Bei Pollenalarm braucht auch die Haut Hilfe

In der Heuschnupfenzeit trieft nicht nur die Nase und jucken nicht nur die Augen, auch die Haut leidet. Bei Neurodermitikern kann es vorkommen, dass sie einen Schub erleiden.

Im Moment ist es ja wieder so, dass viele unter den typischen Symptomen des Heuschnupfens leiden wie triefende oder völlig verstopfte Nasen oder auch das unangenehme Rachenkitzeln.

Da sich das Wetter verändert hat ist es heute nicht mehr nur der Frühling, wo die Pollen fliegen, auch schon vorher oder später zum Sommer hin können viele Pollen unterwegs sein.

Diese Symptome sind sehr vielen geläufig, aber die wenigsten wissen, dass auch die Haut eine sehr wichtige Eintrittspforte ist für Pollen, und dementsprechend kann auch sie sehr empfindlich reagieren.

Da ist es dann wirklich nicht mehr verwunderlich, dass viele Neurodermitiker gerade in der Pollenzeit sehr oft häufige und auch schlimme Schübe haben. Selbst wenn sie eigentlich gar nicht unter Heuschnupfen leiden kann es sein, dass die Pollen als sogenannte „Trigger“ einen Schub auslösen können. Der Grund ist, dass auch die Neurodermitis, genauso wie der Heuschnupfen, zum „atopischen Formenkreis“ gehören. Bei den sogenannten Atopikern reagiert das Immunsystem überschießend auf Stoffe, die an sich völlig ungefährlich sind. Dies können beispielsweise Tierhaare sein, oder auch ganz bestimmte Lebensmittel oder auch Hausstaubmilben. Auch Zusätze in Kosmetika oder Blütenpollen gehören dazu. Es reichen schon kleinste Hautrisse, damit die Pollen in den Körper eindringen können. Daher gilt es in einem solchen Fall, die Haut, die unsere wichtigste Schutzbarriere darstellt, gegen alle Angriffe von außen zu schützen. Das gilt nicht nur bei Neurodermitis, aber ganz besonders dann, wenn man unter dieser Erkrankung leidet.

Wichtig ist hier eine Basispflege. So absurd es eigentlich auch klingen mag, aber der Kontakt mit Wasser sorgt dafür, dass die Haut ausgetrocknet wird. Daher ist es wichtig, dass man sich nach jedem Duschen auch eincremt. Je kürzer dabei die Zutatenliste der Creme ist, desto besser ist sie für die Haut. Harnstoff ist bestens geeignet, um der Haut nachhaltig Feuchtigkeit zu spenden. Leider kommt es aber oft vor, dass dieser Urea auch oft auf angegriffener Haut brennt. Daher ist es besser, wenn man Spezialcremes nutzt, die körpereigene Fettsäuren und auch Ceramide sowie Cholesterol enthalten. Diese Cremes lieber dünner, aber dafür öfter auftragen. Verzichten sollte man aber vollständig auf Vollbäder.

Im Freien ist man leider ganz unvermeidlich den ganzen Pollen ausgesetzt, aber zu Hause sollte man auf jeden Fall versuchen, die Wohnung pollenfrei zu halten. Das gilt ganz besonders für das Schlafzimmer. Dies geht beispielsweise durch spezielle Gitter an den Fenstern, und natürlich sollte man vor dem Zubettgehen gründlich duschen und auch die Haare waschen, denn nur so kann man alle Pollen richtig wegspülen. Die Tageskleidung zieht man am besten gleich im Bad aus. In der Hochphase des Heuschnupfens sollten weder Hund noch Katze mit im Schlafzimmer schlafen, denn in ihrem Fell sammeln sich ebenfalls eine ganze Menge Pollen.

Als erste Hilfe werden hier Allergie-Blocker, die sogenannten Anti-Histaminika, eingesetzt. Diese lindern die Symptome an Augen und auch Atemwegen. Gegen den Juckreiz und auch brennende sowie entzündete Hautstellen werden meistens Kortisoncremes empfohlen. Diese lindern meist sehr schnell die Beschwerden, aber auf Dauer machen sie die Haut auch dünner. Somit wird sie noch empfindlicher. Man kann alternativ auch versuchen, den Juckreiz mit kalten Lappen zu lindern.

Als dauerhafte Hilfe gegen die Pollenallergie mit den bekannten Heuschnupfen-Symptomen hat sich bisher die Hyposensibilisierung bewährt. Diese Spritzenbehandlung findet normalerweise über mehrere Wochen in der pollenfreien Zeit statt. Dafür ist es dieses Jahr leider schon zu spät. Allerdings gibt es nun auch gute Nachrichten für Neurodermitiker. Es gibt die neue proaktive Erhaltungs-Therapie, und diese wirkt ähnlich wie Kortison, nur ganz ohne die übliche Hautverdünnung. Diese Salbe enthält den Wirkstoff Tacrolimus, der in die ekzemauslösenden Prozesse eingreift, und dann die Entzündung bekämpft. Gleichzeitig kittet er auch die Hautbarriere. Experten raten bei dieser Salbe, dass man sie auch zwischen den Schüben anwenden sollte, und zwar zweimal die Woche. Alle Allergene haben dann kaum Chancen einzudringen und damit einen Schub auszulösen. Das ist eine gute Gelegenheit, um die Zeit zwischen den Schüben zu verlängern.

Allerdings gibt es auch hier ein Manko. Vielen Neurodermitikern tut UV-Licht sehr gut, aber durch diesen neuen Wirkstoff wird die Haut lichtempfindlicher. Daher sollte man vor Sonnenbädern und auch dem Besuch im Solarium immer erst den Hautarzt kontaktieren.

 

 

 

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