Ausflugtipps

Ausflugtipps – sehen und Erleben



2.1 Regionen

Masuren
Die Masuren sind ein sehr beliebtes Urlaubsziel. Die unberührten Landschaften sowie die vielen Seen und Flüsse lassen ein naturverbundenes Herz höher schlagen. Egal ob Boots- oder Raftingtouren, Wanderungen oder Angelvergnügen, in den Masuren ist alles möglich. Des Weiteren haben sich dort erstklassige Hotels niedergelassen, von denen aus man die Ausflüge planen und koordinieren kann.

Polnische Ostseeküste
Die polnische Ostseeküste ist ein sehr beliebtes Urlaubsziel für zahlreiche Touristen aus aller Welt. Die Strände haben Unterhaltungswert für die ganze Familie. In der Küstengegend befinden sich hervorragende Hotelanlagen, welche sich in den Bereichen Kuren und Wellness einen Namen gemacht haben. Die frische Meeresluft bietet ein gutes Heilklima für eine Vielzahl an Erkrankungen. Zudem bieten die zahlreichen Unterkünften therapeutische Hilfen an und versprechen Linderungen bei zahlreichen Krankheiten.

Insel Wolin
Die Insel Wolin ist die größte Insel Polens und befindet sich an der polnischen Ostseeküste. Wolin bietet eine seltene Tier- und Pflanzenwelt. Der größte Teil der Insel steht unter Naturschutz. Neben den hohen Steilküsten und den Waldgebieten, kann man dort sechs Seen bewundern.

Südwesten Polens/ Schlesien
Polen teilt sich im Südwesten das Mittelgebirge mit Deutschland und Tschechien. Das Riesengebirge und das Isergebirge laden zu ausgedehnten Wanderungen ein. Gleichzeitig bieten die Berge optimale Bedingungen für Wintersportler. Die klare Gebirgsluft und die Mineralquellen sind Magnet für viele Kururlauber aus der ganzen Welt.

Südosten Polens 
Der Südosten von Polen hat viele von der Natur erschaffene Schätze zu bieten. Viele Parkanlagen und Nationalparks zieren dort das Landschaftsbild. Das Gebiet in der Woiwodschaft Podkarpackie ist aufgrund der einzigartigen Tierwelt ein beliebtes Ziel für naturverbundene Abenteuerurlauber.
Die Wintersportzentren in Zakopane bieten alle Voraussetzungen für den perfekten Skiurlaub.  

Städte
Warschau
Polen bietet eine Vielzahl an diversen Attraktionen, die man als Tourist besucht haben muss. Hier ist wirklich für jeden etwas dabei, egal ob Kultur, Shopping oder Nachtleben, die einzelnen Städte haben viel zu bieten.

Das bunte Altstadttreiben der Hauptstadt Polens ist für viele Touristen etwas ganz besonderes. Die Mischung aus alt und neu verleiht dieser Stadt einen gewissen Zauber. Das Stadtzentrum mit seinen vielen Shopping Malls ist der perfekte Ort, um ein paar Souvenirs einzukaufen. Die Architektur der Altstadt ist eine ganz besondere. Das Königsschloss und die technische Universität sind bekannte Publikumsmagneten, vor allem für Freunde der alten Baukunst.

Musikfreunde kommen in Warschau ebenfalls voll auf ihre Kosten. Dort nämlich finden die alljährlichen Mozart Festspiele statt. Genau das Richtige für Anhänger klassischer Musik.

Touristen in Warschau müssen sich längst nicht nur mit der Besichtigung der historischen Gebäude begnügen. Das Nachtleben in dieser Stadt hält Partyfreunde Trab. Zahlreiche Bars und Discotheken haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Nacht zum Tag zu machen.

Krakau
Auch hier findet man ein vielfältiges kulturelles Angebot. Neben erstklassigen Restaurants und Bars findet man in Warschau auch eine Vielzahl an Discotheken. Ein echter Geheimtipp ist das Paparazzi. Dort kann man sich bei Cocktails an einer langen Bar austauschen und den Klängen unterschiedlicher Musikrichtungen lauschen. Ein buntes Programm an verschiedenen Festivals macht den Aufenthalt in Krakau unvergesslich. Alleine im Juni finden mehrere Festivals, wie das Festival der jüdischen Kultur, statt.

2.1.1 Allgemeines

Das globale Anwachsen des Tourismus hat auch Polen zu einem beliebten Urlaubsland gemacht. Internationale Besucher schätzen die Vielzahl von Anziehungspunkten. An der Ostsee laden Sandstrände mit sowohl altbekannten als neueren Badeorten zum Wassersport oder einfach nur zur Erholung ein. Ganz besonders Großstädter fühlen sich von dem Gebiet der Masuren magisch angezogen. Die herbe Schönheit und großzügigkeit der Heidelandschaften,sowie Seen und Wälder bieten den Geplagten erholsame Einsamkeit. Die Mittelgebirge des Sudeten, Beskiden, wie auch die Tatra locken eher Bergfreunde, Wintersportler und Alpinisten.an Krynica und Kudowa stehen hingegen , wie viele andere Heil- und Kurbäder, Genesungssuchenden aus der ganzen Welt zur Verfügung. Inmitten einer unberührten und zum Teil urwaldähnlichen Landschaft, bieten Nationalparks und Naturschutzgebiete eine zum Teil einzigartige Pflanzen und Tierwelt
Auch für Reitsportler, Jäger und Angler gibt es ein reichhaltiges Angebot. Vor allem sie schätzen die wildreichen Forste, die fischreichen Gewässer, und die traditionellen Gestüte. des Landes Nicht nur Volkslieder, nein - auch klassische Musik und sogar Jazz, bietet dem Musikbegeisterten eine breite Pallette. Wer sich der Tradition verschrieben hat wird zahlreiche Möglichkeiten finden an Festen teilzunehmen wo vor allem die bäuerlichen Sitten gepflegt werden.
Auch heute noch reißen der Krakowiak oder eine Mazurka einen vitalen und sinnesfrohen Menschen-schlag zum Tanz mit und bewahren die eher bäuerlichen Gebiete ihr Volkstum, ihre alten Trachten, ihre Bauweise, Lieder Bräuche und Dialekte. Faszinierend, bunt ist auch das Bild von Studentenfesten, Jahrmärkten, einer Fronleichnamsprozession etwa, oder gar einer Bauernhochzeit.
Polen ist ein Land der lateinischen Kultur und steht in enger Verbindung mit dem Osten. Das Land birgt viele Schätze an Skulpturen, Gemälden, Architektur, an Weken der materiellen Kultur und der Gelehrsamkeit aus einer tausendjährigen Geschichte. Polen steht in enger Verbindung mit dem Osten, ist aber ein Land der lateinischen Kultur. Auch birgt dieses Land viele Architekturschätze.
Skulpturen und Gemälde, wie auch Lehren aus einer über tausendjährigen Geschichte. Nach ihrer Zerstörungen sind die Schätze oftmals sorgsam und mit viel Hingabe wieder restauriert worden.

Die nach allen Seiten offene geographische Lage Polens hatte nicht immer Vorzüge. Viele Kapitel der polnischen Geschichte sind mit Tränen und Blut geschrieben und haben tiefe Spuren im Wesen seiner Menschen hinterlassen.

Auch dies sollte sich der ausländische Urlauber ab und zu ins Gedächtnis rufen, wenn er dieses wunderschöne Land besucht.

2.1.2 Busreisen

Unser Nachbarland Polen wird als Urlaubsziel immer attraktiver. Im letzten Jahr reisten fünf Millionen Deutsche nach Polen und verbrachten dort mindestens einen Tag. Rund 400.000 Urlauber haben für ihre Reise den Bus gewählt. Somit liegt Polen hinter Italien und Österreich auf Platz drei, wenn es um die beliebtesten ausländischen Bus-Reiseziele geht.

Es verwundert nicht, dass immer mehr Menschen ausgerechnet mit dem Bus nach und durch Polen reisen, denn gerade in diesem Land gibt es so viel zu entdecken. Schon die Busreise selbst kann einen auf das Land einstimmen, da man durch sie langsam in eine andere Welt geführt wird. Polen ist ein Land von Gegensätzen. Am Stadtrand findet man die grauen Plattenbauten, die man noch aus vergangenen Zeiten kennt. Gelangt man jedoch in eines der schönen Stadtzentren, wie das von Krakau, Breslau oder Warschau, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Hier gibt es prachtvoll restaurierte Paläste und Häuser, die einen in eine andere Welt entführen. Polen ist ein Land mit unterschiedlichen Facetten, die man besonders gut bei einer Busreise erleben kann. Natürlich kann man sich bei Busreisen nach Polen nur einen kleinen Überblick über das Land verschaffen und nur einzelne Städte und Regionen besuchen, dennoch reichen ein paar Tage aus, um die Besonderheit des Landes kennen zu lernen. Es spricht schließlich auch nichts dagegen, häufiger eine Busreise nach Polen zu unternehmen. So kann man das Land von Reise zu Reise besser kennen lernen. Man könnte fast sagen, dass eine Busreise nach Polen einer Studienreise nahe kommt: Egal was für eine Art Busreise man unternimmt, man lernt immer wieder Neues über unser schönes und mindestens ebenso interessantes Nachbarland.

Thematische Busreisen nach Polen
Bevor man jedoch eine Busreise bucht, sollte man sich überlegen, was man erwartet und was man sehen will. Es gibt nämlich längst nicht mehr nur die Busreise nach Polen, sondern mehrere, die man auch als Themenreisen bezeichnen kann. Neben Städtereisen erfreuen sich folgende Busfahrten Polen immer größerer Beliebtheit:

  1. Schlossreisen
  2. Shoppingtouren
  3. kulinarische Reisen
  4. “Auf den Spuren von Kopernikus”
  5. Hansestädte in Polen
  6. Backsteingotik- Tour – mittelalterliche Städte und Burgen
  7. Museumsreisen
  8. Wallfahrtsreisen
  9. “Die Industriekultur Polens”
  10. Musikreisen
  11. “Auf den Spuren von Papst Johannes Paul II.
  12. Rundreisen (z.B.: Masuren, Großpolen, Schlesien, etc.)

Eine Reise, bei der man die Glanzpunkte von Polens Industriekultur erlebt, fängt meist in Lodz, dem Manchester des Ostens an. Die Stadt wird so genannt, da sie Polens Textilmetropole ist, die auch noch heute interessante Sehenswürdigkeiten aus vergangener Zeit bietet. In Lodz gibt es zwei große Industriekomplexe: Zum einen die Pfaffenmühle und zum anderen die Manufaktura, das heutige Vergnügungs- und Kulturzentrum der Stadt. Zu dem Gebäudekomplex gehört auch der Izrael Poznanski Palast, in welchem sich das Museum für Stadtgeschichte befindet. Ein weiteres, interessantes Museum ist das über Fabriken, in dem man die alten Textilmaschinen nicht nur bei der Arbeit sehen, sondern auch hören kann. Weiter geht es mit dem Reisebus Polen nach Czestochowa, wo man das Streichholzmuseum besuchen kann. Hier wird dem Besucher die Produktion und Geschichte der kleinen Hölzer näher gebracht. Anschließend steht der Besuch des Salzbergwerks in Wielicza an, bevor man weiter nach Krakau reist. Diese Stadt ist zwar für ihre Kultur bekannt, doch auch hier ist eine Route der Technik entstanden, die viele interessante Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Eine davon ist die Straßenbahn- Abstellhalle, die vor allem durch ihre Architektur beeindruckt. Danach geht es in die bekannteste Industrieregion des Landes, nach Schlesien. In der Bierbrauerei in Tychy hat man die Chance, den Prozess der Bierherstellung zu verfolgen, wobei man das flüssige Gold selbstverständlich auch probieren kann. Die oberschlesische Industrieregion um Tarnowskie Gory ist vom Abbau von Silber, Eisenerz und Bleierz geprägt, daher bietet sich ein Besuch im Silberbergswerksmuseum an. Hier kann man sehen, wie die einstige unterirdische Arbeit aussah. Das Kohlebergwerk GUIDO kann dann in Zabrze besichtigt werden. Besonders interessant sind die Abbauhohlräume aus dem 19. und 20. Jahrhundert, wie auch die Fahrt mit dem Schachtfahrstuhl in das 170 Meter tiefe Grubeninnere.

Dies ist nur eine Reisebeschreibung, welche natürlich Übernachtungen in Hotels - je nach Aufenthaltsort - beinhaltet.

Allgemeiner Ablauf einer Busreise
Vor jeder Reise steht natürlich ihre Buchung. Nachdem man sich für eine Reise entschieden, sie gebucht und bezahlt hat, kann man sich auf die bevorstehende Busreise Polen freuen. Natürlich kann man sich schon vorher über das Ziel informieren: Was gibt es zu sehen? Wie ist die Geschichte und was kann ich erleben? Man kann sich aber auch teilweise überraschen lassen und sich auf die Organisation der Reiseleitung verlassen. Die Reise erfolgt dann in einem modernen und komfortablen Reisebus, der auf längeren Strecken immer mit einem WC ausgestattet ist. Über die Sicherheit muss man sich keine Sorgen machen, denn strenge Kontrollen sorgen dafür, dass alte und gefährliche Busse aus dem Verkehr gezogen werden. Für das leibliche Wohl während der Fahrt muss man selber sorgen, meist gibt es aber Tee und Kaffee gratis. Heute gibt es nur noch Nichtraucherbusse, Raucher können aber bei kleineren Pausen ihrem Verlangen nachgehen. Bei Ankunft am Reiseziel bzw. der ersten Reiseetappe ist der erste Schritt der Bezug des Hotels bzw. der gebuchten Unterkunft. Häufig steht als erster Punkt eine Stadtrundfahrt auf dem Plan, die im Bus erfolgt. So kann man sich schon mal einen guten Überblick über die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten machen. Je nach Tageszeit kann auch schon der Besuch eines Bauwerks oder Museums anstehen. Spätestens am zweiten Tag geht die Besichtigungstour richtig los. Die Plätze, die auf dem Programm stehen, werden besucht, wobei Eintritte meist inklusive sind. Dies erfährt man aber schon bei der Buchung. Nach dem gemeinsamen Programm bleibt jedem Urlauber Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, einkaufen zu gehen oder sich eine Sehenswürdigkeit länger und genauer anzuschauen. Bei Rundreisen geht es meist am zweiten oder dritten Tag weiter in Richtung der nächsten Reiseetappe. Natürlich ist man nicht gezwungen, an jedem Programmpunkt auch teilzunehmen. Je nach Interesse man kann auch etwas anderes unternehmen oder im Hotel bleiben. Abhängig vom Reiseangebot ist das Essen inklusive. Oft ist nur das Frühstück im Preis inbegriffen; anders sieht es natürlich bei kulinarischen Reisen aus. Es gibt aber immer die Möglichkeit, Halb- oder Vollpension dazuzubuchen. Häufig ist es aber schöner, sich spontan für ein Lokal zu entscheiden, welches man beispielsweise beim Einkaufen entdeckt hat. Nachdem man reichliche Eindrücke bei der Busreise nach Polen gesammelt hat, ist es Zeit, Abschied zu nehmen, wobei sich die meisten vornehmen, bald wieder zu kommen.

Eine Busreise hat viele Vorteile, die schon beim Angebot anfangen, denn fast für jedes Interesse gibt es eine Reise. Außerdem sind Reisen mit dem Bus verhältnismäßig günstig und die wohl umweltschonendste Art, außer man fährt mit dem Fahrrad nach Polen, was für die meisten Urlauber aber wohl nichts mehr mit Erholung und Urlaub zu tun hätte. Bei einer Busreise lernt man auch immer wieder nette Menschen kennen, mit denen man auch nach der Fahrt noch Kontakt hat und nicht selten entstehen so Freundschaften. Wer also kulturell interessiert ist, ein organisiertes Programm mit Reiseführung bevorzugt und nicht kontaktscheu ist, für den ist eine Busreise die ideale Art zu verreisen.

2.1.3 Schlösser

Beim Anblick alter Burgen und prachtvoller Schlösser fangen nicht nur Kinderaugen an zu leuchten. Jeder hat sich wohl schon einmal das Leben am Hof eines Schlosses vorgestellt, vielleicht sogar als Prinz oder Prinzessin. Alte Kindheitsträume kann man heute wahr machen, denn die polnischen Schlösser laden Jung und Alt zu spannenden Abenteuern ein. Bei einer Schlossreise Polen kann man die Geschichte lebendig werden lassen. Jedes Schloss in Polen hat seine eigene Vergangenheit, die man vor Ort kennen lernen kann. Neben den alten Gebäuden und schönen Räumen kann man auch die herrlichen Gartenanlagen besichtigen, die sich besonders im Sommer in ihrer vollen Pracht präsentieren. In Polens Zeit der Volksrepublik wurden die alten Schlösser vernachlässigt, doch schon seit einiger Zeit erstrahlen sie wieder in ihrem alten Glanz. Viele Schlösser wurden restauriert und beherbergen nun Museen und Ausstellungen. Andere richten Veranstaltungen aus, denn an Polens Schlössern lebt noch die Tradition der Ritter. In ganz Polen gibt es Feste und Turniere wie in alten Zeiten. Die Menschen tragen historische Kostüme und tauchen für ein paar Tage in eine andere Welt ein. Natürlich kann man Schlösser in Pommern und dem Rest Polens auch nur besichtigen und sich über die Historie informieren.

Schloss Wilanow in Warschauer
In Wilanow gab es bis 1677 einen Gutshof, der im Auftrag von König Jan III. Sobieski prachtvoll im barocken Stil ausgebaut wurde. Er wollte seiner Frau genauso viel Pracht bieten, wie sie es aus ihrer Heimat Frankreich kannte. Der Ausbau änderte auch den Namen des Gebäudes, von Milanow in Villa Nova. Dieser Name konnte sich jedoch nicht durchsetzen, da das Volk das Schloss schon bald Wilanow nannte. Der vorläufige Umbau war 1679 beendet. Seine bis dahin endgültige Erscheinung bekam das Schloss nach der dritten Bauphase. In der über 300-jährigen Schlossgeschichte hat der Besitzer zehnmal gewechselt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass das Schloss mittlerweile nicht nur einen Baustil aufweist, denn es wurden immer wieder Umgestaltungen vorgenommen. Von vielen wird es noch heute als polnisches Versailles bezeichnet. Zu dem Schloss in Polen gehört ein nicht weniger prachtvoller, 43 Hektar großer Park, der sich durch schöne Brunnen, geometrische Pflanzenfiguren und Skulpturen auszeichnet. Der Park ist drei Stilen nachempfunden: dem Barock, der Neurenaissance und dem Stil der englischen Landschaftsgärten. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging das Schloss in den Besitz des Staates über und ist heute Teil des Nationalmuseums. Im Sommer ist es zudem Kulisse für klassische Konzerte. Der ehemalige Reitstall beherbergt ein Plakatmuseum, das 1968 gegründet wurde. Dort kann man Werke von Warhol und Picasso bewundern.

