Kuren und Wellness - TV - kostenlose Rufnummer

5.1 Allgemein

Spanien ist bekannt dafür, seine Traditionen und Sitten regelmäßig zu pflegen. So gibt es viele Bräuche, die seit Jahrzehnten Bestandteil der spanischen Nation sind. Des Weiteren ist es ein sehr lautes Land, da hier regelmäßig ausgiebig und laut bis in die Morgenstunden gefeiert wird. Vor allem traditionelle Feste haben einen hohen Stellenwert. Wer in Spanien Urlaub macht, sollte sich unbedingt die Zeit nehmen und Spaniens Kultur kennenlernen. Hier einige Infos zu den wichtigsten Bräuchen & Sitten:

Flamenco – Leidenschaft in Form eines Tanzes
Spanier haben ein feuriges Temperament. So passt der gefühlvolle Flamenco besonders in das spanische Bild. Dieser besteht aus einer Kombination von Musik und Tanz, wobei der Gesang und die Gitarre die bedeutendsten Instrumente sind. Auch ein rhythmisches Händeklatschen wird bei einer Flamenco-Vorstellung als Begleitung öfters gesehen. Es gibt zahlreiche Variationen des Flamencos. Insgesamt handelt es sich aber um einen sehr expressiven und schwierigen Tanz. Jeder Körperteil muss gleichzeitig koordiniert und bewegt werden. Eine richtige Herausforderung bei den vielen Variationen, auch Palos genannt. Allerdings kann man diese in 2 Stilgruppen einteilen. Einmal in den „Flamenco Jondo“, welcher tiefe Gefühle ausdrückt und schwer zu definieren ist, und in den „Flamenco Festero“, welcher eine fröhliche Art hat. Jedoch ist der authentischste Flamenco nicht der auf den Veranstaltungen, sondern derjenige, der auf der Straße im Dunkeln getanzt wird.

Stierkampf – Kampf um Leben und Tod
Für viele Ausländer ist diese Tradition unbegreiflich. Der Stierkampf spielt in Spanien dennoch eine große Rolle und ist den Spaniern sehr wichtig. Trotzdem ist solch ein Kampf nichts für schwache Nerven. Jedes Jahr fallen hunderte von Stiere im Stierkampf. Die Saison geht dabei von April bis Oktober. Dass die Stiere unachtsam getötet werden, gehört für die Spanier dazu. Auch wenn der Stierkampf vom Beliebtheitsgrad vom Fußball überholt wurde, sind die Stierkampfarenen immer noch bis auf den letzten Sitz voll – und das Jahr für Jahr.
Auch wenn die Meisten dies glauben, kann man nicht behaupten, dass alle Regionen Spaniens an dieser Tradition festhalten. In Südspanien erfreut sich dieses Brauchtum mehr Beliebtheit, als im restlichen Spanien. So hält Katalonien komplett Abstand dazu. Auch in Asturien und Galicia gibt es nicht viele Fans des Stierkampfes. Jedoch kann man nicht behaupten, dass es an Popularität verliert. Jedes Jahr kommen hunderte Touristen, um sich den Kampf oder das Rennen in Pamplona anzuschauen oder gar selber daran teilzunehmen.

Hier einige wichtige Begriffe aus dem Stierkampf:

plaza de toros- Stierkampfarena
ruedo -Kampfplatz
matador -Der Mann, der den Stier tötet
torero- Stierkämpfer bzw. alle Teilnehmer der Mannschaft
toro bravo -Zuchtstier, welcher für den Kampf gezüchtet wurde
cuadrilla -Mannschaft des Matadors
banderilleros- harpunenartiger Stab mit Widerhaken an der Spitze
picadores- Reiter, die den Stier mit Lanzenstichen im Nacken verwunden

Insgesamt setzt sich die Veranstaltung, auch Corrida genannt, aus 6 einzelnen Kämpfen zusammen. Ein Kampf dauert dabei rund 20 Minuten. Dabei nimmt es ein Matador mit je 2 Stieren nacheinander auf. Der Kampf wird dabei in 3 Abschnitte eingeteilt:

