzen eine Unzahl neuer Verbindungen herstellt und ausprobiert, ob sie – zunächst im Laborversuch – nützliche Wirkungen haben, war es beim Johanniskraut umgekehrt. Die Wirkung wurde durch geistige Annäherung an die Pflanze erkannt und genutzt, und zuletzt wurde sie im Laborversuch bestätigt.

Heute ist Johanniskraut in der allgemeinen Medizin so gut etabliert wie kaum eine andere Heilpflanze. Sie ist sehr nebenwirkungsarm, dennoch wurden vor einigen Monaten zur Depressionsbehandlung bestimmte, konzentrierte Zubereitungen aus der Pflanze der Rezeptpflicht unterstellt. Das ist gut so, weil nicht nur in den Nerven der Stoffwechsel durch das Johanniskraut angeregt wird. Auch in der Leber werden Stoffwechselvorgänge aktiviert. Das ist gut, weil bei Depressionen auch unterhalb des Zwerchfells Stoffwechselhemmungen bestehen, es können dadurch aber auch manche Medikamente schneller abgebaut und ausgeschieden werden. Manche Medikamente wirken dann unzureichend. Eine sachkundige Überwachung der Behandlung ist daher unumgänglich.

Auch gegen andere Krankheiten wird das Kraut empfohlen. Durch Forschungen hat man auch viele positive Wirkungen auf die Haut erkannt und eine starke Wirkung gegen die meisten Erreger von Wundinfektionen. Viele solcher Bakterien werden auch durch Einwirkung von Sonnenlicht abgetötet. Der Erntezeitpunkt und die besonderen Herstellungsvorgänge bei Sonnenaufgang oder -untergang werden aufgrund sorgsamer Beobachtungen in der Zubereitung anthroposophischer Heilmittel aus dem Johanniskraut gepflegt.

Tags: , , , Oktober 30th, 2015 Posted in Gesundheit

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