Geöffnet ist das Museum von Mai bis Mitte September immer montags, mittwochs und samstags von 9.30 bis 18.30 Uhr, donnerstags und freitags von 9.30 bis 16.30 Uhr und sonntags von 10.30 bis 18.30 Uhr. Im Winter sind die Öffnungszeiten eingeschränkt und dienstags ist das Museum geschlossen. Der Eintritt kostet 16 PLN (3,80€) ohne Führung und 23 (ca.5,40€) PLN mit Führung. Das Schloss ist von Anfang Mai bis Mitte September montags und mittwochs von 9.00 bis 18.00 Uhr, donnerstags und freitags von 9.00 bis 16.00 Uhr, samstags von 10.00 bis 16.00 Uhr und sonntags von 9.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Von Mitte September bis Ende April hat es sonntags bis freitags von 9.00 bis 16.00 Uhr und samstags von 10.00 bis 16.00 Uhr geöffnet. Einlass ist jeweils bis eine Stunde vor Schließung. Der Eintritt kostet 16 PLN (ca.3,80€. Samstags ist der Eintritt frei. Der Park ist ganzjährig von 9.00 Uhr bis zur Dämmerung geöffnet. Donnerstags ist der Eintritt frei, ansonsten muss man 5 PLN (ca. 1,20€) zahlen.

Schloss Ujazdowski in Warschau
Das Schloss Ujazdowski (pl. Zamek Ujazdowski) befindet sich in Warschau. Es liegt, umgeben von Parkanlagen, an den Ujazdowski- Alleen. Das ürsprüngliche Jagdschloss wurde von König Zygmunt II. zu einem königlichen Schloss ausgebaut. Zygmunt III. veranlasste den Ausbau des Schlosses zu einer barocken Festung. Matteo Castello übernahm den Ausbau in den Jahren 1620 bis 1624. Im Jahr 1764 erwarb Stanislaw August Poniatowski, der letzte polnische König, das Schloss und übereignete es samt Gelände im Jahr 1784 der Stadt Warschau. Bis zum Zweiten Weltkrieg befand sich ein Militärkrankenhaus in dem Gebäude. Während des Krieges wurde das Schloss angezündet und fast zur Hälfte zerstört. Es wurde erst 1975 im einstigen Frühbarock-Stil rekonstruiert. Seit 1981 dient es als Sitz für das Zentrum der zeitgenösssichen Kunst.

Geöffnet ist das Schloss von dienstags bis donnerstags sowie sonntags von 11.00 bis 17.00 Uhr und freitags von 13.00 bis 21.00 Uhr. Montag ist Ruhetag Der Eintritt kostet normal 10 PLN (ca. 2,30€), ermäßigt 6 PLN (ca. 1,40€). Donnerstags ist der Eintritt frei.

Schloss Belvedere in Warschau
Das Schloss Belvedere (pl. Palac Belweder) in Warschau wurde 1660 im barocken Stil erbaut. Im Jahr 1818 wurde es im klassizistischen Stil umgestaltet. In der Zeit von 1817 bis 1830 diente es als privates Palais des russischen Statthalters Großfürst Konstantin Pawlowitsch Romanow. Später war das Schloss eine Residenz des Zaren in Kongresspolen. Während der Zwischenkriegszeit bis 1926 wurde der Palast als Sitz der polnischen Präsidenten Gabriel Narutowicz und Stanislaw Wojciechowski genutzt. In der Zeit der deutschen Besatzung von 1939 bis 1945 hatte der Warschauer NS-Gouverneur Ludwig Fischer hier seinen Sitz. In diesem Zeitraum wurde das Innere des Schlosses stark umgebaut. Von 1989 bis 1994 war es der Wohnsitz des polnischen Präsidenten Lech Walesa. Gegenwärtig befindet sich im Schloss ein Museum, das über den polnischen Marschall und Politiker Jozef Pilsudski informiert.

Das Schloss ist dienstags bis sonntags von 9.00 bis 16.00 Uhr geöffnet. Montags ist es geschlossen. Die Eintrittspreise reichen von 0 bis 12 PLN (ca. 2,80 €)

Königsschloss in Warschau
Bis zum 18. Jahrhundert diente das Königsschloss (pl. Zamek Krolewski) in Warschau als Sitz polnischer Könige. Im Zweiten Weltkrieg wurde es vollkommen zerstört, jedoch in den 1970er und 1980er Jahren wieder originalgetreu errichtet.
Die Wurzeln des Schlosses gehen auf ein Holzgebäude aus dem 13. bzw. 14. Jahrhundert zurück. Der Bau des eigentlichen Schlosses datiert auf das Ende des 16. Jahrhunderts. König Zygmunt III. befahl den Bau, als er Warschau zur Hauptstadt Polens machte, vorher war dies Krakau. Die Schlossgärten wurden Anfang des 15. Jahrhunderts geschaffen und im darauf folgenden Jahrhundert im Stil der Renaissance angelegt. Das königliche Schloss wurde im 18. Jahrhundert mehrmals umgestaltet. Nach den Teilungen Polens verlor das Schloss 1795 seine Funktion als Sitz des Senats, des Sejms und des Königs. Nach Plünderungen im Jahr 1831 wurde es ab 1918 Sitz des polnischen Präsidenten. Schon zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde das Königsschloss bombardiert und zum Teil zerstört. Auf Befehl Heinrich Himmlers wurde es 1944 gesprengt. Der Wiederaufbau des Schlosses wurde erst 1971 beschlossen. Die Rekonstruktionsarbeiten dauerten 17 Jahre und wurden durch Spenden ermöglicht. Somit ist das heutige Gebäude nur eine Rekonstruktion. Allerdings sind zahlreiche innere Details noch Originale, da sie während der Krieges an sicheren Orten aufbewahrt wurden. Heute beherbergt das Schloss ein Museum mit einer großen Gemäldesammlung.

Geöffnet ist das Schloss von Dienstag bis Samstag von 10.00 bis 18.00 Uhr sowie Montag und Sonntag von 11.00 bis 18.00 Uhr. Sonntags ist der Eintritt frei, ansonsten liegen die Preise bei 10 bis 18 PLN (ca. 2,30-4,20€). Eine Führung, die vorher reserviert werden muss, kostet 85 PLN (ca. 20€).

Schloss Peskenstein nahe Krakau
Bei Schlossreisen Polen stösst man auch auf das Schloss Peskenstein (pl. Pieskowa Skala), das in Kleinpolen, nur 25 km von Krakau entfernt, liegt. Der Name des Schlosses bedeutet „hundeförmiger Felsen“. Damit ist der Kalksteinfelsen gemeint, auf dem das Schloss im 14. Jahrhundert errichtet wurde. Das Schloss wurde auf Befehl von König Kasimir dem Großen als Wehrburg gebaut. Im 16. Jahrhundert wurde die einstige Burg in ein Schloss im Renaissance-Stil umgebaut. Heute kann man die Wohn- und Repräsentationsräume besichtigen. In ihnen findet man Möbel aus mehreren Epochen. Zudem beheimatet das Schloss eine Zweigstelle der Wawel-Kunstsammlung mit Kunst aus Europa.

Dienstags und donnerstags hat das Schloss von 9.00 bis 15.00 Uhr geöffnet, an Freitagen von 9.00 bis 12.00 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 10.00 bis 17.00 Uhr. Freitags ist der Eintritt frei. Ansonsten zahlt man 10 PLN (ca. 2,30€)

Kaiserschloss in Posen
Das Kaiserschloss (pl. Zamek Cesarski) wurde von 1905 bis 1910 erbaut. Es war eines der letzten großen europäischen Schlösser im Auftrag des deutschen Kaisers Wilhelm II. Das Schloss wurde im Stil der Neuromantik errichtet. Die Kosten für das damals modernste europäische Schloss beliefen sich nach Fertigstellung auf fünf Millionen Reichsmark. Das Gebäude besteht aus schlesischem Sandstein, Beton und Backstein.
Während der Zwischenkriegszeit wurde das Schloss als Residenz für den polnischen Präsidenten genutzt. Ein anderer Teil beherbergte die Posener Universität. Hitler veranlasste eine umfangreiche Umgestaltung des Schlosses. Seit den sechziger Jahren war es Kulturzentrum. Heute dient es mehreren Zwecken, es ist beispielsweise Sitz einiger neuer Firmen.

Schloss Rügenwalde in Rügenwalde
Das Schloss Rügenwalde in der gleichnamigen Stadt (pl. Darlowo) war Residenz der pommerschen Herzöge aus dem Greifen-Geschlecht. 1352 begann man auf Befehl von Herzog Boguslaw V. mit dem Bau des Schlosses, das vorher eine Festung war. Im Zeitraum von 1929 bis 1935 wurde Schloss Rügenwalde renoviert und in ein Museum umgestaltet. Es ist seit 1929 Sitz des Kreisheimatmuseums, das von Karl Rosenow gegründet wurde. Da die Stadt und auch das Schloss im Zweiten Weltkrieg keine größeren Zerstörungen verkraften mussten, konnte der Museumsbetrieb schnell wieder aufgenommen werden.

Geöffnet ist das Museum montags bis freitags von 8.00 bis 16.00 Uhr sowie samstags und sonntags von 10.00 bis 16.00.

Schloss Finckenstein nahe Rosenberg
Das Schloss Finkenstein (pl. Kaminiec) im gleichnamigen Dorf nahe Rosenberg (pl. Susz) wurde im Auftrag von Albrecht Konrad Finck von Finckenstein in der Zeit von 1716 bis 1720 gebaut. Das Schloss blieb bis 1782 im Besitz der Familie. Im Anschluss wurde es von den Burggrafen zu Dohna-Schlobitten erworben. Im Zweiten Weltkrieg fiel das Schloss einem Brand zum Opfer. Weltweit bekannt wurde Schloss Finckenstein durch den Aufenthalt von Napoléon Bonaparte. Er nutzte das Schloss im Jahr 1807 als Hauptquartier während der Koalitionskriege. Da das Schloss nie wieder aufgebaut wurde, kann man heute nur die Ruinen besichtigen.

Schloss Wawel in Krakau
Eines der schönsten Schlösser in Polen ist das Schloss Wawel in Krakau. Es ist Burg und Schloss zugleich. Der Name bezieht sich auf alle Bauten, die sich auf dem Schloßberg befinden. Der Wawel war eine der glanzvollsten Residenzen Europas und zudem über Jahrhunderte hinweg Zentrum des politischen und kulturellen Lebens.
Das Schloss ist neben der Kathedrale ein nationales Heiligtum Polens. Der polnische König Boleslaw ließ das Schloss im 11. Jahrhundert im gotischen Stil erbauen. Später wurde es von Kasimir dem Großen ausgebaut. Das Gebäude brannte 1499 nieder. König Zygmunt I. ließ dann ein Schloss im Renaissance-Stil errichten. Heute ist das Schloss eines der bedeutendsten Museen des Landes. In den prunkvollen Sälen mit Kassettendecken und geschnitztem Mobiliar aus Renaissance, Gotik, Barock und Rokoko sind die bekannten flämischen Gobelins aus Arras ausgestellt. In der Rüstungskammer findet man 900 Exponate aus dem Orient und Abendland. Es ist die reichste Waffensammlung Polens. Neben der Rüstungskammer kann man auch die Schatzkammer, die königlichen Gemächer und die königlichen Appartements besichtigen.

Der Schlosshügel ist für alle täglich von 6.00 bis 20.00 Uhr zugänglich, im Winter nur bis 17.00 Uhr. Die Kathedrale und die Königsgräber kann man montags bis samstags von 9.00 bis 15.00 Uhr und sonntags von 12.15 bis 15 Uhr besichtigen; von Mai bis September auch bis 17.30 Uhr bzw. an Samstagen bis 17.00 Uhr.
Die königlichen Gemächer sind montags, mittwochs, donnerstags und samstags von 9.30 bis 15 Uhr, freitags von 9.30 bis 16.00 Uhr und sonntags von 10.00 bis 15.00 zugänglich. Am besten kauft man sich schon morgens ein Ticket für eine Führung.
Die Schatz- und Waffenkammern und der Verlorene Wawel sind montags von 9.30 bis 12.00 Uhr, mittwochs, donnerstags und samstags von 9.30 bis 15.00 Uhr, dienstags und freitags von 9.30 bis 16.00 Uhr und an Sonntagen von 10.00 bis 15.00 Uhr zu besichtigen. Die Eintrittspreise reichen von 6,50 PLN (1,50€) bis 15 PLN (3,50€. Eine Führung für maximal 30 Personen kostet 250 PLN (ca.60€)


Schlosshotels
Um dem grauen und tristen Alltag zu entfliehen, eignen sich Schlosshotels in Polen, denn in ihnen steckt noch Seele, da sie von ihren Besitzern liebevoll gepflegt werden. In einem Schlosshotel herrscht eine völlig andere Stimmung als in einem normalen Hotel. Die Beziehung zum Gastgeber ist viel herzlicher und persönlicher. Jeder Besuch in einem Schlosshotel ist ein einzigartiges Erlebnis, denn neben einer fürstlichen Übernachtung erwarten den Gast zudem kulinarische Köstlichkeiten. Durch das majestätische Flair wird der Aufenthalt in einem Schlosshotel in Polen zu einer erlebnisreichen Reise. Verzaubert vom königlichen Ambiente und der gastfreundlichen Behandlung, fühlt man sich schnell wie ein Adeliger. Man kann sich den Traum, einmal in einem Schloss zu übernachten, ganz einfach erfüllen. Dafür muss man gar nicht weit weg reisen und auch nicht viel Geld ausgeben. In Polen gibt es nämlich insgesamt etwa 140 historische Objekte, die zu Hotels oder Pensionen umgebaut wurden. Die meisten Schlosshotels gibt es in Pommern, Großpolen und Schlesien. Hier kann man den Charme eines Schlosses in eleganten, aufwendig renovierten Räumen erleben. Neben stilvollen Zimmer gibt es in den Schlosshotels auch Restaurants, Bars, Sport- und Wellnessbereiche. Man muss also auf nichts verzichten. Das Angebot reicht im kulinarischen Bereich von herzhaften Wildgerichten bis hin zu delikaten Speisen mit Meeresfrüchten. Das Wellness- und Spa-Angebot ist von Schlosshotel zu Schlosshotel verschieden, doch in vielen Häusern gibt es Fitnessräume, Swimming- und Whirlpools, Massagen sowie kosmetische Behandlungen - bis hin zur Aromatherapie. Befindet sich das Schlosshotel in Wassernähe, so kann man auch Wassersport betreiben oder mit einem Boot herausfahren. Die meisten Hotels bewegen sich im 3- und 4-Sternebereich, aber natürlich gibt es auch exklusive 5-Sterne-Häuser.

Wer etwas von der Schönheit Polens sehen will, möchte auch in einer schönen Unterkunft nächtigen. Daher bieten sich Schlossreisen für eine Rundfahrt durch Polen, einen längeren Aufenthalt oder ein kurzes Romantikwochenende an. Natürlich kann man auch Räumlichkeiten für geschäftliche Zwecke oder Familienfeste, beispielsweise für eine Hochzeitsfeier, mieten. So wird der schönste Tag im Leben zu einem wahrlich traumhaften und unvergesslichen Erlebnis.

