Lichttherapie – die dunklen Tage überlisten oder Hauterkrankungen lindern

Viele Menschen scheuen sich vor der dunklen Jahreszeit, sind müde, abgeschlafft und ohne Elan. Tatsächlich wird die innere Uhr des Menschen beeinflusst durch Licht, es wirkt sich aus auf Appetit, Wohlbefinden und Schlaf. Wissenschaftler haben hierfür eine einfache Erklärung: Der Körper des Menschen bewegt sich im Tages-/Nachtrhythmus von etwa 24 Stunden.

Während des Schlafens wird etwa in der zweiten Nachthälfte in der Zirbeldrüse des Gehirns das Hormon Melatonin produziert. Jedes Organ wird mit Melatonin versorgt und der Körper befindet sich in der Ruhephase. Die Produktion von Melatonin wird erst beendet unter dem Einfluss von Licht, sodass im Winter mehr Hormone produziert werden als in kurzen Sommernächten. Durch Melatonin wird der Schlaf-Wachrhythmus des Körpers gesteuert.

Nimmt der Körpers über Augen und Sehnerven wieder Licht auf, wird anstelle des Melatonins das Hormon Serotonin verstärkt produziert. Dieses Hormon verstärkt den Antrieb und beeinflusst die Stimmung und das Wohlbefinden, es wird auch als Glückshormon bezeichnet. Bei depressiven Menschen wird häufig ein Mangel an Serotonin festgestellt.

Aus diesen Erkenntnissen heraus hat sich die Lichttherapie für die Behandlung von psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angst-, Belastungs- und Schlafstörungen, Migräne oder gegen Jet-Lag entwickelt. Die Anwendung erfolgt durch Lichttherapiegeräte, die es in unterschiedlichen Ausfertigungen und Größen gibt und die als Medizinprodukte den Standards des Medizinproduktegesetzes und der Medical Device Directive der EU unterliegen.

Die Lampen sollen zwischen 2000 und 10000 Lux bieten und sind durch eine Glasscheibe UV-gefiltert. Die Behandlungszeit ist abhängig von der Stärke des Lichts und beträgt zwischen vierzig Minuten und 2 Stunden. Bei der Behandlung sitzt man in einem Abstand von etwa 50 cm vor dem Lichtgerät und kann lesen, chatten usw. Die Behandlung kann in Arztpraxen erfolgen oder zuhause, aber am besten sofort nach dem Aufstehen, damit der Körper gleich richtig in Schwung kommen kann.

Die Behandlung gegen Depressionen muss regelmäßig erfolgen über einen längeren Zeitraum. Bei gesunden Menschen soll die Lichttherapie zur Leistungssteigerung führen können, wenigstens aber zu guter Laune. Vorsicht ist geboten bei Augenerkrankungen. Die Lichttherapie wird auch eingesetzt zur Behandlung von Hauterkrankungen, besonders bei Schuppenflechte, Neurodermitis und Akne. Die Schuppenflechte wird mit UV B-Licht bestrahlt und sollte wegen der Risiken (Sonnenbrände, Hautkrebs) nur in Absprache mit einem Arzt erfolgen.

Eine besondere Form der Behandlung sind die Photosole Therapie und Bade-PUVA-Therapie. Bei dieser Therapie wird ein Wannenbad mit Salz o.a. Substanzen kombiniert mit einer UV-Lichttherapie, entweder gleichzeitig oder nacheinander. Nur diese Therapie zur Behandlung der Schuppenflechte ist eine vertragsärztliche Leistung, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird.

Bei Akne haben Studien gezeigt, dass eine Reduzierung bereits nach einer 4-wöchigen Lichttherapie bei vielen Patienten eingetreten ist. Hier erfolgt die Behandlung durch Blaulicht, das die Bakterien in der Haut abtötet, sowie durch Rotlicht, das die entzündete Haut beruhigt und die Akne mildert. Dieser Erfolg hält bei den Patienten unterschiedlich an bis zu einer Dauer von 8 Monaten. Die Farblichttherapie wird von den meisten Ärzten behandlungsbegleitend empfohlen, hier steht die Wirkung der einzelnen Farben auf den Körper und seine Organe im Vordergrund.

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