Das Burgenland Allgäu – Relikte aus dem Mittelalter neu entdeckt

Hört man das Wort Allgäu, so entfaltet sich ein Bild von saftigen Wiesen, friedlich dahingrasenden Kühen, die mit dem Läuten ihrer Glocken die Luft erfüllen und das alles vor einem atemberaubendem Panorama vor dem geistigen Auge.

Aber das Allgäu bietet noch so viel mehr, betrachtet man sowohl den geschichtlichen Hintergrund als auch die Möglichkeit, in der heutigen Zeit auf echte Tuchfühlung gehen zu können. Ob Schlösser, Burgen oder Ruinen, alles ist faszinierend greifbar und holt das Mittelalter direkt in unsere Zeit. Das Allgäu bietet für jung und alt ganz besondere Leckerbissen.

Nicht zuletzt ist das Schloss Neuschwanstein im Südosten des Allgäus ein regelrechter Publikumsmagnet. Tausende von Touristen werden davon magisch angezogen, und zusammen mit dem Nachbarschloss Hohenschwangau ist es fast so etwas wie das Aushängeschild des Allgäus. Aber so imposant sie auch sein mögen, es gibt viele weitere Schätze zu finden. Etwas stiller und nicht von Touristen überlaufen verstecken sich auf bewaldeten Anhöhen oder auf Felsvorsprüngen einsam gelegene Burgruinen und auch kleine Schlösser, restauriert und gepflegt, und alle haben ihre spannende Geschichte, die sie dem interessierten Besucher nur all zu gern anvertrauen.

Das Allgäu darf sich wohl mit Fug und Recht die burgenreichste Region Deutschlands nennen. Das verdankt sie zweifellos den für den Handel günstig ausgerichteten Verkehrsachsen sowie einiger kleinerer Alpenpässe. Nicht nur die weltliche Macht hatte großes Interesse an diesen Herrschaftssymbolen, auch die Kirche wollte sich diese nicht entgehen lassen. Nicht etwa zum Schutz vor Angreifern, sondern als Zeichen für Herrschaft und Macht wurden diese Monumente errichtet Gigantische und kostenverschlingende Bauten dienten als Drohgebärden oder sollten provozieren, wie beispielsweise die Burg Falkenstein. Ihre Ruine schwebt noch in 1277 Metern Höhe an einer senkrechten Felswand. Erbaut wurde sie einst im Jahre 1280 vom Grafen Meinhard II. von Tirol. Dieser sah sein Staufenerbe in Gefahr und demonstrierte damit provozierend in Richtung des Bayrischen Herzogtums.

Verschwenderisch, denn man musste sie schon Ende des 16. Jahrhunderts aufgeben, da sie wegen ihrer Lage nur schwer zu versorgen war, und die extremen Witterungsverhältnisse ließen ein Bewohnen kaum zu.

Glücklicherweise ist Burg Falkenstein heute gesichert und kann somit täglich besichtigt werden.

Aber das ist nur ein Beispiel für das, was das Allgäu zu bieten hat. Jede Menge geschichtlicher Geheimtipps und bei dieser Burgendichte ein Paradies für Erkundungen durch das Mittelalter. Nicht nur Museen geben ihre Erfahrungen preis. Wer wissen will, wie die Menschen damals gelebt haben, muss sich nicht in endlose Warteschlangen stellen. Auf engstem Raum, oft nur wenige Kilometer voneinander entfernt, finden Interessierte und Mittelalter-Fans alles, was das Herz begehrt. Auch für Kinder und Familien hat das Allgäu äußerst spannende Dinge zu bieten. Wer würde nicht gern einmal das ritterliche Leben selbst ausprobieren?

Möglich ist das beispielsweise in Pfronten. Aber auch acht weitere Möglichkeiten bietet das Allgäu in Form von Themenspielplätzen. In der Ostallgäuer Gemeinde gibt es sogar einen Ritterspielplatz mit einer Burganlage, die unter wissenschaftlicher Betreuung gebaut wurde, um den Kindern ein wirkliches Nachempfinden vermitteln zu können.

Aber ob Burgen oder Schlösser, wer das Allgäu besucht findet auch immer ein Stück Mittelalter.

Tags: , , Januar 26th, 2015 Posted in Allgäu, Allgemein

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