2.1.4 Sehenswürdigkeiten Masurens

Ist man in Polen, sollte man nicht verpassen einen Abstecher an die Masuren (pl. Mazury) zu machen, denn schon die Zugfahrt dorthin ist ein echtes Erlebnis. Da es von Warschau aus keine direkte Zugverbindung gibt, muss man ein paar Mal umsteigen, um ans Ziel zu kommen. Doch ist das nicht schlimm, denn so lernt man polnische Ortschaften kennen, die man sonst wohl nie gesehen und besucht hätte. Auf der Fahrt kann man dabei zuschauen, wie sich Polen verändert. Ist man erst einmal aus der großen grauen Stadt heraus, wird es immer ländlicher, bis man nur noch Felder sieht. Mohn- und Kornfelder so weit das Auge reicht, ab und zu sieht man Häuser und Seen, Menschen bekommt man erst an den Bahnhöfen wieder zu Gesicht.
Die Masuren in Polen liegen im Norden des Landes an der masurischen Seenplatte, das Gebiet erstreckt sich auf 46.000 km² bis an die Grenzen Russlands. Über 3.000 Seen zieren dieses Gebiet und machen es damit zur größten Seenlandschaft Polens. Trotz der vielen Seen ist das Gebiet der Masuren zu 30% bewaldet und es gibt 160 Naturreservate und sechs Naturparks.
Ein Besuch in dieser polnischen Region bietet sich natürlich besonders im Sommer an, denn dann ist es warm und auch meistens trocken. Besonders die Tier- und Pflanzenwelt weiß zu begeistern. In dieser Region gibt es Wildschweine, Dachse, Fischotter, Biber, aber auch seltene Sumpfschildkröten. Auch die Vogelwelt hat viel zu bieten, so sind in den Masuren Weiß- und Schwarzstörche, Wespenbussarde, Kormorane und Eisvögel heimisch. In der Welt der Pflanzen gibt es wahre Raritäten zu entdecken, wie geflecktes Knabenkraut, Trollblumen, Sonnentau, die Türkenbund-Lilie und Bärlapp. Also ein wahres Paradies für Naturfreunde und Hobbybiologen.
Wer keinen gewöhnlichen Urlaub in Masuren Hotels verbringen möchte, der erkundet die Gegend einfach per Rad und das jeden Tag aufs Neue. Wer kein Freund von Zelten und Luftmatratzen ist, der kann es auch bequemer haben. Man folgt per Drahtesel einfach der Tour des Schiffs MS Classic Lady, das man als schwimmendes Hotel nutzen kann. Sollte man aufgrund eines Muskelkaters oder tauben Pos nicht mehr radeln können, kann man sich auf dem Schiff eine Auszeit gönnen. Dies kann man natürlich auch tun, wenn es Petrus mit dem Wetter nicht ganz so gut meint.
Jeder, der Natur pur genießen möchte ist hier richtig, denn es gibt nur wenige asphaltierte Wege. Die meisten Strecken kann man auf Wald- oder Feldwegen zurücklegen, durch dunkle Wälder sowie an kleinen Bächen entlang strampeln und stundenlang kein Auto sehen. Die idyllische Landschaft lädt zu Picknicks und kleinen Verschnaufpausen ein, bei denen man die unberührte Natur in vollen Zügen auskosten kann. Aber auch bei einer Radtour durch die Masuren kommt man an Städten nicht vorbei, in denen es natürlich Autos, LKWs und vor allem viele Busse gibt, denn immer mehr Urlauber entdecken dieses schöne Fleckchen Erde für sich. In den vergangenen Jahren haben schon mehr als 1 Mio. Besucher ihren Sommer hier verbracht und es werden wohl immer mehr werden. Darauf stellen sich auch die Städte ein und bauen schon fleißig schöne neue Hotels, damit Touristen auf nichts verzichten müssen. Diese Baumaßnahmen können den Polen Masuren aber nicht ihren Zauber nehmen. Es gibt viele Routen für Radtouren, bei denen man auch die vielen verträumten Winkel der Region entdecken kann.
Natürlich kann man die Masuren nicht nur per Fahrrad erkunden, sondern auch zu Fuß, wer also gerne wandert, der ist hier ebenso gut aufgehoben. Die Masuren scheinen wie zum Wandern gemacht zu sein, kann man auf vielen Strecken die Seen mit dem klaren Wasser, große Wälder und malerische Wiesen bewundern. Man hat die Qual der Wahl, entweder man macht eine kleine Wanderung, die nur ein bis zwei Stunden dauert, oder man nimmt sich gleich den ganzen Tag Zeit und erforscht die Umgebung. Wer gar nicht genug bekommen kann, der kann natürlich auch eine komplette Wandertour unternehmen, die sich auf mehrere Tage erstreckt. Hier empfiehlt es sich, wie auch bei der Erkundung per Rad, eine Tour im Voraus zu buchen.
Einen Besuch wert ist auch der Masurische Landschaftspark, der 1977 eingerichtet wurde. Er soll die Naturbestände des Gebiets erhalten. Die Fläche des Parks umfasst fast 55.000 ha, der geschützte Teil ist 18.000 ha groß. Insgesamt nehmen die Flüsse 17.000 ha und die Wälder 29.000 ha der gesamten Parkfläche ein. Im Landschaftspark gibt es 60 Seen, darunter ist Polens größter See, der Spirdingsee. Auch der Fluss Krutyna fließt hier, er ist besonders beliebt als Kajakstrecke. Ebenfalls im Park befinden sich elf Naturreservate und in ihnen circa 850 Gefäßpflanzenarten, darunter die Trollblume und das Moosglöckchen. Pflanzenliebhaber können sich zudem über zehn Orchideen-Arten freuen. Die Fauna hat neben 150 Vogelarten auch Wölfe, Biber und Fischotter zu bieten, sowie Wildschweine, Schwarzstörche und Seeadler. Der Lucknainer-See beheimatet 1.000 Schwanenpaare, dies ist die größte Ansiedlung von Höckerschwänen im ganzen Land.
Auch ein Highlight für Naturfreunde ist der Wigry Nationalpark, der sich auf einer Fläche von 15.000 ha erstreckt. Im Park befinden sich 42 Seen, der größte ist der Wigry-See mit einer Fläche von knapp 2.200 ha, er ist teilweise 73 m tief. Ein erheblicher Teil der Parkfläche wird von Torfmooren eingenommen. Ebenso zur Pflanzenwelt gehören Kräuter, Nadel- und Laubbäume und Kleingewächse, von ihnen stehen 88 Arten unter Naturschutz. Natürlich gibt es hier außerdem viele Tiere zu bestaunen, denn im Park wurden bis heute 1.700 Tierarten ermittelt. 301 Arten von ihnen sind vom Aussterben bedroht. Das am häufigsten vorkommende Tier ist der Biber mit knapp 250 Exemplaren. Seltener, aber dennoch das am meisten anzutreffende Raubtier ist der Wolf. Besonders abends und im Winter hört man die Wölfe heulen. Wer gerne wandert kann das auf den 190 km langen gekennzeichneten Wanderwegen tun, die es extra für Touristen gibt.
Im Park befindet sich auch ein Barockkloster des katholischen Emeriten- Ordens. Es wurde 1694 erbaut und befindet sich auf einer Halbinsel, die vom Wigry- See umschlossen wird. Von hier aus hat man eine wundervolle Aussicht auf den Nationalpark. Das Kloster ist burgförmig angelegt und wurde im Laufe der Zeit mehrfach beschädigt. Im Zweiten Weltkrieg wurde es fast vollkommen zerstört, doch der Wiederaufbau konnte schon im Jahr 1950 beginnen. Bedeutendster Besucher des Ziegelbaus war Papst Johannes Paul II. Heute werden die kleinen Häuser der Emeriten an Besucher aus der ganzen Welt vermietet.
Eine weitere Station eines Masuren Urlaubs kann der Besuch der Borkener Heide sein. Das Gebiet besteht aus 230 km² Mischwald. Hier wurden 1956 Wisente ausgesetzt, der heutige Bestand umfasst circa 70 Tiere. Diese Büffelart erreicht ein Gewicht von bis zu 1000 kg und ist eher scheu. Am ehesten kann man einen Blick auf sie werfen, wenn sie sich auf der Suche nach Futter befinden, das ist meist im Winter und vor allem bei Tagesanbruch. Touristen sollten nicht versuchen die Borkener Heide auf eigene Faust zu entdecken, denn das kann gefährlich sein, da man sich schnell verlaufen kann. Am besten man bleibt auf den Wanderstraßen und orientiert sich mit Hilfe einer Karte. Neben Wisenten kann man auch Wölfe, Füchse, Hasen, Wildschweine, Elche und Hirsche sehen. Insgesamt gibt es hier 150 Vogelarten, darunter sind Schrei-, Fisch-, Seeadler und auch Schwarzstörche.
Die Masuren haben natürlich auch Museen, die besucht werden können, wie das Museum der Volkskultur in Angerburg. In diesem Museum wird nicht nur Kunsthandwerk der Gegend gesammelt, sondern auch die Volkskultur gepflegt. Im Museum befindet sich ein kleiner Laden in dem man sich ein Andenken kaufen kann, zur Wahl stehen unter anderem bemalte Tonteller oder geschnitzte Figuren.
Das Museum der Polnischen Reformation in Nikolaiken ist im katholischen Polen eine kleine Eigenheit. Es wurde von einem pensionierten Pastor gegründet. Es befindet sich im evangelischen Gemeindehaus der Stadt.
Weitere beliebte Beschäftigungen in Masuren sind das Reiten und Kanu fahren. Auf den verschiedenen Strecken kann man Flora und Fauna der Gegend hervorragend beobachten und so ein paar schöne Stunden erleben. Wer also einen Urlaub verbringen will, der sowohl ereignisreich als auch idyllisch und ruhig ist, in dem man nette Menschen kennen lernt und überall auf schöne Gegenden und Plätze trifft, der sollte die Masuren unbedingt besuchen, denn eine Reise Masuren lohnt sich für jeden.

2.1.5 Masuren, Reisen in die Vergangenheit

Reisen nach Masuren sind für viele Menschen mehr als nur ein Urlaub oder ein paar erholsame Tage. Zahlreiche Masuren-Touristen treten eine Reise in die eigene Vergangenheit an. Die Entscheidung für eine Reise nach Masuren Ostsee fällt den meisten nicht schwer, denn die Neugier auf die alte Heimat ist enorm. Mit großer Wehmut blickt man auf die vergangene Zeit zurück und ruft sich damalige Erlebnisse ins Gedächtnis. Dabei handelt es sich nicht immer nur um positive Erinnerungen. Die meisten möchten ihre masurische Heimat besuchen, um altbekanntes zu sehen, Veränderungen wahrzunehmen und um Abschied zu nehmen, falls man nie mehr zurückkehren sollte. Oft wird die Reise von gemischten Gefühlen begleitet, die sich vor der Abfahrt oder während der Hinreise breit machen. Doch spätestens bei der Ankunft sind alle negativen Gedanken verschwunden, denn sobald man ein bekanntes Fleckchen entdeckt, kehren auch die Kindheitserinnerungen zurück, die einem ein Lächeln auf das Gesicht zaubern: Hier hat man mit der Familie gelebt - in dem Haus, das die Eltern einst bauten. Viele Häuser stehen noch und sind von ihren neuen Besitzern renoviert worden. Die neuen Hauseigentümer freuen sich über Besuch aus Deutschland und zeigen den früheren Bewohnern gerne die alten Räumlichkeiten. Spätestens beim Betreten der einstigen vier Wände ist die Freude über das Wiedersehen mit der alten Heimat riesengroß. Fast scheint es so, als sei man nie weg gewesen. Beim Anblick des alten Kachelofens, der sich noch in den meisten Häusern befindet, fühlt man sich schlagartig in die Vergangenheit zurückversetzt. Die Masuren Ferien werden die ganze Zeit von Erinnernungen begleitet. Nicht nur das damalige Elternhaus kommt einem vertraut vor, auch die umliegende Landschaft hat sich kaum verändert. Vielerorts wirkt es, als sei die Zeit stehen geblieben. Ein Blick auf die Felder und Wälder der Gegend erlaubt den Reisenden einen kurzen Rückzug in vergangene Tage. Erinnernungen werden lebendig, die klare Luft macht die Sinne frei, die Sonne kitzelt die Nase und man fühlt sich so, als sei man in eine andere Zeit versetzt worden. Das kindliche Spielen im Gras mit den Nachbarskindern flammt vor dem inneren Auge auf und man fragt sich, ob hier noch jemand lebt, den man einst gekannt hat. Da viele ältere Menschen in Masuren leben, kann man tatsächlich Glück haben und einen Spielkameraden aus der alten Zeit wiederfinden. Allerdings sollte man auch damit rechnen, niemanden aus der Vergangenheit zu sehen. Dennoch lohnt sich die Reise, selbst wenn man keinen alten Freund oder die erste große Liebe wiedertrifft. Wohl kein anderer Urlaub wühlt so viele Gefühle und Erinnerungen auf. Keine andere Region ist so voller Geschichten und Schicksale. Der Urlaub Polen Masuren als Zeitreise hinterlässt seine Spuren, auch noch lange nach der Heimfahrt, denn die Gedanken an die alte Heimat, die immer einen besonderen Platz im Herzen haben wird, lassen einen wohl nie ganz los. Mit neuen Eindrücken und Erlebnissen im Gepäck kann man die vergangene Zeit besser verarbeiten, aber nie vergessen. Die Rückkehr zu den eigenen Wurzeln kann eine befreiende Erfahrung sein, die man mit einem wunderschönen Urlaub in einer der wundervollsten Gegenden der Welt verbinden kann.

Manch’ einer, der nie selbst an der Seenplatte Polen gelebt hat, hat vielleicht einen Onkel oder Großeltern, die aus dieser Region stammen. Auch als Angehöriger möchte man sich auf die Spuren von Verwandten oder Bekannten machen. Oft hat man sich schon die Schwärmereien angehört - die Kindheitserlebnisse aus der alten Heimat sind allgegenwärtig. Nun möchte man Geschichte einmal hautnah erleben, an die Orte reisen, die man schon so oft durch Beschreibungen vor sich gesehen hat. Bildbände, Geschichtsbücher und Co. können die Atmosphäre der Masuren nur zum Teil wiedergeben. Um die Erzählungen zu begreifen und um sich selbst ein Bild von den Masuren machen zu können, ist eine Reise dorthin unerlässlich. Durch diese Reise kann man sicherlich besser verstehen, was die Eltern, Großeltern oder andere Verwandte vor etwa 70 Jahren erlebt haben. Selbst ohne eigene Erinnerungen an ein Leben in Masuren wird man sich in eine andere Zeit versetzt fühlen. Die ursprüngliche Natur erlaubt es auch der jüngeren Generation, die Masuren so zu erleben, wie sie vor Jahren schon waren. So eine unvergleichliche und unverfälschte Landschaft findet man wohl nur in Polen. Masurische Seenplatte, Nationalparks und viele Sehenswürdigkeiten sind neben der einzigartigen Natur weitere Höhepunkte bei einer Reise nach Masuren, egal aus welchem Grund.

2.1.6 Masuren Aktivurlaub

Wer Urlaub in Polen machen möchte, den zieht es oft in die Region der Masuren. Hier kann man sich hervorragend erholen und entspannen, denn bei viel Ruhe und faszinierendem Naturreich ist dies kein Problem. Auch die Gastfreundschaft der Menschen dort und die schönen Hotels ermöglichen einen angenehmen Aufenthalt in Polen. Doch viele Urlauber wollen mehr, sie wollen im Urlaub nicht nur auf der faulen Haut liegen und nichts tun. Immer mehr Touristen fahren an die Masurische Seenplatte, um einen Aktivurlaub zu machen. Dabei ist es egal, ob man auf eigene Faust anreist und alles vor Ort plant oder gleich von daheim aus einen organisierten Aktivurlaub für die Masuren bucht. Die Auswahl ist so groß wie die Region selbst. Die atemberaubende und abwechslungsreiche Szenerie des Gebiets macht Lust auf Erkundungstouren, egal ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auf dem Wasserweg. Vor allem die noch unberührte Landschaft lockt Naturliebhaber in diese Region. Dem Charme der polnischen Masuren erliegen Jahr für Jahr immer mehr Menschen egal welchen Alters, denn auch für Senioren und Familien gibt es hier viel zu entdecken und natürlich auch zu tun, denn ein Aktivurlaub ist keine Frage des Alters.

Wandern
Die Masuren sind ein ausgezeichnetes Gebiet für Wanderungen, egal ob man nur ein bis zwei Stunden, einen ganzen Tag oder mehrere Tage unterwegs sein möchte. In Masuren kann man fast jeden Wanderwunsch erfüllen. Die einzigartige Landschaft, die grünen Wälder und blauen Seen, macht eine Wandertour zu einem einmaligen Erlebnis. Ein Sonnenuntergang am Seeufer bei vollkommener Ruhe verwandelt selbst harte Realisten für einen Moment zu verträumten Romantikern. Sonnengelbe Rapsfelder und urige Dörfer komplettieren das stimmungsvolle Bild der Masuren. Bei einer Wanderung kann man die Natur vollkommen und unverfälscht genießen, dabei spielt es keine Rolle, ob man alleine unterwegs ist oder mit einer Gruppe im Rahmen einer organisierten Wandertour. Man wird sich in jedem Fall wie in die Vergangenheit zurück gesetzt fühlen, denn die masurischen Wanderstrecken zeigen die gesamte Attraktivität der Region, die sich vor allem durch Unberührtheit, Stille und Unbeschwertheit auszeichnet. Hier ist das Leben noch nicht von Hektik und Stress geprägt. Diese einzigartige Atmosphäre kann man bei Wanderungen in vollen Zügen genießen und das nicht nur an ein paar Plätzen, sondern überall. Eine mögliche ausgiebige Wandertour kann die folgende sein: Gizycko- Puszcza Borecka- Goldap- Stanczyki- Rapa- Sztynort- Wilczy Szaniec- Reszel- Swieta Lipka- Kosewo Gorne- Krutyn- Wojnowo– Mikolajki- Gizycko

Der erste Tag der Tour führt in Richtung Nordost durch Wälder. Im Borker Wald hat man die Gelegenheit die Zucht des größten europäischen Säugetiers zu sehen, das Wisent.
Am zweiten Tag steht ein Besuch der Viadukte aus dem Jahr 1926 in Stanczyki an. Sie gehörten einst zur Bahnstrecke Goldap – Wehrkirchen. Die Pfeiler der Brücke sind aus Holzbeton. Heute sind die Viadukte bei Extremsportlern sehr beliebt, denn sie eignen sich beispielsweise gut für Bungee-Jumping. Aber nicht nur die Viadukte selbst, sondern auch die Landschaft ist sehenswert, da sie ein wenig bergig ist.
Der dritte Tag führt an die Masurische Pyramide in der Nähe von Rapa. Es handelt sich um eine Grabstätte der Fahrenheid Familie. Diese Stätte wurde in Form einer Pyramide erbaut und lockt immer mehr Touristen nach Masuren. Durch ein Fenster kann man teilweise mumifizierte Skelette erblicken. Die Grabstätte entspricht jedoch keiner ägyptischen Pyramide. Sie ist ca. 16 m hoch und die Seitenlänge beträgt rund 10,5 m.
Am nächsten Tag folgt eine schöne und von der Landschaft her eher flache Strecke, die an den Seen Mamry, Dargin und Labap vorbeiführt. Ebenfalls besichtigt werden kann der Ort Sztynort. Hier hatte die berühmte Familie der Grafen von Lehndorff ihren Sitz. Weiter geht es zur Wolfsschanze (Wilczy Szaniec), dem einstigen Hauptquartier von Hitler in Ostpreußen. Hier hat er die meiste Zeit des Zweiten Weltkriegs verbracht. Berühmt geworden ist die Wolfsschanze vor allem durch das Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944. Durch eine Bombe versuchte Claus Schenk Graf von Stauffenberg Hitler zu töten.
In Reszel kann man die Burg der Ermländischen Bischöfe besuchen, von der aus man einen wundervollen Panoramablick über die ganze Stadt hat. Die Burg stammt aus dem 14. Jahrhundert und diente als Bischofsresidenz. Im 17. Jahrhundert wurde aus der Bischofsburg ein Gefängnis, da das Gebäude sehr massiv gebaut wurde. Heute kann man hier Ausstellungen zeitgenössischer Kunst bewundern. Im Anschluss an die Burg ist der Besuch der Heiligen Linde (Swieta Lipka) ein Muss, in dem Ort findet man die bekannteste masurische Kirche und einen der berühmtesten Marien-Schreine Polens. Seit dem Mittelalter ist es ein Wallfahrtsort. Es empfiehlt sich ein Besuch des Orgelkonzerts in der Jesuitenkirche.
Die weitere Route führt nach Kosewo Gorne, dort gibt es eine Hirschfarm, die besichtigt werden kann. In Krutyn erwartet einen ein idyllisches Dörfchen mit alten Holzhäusern und Kajaks, hier hat man die Möglichkeit zum Kanufahren, denn die Kruttinna ist der beliebteste Fluss der Masuren.
Bevor es zurück nach Gizycko geht, führt der Weg nach Wojnowo, wo das Kloster der Altgläubigen mit vielen alten Ikonen steht. Die Altgläubigen waren eine Sekte der russisch-orthodoxen Kirche. In Mikolajki kann man einen schönen Spaziergang durch die Stadt machen und die dortige evangelische Kirche besuchen.
Da man nach so einem Masuren Urlaub wohl kaum Kraft hat, um den Weg nach Gizycko zu Fuß zurückzulegen, bietet sich eine Fahrt mit dem Schiff an. Während der Fahrt kann man die masurische Landschaft noch einmal in vollen Zügen genießen und schöne Erinnerungsfotos schießen.

