Richtig saunen – so geht es

Die Sauna – sonst nur etwas für wahre Fans entwickelt sich der Gang in die Sauna heute zu einem Event. Es ist soweit, die Eventkultur hat die Saunabranche erreicht. Hier gibt es dann keine einfachen Sauna-Gänge mehr, sondern „Guten-Morgen-Aufgüsse“, bestimmte Themenabende oder gar Dichterlesungen im wahren Schweiße des Angesichts. Hier findet der Gast mittlerweile mehr Entertainment als alles andere. Leider geht dabei immer mehr unter, dass man in der Sauna einige wichtige Regeln beachten sollte, und dies sind absolute Grundregeln, die jeder Saunagänger kennen und auch beherzigen sollte.

Daher ist es wichtig, dass man das gefährliche Halbwissen beseitigt und auch die größten Irrtümer beseitigt.

Viele Teilnehmer solcher Events sind der Meinung, dass es gar keine Rolle spielt, ob man erst Hitze und dann Kälte bekommt oder eher umgekehrt, ihrer Meinung nach ist die Reihenfolge absolut egal. Die meisten wissen auch gar nicht, wie lange eine solche Schwitzkur dauert und glauben, so etwas noch eben schnell zwischen einem Termin und dem Geschäftsessen einschieben zu können. Das ist ein absoluter Irrtum, denn eine richtig vollständige Schwitzkur dauert gute zwei Stunden. Mit zu der Prozedur gehören auch das Duschen, das gründliche Abtrocknen, ein warmes Fußbad, zwischen acht und fünfzehn Minuten Schwitzen, dann das Abkühlen an der frischen Luft, das Tauchbecken wieder ein warmes Fußbad und dann eine Ruhepause. Und das ist auch genau die Reihenfolge, in der man so etwas machen sollte.

Oft ist es so, dass viel auch viel hilft, aber bei der Sauna ist dies gar nicht so. Bei der Sauna ist es so, dass drei vollständige Durchgänge absolut ausreichend sind. Für Anfänger ist es wichtig, dass sie ihre Dosis ganz langsam steigern sollten, und nicht gleich bei jedem Durchgang die vollen 15 Minuten schwitzen sollten.

Wer gar nicht schwitzt, der profitiert auch gar nicht von der Sauna – wieder ein Irrtum, den es zu widerlegen gilt. In der Sauna schwitzt immer grundsätzlich jeder, das ist ein Tatsache. Bei manchen Menschen ist es aber eben so, dass dies einfach etwas länger dauert, und gerade bei den ganzen Anfängern ist es so, dass diese Wärmeregulation manchmal etwas eingerostet sein kann. Bedingt durch das trockene und heiße Klima in der Sauna ist es auch so, dass die ersten entstandenen Tropfen auch gleich wieder verschwinden, und zwar schon sobald man die Kabine betritt. Danach nimmt die Schweißproduktion nach und nach wieder an Fahrt auf. Wichtig ist auch zu wissen, dass die etwas feuchteren Dampf- oder auch Warmluftbäder hier keinerlei Turboeffekt bieten, denn was da auf der Haut so schön nach Schweiß aussieht, ist dann in Wirklichkeit einfach nur Kondenswasser.

Auch trinken muss man in der Sauna nicht so arg viel, denn in der Sauna verliert der Körper gerade einmal einen Liter an Flüssigkeit, und das ist für den gesunden Menschen gar kein Problem, im Gegensatz zu einem Nierenkranken. Es ist sogar so, dass jeder, der vor oder während der Sauna trinkt, sogar den Entschlackungseffekt verhindert. Daher sollte man den Durst immer erst nach dem dritten und letzten Saunagang löschen.

Es ist auch ein Trugschluss, dass man Erkältungen so einfach ausschwitzt. Saunagänge sind zwar bestens dafür geeignet, um die körpereigene Abwehr zu stärken, aber wenn der Infekt bereits da ist, dann kann es zum Umkehreffekt kommen, und die Hitze schwächt das Immunsystem. In der Situation ist es meistens besser, einfach nur ein ansteigendes Fußbad zu nehmen. Danach dann nur noch schön warm einpacken und ins Bett.

Saunen soll ja angeblich auch den Körper austrocknen, und auch das ist ein Irrtum. Angeblich sollen es hier gerade die Atemwege und die Haut sein, die darunter leiden. Dies ist aber nicht der Fall, ganz im Gegenteil. Durch das Saunieren wird die Durchblutung gesteigert, und so hat die Haut nicht weniger, sondern mehr Feuchtigkeit. Die Atemwege produzieren derweil noch mehr des schützenden Schleimes, und auch die Zahl der Antikörper steigt. Das ist auch der Grund, warum man Asthma-Patienten empfiehlt, regelmäßig die Sauna zu nutzen.

Ach ja, durch das Schwitzen in der Sauna nimmt man auch nicht ab, dazu müsste man schon beim Sport schwitzen.

Auch Schwangere dürfen, nach Absprache mit dem Arzt, durchaus saunen. Sie sollten nur auf die Aufgüsse verzichten.

Und auch mit Silikon-Implantaten darf man in die Sauna, sofern nach der OP genug Zeit vergangen ist und alles verheilt ist. Die Haut und auch das Gewebe schützen die Implantate vor der entstehenden Hitze.

Tags: , , , April 20th, 2015 Posted in Sauna, Wellness

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