Aberdeen – eine Stadt aus Granit

Aberdeen gehört zu den ältesten Städten Schottlands und liegt ganz im Nordosten der Insel an der Mündung der Flüsse Don und Dee, denen der Ort seinen Namen verdankt. Bereits seit mindestens 8000 Jahren siedeln Menschen im heutigen Stadtgebiet, was interessante archäologische Fundstücke und -stätten beweisen.

Groß geworden mit der industriellen Revolution und der Ansiedlung von Papiermühlen und Textilfabriken mauserte sich die ehemalige Fischerstadt zur heute drittgrößten Metropole Schottlands und beherbergt rund 217.000 Einwohner.

Der Hafen vonAberdeenist dank der hervorragenden Anbindung an die Binnenstraßen seit drei Jahrhunderten einer der wichtigsten Umschlagplätze des Landes und sorgte seit den 1960er Jahren für weiteren wirtschaftlichen Aufschwung, als die der Küste vorgelagerten Ölfelder erschlossen wurden. Das faszinierendste Merkmal der Stadt ist aber wohl der Granit, aus dem die historischen Gebäude errichtet wurden. Dieser wurde bis in die Neuzeit hinein aus den umliegenden Steinbrüchen gewonnen und enthält einen hohen Anteil Glimmer, welcher bei Sonneneinstrahlung die Mauern funkeln und glitzern lässt und für Aberdeen schnell den Namen „Silver City“ einbürgerte. Aber auch als „Flower City“ hat sich die Metropole verdient gemacht, da die Stadtplaner weitläufige botanische Flächen einrichteten, pflegen und häufig schon landesweite Wettbewerbe gewinnen konnten.

Wer als Tourist dem gemächlichen Schlendern durch Parks und Blumenmeere weniger abgewinnen kann, der kann sich entweder im mittelalterlichen Stadtkern “Old Aberdeen“ in den Trubel des studentischen Lebens begeben – etwa 10% der Bevölkerung von Aberdeen sind Studenten an einer der beiden Universitäten – oder die unzähligen historischen Sehenswürdigkeiten besichtigen. In der Mitte des 12. Jahrhunderts wurde zum Beispiel die „St- Machar´s Cathedral“ errichtet, die, wie bei vielen Kathedralen üblich, bis ins 16. Jahrhundert hinein immer wieder baulich verändert und erweitert wurde.

Eine Stadt zwischen zwei Flüssen kann natürlich auch mit wunderschönen Brückenbauten aufwarten. So gibt es zum einen die „Brig O´Dee“ im Süden der Stadt, erbaut in den Jahren 1520 bis 1527, mit sieben steinernen Bögen ein nicht nur für die damalige Zeit herausragender Bau, zum anderen erhebt sich im Norden der Stadt die „Brig O´Balgownie“ bereits seit dem Jahr 1320. Schon in der frühen Stadtanlage geplant und bis in die heutige Zeit beibehalten und ausgebaut sind die Hauptstraßen George Street, King Street und Union Street, die von entsprechend faszinierenden Bauwerken gesäumt sind.

Die Castle Street im Herzen der Metropole gehört ebenfalls zu den Touristenmagneten, nicht nur weil man hier heute die meisten Boutiquen und Lädchen findet, sondern auch weil zum Beispiel das Mercat Cross sich hier findet, das das mittelalterliche Marktrecht des Ortes symbolisiert.

Auch das wirtschaftliche Herz der Stadt, der Hafen, ist durchaus eine Besichtigung wert. In bestimmten Bereichen bewusst nach pittoreskem, frühem Vorbild wiederaufgebaut ist es auch sehr spannend, die höchst moderne Maschinerie im Alltag zu erleben und den riesigen Schiffen beim Ein- und Auslaufen zuzusehen. Den beruhigenden Ausgleich zur Hektik und Betriebsamkeit im Hafen bieten dann die wunderschönen und auffallend weitläufigen Parkanlagen, zum Beispiel der Duthie Park und der Hazlehead Park, in dem Freunde des Golfsports gleich zwischen drei Plätzen wählen können, ein Reitclub angesiedelt ist und der außerdem natürlich noch botanisch fasziniert.

 

Tags: , , , , Juli 29th, 2015 Posted in Großbritannien

Leave a Reply

*

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Powered by WordPress | Blue Weed by Blog Oh! Blog | Entries (RSS) and Comments (RSS). | Impressum