Radwandern
Wer nicht so gerne zu Fuß unterwegs ist, kann die Masuren auch per Fahrrad erkunden. Dies geht ganz individuell alleine oder auch im Rahmen einer geführten Radwandertour. Die Masuren sind ein ganz spezielles Radreisegebiet, hier kann man eins mit der Natur sein und sich über eine unberührte und unverbaute Landschaft erfreuen. Im Herzen dieser Idylle ist der erste offizielle Wanderweg für Fahrräder entstanden, den man beim Masuren Urlaub nutzen sollte. Schon vorhandene Radstrecken wurden mit Zusatzstrecken verbunden, so konnte eine knapp 400 km lange Radstrecke entstehen. Diese Strecke führt Touristen an alle interessanten Plätze und Sehenswürdigkeiten der Region. Der Radweg spricht besonders die Urlauber an, die gerne spontan einen Urlaub per Rad unternehmen. Die Tour beginnt und endet in Ruciane-Nida, sie ist so aufgebaut, dass man selbst entscheiden kann wie viele Kilometer man pro Tag radeln möchte, 30 km, 50 km und mehr sind möglich, je nach Wunsch und Ausdauer. Die Wege führen die Radler über kleine Nebenstraßen, sowie herrliche Feld- und Waldwege. Die gesamte Tour ist leicht bis mittelschwer und auch für Hobbyradler gut zu meistern. Auf der Tour sind auch ausreichend Schlafmöglichkeiten eingeplant, die man besonders im Sommer lieber vorher buchen sollte. Die Tour sieht wie folgt aus:
Ruciane-Nida (Niedersee) - Mikołajki (Nikolaiken) –Ryn (Rhein) - Gizycko (Lötzen) – Sztynort (Steinort) - Wegorzewo (Angerburg) – Ketrzyn (Rastenburg) – Reszel (Rössel) - Mragowo (Sensburg) –Krutyń (Kruttinnen) - Ruciane- Nida Besichtigt werden können unter anderem die Wolfsschanze und Heilige Linde.

Kajak- und Kanutouren
Wer die Masuren auf dem Wasserweg kennen lernen möchte, kann das mit einer Kanu- oder Kajaktour tun. Die bekannteste Wasserwanderstrecke des Landes ist die Krutynia. Sie ist umhüllt von ausgiebigen Wäldern, wird unterbrochen durch Felder und Wiesen und fließt durch die einzigartige masurische Landschaft. Der kristallklare Fluss Krutynia führt die Urlauber durch die reiche und atemberaubende Flora und Fauna der Masuren in Polen. Mögliche Etappen einer Tour können sein:

  • Sorquitten – Bienki (15 km)
  • Bienki – Babieta (10 km)
  • Spychowo – Zgoin (12 km)
  • Zgoin – Kruttinnen (12 km)
  • Kruttinnen – Ukta (13 km)
  • Ukta – Nowy Most (6 km)
  • Nowy Most – Kamien (10 km)
  • Kamien – Niedersee (12 km)

Am besten man bucht sich schon im Voraus ein Kanu, denn in den Sommermonaten Juli und August sind viele Kanufahrer unterwegs. Wer sich nicht in das touristische Getümmel stürzen will, der kann auch eine Kanutour auf der Brda unternehmen. Diese Kanutour ist ebenso schön, wie die auf der Krutynia. Hier herrscht jedoch auch im Sommer weniger Betrieb, so dass man in aller Ruhe die Landschaft noch ein bisschen besser und intensiver genießen kann. Die Tour führt über Flussabschnitte und Seen, die in einem stetigen Wechsel aufeinander folgen. Hinter jeder Biegung wird ein neues Panorama enthüllt und man entdeckt Stück für Stück Masurens schöne Naturwelt.

Eissegeln
Eine noch nicht ganz so bekannte Sportart bietet sich in Masuren an, das Eissegeln. Jeder der dies schon einmal gemacht hat ist begeistert und dem Sport ein Leben lang verfallen. Bei dieser Sportart segelt man auf zugefrorenen Seen und Flüssen, hierbei können durch eine geringe Reibung hohe Geschwindigkeiten entstehen. Aus diesem Grund sollte man schon ein bisschen Mut mitbringen, wenn man sich diesem Abenteuer stellen will. Anfänger können vor Ort eine Einführung in das Eissegeln bekommen und die nötige Ausrüstung ausleihen. Schon am zweiten Tag hat man den Dreh raus und kann sich dem Vergnügen vollkommen hingeben. Hobbysportler erreichen Geschwindigkeiten bis zu 60 oder 70 km/h, Profis fast das Doppelte. Mit dem ersten Eis beginnt auch die Segelsaison. Die besten Monate zum Eissegeln sind Januar und Februar, der dafür beliebteste See ist der Spirding See (Jezioro Sniardwy). In Masuren kann man diesem Sport besonders gut nachgehen, da es hier ausreichend Eis und geeignete Windstärken gibt. Nicht vergessen sollte man wasserdichte Kleidung, dazu gehören ein einteiliger Segelanzug, Handschuhe, Schuhe, eine Skibrille und ein Helm. Natürlich kann einem gerade das Wetter einen Strich durch die Urlaubspläne machen, denn es kann immer wieder mal vorkommen, dass es nicht kalt genug ist und daher die Eisfläche zu dünn zum Eissegeln ist. Ist dies der Fall kann man natürlich noch andere Dinge unternehmen, denn wenn man im Winter in Masuren ist, kann man besonders auch die herrliche Landschaft genießen. Die klare Luft, der blaue Himmel und die strahlende Sonne lassen die “gezuckerten” Wälder malerisch und friedlich wirken. Ein tiefer Atemzug in dieser Natur weckt die Lebensgeister bis in den kleinsten Winkel des Körpers. Eine Winter- Reise Masuren kann nicht nur etwas für Wintersportler sein. In der stimmungsvollen Jahreszeit finden auch erschöpfte Menschen hier vollkommene Erholung, beispielsweise bei einem Spaziergang in der verträumten Winterlandschaft.

Für aktive Urlauber bietet Masuren ein abwechslungsreiches Programm an, denn hier kann man fast jeder Sportart nachgehen. Bei über 3.000 Seen gibt es natürlich zahlreiche Schwimmmöglichkeiten, man kann aber auch Surfen, Tauchen, Golfen und Reiten. Bei so einem umfangreichen Angebot lohnt sich eine Reise nach Masuren für Jedermann.

2.1.7 Breslau

Die historische Landschaft Schlesien erstreckt sich nordöstlich des Sudenten-gebiets am Mittel- und Oberlauf der Oder. Schon seit dem Altertum verlaufen hier Handels- und Verkehrswege von Westeuropa nach Osten (die Salzstraße) und vom Süden zur Ostsee (die Bernsteinstraße). Die Hauptstadt Nieder-schlesiens hat sich im Jahr 1945 von Breslau in Wrocław umbenannt. Die Stadt liegt zu beiden Seiten der Oder am Zusammenlauf vieler Bahnlinien und Hauptstraßen. Heute leben rund 632.000 Menschen in Breslau - so wird die Stadt im Deutschen noch immer genannt und auch in Beschreibungen für Polenreisen wird dieser Name noch verwendet.

Unter böhmischer Lehensherrschaft entstand im 9. Jahrhundert die Burg Wroclaw, im 10. Jahrhundert wurde sie von den Piasten erobert. Die Siedlung wurde 1241 von den Mongolen komplett verwüstet und dann von deutschen Einwanderern neu gegründet. Im Jahr 1261 erhielt Breslau Magdeburger Stadtrecht. Die gotische Stadt entstand am südlichen Ufer der Oder und auf einer Insel. Im Mittelalter wurde der viereckige Marktplatz zur größten Handelstätte Deutschlands.
Im Jahr 1335 ging Breslau zu Böhmen, 1526 zu Österreich und 1741 zu Preußen über. Die Universität, die 1811 neu gegründet wurde, wurde das geistige Zentrum der deutschen Erhebung gegen Napoleon.
Die Festung Breslau kapitulierte am Ende des Zweiten Weltkriegs nach drei Monaten Widerstand. Die Bevölkerung ist geflüchtet oder wurde getötet. Die verbliebenen Menschen wurden in den Jahren 1945 und 1946 ausgewiesen. Die Neubesiedelung mit polnischen Bevölkerungsgruppen erfolgte 1945, ebenso wie der Wiederaufbau der Stadt. Zahlreiche Opern, Theater, Museen, Institute und Bibliotheken zeugen bis heute vom wissenschaftlichen und kulturellen Leben in Breslau, wozu unter anderem die neun Hochschulen der Stadt gehören. Zudem sind für die Region die Gewerbe- und Industrieanlagen von großer wirtschaftlicher Bedeutung.

Der Mittelpunkt der Altstadt in Niederschlesien Polen ist das auf dem Marktplatz gelegene Rathaus aus dem 14. Jahrhundert. Das Gebäude zeigt sowohl innen, als auch außen klassische Elemente der deutschen Spätgotik. Gegenwärtig ist hier das Historische Museum der Stadt beheimatet. Im Kellergeschoss war der Schweidnitzer Keller, der nach Rekonstruktionen seit 2002 wieder ein Ratskeller ist. Ein Besuch dort komplettiert den Besuch in Breslau. Seit 1956 steht vor dem Rathaus ein Denkmal des polnischen Komödiendichters Aleksander Fredro (1793-1876). Das Denkmal stammt aus dem Jahr 1897 und wurde von Lemberg nach Breslau überführt. Der Marktplatz und der südwestlich gelegene Salzmarkt/Blücherplatz werden von nachgebildeten Fassaden der barocken und Renaissance-Bürgerhäuser gesäumt.
Das Breslauer Schloss wurde von 1750 bis 1755 auf Wunsch von Friedrich dem Großen umgebaut, 1868 umgestaltet und 1945 teilweise wieder hergestellt. Heute befindet sich in dem Schloss ein Teil des Historischen Museums, das mit einer Dauerausstellung zur 1000-jährigen Geschichte Breslaus eröffnet wurde.
In der gleichen Straße wie das Schloss steht auch die Kirche der Vorsehung Gottes aus dem Jahr 1750. Das barocke Gebäude wurde zu einem Vorbild für zahlreiche andere evangelische Kirchen in Schlesien.
Die Dorotheenkirche liegt östlich des Schlosses und stammt aus dem 14. Jahrhundert, die barocken Altäre aus dem 18. Jahrhundert.

Durch ein Barocktor nordwestlich des Marktplatzes gelangt man zur Elisabethkirche. Sie wurde 1241-1245 als Hauptkirche der Stadt gebaut. Das mächtige Bauwerk fiel in den siebziger Jahren einem Brand zum Opfer und wurde daraufhin restauriert. Im Inneren der Kirche gibt es eine barocke Kapelle, die 1671 gestiftet wurde. Der Turm der Breslauer Elisabethkirche hatte einen 130 m hohen Turm, der allerdings von einem Sturm 1529 zerstört wurde. Heute misst der Turm 91 Meter und ist noch immer der höchste Turm einer Elisabethkirche. Seit 1534 trägt er eine Renaissancehaube. Das hohe Kirchenschiff beherbergt viele Kunstwerke, wie eine Barockorgel, ein 15 m großes Tabernakel, Epitaphe, Grabmäler und ein Chorgestühl. Ein weiterer Höhepunkt ist die Universität der Stadt. Sie ist in einem ehemaligen spätbarocken Jesuitenkolleg untergebracht. 1702 wurde das Kolleg von Kaiser Leopold I. gestiftet. An den Kaiser selbst erinnert die schön dekorierte Aula Leopoldina. Die Universität aus Frankfurt a. d. Oder wurde im Jahr 1811 hierher verlegt. Im Zusammenschluss mit der Leopoldina wurde aus ihr die Schlesische Friedrich-Wilhelms-Universität zu Breslau. Am 9. Juni 1946 wurde die polnische Universität - so wie sie jetzt ist - offiziell gegründet und umfasst zehn Fakultäten.

Die Ossolinski-Nationalbibliothek in Breslau ist vielen nur unter dem Namen Ossolineum bekannt. 1945 wurde die Manuskripte- und Büchersammlung des polnischen Gelehrten Ossolinski von Lemberg nach Breslau verlegt. Die Bibliothek umfasst 600.000 Bände, darunter das Original des Pan Tadeusz von Adam Mickiewisz.

Weiter in östlicher Richtung, am ehemaligen Ritterplatz, erhebt sich die Vinzenzkirche, die 1240 im gotischen Stil erbaut wurde. Im Krieg wurde sie fast völlig zerstört. Zusammen mit dem sich anschließenden Norbertiner- Kloster wurde die Kirche restauriert. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Vinzenzkirche mehrfach umgebaut und umgestaltet. Ihre gegenwärtige Gestalt hat sie seit 1991. Erst in diesem Jahr war der Wiederaufbau beendet, doch die Kirche bedarf heute einer Restauration.

Auf der Sandinsel -die seit 1810 keine Insel mehr ist- steht die Kirche St. Maria auf dem Sande oder kurz Sandkirche. Sie wurde zwischen 1334 und 1425 erbaut. Bei der Kirche handelt es sich um einen Hallenbau im gotischen Stil. Besonders sehenswert sind ein romanisches Tympanon an der südlichen Innenwand und die Altäre im Stil der Spätgotik. Sie ist die älteste Marienkirche der Stadt und 22,5 m breit, 78 m lang und 23,5 m hoch. Der südliche Turm wurde im Jahr 1430 gebaut, der Nordturm nicht vollendet. Im Jahr 1632 war die Kirche einer Plünderung der Schweden ausgesetzt, und 1730 wurde die Kirche samt Turm vom Blitz getroffen. Das schöne barocke Interieur stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die Glocke aus dem Jahr 1730 ist 4740 kg schwer und hat einen Durchmesser von zwei Metern. Als Breslau im Jahr 1945 belagert wurde, wurde die Kirche durch einen Brand völlig zerstört. Im Zuge des Wiederaufbaus der Stadt ist auch die Sandkirche wiedererrichtet worden und steht heute für Besuche von Touristen zur Verfügung. Pensionen in Polen und natürlich auch Hotels sind über Öffnungszeiten informiert.
Über eine Brücke (Most Tumski) kommt man auf die frühere Dominsel. Hier fällt die Kreuzkirche zuerst durch ihren 69 m hohen Turm auf. Bei der Kirche handelt es sich um einen gotischen Bau aus dem 13.-14. Jahrhundert. Sie wurde von dem schlesischen Herzogspaar Heinrich IV. Probus und Mechthilds gestiftet. Die Kreuzkirche ist eine Doppelkirche. Sie enthält im Oberschiff ein frühgotisches Tympanon mit den Staturen des Herzogpaares-im Unterschiff befindet sich eine Grabplatte von Nankier, dem Bischof von Krakau und Breslau, der im Jahr 1341 verstarb.

Der Dom auf der Insel wird auch Kathedrale St. Johannes des Täufers genannt. Er wurde von 1244 bis 1341 im gotischen Stil gebaut und steht am Platz eines älteren romanischen Gotteshauses. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde auch diese Kathedrale zerstört, und der Wiederaufbau konnte erst im Jahre 1992 abgeschlossen werden. Der Dom zeigt heute den Typus der frühgotischen Kirche mit drei Längsschiffen, zwei Türmen und einem Hochaltarraum mit Rundgang. Mit fast 98 m Höhe sind die Türme des Domes somit die höchsten Kirchentürme der Stadt Breslau. Besonders sehenswerte Dinge des Doms sind das barocke Chorgestühl, ein spätgotisches Hauptaltar-Triptychon, moderne Farbglasfenster wie auch die Elisabeth-, Kurfürsten-, Marien- und andere Kapellen.
Neben dem Dom steht die älteste Kirche Breslaus, die Ägidienkirche im spätromanischen Stil, die schon 1218 gebaut wurde. Sie ist mit dem Museum der Erzdiözese verbunden. Hier kann man Kunstwerke bewundern, die aus dem Dom ausgelagert wurden, beispielsweise eine Figur Johannes des Täufers aus Sandstein aus dem Jahr 1170, wie auch Messegewänder, Skulpturen und wertvolle Silberaltäre.
Auf der Reise in Polen kommt man über die Lessingbrücke auf die linke Oderseite zurück. Dort fällt einem sofort ein prachtvolles Gebäude ins Auge, das Nationalmuseum. Das Gebäude ist im Stil der Neurenaissance erbaut worden. An der Stelle des Museums tagte früher die preußische Provinzialregierung. Das Museum beherbergt Kunsthandwerk aus Schlesien, mittelalterliche Plastiken, archäologische Funde und Sarkophage der schlesischen Herzöge Heinrich II. und Heinrich IV. Hier hängen auch Gemälde des Künstlers Michael Willmann, deren Werke an Rembrandt erinnern. Aus diesem Grund wird er auch als Rembrandt Schlesiens bezeichnet. Den Schwerpunkt der Sammlung bildet die polnische Kunst des 17. bis 20. Jahrhunderts.

