Die Camargue – die Heimat der weißen Wildpferde

Nördlich von Arles teilt sich die Rhône. Das Gebiet zwischen den Mündungsarmen ist die Grande Camargue. Dieses Gebiet ist vor allem als Landschafts- und Naturschutzgebiet bekannt und gehört zu den bedeutendsten Feuchtgebieten in Europa. Die Landschaft wird durch zahlreiche flache Seen und Sümpfe geprägt.

Der größte dieser Seen ist der Etang de Vaccarés.

In dieser wasserreichen Naturlandschaft in Frankreich leben über 300 verschiedene Arten Wasser- und Zugvögel, wie zum Beispiel der große Flamingo, Lachseeschwalben, Tafelenten oder Dünnschnabelmöwen. Damit gehört dieses Gebiet zu den wichtigsten Vogelschutzgebieten in Europa. Das Ökosystem der Camargue ist sehr unterschiedlich, denn das gesamte Gebiet wird von Uferwäldern, Dünen, Küstenlandschaft, Salzsteppen, Brackwasserseen, den Sümpfen und kleineren Tümpeln umfasst.

Vom fast 100 Kilometer langen Sandstrand aus erstrecken sich die Dünen viele Kilometer landeinwärts. Diese sind mit Pinienbäumen, verschiedenen mediterranem Strauchwerk und der typischen Dünenvegetation bewachsen.

Die höher gelegene Salzsteppe ist um ein vielfaches trockener als das umliegende Land. In dieser Salzsteppe werden die berühmten weißen Wildpferde und die Camargue-Stiere gezüchtet. Die legendären weißen Wildpferde wurden erstmalig im Jahre 1974 ausgesetzt. Bereits nach wenigen Jahren hatten sie sich erfolgreich in der Natur vermehrt und sind seither ein wichtiger Bestandteil der Camargue. Genau genommen handelt es sich bei den weißen Wildpferden nicht um Wildpferde. Diese Pferde leben zwar das ganze Jahr in der freien Natur, haben aber dennoch einen festen Besitzer. Dieser hat die Tiere mit Brandzeichen markiert. Sehr beliebt bei den Touristen sind Reitausflüge auf dem Rücken der Weißen Pferde durch die atemberaubende Schönheit der Natur. Wenn die Fohlen in der Zeit von April bis Juli auf die Welt kommen ist ihr Fell dunkel gefärbt. Erst in einem Alter von 5 bis 7 Jahren bekommt das Fell seine typische helle Färbung.

Auch die Camargue-Stiere sind weit bekannt. Im Naturpark befinden sich einige Stierkampfarenen, wo die Touristen Showkämpfe sehen können. Bei diesen Stierkämpfen werden die Tiere nicht getötet und kommen auch nicht zu Schaden. Anders ist das bei den Stieren, die extra für die spanischen Corridas gezüchtet werden. Vorsicht! Die Stiere sind leicht reizbar. Deshalb sollte man nicht versuchen, den Tieren zu nahe zu kommen.

Die Camargue ist zu jeder Jahreszeit ein beliebtes Reiseziel. Im Frühjahr, wenn die Natur aus dem Winterschlaf erwacht, zeigt sie sich in den verschiedensten Farben und Facetten. In der Luft liegt ein lieblicher Duft von den frischen Blüten der erblühenden Pflanzen. Im Sommer hat sich die volle Schönheit und Pracht entfaltet. Nicht nur die Pflanzen, sondern auch viele Tiere kann man beobachten. Schilfrohr ist in fast allen Süßwasserseen zu finden und dominiert das Landschaftsbild. Es bietet nicht nur idealen Lebensraum, Nistplatz und Versteck für viele Tiere, sondern es dient auch als Futterpflanze für die Pferde und die Rinder.

Die überall zu findenden traditionell weiß gekalkten Häuser der Gardians werden mit dem Schilf gedeckt. Auch der Herbst und der Winter haben ihren Reiz. Die unverblümte Natur zeigt sich karg und kalt.

Tags: , , , September 2nd, 2015 Posted in Frankreich

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