Teil I – Tercio de varas Die Stiere, geschmückt mit einer bunten Rosette, werden in die Arena eingelassen. Diese wird mit einer Harpune in den Stier eingestochen. Damit wird der Stier unterwürfig gemacht
Teil II – Tercio de Banderillas 3 Helfer des Matadors stechen je zwei geschmückte Spieße in den Rücken des Stieres, damit der Matador den Stier einschätzen kann
Teil III – Tercio de Muleta y Estocada Der Matador führt mit seinem roten Tuch (Muleta) und seinem Degen (Estocada) Figuren aus. Mit seinem Schwert sticht er nach rund 8 Minuten in den Nacken des Stieres, um ihn so zu töten. Ist das Publikum mit dem Kampf zufrieden, bekommt der Matador die Ohren und den Schwanz des Tieres und wird auf Schultern aus der Arena getragen. Der Stier wird anschließend aus der Arena geschliffen


Tomatina – eine saftige Schlacht
Das lustigste und unterhaltsamste Fest in Spanien ist mit Abstand die „Tomatina“. Sie findet jährlich am letzten Mittwoch im August in Buñol statt, einer Kleinstadt in Valencia. Dabei handelt es sich um eine Tomatenschlacht auf der Straße. Das Fest beginnt morgens mit einem Frühstück auf dem Plaza del Pueblo. Danach wird ein Balken aufgestellt, welcher 7m hoch und mit Seife beschmiert ist. Oben ist ein Schinken befestigt, welcher als Preis für denjenigen gilt, der den Balken erklettern kann. Schaulustige auf den Balkonen bereiten die Mengen schon auf die Schlacht vor, indem sie sie mit Wasserkübeln beschütten. Gegen 11 Uhr ist dann die offizielle Schlacht eröffnet, welche rund 1 Stunde dauert. Lastwagen mit überreifen Tomaten kündigen mit lautem Hupen ihr Kommen an. Ab dann fängt das Bewerfen an. Um 12 Uhr fällt dann der Böllerschuss. Damit ist es jedoch nicht vorbei. Die Menschenmenge beginnt einen Wettlauf zu den rund 500 Duschen, die in der Stadt aufgestellt sind, um sich zu säubern. Ein witziges Schaubild, welches man sich nicht entgehen lassen sollte.

5.2 Klischees

Jeder hat sein eigenes Bild von dem typischen Spanier. Dabei denkt man meist an dunkelhäutige Latinos, die Tortillas essen, Sangria trinken, Flamenco tanzen, täglich Siestas halten und zu Stierkämpfen gehen. Zwar treten all diese Dinge in Spanien auf, jedoch nicht alle auf einmal und vor allem nicht im ganzen Land. So wird in manchen Regionen der Stierkampf verachtet oder kaum Flamenco getanzt. Nur die Wenigstens können überhaupt Flamenco tanzen, meist wird dabei nur zugeschaut. Ebenso trinken die Spanier lieber Wein, Bier oder Sherry als Sangria. Die spanische Küche wird in Spanien viel serviert, jedoch variieren diese stark von Region zu Region. So würde eine Tortilla in Andalusien ganz anders aussehen und schmecken als eine aus Galicia. Auch die Siesta wird immer seltener eingehalten. Nur noch 20% der Bevölkerung hält diese Mittagspause, Tendenz sinkend. Spätestens nach einem Besuch in Spanien kann man sagen, dass der typische Spanier, so wie wir ihn uns vorstellen, nicht existiert.

5.3 Kleidung

Je nach Anlass wird von Ihnen eine bestimmte Garderobe erwartet. So wird es nicht gerne gesehen, wenn Sie in Ihrer Badekleidung in ein Restaurant, Café oder Geschäft eintreten. Auch in Kirchen wird von Ihnen erwartet, dass Sie so wenig Haut wie möglich zeigen. Des Weiteren wird sehr auf Hygiene sowie auf die Schuhe geachtet. Tragen Sie schäbige Schuhe, ist Ihr ganzes Outfit in den Augen der Spanier ruiniert. Insgesamt wird generelle Alltagskleidung akzeptiert. Der Spanier selbst kleidet sich sehr bewusst. In manchen Kreisen wird viel Wert auf Marken gelegt. Ansonsten wird sich recht elegant gekleidet, auch in der Freizeit. So werden die Leute aufgrund Ihrer Garderobe nach ihrer beruflichen und sozialen Stellung beurteilt.