In der Nähe des Breslauer Marktes steht die Kirche der Heiligen Maria Magdalena aus der Mitte es 14. Jahrhunderts. Der gotische Sakralbau ist heute Kathedrale der polnisch-katholischen Kirche. Die Kirche, samt beiden Türmen, wurde nach enormen Zerstörungen des Krieges wieder aufgebaut. Auf der Südseite befindet sich das romanische Portal, das aus dem Olbiner Kloster hierher gebracht wurde. Die reiche Figuralverzierung ist eine der schönsten romanischen Arbeiten in Schlesien. Im Städtischen Museum ist das Tympanon des Portals ausgestellt. Die Kirche beherbergt 16 Kapellen, außerdem viele Nebenaltäre und Epitaphien. Vor 1945 beheimatete die Kirche zudem die Armesünderglocke, die mit einem Umfang von 6,30 m die größte Glocke Schlesiens war. Doch ein Brand 1945 zerstörte die Glocke vollkommen. Im Inneren befindet sich auch die Grabstätte des Breslauer Rechtsanwalts Adam Caspar von Arzat.
Bei so vielen Sehenswürdigkeiten werden die Ferien in Polen zu einer echten Kulturreise. Abwechslung bieten einem aber viele Cafés, Bars, Clubs und zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten.

2.1.8 Bromberg

Die wichtigste Stadt der polnischen Region Kujawien-Pommern ist Bromberg (pl. Bydgoszcz). Die Stadt liegt am Brda/Brahe-Fluss, zwölf Kilometer westlich seiner Einmündung in die Weichsel und 47 km flussabwärts von der Stadt Thorn. Die alte Industrie- und Handelsstadt liegt umgeben von der herrlichen Bromberger Heide. Heute leben etwa 360.000 Menschen hier.
1346 wurde Bromberg von Kasimir dem Großen gegründet und erhielt Kulmisches Stadtrecht. Die Stadt gehörte abwechselnd zur preußischen und polnischen Krone und bis zum Jahr 1920 zum Deutschen Reich. Nur kurz nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs kam es im September 1939 zu Ausschreitungen, die vielen Bürgern - die deutschstämmig waren - das Leben gekostet haben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Bromberg Woiwodschaftsstadt mit einem wichtigen Flusshafen, dem Bromberg-Kanal.
Heute ist Bydgoszcz eine moderne und offene Stadt, die auch immer mehr ausländische Investoren anlockt, so haben schon einige internationale Firmen wie Unilever und Frosta in der Stadt eine Niederlassung. Bromberg wird auch häufig als Universitätsstadt bezeichnet, was daher rührt, dass es in der Stadt zwölf Hochschulen bzw. Niederlassungen von Hochschulen gibt. Die bekannteste Hochschule der Stadt ist die Kasimir-der-Große-Universität. Zudem ist die Stadt ein wichtiges Wirtschaftszentrum mit internationalem Flughafen und ein bedeutendes Musikzentrum Polens, mit einer Oper, der Opera Nova, und einer Philharmonie, der Filharmonia Pomorska. Des weiteren gibt es in Bromberg das einzige alljährliche Opernfestival des Landes.
In der Heide- und Waldlandschaft mit den zahlreichen Gewässern rund um Bromberg gibt es einige Erholungsgebiete wie auch Paddel- und Wanderrouten.

Eines der wichtigsten Symbole der Stadt sind die alten Getreidespeicher. Sie stammen aus den Jahren 1793-1800. Sie waren Lagerstätte für Argrarprodukte, die über die Waserstraßen transportiert wurden. Gegenwärtig befindet sich in ihnen das Leon-Wyczolkowski-Museum, es zeigt polnische Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts.
Eine der herrlichsten Straßen Brombergs ist die August- Cieszkowski- Straße, auf der sich ein einheitlicher Komplex von Mietshäusern befindet. Die berühmte Straße wurde in relativ kurzer Zeit in den Jahren 1896 bis 1904 gebaut, hier reiht sich ein Luxusmietshaus an das andere. Diese Häuser wurden von bekannten Bromberger Architekten enworfen, beispielsweise von Fritz Weidner. Die Häuserfassaden werden von neubarocken und neugotischen Formen geprägt, zur Verzierung wurden Motive aus Flora und Fauna gewählt.
Nach Plänen des Berliner Architekten Heinrich Seeling wurde die Evangelisch-Augsburgische-Kirche errichtet. Dies geschah in den Jahren 1896 und 1897. Die hauptsächlichen Merkmale der Kirche sind die neugotischen Formen. Das Gotteshaus ist einschiffig mit Querhaus; an der südlichen Seite des Gebäudes befindet sich ein Turm mit Satteldach. Eine Skulptur Christi aus dem Jahr 1820 steht auf dem Vorplatz der Kirche. Sie stammt von einem evangelischen Friedhof, der einst aufgelöst wurde.
Das Woiwodschaftsamt wurde nach den Entwürfen des Architekten Karl Schinkel erbaut. Das Gebäude wurde 1863 und ein weiteres Mal von 1896 bis 1900 umgestaltet. Im Laufe der Zeit hatten unterschiedliche Instutitionen hier ihren Sitz. Während der preußischen Herrschaft war es noch Regentschaftssitz, später auch Kommando der Staatspolizei, Sitz der Finanzkammer und auch Rechnungskontrolle der Telegraphen- und Postämter. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs ist es nun Sitz der Woiwodschaftsbehörden.

Die römisch-katholische Heilige-Dreifaltigkeit-Kirche wurde in den Jahren 1910 bis 1912 mit Hilfe von Spenden der polnischen Bürger gebaut. Die neubarocke Basilika ist dreischiffig mit Querhaus, die Kapelle ist kreisförmig und der Turm wird von einer Haube gekrönt. Der Innenraum ist ebenfalls in einem neubarocken Stil gehalten, durch Vielfarbigkeit und ein Kreuzgewölbe. Im Inneren der Kirche befindet sich ein Bild der Tschenstochauer Mutter Gottes.

Eine Art Reaktion auf die Heilige-Dreifaltigkeit-Kirche war der Bau der Herz-Jesu-Kirche, die ebenso in den Jahren 1910 bis 1912 errichtet wurde. Es ist eine römisch-katholische Kirche im neubarocken Stil, die von deutschen Katholiken gebaut wurde. Beim Bau wurde die für die damalige Zeit modernste Bauart gewählt, der Stahlbeton. Das Gotteshaus ist in Form einer Basilika gebaut, mit ausgesonderter Wölbung einer Kuppel und Querhaus. Im Innenraum im Barockstil kann man das Herz-Jesu-Bild von Faczynski aus dem Jahr 1932 und ein Tonnenkreuzgewölbe bestaunen.

Die Mutter aller Kirchen in Bromberg ist die St. Martin und St. Nikolaus Kirche. Diese römisch-katholische Kirche wurde in der Zeit von 1456 bis 1502 im spätgotischen Stil erbaut und ist in der Nordwest-Ecke der Altstadt zu finden. Das Gotteshaus zählt zu den würdigsten Bauten der Stadt. Das Hauptgebäude der Kirche ist dreischiffig und mit Sterngewölbe versehen. Der westliche Vorraum hat ein Kreuzgwölbe und der Chor ein schönes Netzgewölbe. Die Dächer des Gotteshauses sind spitz und mit Flachziegeln versehen. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden einige Grabkapellen angebaut. Von 1819 bis 1829 gab es umfangreiche Restaurationsarbeiten. Nach deren Beendigung wurde die Kirche 1831 an den christlichen Kult übergeben.
Die öffentliche Stadt- und Woiwodschaftsbibliothek am alten Markt war ursprünglich als Sitz der westpreußischen Königskammerdeputation vorgesehen. 1774 bis 1778 erbaut, war es in den Jahren von 1781 bis 1905 der Sitz des westpreußischen königlichen Hofgerichts, des Appellationsgerichts, des Grundbuchamtes sowie weiterer Institutionen. Die Bibliothek ist hier seit 1908 untergebracht. Ausgestellt sind Sammlungen von Urkunden polnischer Könige wie auch eine Sammlung von alten Drucken, die über 8.000 Exemplare umfasst. Einer der ältesten Drucke ist „Homilia´e Super Mathaeum“ von Chryzostom aus dem Jahr 1466. Besonders sehenswert sind neun Ausgaben der Bibel aus dem 15. Jahrhundert und ein Flugblatt aus dem Jahr 1480, das es kein weiteres Mal auf der Welt gibt. Das Flugblatt stammt aus Florenz und ist von Girolamo Hieronymus Savonarola, es trägt den Titel „Die Regel für alle Mönche“.
Einen sehr schönen Blick auf das Panorama der Stadt Bromberg hat man vom Wasserturm aus. Er wurde 1900 gebaut und war Element des Kanalisations- und Wasserleitungsnetzes. Der Turm sorgte damals für den richtigen Druck des Wassers. Das Gebäude im neugotischen Stil hat ein kegelförmiges Dach und eine Aussichtsgalerie. Auch heute noch ist es eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Bydgoszcz.

Nach Vorbild des römischen Pantheons wurde die St. Vinzenz von Paul Kirche errichtet. Der Bau erstreckte sich auf den Zeitraum zwischen 1925 bis 1937. Die römisch- katholische Kirche weist einen neuklassischen Stil auf. Das Gotteshaus ist die größte Kirche in Bromberg und eine der größten des Landes, auf 2.700 m² finden hier bis zu 12.000 Menschen Platz. Die Kirche ist 65 m hoch und der Hauptbau hat einen kreisförmigen Grundriss. Besonders zu beachten ist der Tempeleingang mit gewaltigen Säulen und dem Tor des Segens, das vom Bildhauer Kubiak stammt. Im Jahr 1997 wurde der Kirche von Papst Johannes Paul II. der Ehrentitel der kleineren Basilika Verliehen.

2.1.9 Krakau

Krakau (pl. Kraków), die Stadt im Süden des Landes, ist die heimliche Hauptstadt Polens. Hier, in die zweitgrößte Stadt des Landes, zieht es die Touristen. Alle sind fasziniert von den schönen Bauten der Stadt, die aus der Gotik, Renaissance, dem Barock und den darauffolgenden Epochen stammen. Die Stadt verbindet Geschichte und Moderne geschickt miteinander. Genau das macht den Reiz dieser Stadt aus. Tagsüber kann man die alten Bauten bewundern und viel über die Geschichte der Stadt und des Landes erfahren. Nachts kann man hier, in Polens wunderschönem Krakau, in Clubs und Bars ausgelassen feiern. Das Nachtleben steht dem von Berlin oder Madrid in nichts nach. Nicht umsonst ist Krakau ein beliebteres Reiseziel als Warschau oder das Skigebiet Zakopane. In Krakau gibt es 5.971 Sehenswürdigkeiten. Darunter Friedhöfe, Schlösser, Paläste, Kirchen und einiges mehr. Sogar 50% aller Exponate polnischer Museen sind in Krakau ausgestellt. So verwundert es nicht, dass die Stadt im Jahr 2000 europäische Kulturhauptstadt war. Auch die Altstadt von Krakau gehört zum Weltkulturerbe der Unesco . In dieser Stadt fühlen sich nicht nur die polnischen Einwohner wohl, sondern auch Touristen aus der ganzen Welt. Momentan sind die einheimischen Urlauber noch mit über 50% in der Überzahl, doch das soll durch Werbung für die Stadt geändert werden. Die Deutschen sind mit 9,2%, hinter den Tschechen, auf Platz drei, wenn es um Besuche in Krakau geht. Was Touristen an einem Urlaub Polen Krakau zusätzlich so fasziniert, sind fast immer die Gegensätze. Krakau kann auf der einen Seite so ruhig und malerisch sein, aber auch so „wunderschön“ laut. Es ist sowohl eine Oase der Ruhe als auch eine pulsierende Metropole.

Krakau hat sich den Typus der deutschen Pflanzstadt im Osten bewahrt. Inmitten der sich kreuzenden Straßen liegt der circa 200 m² große Haupt-Marktplatz. Der Platz wird von einstigen Bürgerhäusern und Adelspalästen mit ihren barocken, gotischen und Renaissance- Fassaden gesäumt. Im Haus Nr. 36 lebte 1790 für kurze Zeit Goethe. Daran erinnert noch heute eine Gedenktafel. In der Mitte des Platzes erheben sich die schmalen, aber 100 m langen Tuchhallen, die das Zentrum des mittelalterlichen Handels war. Im 14. Jahrhundert, an der Stelle ehemaliger Marktbuden erbaut, bekamen die Tuchhallen im 16. Jahrhundert ihre Renaissance-Prägung. Über dem Gesimse verdeckt eine hohe Attika das Dach. Sie ist mit Masken, Skulpturen und Nischen geschmückt und wurde zu einem Vorbild für weitere Renaissance-Bauten in Polen. Unter den spitzbogigen Arkadengängen der Tuchhallen befinden sich Lokale und Läden. In den Sälen des oberen Geschosses, die früher für Festlichkeiten vorgesehen waren, sind Gemälde beherbergt.

Was viele wohl nicht wissen ist, dass die Jagiellonen-Universität der Stadt die älteste Hochschule des Landes ist. Zudem ist sie die zweitälteste Universität Mitteleuropas. Sie wurde im Jahr 1364 von König Kazimierz d. Großen gegründet und hat bis heute schon einige berühmte Absolventen hervorgebracht. Der bedeutende Astronom Nikolaus Kopernikus hat hier studiert. Auch der verstorbene polnische Papst Johannes Paul II. hat an der Universität promoviert. Dies war im Jahr 1953, seine Habilitation war die letzte vor der Schließung des Fachbereiches der Theologie. Noch heute ist die Jagiellonen- Universität bei polnischen, aber auch ausländischen Studenten sehr beliebt. Jedes Jahr bewerben sich bis zu sechs Studenten auf einen Studienplatz. Die Tendenz ist steigend. Jährlich sind über 40.000 Studenten an der Universität eingeschrieben, davon kommen 800 aus dem Ausland. Weitere 800 Studierende besuchen Sommerkurse, und 400 studieren für ein oder zwei Semester an der berühmten Universität. Damit noch mehr Studenten aus dem Ausland kommen, werden vermehrt Bachelor- und Masterstudiengänge in englischer Sprache angeboten. Aber auch für Nicht-Studenten lohnt sich ein Besuch an der Jagiellonen- Universität. Der Arkadenhof des Hauptgebäudes aus der Zeit der Gotik ist einer der ältesten Teile, die noch erhalten sind. Hier gibt es, neben der glanzvollen Aula, auch das Museum der Universität zu bewundern. Das ganze Gelände der Universität ist genauso prachtvoll wie beeindruckend und mehr als nur ein Foto wert, wie fast alles in Krakau in Polen.
Natürlich ist die Universität nicht die einzige Sehenswürdigkeit in Krakau, wohl aber eine der wichtigsten. Auch die Marienkirche aus dem 13. Jahrhundert ist eine beliebte Touristenattraktion. Die gotische Kirche hat ein Querschiff und drei Längsschiffe. An der vorderen Front erheben sich zwei Türme, deren höherer Turm (80 m) von dem Turmwächter bewohnt wird. Jeden Tag, gegen 12 Uhr mittags, bläst er den plötzlich abbrechenden Ruf Hejnal Mariacki. Vom Turm aus hat man einen wunderschönen Rundblick. Das Hauptschiff setzt sich in einem Hochaltarraum fort, der vom bekannten Marienaltar von Veit Stoß aus dem 15. Jahrhundert abgeschlossen wird. Der Flügelaltar zeigt rund 2.000 aus Lindenholz geschnitzte, vergoldete und bemalte Figuren. Dem Tod und der Himmelfahrt Mariens ist der Mittelteil gewidmet. Ebenfalls Veit Stoß zugeschrieben wird das steinerne Kruzifix im Altar des rechten Seitenschiffs. Die Innenausstattung besteht aus zahlreichen Epitaphen, darunter Grabplatten aus Bronze von Peter Vischer, Chorgestühl, frühgotische Glasmalereien und Decken-Polychromien von Jan Matejko. Neben dieser herrlichen Ausstattung machen auch die liturgischen Geräte der Schatzkammer die Kirche zu einer großen Sehenswürdigkeit.

Über der Altstadt thront die einstige königliche Residenz, das Schloss Wawel. Das Krakauer Schloss war für sechs Jahrhunderte der Sitz der polnischen Könige. Anfang des 13. Jahrhunderts ließ es König Jagiello ausbauen. Als 1611 Krakau nicht mehr Hauptstadt des Landes war, verlor auch das Schloss an Bedeutung. Der Baustil des Schlosses war jedoch Vorbild für einige andere Schlösser in Polen. Das Herzstück des Schlosses ist der pentagonförmige Innenhof mit den dreistöckigen Arkadengängen. Obwohl nur ein Bruchteil der ursprünglichen Ausstattung überlebt hat, sind die königlichen Räumlichkeiten dennoch interessant, da die Räume aus der Renaissance- und Barockzeit stammen. Ebenfalls sehenswert sind die 143 flämischen Wandteppiche aus dem 16. Jahrhundert. In der Schatzkammer gibt es leider nur noch Überreste des Kronschatzes zu bewundern, denn in den Kriegen des 17. Jahrhunderts wurden die meisten Stücke geraubt. Das wertvollste Stück der heutigen Sammlung ist das Schwert „Szcerbiec“, das seit dem Jahr 1320 jedem polnischen König als Krönungsschwert gedient hat.
Anschauen sollte man sich außerdem die Kathedrale auf dem Schlossberg Wawel. Die Kathedrale der Königskirche Polens ist von vielen Hotels Krakau Polen aus gut zu erreichen. Die Kirche hat einen dreischiffigen Dom mit 18 Kapellen und einem nach Osten abschließenden Presbyterium. Das Innere beeindruckt als gotisches Pfeiler- Mauerstreben-System, auf dem ein Rippengewölbe ruht. Vom westlichen Haupteingang aus sollte man rechts mit der Besichtigung der Kapellen beginnen. Das von Veit Stoß entworfene Marmorgrab Kasimirs d. Jagiellonen, befindet sich in der Heiligkreuz-Kapelle. Im rechten Seitenschiff passiert man das Grabmal der Königin Jadwiga aus weißem Marmor und das Grabmal von Wladyslaw Jagiello aus rotem Marmor. An der nordöstlichen Ecke birgt die Schatzkammer liturgische Geräte, Königsinsignien und wertvolle Reliquien. Ein Gang führt zum Sigismundturm, auf dem sich die größte Glocke Polens befindet. Sie ist acht Tonnen schwer. Vom Fenster des Turmes aus bietet sich ein herrlicher Rundblick auf Krakau und den Weichselfluß. In den Krypten des Domes wurden einige Berühmtheiten, wie Jozef Poniatowski, Marschall Pilsudski, Adam Mickiewicz, Tadeusz Kosciuszko und Juliusz Slowacki beigesetzt.

