Bräuche und Sitten

Bräuche und Sitten - das sollte man beachten

5.1 Allgemein

Feste und Bräuche
Das polnische Volk gilt als feierfreudig und traditionsverbunden. Alte Bräuche haben auch heute noch Bestand und der Jahreskalender umfasst viele Feste, vor allem an den katholischen Feiertagen.

Das Weihnachtsfest ist der Höhepunkt des Kirchenjahres, der Familienzusammenhalt und die Gemeinschaft stehen hier bei einem großen Festmahl im Vordergrund. Zwölf fleischfreie Gänge werden aufgetischt, wobei der Karpfen wohl das bekannteste Hauptgericht dargestellt. Erst ab Mitternacht endet die polnische Fastenzeit und ab dann kommt auch der Wodka auf den Tisch. Traditionell wird mit Aufgang des ersten Sterns eine Oblate gebrochen und unter allen Familienmitgliedern und Gästen mit Gesundheitswünschen und warmen Worten verteilt. Nach dem Essen steht, wie auch in Deutschland, die Bescherung an und begleitet von vielen Weihnachtsliedern werden die Geschenke verteilt, wenn man denn brav und artig war. Um Mitternacht gehen die Familien zur Mitternachtsmesse in die Kirche.

Ein weiteres großes Fest ist das Osterfest, allerdings ohne Beteiligung des kommerziellen Osterhasens. Die Karwoche vollzieht sich in Trauer und erreicht ihren Höhepunkt am Karfreitag, dem Tag der Kreuzigung. Fasten und Gebete stehen nicht nur bei strenggläubigen Christen auf der Tagesordnung. Der Karsamstag wird mit Vorbereitungen für das Osterfest verbracht, es wird gekocht und gebacken. Nach der Auferstehungsandacht ist am Ostersonntag dann endlich die Fastenzeit vorbei und beim üppigen Osterfrühstück werden u.a. die gesegneten Ostereier verspeist. Den Abschluss des Osterfestes bildet der heidnische „Smigus Dyngus“, der Tag des Wassergießens. Wer sich an diesem Tag auf die Straße wagt, sollte entweder auf der Hut sein oder wasserfeste Kleidung tragen, denn überall lauert ein Wasserstrahl aus Wasserpistole, Wasserbeutel, Schöpfkelle oder Eimer.

Freizeit und Urlaub in Polen
Wochenende in Polen – das bedeutet vor allem eins, nämlich Aktivität. Viele zieht es raus auf's Land, ans Meer oder an den See, um Kanu zu fahren, zu wandern oder zu segeln. Andere streben in den Garten, um Obst und Gemüse zu ernten, zu jäten oder die Beete umzugraben. Die jüngere Generation nutzt das Wochenende mit Freunden. Discotheken, Clubs und Bars im ganzen Land laden zum Tanzen, Feiern und Partymachen ein.

In den Sommerferien, die in Polen von Mitte Juni bis Ende August gehen, zieht es viele Familien an die Ostsee und an die Seen der Masuren. Die Ferienorte werden von Händlern und Touristen bevölkert, überall herrscht reges Treiben und Trubel, denn auch die Polen wollen sich natürlich in ihren Ferien im eigenen Land vergnügen und Spaß haben.

5.2 Kleidung

Polen ist geprägt durch ein bestehenden Bezug zur Tradition. Volkstänze und auch Trachten sind, anders als in großen Teilen Deutschlands, noch vielfach erhalten und überliefert. An Feiertagen und bei Volksfesten kann man die regionalen Besonderheiten der Trachten bestaunen. Gerade die unzähligen Folkloregruppen Polens führen dann ihre Tänze auf und tragen dabei die meist farbenfrohe Kleidung zur Schau. Die Trachten sind meist aus Leinen oder Wolle und können rote, blaue, schwarze, aber auch grüne und andersfarbige Elemente enthalten, mit denen die Zugehörigkeit zu einer Region signalisiert werden. Auch Hauben oder Kappen verdeutlichen die Herkunft und ergänzen häufig die Kleider, Hosen und Hemden der Tracht.

