Ist Kosmetik auch Männersache? – Das Pflegeverständnis der Männer

Ist cremen unmännlich? Braucht der Mann mehr als Wasser und Seife? Beim Thema Pflege ticken echte Kerle anders.

Frauen könnten fast neidisch werden auf die Vorzüge der Männerhaut. Fester und straffer ist sie, weil sie besser Wasser bindet und mehr Zellschichten enthält. Zudem bekommen Männer später Falten und kennen keine Cellulite – die Kollagenfasern ihres Bindegewebes liegen über kreuz und nicht nebeneinander, da reißt nichts ein.

Auch mit Umweltbelastungen wie Heizungsluft oder kaltem Wind kommt Männerhaut viel besser klar. Aber sie ist ja auch mindestens 15 Prozent dicker als die äußere Hülle einer Frau. Deshalb ist Männerhaut robuster, aber auch gröber und nicht so zart und weich wie Frauenhaut. Meist besitzen Männer außerdem größere Talgdrüsen, die Poren sind oft groß und sichtbar, die Haut ist tendenziell fettig.

Ein Grund, warum Jungen stärker zu Akne neigen als Mädchen. Dafür haben sie Glück bei der Hautalterung. Sie verläuft bei den Herren eher gemächlich und nicht so abrupt wie bei den Damen. Doch ab 50 Jahren bauen auch Männer verstärkt Kollagen ab, und es bilden sich zum Beispiel tiefe Mimikfalten.

Dagegen will der moderne Mann aktiv werden. 66 Prozent der deutschen Männer benutzen eine Gesichtscreme. Im Folgenden werden fünf Pflegetypen begutachtet und recherchiert, was ihnen gut tut und was zu ihnen passt.

Der Naturbursche lässt an seine Haut nur Wasser und seine Frau. Alles andere hält er für überflüssigen Schnickschnack – und Kosmetik für einen Bereich der Weltraumforschung. Kommt er doch einmal mit einem Pflegeprodukt in Berührung, zum Beispiel Sonnencreme, dann nur unter Protest und mit angewidertem Gesicht. Seine problemlose, robuste Männerhaut gibt ihm auch noch recht. Der Naturbursche kennt keine Pickel, hat nie davon gehört, dass Haut trocken sein kann, und seine Falten sehen oft sogar sexy aus.

Vor Sonnenbrand schützen auch schweißbeständige Fluids, die nicht fetten. Für die tägliche Pflege lässt sich der Naturbursche vielleicht von natürlichen Inhaltsstoffen überzeugen, wie zum Beispiel mit Olivenöl, Zitrusfrüchte, Meeresmineralien oder Heilpflanzen wie Salbei oder Rosmarin.

Der nächste Pflegetyp ist eher der Experimentierfreudige. Vielleicht noch ein seltenes Exemplar, aber nicht mehr lange. Denn schneller als seine Geschlechtsgenossen hat der Experimentierfreudige verstanden, dass man für schöne Haut etwas tun muss. Hautpflege sieht er in erster Linie als ein Problem, das mit klarem, männlichem Verstand gelöst werden muss – ähnlich würde auch die Waschmaschine reparieren oder Reifen wechseln. Und so, wie er gerne einen neuen Bohrer testet, probiert er auch Peeling oder ein Wirkstoffserum aus. Wenn es um das bestmögliche Ergebnis geht, ziert er sich nicht und ist ganz Pionier. Der Experimentierfreudige mag am liebsten leichte Texturen, die schnell einziehen und nicht stark riechen. Auch über ein Geschenk wie zum Beispiel Creme ohne Duftstoffe würde er sich freuen.

Zu dem Gigolo-Typen gehört der Mann, der der Schönste sein will und ein wahres Kosmetik-Arsenal besitzt. Selbstverständlich rasiert er sich die Brust, benutzt einen Abdeckstift für seine Augenringe und hat auch schon mal über ein Gesichtslifting nachgedacht. Die Kosmetikerin sieht er manchmal öfter als seine Freundin, im Bad braucht er länger als beide zusammen. Ein echter Groomer (Pfleger) eben. Welche Nachtcreme, welche Maske? Der Gigolo kennt sich im Kosmetik-Dschungel richtig aus.

Der Purist ist beständig und zuverlässig. Was da in seinem Badezimmer steht, ist überschaubar und wahrscheinlich aus der gleichen Pflegeserie – die benutzt er seit Jahren. Er flirtet weder mit neuen Duftwässerchen, noch wird er seinem Aftershave untreu. Doch wenn die Lieblings-Pflegeserie eine Puristen vom Markt verschwindet, ist er verloren. Dann könnte ihn medizinische Kosmetik aus der Apotheke überzeugen, zum Beispiel mit Vitaminen und Mineralien oder natürlichen Phytosterolen.

Schließlich gibt es noch den Trittbrettfahrer-Typen. Er geht davon aus, dass die Frau, die ihn liebt, alles mit ihm teilt. Auch ihr sündhaft teures Duschgel. Sie benutzt es in homöopathischen Dosen, er leert die Tube in einem Waschgang und schüttelt verständnislos den Kopf, wenn sie deswegen sauer wird. Ist doch nur Duschgel, sagt er sich und greift ungeniert zur Kaviar-Body-Lotion… Ein Tipp für die, die ein Leben mit Trittbrettfahrern teilen: Dem Trittbrettfahrer klar machen, dass man gern das Leben mit ihm teilen möchte, aber nicht die Pflegeprodukte. Er kann auch mit einem Dusch-Shampoo beglückt werden. Das ist nicht nur unkompliziert, sondern er kann davon so viel nehmen, wie er will.

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