Zur Stadt Krakau gehören auch zahlreiche Museen, die man natürlich nicht alle besuchen kann. Trotzdem ist es lohnenswert, es nicht nur bei einem Museumsbesuch zu belassen. Sehr zu empfehlen ist das Czartoryski-Museum. Es ist das älteste Museum des Landes. Hier sind Grafiken von Rembrandt und Dürer ausgestellt. Ebenso Werke aus der Zeit der Renaissance bis hin zum 18. Jahrhundert., wie zum Beispiel da Vincis „Dame mit dem Hermelin“ oder „Landschaft mit barmherzigen Samariter von Rembrandt.
Ebenso interessant ist das Museum der Krakauer Stadtgeschichte. Hier wird eine Sammlung ikonographischer Darstellungen des alten Krakau aufbewahrt. Zudem zeigt das Museum auch eine Gemäldesammlung, Dokumente des 19. Jahrhunderts und eine Sammlung von Krakauer Weihnachtskrippen.
In der Andrzej-Mleczko-Galerie findet man satirische Zeichnungen vom besten Satiriker des Landes. Die Ausstellung zeigt eine geradlinige, aber knappe Analyse der Mentalität Polens und ihrer Neurosen. Die Kultur kommt, bei diesem Angebot an Museen, bei einer Polen Reise nicht zu kurz.

Die Alte Synagoge in Krakau stammt aus dem 15. Jahrhundert. Zudem ist sie die älteste Synagoge Polens. Sie beheimatet ein Museum für jüdische Kultur und Geschichte. Der sorgfältige Wiederaufbau im gotischen Stil und im Stil der Renaissance, zeigt die kulturelle Verbindung zu den Synagogen in Prag und Regensburg. Interessiert man sich für das Judentum und die Zusammenhänge, gehört der Besuch der Synagoge sicherlich zum Pflichtprogramm.

Krakau hat es sich zur Aufgabe gemacht, jüdische Kultur lebendig zu erhalten. Denn immer mehr Polen und auch Touristen interessieren sich wieder für diese Thematik. Im Krakauer Viertel Kazimierz, dem ehemaligen Judenviertel, kann man das jüdische Leben wieder spüren. Hier leben zwar nur noch 120 Juden, doch die vielen jüdischen Geschäfte, Cafés, Restaurants und sieben Synagogen, versetzen den Besucher fast zurück in die Vergangenheit. Abends wird jüdische Musik gespielt, und fast überall kann man jüdische Spezialitäten, wie „gefillte Fisch“ essen. So bekommt man einen ungefähren Eindruck, wie das Leben hier früher einmal war. Mittlerweile hat sich das Viertel zu einem wahren Touristenmagneten und einem zweiten Stadtzentrum entwickelt.
Das Finden von einem Hotel Krakau Polen ist auch kein Problem, denn in der Stadt gibt es zahlreiche gute Hotels, die einen guten Service zu einem fairen Preis bieten.

Nachtleben und Einkaufen
Eine Stadt wie Krakau hat natürlich auch abends und nachts viel Unterhaltsames zu bieten. Es wird für jeden Geschmack etwas angeboten. Die Stadt ist durch und durch theaterbegeistert. Das merkt man allein schon tagsüber, wenn man sich auf dem Marktplatz aufhält. Musizierende Künstler, die mehr oder weniger talentiert sind, unterhalten hier die Passanten. Auch Akrobatik oder Pantomime wird vorgeführt. Abends jedoch kann man sich in eines der zahlreichen Theater der Stadt zurückziehen und eine Vorstellung genießen. Das älteste Theater des Landes ist das Stary Teatr in Krakau. Es wurde im Jahr 1798 gegründet. In ihm begann auch die Karriere der Grand Dame des polnischen Theaters, Helena Modrzejewska. Man muss keine Angst haben, wenn man nicht polnisch spricht. Die meisten Aufführungen sind zwar in polnischer Sprache, es gibt aber auch viele experimentelle Stücke, die ganz auf Text verzichten. Anstatt Sprache werden Farben und Bewegungen eingesetzt. So ist es zum Beispiel im Theater Groteska.

Wer sich für die Oper interessiert, kann auch diese in Krakau erleben. Und das zu einem guten Preis. Die Vorstellungen finden in Originalsprache statt. Auch das sollte kein Problem darstellen, da die meisten Liebesdramen bekannt sind. Man kann sich einfach von der Aufführung verzaubern lassen. Weitere Theater der Stadt sind das Mumerus Theater, Slowacki Theater und das Stu Theater.
Auch das Kabarett ist in Krakau sehr beliebt und blickt auf eine alte Tradition zurück. Die berühmtesten Kabarett-Theater sind das Jana Michalika, und das Piwnica pod baranami. Hier hatte die bekannte polnische Chansonsängerin Ewa Demarczyk ihre ersten Auftritte. Ein neueres Kabarett-Theater ist das Loch Camelot.

Wer sich auf eine Nacht in Krakau richtig einstimmen möchte, der kann dies am besten in einer der ca. 200 Bars der Stadt. Es gibt viele phantastische Bars, die mit noch besseren Getränken locken. Aber auch wer nur ein Bier oder polnischen Wodka genießen möchte, ist in einer der Bars genau richtig. Besonders schön lässt es sich auch draußen sitzen,vorausgesetzt man findet noch einen Platz. Um so einen begehrten Platz auch zu bekommen, sollte man frühzeitig losziehen. Am besten nicht erst nach 22 Uhr, so wie es die Krakauer selbst tun. Nach einer ersten Einstimmung auf den Abend, hat man die Wahl zwischen unzähligen Clubs. Die meisten spielen das, was die Clubgänger am liebsten hören: Techno und House. So das Cien oder Frantic. Im letzteren Club ist die Anzahl der Touristen höher. Auf einer zweiten Ebene wird dort auch Hip Hop gespielt. Es gibt aber auch Clubs, die für „Musikminderheiten“ ideal sind. So wird im Tower Club und Carpe Diem I und II Rock und Metal gespielt.

Wer ein Freund von Festivals ist, muss auch auf diese in Krakau natürlich nicht verzichten. So gibt es beispielsweise im Mai das internationale Festival der Kurzfilme oder das Festival der Studenten, welches Juvenalia genannt wird. Im Juni kann man den Höhepunkt im Krakauer Kulturjahr erleben: Das Festival der Jüdischen Kultur. Fans von Jazz kommen beim Jazzfestival im Juli auf ihre Kosten. Es findet im Pod Baranami statt. Im September gibt es die „Miles Davis Memorial Night“, das Festival der Jazz-Trompeter.

Obwohl Krakau eine Großstadt ist, ist das Einkaufen hier, wie in ganz Polen, recht günstig. Wer sich etwas zu Trinken, Essen, Tabak oder Benzin kaufen will, kann sich glücklich schätzen. Denn im Vergleich zu Deutschland, Österreich oder der Schweiz sind die Preise in Polen recht niedrig. Möchte man seinen Liebsten daheim ein paar Souvenirs mitbringen, muss man nicht befürchten, mit einer leeren Geldbörse zurückzukehren. Wer sich für Mode und Kosmetik interessiert, wird auch hier das Passende finden. Vor allem auf den Märken sollte man darauf achten, dass man keine Plagiate kauft, die im Land weit verbreitet sind. In der Altstadt kann man ebenfalls gut einkaufen. Es gibt dort kleine Antiquitätengeschäfte, Modeläden, aber auch Internetcafés, Bars und Restaurants, die zu einer Shoppingpause einladen. In den Tuchhallen auf dem Marktplatz gibt es viele kleine Stände, die allerhand anbieten. Besonders beliebt ist der Schmuck aus Silber oder Bernstein. Aber auch Trachtenmode und Arbeiten aus Leder und Holz werden dort angeboten.
Ein beliebtes Einkaufszentrum ist die Galeria Krakowska, die im Jahr 2005 eröffnet wurde. Hier gibt es 250 Geschäfte, die zum shoppen einladen. Auf den drei Stockwerken findet man viele tolle Läden, die ein riesiges Angebot an Kleidung, Schuhen, Musik etc. haben.
Eine schöne Boutique ist die Akcent Gallery im Stadtteil Kazimierz. Hier wird hochwertige Ware von polnischen Designern angeboten, darunter auch Kleidung und Schmuck.

2.1.10 Lodz

Lodz (pl. Łódź) ist die drittgrößte Stadt Polens und liegt im Zentrum des Landes, 120 km südwestlich der Hauptstadt Warschau. Lodz ist die Hauptstadt der gleichnamigen Woiwodschaft und Heimat von über 750.000 Einwohnern. Durch die Stadt fließen 18 Flüsse bzw. Bäche, die insgesamt 1,29 km² Fläche mit Wasser bedecken. Neben der Elektronik- und Unterhaltungsbranche ist die Stadt vor allem Mittelpunkt der Textilindustrie. Mitte des 19. Jahrhunderts begann nach Errichtung der Baumwollweberei Scheibler die schnelle Entwicklung der Textilindustrie, daher wird die Stadt auch häufig als Manchester des Ostens bezeichnet. Heute sind internationale Konzerne wie The Gillette Company, Dell und Philips Investoren in der Stadt.
In Lodz führte die Masse von unter primitiven Lebensumständen Arbeitenden zu einer frühzeitigen Organisierung von Aufständen. In den Zeiten weltweiter Arbeitslosigkeit, 1928 und 1935, kam es zu Demonstrationen und Streiks gegen die Warschauer Regierung.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde in der Stadt - die damals noch Litzmannstadt hieß - das erste jüdische Großghetto eingerichtet. Nach Ende des Krieges wurden, neben einer besseren Wasserversorgung, auch neue Wohnungsstätten und eine Gaszuleitung geschaffen.
In Lodz gibt es 23 Hochschulen, darunter die bekannte Filmhochschule, die schon so bekannte Regisseure wie Roman Polanski oder Andrzej Wajda hervorgebracht hat, nicht zuletzt sie haben Lodz den Spitznamen HollyLodz eingebracht. Zudem werden hier die meisten Filme Polens gedreht. Neben einer ausgeprägten Filmlandschaft gibt es in Lodz auch eine vielfältige Theaterszene mit insgesamt 20 Bühnen. Eines der größten Theater in ganz Europa ist das Teatr Wileki, in dem 1.300 Besucher Platz finden. Abgesehen von einer reichhaltigen Theatervielfalt hat Lodz noch andere kulturelle Highlights zu bieten, wie eine Philharmonie, Opern, Galerien und Museen, die es sich lohnt zu besuchen.

Theeeooo... wir fahr´n nach Lodz, wer kennt nicht diesen deutschen Schlager? Schon in den 70er Jahren hat Vicky Leandros erkannt, dass es sich lohnt nach Lodz zu reisen, egal ob mit seinem persönlichen Theo oder alleine. Die Stadt hat so viel Sehenswertes zu bieten, dass man sich schon ein paar Tage Zeit für die Erkundung nehmen sollte, denn sonst verpasst man womöglich die schönsten Seiten von Lodz.

Im früheren Palais des Textil- Fabrikanten Karl Scheibler ist heute das Museum für Kinematographie untergebracht. Die schlichte Fassade des Gebäudes ist ein Kontrast zu dem prachtvoll und elektrisch ausgestatteten Inneren. Noch gut erhalten sind Fußböden, Glasfenster, Stuckarbeiten, Mosaike, Tapeten wie auch Holzvertäfelungen, Kamine und malerische Dekorationen. In den Nachkriegsjahren wechselte der Palast oft seinen Besitzer und war häufig Kulisse in Filmen. Im Palais wurden einige polnische Filme gedreht, darunter „Das gelobte Land“ von Andrzej Wajda. Seit dem Jahr 1986 befindet sich das Museum nun hier und versucht die Tradition des Palastes zu erhalten und seine Geschichte darzustellen. Die Sammlung umfasst an die 50.000 filmgeschichtlichen Exponate wie Fotoapparate und Filmkameras. Die ältesten Kameras stammen vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Zudem verfügt das Museum über eine Sammlung von Filmplakaten. Es sind sowohl Plakate polnischer Filme, als auch von internationalen Filmen, die in Polen gezeigt wurden. Es ist die wohl größte Sammlung dieser Art in ganz Polen. Gezeigt wird die Sammlung häufig bei nationalen und internationalen Ausstellungen in Deutschland, den USA, Kanada und anderen Ländern. Andere Museumsschwerpunkte sind die Personen rund um den Film, wie Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Drehbuchautoren, Schauspieler, Szenographen, Kritiker und Historiker.
Das Zentrale Textilmuseum ist in der Weißen Fabrik (1836) von Ludwig Geyer (einer der ersten deutschen Fabrikanten in Lodz) beherbergt. Das klassizistische Gebäude war die erste mechanische Weberei und Spinnerei. Die Fabrik macht ihrem Namen noch heute alle Ehre, denn der helle frische Anstrich strahlt im Vergleich zu seinen grauen Nachbarn. Die Ausstellungsfläche des Museums erstreckt sich auf 5.000 m² und ist in verschiedene Bereiche unterteilt, wie industrielle Textilien, Technik, Mode und andere. Speziell Kindern und Jugendlichen soll im Bildungsbereich die Entwicklung der Textilindustrie, im Besonderen die von Lodz, näher gebracht werden. Die Anfänge des Museums reichen bis in das Jahr 1952, doch das Zentrale Textilmuseum in dem heutigen Sinne gibt es seit 1875. Im Hof befindet sich ein Pavillon, in dem die älteste Dampfmaschine Polens steht, sie wurde in den 1830er Jahren von Ludwig Geyer aus Belgien importiert.
Bekannt ist das Textilmuseum auch gegenwärtig durch die Organisation der internationalen Triennale des Kunstgewerbes.
Das Stammhaus des Kunstmuseums der Stadt befindet sich in der ehemaligen Eduard Herbst Villa, die 1875 gebaut wurde. Eduard Herbst war Direktor der größten Lodzer Textilwerke und Mann von Mathilde Scheibler. Die Villa wurde im Stil der italienischen Neorenaissance neben der Scheibler-Fabrik errichtet. Vom Arbeitszimmer der Villa aus konnte man das Rattern der Spindeln hören. Aufgrund des extravaganten Geschmacks der Besitzer erhielt das Innere des Hauses eine entsprechende Ausstattung. Der Ballsaal wurde nach dem Vorbild der englischen Gotik eingerichtet und der Spiegelsalon im Rokoko-Stil. Leider ging die anfängliche Pracht des Interieurs durch Umbauten und Verwüstungen verloren. Allerdings konnte das Kunstmuseum den alten Glanz durch Restaurierungen zurückbringen und daher ist es nicht ohne Grund eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Das Museum verfügt über die umfangreichste Sammlung von Kunstwerken aus diesem und dem letzten Jahrhundert, darunter sind Werke von Picasso, Chagall und Paul Klee. Zudem ist es das älteste Museum für Zeitgenössische und Moderne Kunst in Europa und das zweitälteste der Welt, nach dem New Yorker Museum of Modern Art (MoMA). Eine weitere Filiale des Lodzer Museums hat im Kultur- und Einkaufszentrum Manufaktura eröffnet, dort werden auf einer Fläche von 3.600 m² weitere Werke ausgestellt.

Ein Teil des Izrael Poznanski Palastes des berühmten Textilfabrikanten beherbergt das Museum für Stadtgeschichte. Der bekannteste Palast der Stadt wurde um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert gebaut, fertig gestellt wurde er erst nach 20 Jahren. Das Äußere des Gebäudes ist im neubarocken Stil gehalten, im Inneren gibt es hohe Wände im Ballsaal und beinahe ebenso gewaltige Spiegel. Der Prunk des Palastes kommt nicht von ungefähr, denn Poznanski selbst hat gesagt - auf die Frage in welchen Stil sein Heim errichtet werden soll - dass er sich jeden Stil leisten könne. Durch die Besichtigung der dekorativen Innenräume, kann man etwas über die Geschichte und die materielle Kunst des 20. Jahrhunderts lernen. Ein Teil des Museums ist einem ebenfalls berühmten Sohn der Stadt gewidmet, dem Pianisten Artur Rubinstein.
Auf dem heutigen Johannes Paul II- Platz steht die Basilika St. Stanislaw Kostka, sie ist das wichtigste katholische Religionszentrum der Stadt. Zur Basilika wurde die Kirche im Jahr 1992 ernannt. Das größte geistliche Bauwerk der Stadt wurde von 1901 bis 1912 in einem gotischen Domstil erbaut. Der 100 m hohe Glockenturm dominiert das Gebäude. Die Bekronung des Turmes wurde erst im Jahr 1927 fertig gestellt. Für die Kirchenfassade wurde gelber Klinker verwendet, der damals eher unüblich war. Charakteristisch für den Bau sind die ausgezeichneten Proportionen und Steinmetz Details. Im Inneren der Basilika befinden sich sakrale Kunstwerke aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts.

Auf dem 1855 geschaffenen Alten Friedhof in Lodz liegen neben Helden der Nation auch Fürsten, Wissenschaftler, Künstler und Fabrikanten begraben. Eine Besonderheit des Friedhofs ist die Tatsache, dass hier Menschen mit orthodoxem, evangelischem und katholischem Glauben liegen. Selbstverständlich unterscheiden sich die verschiedenen Grabstätten in Größe, Verzierungen und Skulpturen voneinander. Der gesamte Friedhof gilt heute als Denkmal und die bedeutendsten Gräber wurden restauriert.
Der katholische Bereich zeichnet sich durch eine Kuppelkapelle aus, die ein Mausoleum der Familie Heinz ist. Ganz in der Nähe befindet sich ein rotes Grab, das die Gefallenen der Januaraufstände beherbergt. Im evangelischen Bereich liegen berühmte Industrielle. Das größte Grab hier gehört der Familie Scheibler, es erinnert an ein kleines neugotisches Gotteshaus. Es wurde 1888 erbaut und anschließend mit Skulpturen verfeinert. Die Grabaufschriften im orthodoxen Teil des Friedhofs sind kyrillisch, hier findet man unter anderem das Grab des Malers Rozmus Geza.

