Toulouse – eine Stadt mit rosaroter Aussicht

Die südlich gelegene Stadt Toulouse präsentiert sich seinen Besuchern mit italienischen Fassaden und starken spanischem Akzent. Die französische Stadt liegt am Fluss der Garonne und ist die Hauptstadt der Midi-Pyrénées. Vor mehr als 2000 Jahren wurde Toulouse durch ein keltisches Volk gegründet. Nachdem die Römer die Stadt ab dem ersten Jahrhundert vor Christus besetzten, gaben sie ihr den Namen Tolosa.

Das Christentum hielt im dritten Jahrhundert unter dem gemarterten Bischof Saturin Einzug.

Auch im weiteren Verlauf der vergangen Jahrhunderte ist die Geschichte von Toulouse ausschweifend und spannend. Noch heute finden sich überall in der Stadt die Spuren dieser bewegenden Vergangenheit. Am bekanntesten ist wohl der Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Auf dem Weg über Arles oder Via Tolosana ist Toulouse eine wichtige Etappe. Viele Gläubige und Pilger versammeln sich um die reichen Reliquien der Basilika St. Sernin und der Schwarzen Jungfrau der Eglise de la Daurade. Bereits im 11. und 12. Jahrhundert war Toulouse eine wichtige Station für Pilger. Dieser ständige Menschenstrom trug maßgeblich zur Weiterentwicklung der Stadt bei.

Die Basilika Saint-Sernin, welches den Reliquienschatz beherbergt und das im Jahr 1197 erbaute Hotel Dieu, in dem die Pilger Unterkunft fanden und bei Bedarf gepflegt wurden, wurden in das UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen und verdeutlichen so die Wertigkeit in der damaligen Zeit.

Weitere wichtige Zeitzeugen der Vergangenheit von Toulouse sind die gotische Cathédrale Saint Etienne, der Canal du Midi, die romanische Basilika St.-Sernin de Toulouse, das alte gotische Dominikanerkloster Les Jacobins, das Kapitol mit seinem Turm oder die verschiedenen Museen mit ihren unterschiedlichen Ausstellungsschwerpunkten. Mit dem Touristen-Bummelzug kann man viele Sehenswürdigkeit bequem entdecken und ganz nebenbei werden die wichtigsten Eckdaten während dieser Fahrt erläutert.

Heute gehört Toulouse zu den schönsten Kunststädten in Frankreich. Ihren Beinamen „Toulouse ville rose“, also die rosarote Stadt, verdankt sie den unzähligen Ziegelsteingebäuden, die in der ganzen Stadt zu finden sind. Die verschiedenen Farbtöne aus verblichenem Rosa, Orange und Rot verleihen Toulouse einen auf den ersten Blick ungewöhnliches Erscheinungsbild. Die alten Häuser der Adligen und Reichen können heute noch besichtigt werden. Sie dokumentieren das Leben der vergangenen Zeiten.

Für die Toulouser selbst ist der große Platz vor dem Rathaus im Herzen der Stadt ein beliebter Treffpunkt. Wer sich gern mal unter die Franzosen mischen möchte, ist hier genau richtig. In der antiken Straße Rue St-Rome befindet sich heute eine Fußgängerzone mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten. Besonderes Symbol der Stadt ist das Veilchen von Toulouse. Im 19. Jahrhundert, nach den napoleonischen Kriegen wurde diese Pflanze von französischen Soldaten mitgebracht. Diese Blume brachte schnell Wohlstand und Reichtum unter den Gärtnern, Blumenhändlern, Süßwarenherstellern und Parfümeure. Angeregt von dem zarten Duft entstand das erste Veilchenparfum und später auch Veilchenlikör. Jedes Jahr im Februar werden traditionell die Tage der Veilchen gefeiert. Inzwischen gibt es in Toulouse über 80 Arten der Pflanze. Sie kommen zum großen Teil aus Japan und China. In Toulouse befindet sich eine der ältesten Universitäten. Auch in der heutigen Zeit ist Toulouse eine der wichtigsten und größten Universitätsstädte in Frankreich.

 

Tags: , , , September 5th, 2015 Posted in Frankreich

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