5.3 Umgangsformen

Begrüßung
In Polen legt man Wert auf gute Umgangsformen, dazu gehört auch die Begrüßung. Jede Begegnung erfolgt mit einer Begrüßung, zur Not auch mit einem deutschen „Hallo“ und Lächeln. Wer es besser kann, sagt „Dzién dobry“ und wünscht seinem Gegenüber zu jeder beliebigen Tageszeit damit „Guten Tag“. Frauen werden, ebenso wie in Deutschland, als erstes begrüßt und immer noch ein Großteil der Männer tut dies mit Verbeugung und Handkuss. Auch wenn das gerade für junge Frauen ungewohnt ist, gilt es hier, die Höflichkeit anzunehmen, denn alles andere wäre eine ziemliche Brüskierung.

Anrede und Danke
Die üblichen Anreden in Polen lauten „pan“ für den Mann und „pani“ für die Frau. Dies wird in der Regel mit dem Vornamen oder Titel der angesprochenen Person verknüpft. Die Begrüßung „Frau Michaela“ ist also kein Ausdruck von Vertrautheit, sondern vielmehr die gängige Höflichkeitsform. Die allgemeine Höflichkeit zeigt sich auch darin, dass man sich in allen möglichen Situationen bedankt. „Dziekuje“ (danke) ist also eine der wichtigsten Vokabeln in Polen.
Autofahren in Polen

Polens Straßen sind vor allem nach Feierabend überfüllt und bringen Ortsfremde an die Belastungsgrenze. Die Höflichkeit scheint vergessen, sobald das Auto fährt und das Resultat ist die oft riskante Fahrweise der Polen. Man begegnet dieser am besten mit einer großen Portion Gelassenheit.

Besuche
Da die Polen ein gastfreundliches Volk sind, wird man sehr schnell nach Hause eingeladen werden. Eine ausgiebige Bewirtung ist selbstverständlich und es ist zu beachten, dass einer Einladung am Nachmittag kein Kaffeeklatsch folgt, sondern ein üppiges Mittagsmahl. Der Besuch sollte mit einer Viertelstunde Verspätung erfolgen und ein Gastgeschenk darf auf gar keinen Fall fehlen. Die Wohnung betritt man in Polen niemals mit Straßenschuhen, stattdessen nutzt man die angebotenen Hausschuhe. Ganz unvermeidlich gehört der Wodka mit zu einem polnischen Essen. Es empfiehlt sich, nur zu nippen, denn die erste Runde wird sicherlich nicht die letzte gewesen sein. Um den Besuch erfolgreich zu beenden, bietet es sich an, als Revanche – wenn möglich - eine Gegeneinladung auszusprechen.

Vorsicht, Fettnapf!
Eigentlich gibt es zwischen Polen und Deutschen keine großen Differenzen, trotzdem gilt es, einige große Fettnäpfe zu vermeiden:

1. Witze über den verstorbenen polnischen Papst Johannes Paul II
2. moralisierendes Verhalten bei Witzen über Homosexuelle oder Juden. Diese sind zwar aus
unserer Sicht nicht politisch korrekt, hier aber kein Zeichen von Intoleranz.
3. Polen und Russen über einen Kamm scheren
4. die polnische Wirtschaft als rückständig bezeichnen
5. mit der Nationalflagge am Auto durch das Land fahren
6. FKK oder „oben ohne“ baden
7. belehrendes Verhalten vermeiden, Kooperation suchen

5.4 Witze

Ist ein Pole beim Augenarzt: "Halten sie bitte das linke Auge zu und betrachten Sie diese Buchstaben auf der Tafel:
P   R   Z   C   Y   K   Z   Y   C   L. Können sie das lesen?" "Was heißt 'lesen'? Ich kenn` den Kerl!"

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