Der Neue Jüdische Friedhof wurde 1892 gegründet, man sagt es ist die größte jüdische Grabstätte der Welt. Anfangs war er die letzte Ruhestätte der Opfer einer Choleraepidemie, heute ist es eine Begräbnisstätte Lodzer Juden. Gleich hinter dem Zaun trifft man auf das Vorbestattungshaus aus dem Jahr 1898, in dem vor jedem Begräbnis eine Zeremonie abgehalten wird. 1956 wurde in der Nähe des Bestattungshauses eine Gedenkstätte für die Opfer des Lodzer Ghettos errichtet. Weiter im Inneren des Friedhofs befindet sich die Haupthalle, hier sind die meisten Grabdenkmäler und Gruften der Fabrikantenfamilien. Das prachtvollste Mausoleum gehört der Familie Poznanski, das von 1903 bis 1905 errichtet wurde. Das Innere der Steinkuppel ist mit einem aufwendigen Mosaik aus zwei Millionen Glassteinen versehen. Den größten Teil des Friedhofs machen jedoch einfache Gräber aus. Im südlichen Teil findet man Grabstätten aus dem Zweiten Weltkrieg, gestorbene und ermordete Juden wurden hier beigesetzt. Seit einigen Jahren wird der Friedhof geschützt, so dass Verwüstungen ausgeschlossen sind. Es wurden auch einige Grabdenkmäler restauriert. An jüdischen Feiertagen und samstags hat der Friedhof geschlossen. Männer müssen auf dem Gelände eine Kopfbedeckung tragen.

Die wohl bekannteste Stadt in Lodz ist die Ulica Piotrkowska, die mittlerweile längste Fußgängerzone in Europa. Mit Hilfe von Spenden einer Bürgerinitiative konnte die Straße restauriert werden. Die Namen der Spender sind auf Pflastersteinen verewigt. Die Häuser im Jugendstil werden von Erkern und Türmchen geschmückt und auf einem Hausdach kann man die drei Symbole der industriellen Stadt erblicken: Industrie, Handel und Freiheit. Die Ulica Piotrkowska ist der Walk of Fame Polens, denn hier sind auf Sternen die berühmten Fimhochschulabsolventen zu finden. Auf der eleganten Straße des Stadtzentrums ist eine ausgedehnte Einkaufstour kein Problem, dabei gibt es nicht nur etwas für den prallen Geldbeutel. Vom Einkaufen erholen kann man sich in einem der zahlreichen Lokale, die man an jeder Ecke finden kann. Im Sommer erfrischt man sich am besten mit einem Bier mit Himbeersirup und stärkt sich mit einer Pizza, die hier vorzüglich schmeckt.

2.1.11 Posen

Im polnischen Posen (pl. Poznań) leben zur Zeit um die 560.000 Menschen. Die Stadt liegt in der hügeligen Ebene Westpolens, am Ufer der Warthe. Posen ist auch Hauptstadt des gleichnamigen Verwaltungsbezirks (Woiwodschaft), wie auch wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Großpolens. Seit 1925, nur mit Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg, findet in Posen die Internationale Messe statt. Auf dem Posener Messegelände finden jedes Jahr bis zu 40 Fachmessen und Ausstellungen statt. Die Stadt ist einer der ältesten Messeveranstalter in ganz Europa und so verwundert es nicht, dass sich an den Ausstellungen Tausende Firmen und Hersteller aus der ganzen Welt beteiligen.
In Posen Polen gibt es einige Theater, 20 Museen, künstlerische und wissen-schaftliche Institutionen, zwei Zoos, einen botanischen und einen Palmgarten. Auch mehrere Parks, Naturschutzgebiete und folgende Universitäten:

  • Adam- Mickiewicz- Universität
  • Medizinische Universität
  • Kunstuniversität
  • Universität für Ökonomie und Wirtschaft
  • Musikakademie
  • Technische Universität
  • Landwirtschaftliche Universität

Im Jahr 968 war Posen erster Bischofssitz in Polen, und bis zum 13. Jahrhundert zeitweise sogar Landeshauptstadt. Die Neugründung Posens erfolgte 1253 durch deutsche Kolonisten. Am linken Ufer der Warthe befand sich der zentrale Marktplatz. Um Ihn herum plante man in der typisch-klassischen Schachbrettanordnung.

1793 ging Posen zum Königreich Preußen, und im Jahr 1919 zur Republik Polen über. In dem Zeitraum von 1939 bis 1944 wurde die polnische Bevölkerung ausgesiedelt, und bei Kämpfen im Februar des Jahres 1945 wurden die Bauten der Dominsel und das Stadtzentrum beträchtlich zerstört. Nach dem Ende des Krieges wurden die deutschen Bewohner ausgewiesen. Die zahlreichen historischen Gebäude wurden beim Wiederaufbau stilgenau rekonstruiert.

Das Zentrum der Posener Innenstadt bildet der Alte Markt. Durch die stilgetreue Restaurierung sind die durch den Krieg entstandenen Schäden kaum mehr zu erkennen.
Das beeindruckendste Gebäude des Alten Marktplatzes ist das Rathaus. Es wurde 1300 im gotischen Stil errichtet und nach einem Brand in den Jahren 1550-1567 vom Italiner Giovanni Baptista Quadro im Renaissance- Stil umgebaut. Auch das Rathaus hat unter den Zerstörungen des Krieges gelitten, doch wird es heute als Museum der Stadt genutzt.

Das Gebäude ist nicht zuletzt wegen seiner wohlgegliederten Arkaden, den Ecktürmen, dem Mittelturm, der Sgraffiti, der Fassade und der stilgenauen Innenausstattung, welche Treppen, Säle und Kasettendecken umfasst, eines der prachtvollsten Renaissance- Bauwerke in ganz Polen.
Vor dem Gebäude stehen ein nachgebildeter Pranger und der Proserpina-Brunnen im Rokoko-Stil. Das historische Bild wird von alten Verkaufsläden aus dem 15. Jahrhundert komplettiert.
Begrenzt wird der Alte Marktplatz durch mehrere Gebäude, die durchaus sehenswert sind. Im Norden steht das klassizistische Palais Mielzynski, welches heute das Haus des Tourismus ist. Am östlichen Ende befindet sich ein barock-gotisches Bürgerhaus, in dem sich nun das Museum der Musikinstrumente befindet. Das Museum umfasst eine seltene Sammlung von Ausstellungsstücken aus der ganzen Welt. In diesem Haus ist auch das Militärmuseum untergebracht. Südöstlich der Bürgerhauses steht das Palais Gorka, das im 16. Jahrhundert nachgebildet wurde, es beherbergt das Archäologische Museum. An der westlichen Seite des Marktes steht ein klassizistisch-barockes Gebäude, welches schön verziert ist. Dabei handelt es sich um den Dzialynski- Palast, der 1787 errichtet und 1856 umgestaltet wurde. Heute hat in ihm die Polnische Akademie der Wissenschaften ihren Sitz. Gleich gegegenüber, im klassizistischen Bau der ehemaligen Hauptwache, befindet sich das Museum der Arbeiterbewegung.

Nordöstlich des Alten Marktes liegt auf einem Hügel die kleine St.- Adalbert- Kirche aus dem 15. Jahrhundert, die durch einen Glockenturm aus Holz auffällt. Die Kirche wurde 1952 restauriert und erhielt im Rahmen dieser Nachbildung moderne Mosaikfenster. Der mittlere Teil des gotischen Altar-Triptychons zeigt die Himmelfahrt Mariens. Dieses Werk wird Schülern von Veit Stoß zugeschrieben. In der kirchlichen Krypta sind polnische Patrioten wie Kozef Wybicki beigesetzt. Wybicki war der Schöpfer der polnischen Nationalhymne
„Jeszcze Polska nie zginela“ - „Noch ist Polen nicht verloren“

Die Zitadelle ist unter dem preußischen König Friedrich Wilhelm III. Im Jahr 1830 errichtet worden. Heute ist nur noch eine Ruine zu sehen. Angelegt wurden hier ein Friedhof für polnische Gefallene und eine Parkanlage für “Freundschaft und Brüderlichkeit”.
Westlich der Warthe steht die Dominikanerkirche aus dem Jahr 1253. Aus dieser frühen Zeit ist bis heute ein frühgotisches Ziegelportal erhalten geblieben. Auf der linken Seite des Hauptschiffes befindet sich die Rosenkranz-Kapelle mit einem wunderschönen Kreuzgewölbe. Die Kapelle stammt aus der spätgotischen Bauära. Die Kirche wurde im 18. Jahrhundert im barocken Stil umgebaut.
Südöstlich vom Marktplatz steht die Pfarrkirche, die einst den Jesuiten gehörte, sie wird oft als schönste Barockkirche Posens bezeichnet. Erbaut wurde die Pfarrkirche von den italienischen Architekten Ferrari und Catenacci in der Zeit von 1651 bis 1732. Die Fresken stammen von Dankwart und die Innensaustattung von Bianco. An die Kirche schließt sich das ehemalige Jesuiten-Kollegium aus dem 18. Jahrhundert an, in dem heute der Woiwodschaftsrat von Posen tagt.

Zur Bernhardinerkirche aus dem 15. Jahrhundert kommt man am Bernhardiner-Platz. Die Kirche wurde 1668 nach den Schwedenkriegen im Barockstil wieder aufgebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der abgebrannte Bau nachgebildet, mit Ausnahme der Kirchentürme.
Die dreischiffige gotische Fronleichnamskirche wurde 1406 erbaut. Sie weist Elemente der Renaissance (das Zentralschiff), des Rokoko (die Marien- Kapelle) und des Barock auf.
In einem nachgebildeten Teil des alten Piastenschlosses befindet sich das Kunstgewerbe- Museum. In ihm kann man polnische Trachten, flämische Gobelins und Gürtel anschauen. Südlich des Museums steht die Franziskanerkirche. Der dreischiffige Bau im Barock-Stil von 1728 ist mit einer reichen Innendekoration von Adam Swach ausgestattet. Links neben dem Eingang erblickt man viele Porträts des polnischen Adels. Die Innenausstattung wurde im Jahr 1964 restauriert.
An der nordöstlichen Seite des Marktplatzes befindet sich die Raczynski- Bibliothek. Das Gebäude ist in einem klassizistischen Stil 1829 errichtet worden. Die korinthische Säulenfront ist sehr imposant und wurde nach 1945 rekonstruiert.

Östlich gegenüber ist das Nationalmuseum, das im Jahr 1905 von Hinckendeyn erbaut wurde. Es beherbergt viele Gemälde, die zum größten Teil aus dem 15. bis 17. Jahrhundert der flämischen, italienischen, niederländischen, spanischen u.a. Schulen stammen.

Weiter in westlicher Richtung kann man den Kulturpalast finden. Der Palast ist das einstige Kaiserschloss, das Schwechten im Jahr 1920 für Wilhelm II. in einem neuromanischen Stil errichten ließ. Gegenüber befinden sich die Gebäude der Landwirtschaftsbank und der Philharmonie, die in dem gleichen Baustil gestaltet wurden.

Die Peter- und Paul- Kathedrale steht an dem Platz eines Baptisteriums, wo 966 Mieszko I. getauft wurde. Zunächst wurde die Kathedrale in einem vorromanischen Stil gebaut. Nach einer Zerstörung im 11. Jahrhundert wurde sie romanisch als dreischiffiger Dom und im 14. Jahrhundert von Kasimir dem Großen gotisch umgebaut. Barocke Züge erhielt sie im 17. und 18. Jahrhundert, bevor sie 1945 zerstört wurde. Die Kathedrale wurde dann in ihrer gotisch-barocken Gestalt wiedererrichtet. Vor allem das Innere mit der nüchteren Ziegelkonstruktion wirkt streng gotisch. Ein barocker Kapellenkranz umgibt die Längsschiffe, welcher von mehreren Barock und Renaissance-Grabmälern verziert wird. Die Goldene Kapelle wurde 1841 im byzantinischen Stil umgebaut. Die Kapelle beheimatet einen Sarkophag mit den sterblichen Überresten Mieszkos I. und Boleslaw Chrobrys, wie auch Bronzestatuen der ersten beiden polnischen Fürsten von dem deutschen Bildhauer Rauch.

In der Nähe des Nordturms führt eine Treppe zu den unterirdischen Ausgrabungen der vorromanischen und romanischen Bauten, in denen sich die ursprünglichen Grabstätten Boleslaws und Mieszkos befinden.
Westlich der Kathedrale liegt die Marienkirche, ein spätgotisches Gebäude aus Backstein. Die Kirche stammt aus dem Jahr 1448 und die Innenausstattung wurde 1955 von Taranczewski modern gestaltet. In südlicher Richtung der Kathedrale steht das Erzbischöfische Palais, weiter nördlich das Diözesan-Museum mit vielen Kunst- und Kultgegenständen aus den Diözesen Gnesen und Posen.

2.1.12 Stettin

In der Stadt Stettin (pl. Szczecin) leben zur Zeit circa 415.000 Menschen. Sie liegt 65 km südlich der Odermündung am Stettiner Haff, und ist die wichtigste Stadt Westpommerns. Außerdem hat sie den bedeutendsten und größten Hafen des Ostseeraumes.
Im 8. und 9. Jahrhundert war die Stadt eine westslawische Fischersiedlung. In den Jahren 1224-25 wurde Pommern vom Bischof Otto von Bamberg missioniert.
Stettin erlangte im Jahre 1243 das Magdeburger Stadtrecht und wurde 1295 Sitz der Herzöge von Pommern.
Seit 1278 ist sie Hansestadt, und schlägt sich im 16. Jahrhundert auf die Seite der Reformation.
1630 wurde sie Stützpunkt der Truppen von Gustav Adolf. 1648 kommt die Stadt durch den Westfälischen Frieden zu Schweden, das Stettin 1720 an Preußen verkauft. Als Seehafen und preußische Provinzhauptstadt wächst ihre die Bedeutung.
Stettin wird 1871 vom Pariser Stadtplaner Haussmann auf moderne Weise umgestaltet. Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges, ist die Hafenanlage zu 90% und die Stadt selber zu 60% zerstört. Die Stadt selbst, sowie das umliegende Gebiet kamen 1945 unter polnische Verwaltung.
Durch den Wiederaufbau wurde die Stadt zu einem wichtigen Industriestandort und auch der Hafen gewann an Bedeutung. Er wurde zu einem bedeutenden Umschlagsplatz für Güter.
Ein gutes Hotel Stettin Polen ist schnell gefunden, denn immer mehr Unterkünfte passen sich dem europäischen Standard an. Eine Vielzahl der Sehenswürdigkeiten kann man am Westufer der Oder, an dem sich die Altstadt befindet, auf engstem Raum besichtigen. Ihren Ausgang nehmen die Hauptverkehrsstrassen am Siegesplatz. An der östlichen Seite des Platzes erhebt sich das Hafentor, das früher Berliner Tor genannt wurde.

Das Tor ist eine barocke Prunkpforte, dekoriert mit vielen Skulpturen, die an der Seite der mittelalterlichen Bastionen von 1725 errichtet wurde. Die Jakobikirche ist eine wuchtige, gotische Kirche mit einem hohen Turm. Sie ist die größte Kirche in Pommern. Gestiftet wurde sie im 12. Jahrhundert, und im 14./16. Jahrhundert erneuert. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie stark zerstört. Nach dem Krieg wurde sie weitgehend wieder aufgebaut und im Jahr 1983 von Papst Johannes Paul II. in den Rang einer Basilica minor erhoben. Die letzten Umbauarbeiten wurden im Jahr 2007 vorgenommen, und seit 2009 gibt es auf der Kirche eine Aussichtsplattform, die mit zwei Fahrstühlen erreichbar ist. Im Turm befindet sich eine sechs Tonnen schwere Glocke aus dem 17. Jahrhundert.
Ganz in der Nähe, am „Weißer-Adler-Platz“, wohnte einst die Prinzessin von Anhalt-Zerbst. Sie erblickte 1729 in Stettin das Licht der Welt und ist dann später als Katharina II. die Große von Russland, in die Geschichte eingegangen.
Die Johanneskirche aus dem 13. Jahrhundert wurde mehrere Male nach Zerstörungen wieder aufgebaut. Das heutige Gebäude ist dreischiffig und zeigt erhaltene Wandfresken aus dem 14. Jahrhundert, sowie ein modernes Vesperbild am Hochaltar.
Am Alten Marktplatz, wo man auch ausgezeichnete Hotels Stettin findet, steht das alte Rathaus, das im 15. Jahrhundert im gotischen Stil errichtet wurde. Im 17. Jahrhundert wurde das Gebäude „barockisiert,“ und nach einem Brand im Jahr 1944 wieder im gotischen Stil rekonstruiert. Heute befindet sich in dem Bau das Historische Museum der Stadt. Gegenüber steht das weiße prachtvolle Patrizierhaus der Bankiersfamilie Loitz. Es wurde 1547 im spätgotischen Stil erbaut.
Nicht weit entfernt des Patrizierhauses steht das Schloss der Herzöge von Pommern, welches die Altstadt dominiert. Die gotische Burg aus dem 14. Jahrhundert liegt am steilen Westufer der Oder. Im Renaissance-Stil umgestaltet wurde sie im 16. Jahrhundert.
Bei den Restaurierungsarbeiten fand man Sarkophage der Pommernherzöge aus dem Mittelalter, wie auch Überreste einer slawischen Wehrsiedlung aus dem 5. Jahrhundert vor Christus. Im Zweiten Weltkrieg wurde auch dieses Gebäude zerstört. Der Wiederaufbau wurde erst im Jahr 1982 beendet. Heute ist das Schloss das Kulturzentrum von Stettin. In ihm befindet sich das Theater, Oper und Operette, und eine Galerie.
Zudem gibt es im Nordflügel noch ein Schlossmuseum und eine Schlosskapelle, die als Konzertsaal dient. Vom Schlossturm aus hat man einen herrlichen Blick auf den Hafen des Flusses, und wer von einem Hungergefühl überfallen wird, kann hier im Schlossrestaurant ein fabelhaftes Essen zu sich nehmen, welches auch immer wieder positive Erwähnung im Reiseführer Stettin erfährt. Das Nationalmuseum der Stadt hat eine archäologische Abteilung. Auch Münzen, werden ausgestellt, sowie alles, was man über Fischerei und Meerestiere wissen möchte. Insgesamt werden rund 30.000 Stücke ausgestellt.
Auf der zweiten Etage des Gebäudes kann man sich die Aufführungen des Zeitgenössischen Theaters anschauen.

