Die Thermotherapie – nicht nur gut einsetzbar gegen Erkrankungen

Die Thermotherapie ist eines der ganz alten Heilverfahren. Sie kommt bei verschiedenen Erkrankungen aber auch für die Wellness zum Einsatz, vor allem wird sie aber bei Schmerzen eingesetzt.

Thermotherapie kann die Behandlung mit Wärme und auch mit Kälte sein. Die Thermotherapie umfasst damit alle Heilverfahren, die mit Temperaturreizen arbeiten. Eines der bekanntesten Verfahren ist die Kneipp-Therapie, die von Pfarrer Kneipp (1821- 1897) bekannt gemacht wurde. Kneipp war Theologe. Er erkrankte an Tuberkulose und probierte ein damals schon propagiertes kurzes Bad in kaltem Wasser aus. Nachdem er sich von seiner Krankheit erholt hatte, weitete er seine Behandlungsmethode mit großem Erfolg aus.

Kneipp behandelte vor allem Menschen, die einen Arzt nicht hätten bezahlen können oder die von Ärzten aufgegeben worden waren. Trotz seiner Erfolge wurde er mehrfach verklagt und verurteilt und dazu verpflichtet, nicht mehr zu behandeln. Erst während einer großen Epidemie setzte sich Kneipp erneut über das Therapieverbot hinweg und rettete vielen Menschen mit seinen Erkenntnissen das Leben.

Kneipp hatte die Unterstützung der Kirche, während die meisten Ärzte sein Leben lang gegen seine Methoden wetterten. Erst im hohen Alter wandten sich ihm die ersten Ärzte zu, um mehr über seine Behandlungen zu erfahren. Heute wird über den Sinn der Kneipp-Therapie nicht mehr diskutiert. Viele Menschen behandeln ihre Symptome erfolgreich mit warmen und kalten Güssen.

Heute gibt es noch viel mehr Verfahren aus dem Bereich der Thermotherapie. Nicht jede dieser Behandlungsmethoden wird mit Wasser kombiniert. Wie auch schon Kneipp festgestellt hat, sprechen zwar alle Menschen auf die Behandlung mit Temperaturreizen an, jedoch nicht jeder auf Wasser. Aus diesem Grund wird zum Beispiel auch mit Heißluft gearbeitet.

Kurhäuser arbeiten auch mit kräftig ausgewrungenen heißen Tüchern, die in Sole getränkt wurden. Fango und Moorbäder sind weitere Möglichkeiten der Wärmetherapie. Die meisten Menschen wünschen sich eine Wärmebehandlung. Es gibt jedoch Erkrankungen, die auf Kälte besser reagieren, was sich manchmal erst nach der Behandlung zeigt.

Bei der Kältetherapie wird zum Beispiel mit Eis gearbeitet. Tücher werden mit Eis gefüllt und kurz auf die erkrankten Stellen gehalten. Die Behandlung ist für die Durchführung von Laien nicht geeignet, denn die Haut kann Schaden nehmen, wenn sie zu sehr auskühlt.

In der Sportmedizin wird heute viel mit Vereisungssprays gearbeitet, die auch aus dem Bereich der Thermotherapie stammen. Zur Kältetherapie gehört auch das Eisbad nach der Sauna. Menschen, die unter Kreislaufproblemen leiden, sollten solche Bäder allerdings meiden und sich stattdessen von den Füßen aufwärts kalt oder lauwarm abduschen. Kaltes Wasser kann eine sehr gute Wirkung auf verkrampfte Muskeln haben. Durch die plötzliche Kälte ziehen sich die Muskeln zwar zuerst noch mehr zusammen, anschließend nimmt jedoch die Durchblutung zu. Während der Kältebehandlung sind die schmerzenden Stellen betäubt. Welche Behandlung im Einzelfall die die beste ist, müssen jedoch immer Fachleute entscheiden. Das gilt besonders für Erkrankungen, die in Schüben verlaufen, wie Rheuma.

Auch wenn die Patienten symptomfrei sind, kann durch die falsche Therapiewahl ein neuer Schub ausgelöst werden. Bei fachlicher Betreuung besteht diese Gefahr allerdings nicht. Die Thermotherapie wird in modernen Kurhäusern auch erfolgreich gegen psychische Symptome, Erschöpfung und Schlafstörungen eingesetzt. Einige Behandlungen sollten lebenslang fortgesetzt werden.

Tags: , , , Oktober 6th, 2015 Posted in Kuranwendungen

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