5.4 Umgangsformen

Wenn Sie Kontakt zu Spaniern knüpfen wollen, ist es wichtig, dass Sie vorher die passenden Umgangsformen kennenlernen. Schließlich kann es wegen den unterschiedlichen Sitten und Sprachen schnell zu Missverständnissen kommen. Zwar geht die Mehrheit der Einheimischen diesen Umgangsformen nach, jedoch gibt es immer noch Ausnahmen, die sich davon fern halten. In Spanien begrüßt man sich, in dem man sich die Hand gibt. Der Kuss sowie die Umarmung werden nur bei Freunden und Familienangehörigen zur Begrüßung verwendet. Jedoch gibt es auch hier Ausnahmen. Sollte ein Spanier Ihnen einen Kuss geben wollen, ist es unhöflich, dies abzulehnen.
Wenn Sie einmal von einem Spanier nach Hause eingeladen werden sollten, ist es angebracht, ein Geschenk mitzubringen. Handelt es sich bei dem Gastgeber um ein verheiratetes Ehepaar, so wird die Gattin mit beispielsweise Blumen beschenkt. Als Dankeschön gibt es einen Café oder einen Cognac in der Taverne. In Spanien gilt das Gesetz der Gegenseitigkeit. Das heißt, dass auf eine Einladung eine Gegeneinladung folgen sollte.

5.5 No-Go’s

Anderes Land, andere Sitten - dies gilt auch für Spanien. Da man dort zu Besuch ist, sollte man sich an die spanischen Sitten anpassen. So gibt es auch einige Tabus, die zu beachten sind. Beispielsweise wird es nicht gerne gesehen, wenn Sie abfällig über Stierkämpfe oder die Siesta reden. Egal wie Ihre Haltung diesen Traditionen gegenüber ist, sollten Sie dies immer für sich behalten. Außerdem mögen die Spanier keine Hektik und Eile, ebenso in Restaurants. Sollten Sie also etwas bestellen oder zahlen wollen, lassen Sie sich lieber Zeit damit. Zeichensprache kann von Land zu Land unterschiedlich auf die Einheimischen wirken. So empfinden die Spanier den ausgestreckten Daumen nach oben als obszöne Beleidigung. Schließlich steht es in manchen Regionen für eine Einladung zu homosexuellen Praktiken. Wenn Sie also etwas toll finden, dann drücken Sie sich in Worten aus. Ansonsten sollte man die Freundlichkeit der Spanier nicht zu sehr strapazieren. Schließlich sind Sie der Gast in Spanien, nicht umgekehrt.

5.6 Sprichwörter und Redewendungen

Die spanische Sprache unterscheidet sich sehr von der deutschen. So unterscheiden sich wegen der verschiedenen Kulturen auch die Sprichwörter und Redewendungen. Damit ist es in Spanien nicht zu Missverständnissen kommt, gibt es hier einige spanische Redewendungen mit der deutschen Bedeutung und der deutschen Entsprechung.

Original Bedeutung Deutsche Entsprechung
„El amor entra por la cocina.“ „Die Liebe kommt durch die Küche herein.“ „Die Liebe geht durch den Magen.“
„Querer es poder.“ „Wollen ist können.“ „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“
„Querer es poder.“ „Wollen ist können.“ „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“
„El mundo es un pañuelo.“ „Die Welt ist ein Taschentuch.“ „Wie klein die Welt doch ist.“
„Hay que consultar con la almohada.“ „Man muss sich mit dem Kopfkissen beraten.“ „Eine Nacht darüber schlafen.“
„En la duda, ten la lengua muda.“ „Im Zweifel sei still.“ „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.“
„Así matamos dos pájaros de un tiro.“ „So schlagen wir zwei Vögel mit einem Schuss.“ „So schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe.“
„Eso parece chino.“ „Das kommt mir Chinesisch vor.“ „Das kommt mir Spanisch vor.“
„A la tercera va la vencida.“ „Beim dritten Male kommt der Sieg.“ „Aller guten Dinge sind drei.“
„Saludos a tu media naranja.“ „Grüße deine halbe Apfelsine! „Grüße deine bessere Hälfte.“
„He dormido como un tronco.“ „Ich habe geschlafen wie ein Baumstamm.“ „Ich habe geschlafen wie ein Murmeltier.“



Mitglied im Deutschen Reiseverband
Die Europäische Reiseversicherung
Alle Preise inkl. MwSt. Irrtum vorbehalten

Copyright © 2011 Kuren & Wellness TV powered by K&W Reisen GmbH. Alle Rechte vorbehalten.