Die einschiffige Peter und Paul Kirche aus dem 14. Jahrhundert ist ein helles Backsteingebäude im gotischen Stil. Sie wurde mehrfach umgestaltet, und besonders schön sind die wertvollen Leuchter, die von der Holzbalkendecke herab hängen.

Aber auch die farbenfrohen Keramikbilder an der Außenwand sind zu erwähnen, sie zeigen Bürger aus Stettin. Nicht weit von der Kirche entfernt findet man die Hakenterrassen, welche ziemlich eindrucksvoll wirken. Sie wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts angelegt und nach dem ehemaligen Stettiner Oberbürgermeister Hermann Haken benannt.
An diesen Terrassen stehen drei Gebäude: das Schifffahrtsmuseum, die Marinehochschule und das Woiwodschafts-Präsidium. Es sind typisch pommersche Backsteingebäude mit Staffeldächern im gotischen Stil und barocken Türmen mit patinierten Dächern aus Kupfer.
Am Platz der Preußischen Huldigung erhebt sich das Königstor. Es ist eine Ehrenpforte im Barock-Stil aus dem 18. Jahrhundert, deren Häuserfront und die des gesamtes Platzes stilgenau rekonstruiert wurde. Vom Landekai „Dworzec-Morski“ aus, kann man eine Hafenrundfahrt machen, bei der man einen Wald von Ladekränen, einen 18-stöckigen Getreide-Aufzug, die Dockanlagen und den stetigen Schiffsverkehr bestaunen kann.
Da auch Stettin eine Stadt ist, die man nicht in einem Tag besichtigen kann, empfiehlt es sich mindestens eine Nacht dort zu verbringen.
Hierfür bietet sich eine schöne Pension Stettin oder ein Hotel an.

2.1.13 Warschau

In Polens Hauptstadt Warschau (poln. Warszawa) leben heute circa 1,7 Millionen Menschen. Die größte Stadt des Landes liegt am Mittellauf der Weichsel in der Ebene der Landschaft Masowien. Die Stadtteile Wola, Mokotow, Zoliborz, Ochota wie auch das Stadtzentrum befinden sich auf dem ein wenig höher gelegenen linken Weichselufer.
Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört, wurde aber nach modernen städtebaulichen Gesichtspunkten einheitlich wieder aufgebaut. Besonders die Innenstadt wurde sorgfältig rekonstruiert. Außerhalb liegende Bezirke erhielten breite Verkehrsflächen, viele Spielplätze und Parkanlagen, sowie moderne Wohnblocks.
Der Palast der Kultur und Wissenschaft ist ein Geschenk der (ehemaligen) Sowjetunion. Er spiegelt die offizielle Stadt- und Bauplanung der fünfziger Jahre wieder. Die liebevolle Restaurierung der zerstörten Kirchen und Barockschlösser und der Hang zur nationalen Tradition, machen den Wiederaufbau zu einer echten Erfolgsgeschichte.
Warschau ist auch Polens Zentrum der Wissenschaft und der künstlerischen wie kulturellen Bestrebungen. Seit 1927 findet alle fünf Jahre der Chopin- Wettbewerb statt. Er ist einer der ältesten und renommiertesten Musikwettbewerbe weltweit. Im Herbst werden alljährlich Festspiele moderner Musik veranstaltet. Zudem wechseln sich Aufführungen, Ausstellungen, Buchmessen und andere kulturelle Veranstaltungen einander ab.
Warschau ist der Regierungssitz der Republik Polen, sowie der Amtssitz der Verwaltungsspitze. Auch alle Parteien haben hier ihren Hauptsitz.

Ist man in Warschau zu Besuch sollte man sich zwei bis drei Tage zur Besichtigung Zeit nehmen, denn nur so kann man sich einen guten Überblick über die vielfältigen Attraktionen der Stadt verschaffen. Gute Hotels in Warschau gibt es viele, die Preise sind angemessen und nicht zu hoch.
Zuerst sollte man die Innenstadt besichtigen und beim Schlossplatz beginnen, er befindet sich im Südwestteil der Altstadt und am Nordende der Hauptstraße Krakowskie Przedmiescie. Die Säule des Königs Sigismund erhebt sich in der Mitte des Platzes. Die Säule wurde 1644 geschaffen, im Jahr 1944 zerstört und 1949 wieder aufgebaut. Die Statue von Sigismund III. (1587-1632) steht auf dem Granitschaft der circa 20 Meter hohen Säule. Sigismund ist als Verteidiger des Glaubens mit Schwert und Kreuz dargestellt, er erhob Warschau im Jahr 1596 zur königlichen Residenz. An die historischen Taten des Königs erinnern Bronzetafeln an der Säulenbasis. Das einstige Schloss des Königs liegt im Osten des Platzes, der früher als Schlosshof angelegt und erst durch das Niederreißen des Krakauer Tors zu einem öffentlichen Platz wurde.
Die gesamte Anlage des Schlosses geht auf die Burg der masowischen Herzöge (13.-14. Jahrhundert) zurück. Von 1599 bis 1619 diente sie König Sigismund III. als Wohnsitz und seitdem blieb sie auch die Residenz des Königs. Sie ist auch Tagungsort des Sejm, Sitz des Staatspräsidenten (nach 1922) und wurde auch zum Teil als Museum genutzt. Das Schloss wurde 1944 gesprengt, nur die Schlossbibliothek blieb übrig. Es wurde jedoch nach den alten Plänen rekonstruiert.
Vom östlichen Teil des Schlossplatzes lohnt sich ein Blick auf das Weichselufer und den im Südosten gelegenen Palast unter dem Blechdach. Er entstand im Barock des späten 17. Jahrhunderts und bekam im 18. Jahrhundert eine Rokoko- Fassade und sein namengebendes Blechdach. Später diente der Palast dem polnischen Heerführer Josef Poniatowski und heute dem Chef- Stadtplaner von Warschau als Amtssitz. Vom nördlichen Ende des Schlossplatzes führt die Ulica Swietojanska zur St. Johannes- Kathedrale, ein weiterer Höhepunkt im Polenurlaub. Die Kathedrale wurde Ende des 13. Jahrhunderts erbaut und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts umgebaut. Im Jahr 1944 - während des Zweiten Weltkriegs - wurde sie stark zerstört. Der Wiederaufbau wurde erst 1966 abgeschlossen und erfolgte in einem freien, an die Gotik anknüpfenden Stil. Überragt wird die flache Fassade von einem gestuften Giebelfeld. In das Innere des Gotteshauses gelangt man durch das Eingangsportal aus Kupfer. Die Seitenschiffe, wie auch das Hauptschiff imponieren durch den einfachen Zementverputz, der die gotische Architektur voll zur Geltung bringt. Mit dieser Kathedrale sind viele Ereignisse der polnischen Geschichte verbunden:

- 1339 wurde hier der Rechtsstreit um Kulm zwischen Polen und dem Deutschen Ritterorden entschieden
- 1683, nach dem Sieg über die Türken bei Wien ließ Johann III. Sobieski das feierliche „Te Deum“ singen
- Stanislaw Leszczynski (1704) und Stanislaw Poniatowski (1764) wurden hier zu Königen gekrönt

Zudem gab es in dem Gotteshaus zahlreiche königliche Hochzeiten und es ist gleichzeitig Begräbnisstätte vieler großer Persönlichkeiten. An die beiden letzten masowischen Herzöge Stanistaw († 1524) und Janusz († 1526) erinnern Grabplatten im rechten Seitenschiff. Im linken Seitenschiff blieben die Kapelle des Allerheiligsten Sakramentes (17. Jahrhundert) und die barocke Baryczkow- Kapelle mit einem wundertätigen Kruzifix (16. Jahrhundert) im Original erhalten. Vom linken Kirchenschiff aus gelangt man zur Krypta, dort befinden sich weitere Grabmäler, z.B. von masowischen Herzögen und Kirchenfürsten, aber auch der Sarkophag des Schrifsttellers Henryk Sienkiewicz († 1916), der den berühmten Roman „Quo vadis“ schrieb. Neben der Kathedrale steht eine Marienkirche des Jesuitenordens (1626), sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg im Stil des Barocks wiedererrichtet. Die einschiffige Kirche hat ihre Stuck- Dekoration eingebüßt und wirkt von allem Schmuck entblößt. Leider findet sie nicht in jedem Reiseführer Polen Erwähnung.
Die Ulica Swietojanska endet am Marktplatz der Altstadt. Der Marktplatz ist rechteckig und 75 x 90 m groß. Vom 13.-19. Jahrhundert war er der Mittelpunkt des städtischen Lebens. Die im Weltkrieg völlig zerstörten 40 Burghäuser mit den dreifenstrigen Fassaden (17./18. Jahrhundert), buntfarbenen Mauern und Giebeldächern entstanden in den fünfziger Jahren neu und das stilgetreu im Barock/Renaissance- Stil. Heute ist der „alte Markt“ ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Touristen.
Die vier Häuserzeilen des Marktplatzes wurden nach bekannten Bürgern der Stadt benannt. Im Norden, der Dekert- Seite gelangt man durch das Haus Nr. 40/42 zum Historischen Museum der Stadt Warschau. Man kann hier das wechselhafte Schicksal der Stadt von ihrer Gründung an studieren. Im Museum spielt die geistig- kulturelle Aktivität zur Zeit der Fremdherrschaft (1772-1918), während der deutschen Besetzung und zur Zeit des Warschauer Aufstandes eine große Rolle. Die Phasen des Wiederaufbaus werden mit Hilfe von Modellen, Bildern und Filmen von der Stunde Null an (Januar 1945) veranschaulicht.
An der östlichen Häuserzeile, der Barss- Seite wurde im Haus Nr. 24 die erste Warschauer Tageszeitung gedruckt. Im Haus Nr. 18/20 ist das Adam- Mickiewicz- Museum, es ist dem Lebenswerk des Dichters und der polnischen Literatur nach dem 18. Jahrhundert gewidmet.
An der Süd- der Zakrzewski- Seite steht das „Goldene Haus“ (Nr. 7), es gehörte der wohlhabenden Familie Baryczkow.
Im Westen ist die Kollataj- Seite, das Haus Nr. 27 ist das Haus der Fukier -so nannte sich der polonisierte Zweig der Augsburger Familie Fugger. Man kann hier die historische Weinstube mit Museum besuchen und im bekannten Café Krokodyl essen.
Im Nordwesten des alten Marktes befindet sich die Festungsanlage Barbakane. Im 16. Jahrhundert wurde sie von Johann Baptist Venetus (einem Italiener) erbaut, dann teilweise abgetragen, um die Vergrößerung des Stadtgebiets zu ermöglichen. Die Restaurierung erstreckte sich von 1952 bis 1954, ebenfalls restauriert wurde die einstige Stadtmauer.
Die rekonstruierte Stadtmauer wird abends von Scheinwerfern angestrahlt, im Sommer ist sie Kulisse von Künstlergruppen, die ihre modernen Malereien vorstellen.
Rechts auf der Ulica Freta sieht man die Kirche des heiligen Jacek, sie wurde von einem italienischen Baumeister im Jahr 1638 in einem Spätgotik- Frühbarock- Stil errichtet.
Im Haus mit der Nr. 5 wohnte E.T.A. Hoffmann und das Haus Nr. 16 der Straße war das Geburtshaus von Maria Curie- Sklodowska, sie war Mitentdeckerin des Radiums und des nach ihrem Heimatland benannten Poloniums.

Die Ulica Freta führt zum Marktplatz der Neustadt, diese Bezeichnung ist jedoch irreführend, denn die “Neustadt” stammt ebenfalls aus dem Mittelalter. Das Stadtviertel wurde im Krieg zerstört und im Jahr 1955 mit Häusern im Stil des 18. und frühen 19. Jahrhunderts wieder aufgebaut. An den Fassaden der Häuser sieht man Malereien und Sgraffiti (eine Stucktechnik).
An der Platzbegrenzung im Osten steht der barocke Kuppelbau der Kirche der Sakramentsschwestern. Sie wurde von der Frau des Königs Johann III. Sobieski zum Sieg über die Türken bei Wien (1683) gestiftet. Im Gebäude befindet sich das Grabmal der Karoline von Bouillon und die Grabkapelle der Familie Sobieski. Südlich der Kirche befindet sich das Kloster der Sakramentsschwestern und dahinter liegt die Hl. Benno- Kirche, eine Stiftung der deutschen Handwerker und Kaufleute (17. Jahrhundert), sie ist heute wieder aufgebaut.
Nördlich dieser Kirche befindet sich eine gotische Marienkirche aus dem 15. Jahrhundert mit einem Glockenturm aus dem 16. Jahrhundert.
Die Ulica Koscielna, die einst die nördliche Begrenzung des “Neuen Marktplatzes” war, wird jetzt von einem Häuserblock vom Markt getrennt. Die Straße führt zur Franziskanerkirche, einem Bau des Spätbarocks aus dem 18. Jahrhundert vom italienischen Baumeister Boretti.

Die in den Norden führende Verlängerung der Westseite des Neuen Marktes, die Ulica Zakroczymska, gewährt Zugang zum Palais Sapieha, einem schönen Barockpalast mit zwei Seitenflügeln, die einen Hof flankieren. Noch im 19. Jahrhundert war hier ein Infanterieregiment beheimatet und später ein Lazarett. Heute befindet sich in dem Gebäude eine Schule.
Weiter im Norden gelangt man zum Traugutt- Park, er ist nach dem Führer des Aufstandes von 1863 benannt. Kehrt man in die Ulica Freta zurück, nimmt man die Ulica Dluga in südwestlicher Richtung.
Das Hauptarchiv Alter Polnischer Akten wird im Haus Nr. 7, dem Raczynski- Palais beherbergt. Nach Ende des Krieges wurde es neu geordnet und wieder auf einen ansehnlichen Bestand gebracht. Links gelangt man zur ehemaligen Piaristenkirche (1681), heute dient sie als Garnisonskirche Warschaus. Jetzt befindet man sich auf dem Krasinski-Platz, der zum Palais Krasinski gehört. Das Palais wurde von dem Holländer Tylman van Gameren für den Woiwoden Krasinski erbaut. In dem schönsten Barockpalais Warschaus ist heute die Nationalbibliothek untergebracht, hier befinden sich Graphiken, Manuskripte, Karten, alte Drucke und Noten. Die imposanten Längsfronten zeigen zum westlich gelegenen Garten bzw. zum Krasinski- Platz. Skulpturen des Danziger Meisters Andreas Schlüter sieht man in den Giebelfeldern über den Portalen.

Vom Krasinski- Platz in den Südosten führt die Ulica Miodowa. Auf der einen Seite findet man die Basilianerkirche, es ist ein rekonstruierte klassizistischer Bau von Merlini (1783). Auf der anderen Seite ist das Palais Pac, in dem heute das Ministerium für Sozialfürsorge und Gesundheit untergebracht ist. Auch dieses Palais wurde vom Holländer Tylman van Garmeren erbaut und zwar für den Fürsten Radziwill, später ging das Palais in den Besitz des Grafen Pac über. Der einst barocke Bau wurde erweitert und umgebaut. Neben ihm befinden sich das Kloster und die Kirche der Kapuziner, die beide im Barockstil erbaut wurden. Sie wurden im Jahr 1692 vom Italiener Locci im Auftrag des Königs Johann III. Sobieski erbaut. Eine Kapelle enthält einen Sarkophag, in dem sich das Herz des Königs befindet und in einer Urne wurden, wie es damals Brauch war, Eingeweide von August d. Starken aufbewahrt.

An der Ecke Ulica Miodowa und Senatorska gelangt man zum Palast der Krakauer Bischöfe. Ebenfalls in der Ulica Senatorska ist der ehemalige Palast des Primas von Polen, aus dem 17. Jahrhundert. Umgebaut wurde der Palast 1786 von Schroeger, heute sind in ihm verschiedene kulturelle Institutionen untergebracht. Die Ulica Senatorska mündet in den Theaterplatz. In der Mitte des Platzes befindet sich das im Jahr 1965 wiedererrichtete Große Theater für Oper und Ballett. Es ist in der ursprünglichen klassizistischen Form vom Jahr 1833 neu entstanden, die Bühne wurde erweitert (80 x 80 m) und auch der Zuschauerraum, der nun 1.900 Gäste fassen kann. Im ersten Stock des Gebäudes befindet sich ein Theatermuseum.
Nördlich des Theaters wurde im Jahr 1964 das Denkmal der Helden von Warschau, die Warschauer Nike enthüllt. Das Denkmal ehrt die polnischen Gefallenen der Jahre 1939 bis 1945. An der nordöstlichen Ecke des Theaterplatzes steht ein Rokokobau, in dem heute das Amt für Denkmalpflege beheimatet ist, es ist das Palais Blank aus dem Jahr 1764. Schlendert man die Senatorska- Straße weiter in westlicher Richtung, so passiert man die Reformationskirche aus dem Jahr 1681 und das Blaue Palais von 1726, das einstmals Stadtsitz einer Tochter Augusts II. von Sachsen war. Gegenüber auf der nördlichen Seite der Straße befindet sich das klassizistische Palais Mniszek von 1714, einst war es Gildehaus der Kaufleute und heute Sitz der Belgischen Botschaft.
Westlich des Theaterplatzes entstand an der Stelle zerstörter Stadtgebiete der Dzershinski- Platz. Der Platz wurde nach dem ersten sowjetrussischen Innenkommissar Felix Dzershinski, der polnischer Abstammung war, benannt. Zu seinen Ehren steht in der Mitte des Platzes sein Denkmal. Die Swierczewskiego- Allee bildet die Nordseite des Platzes, hinter ihr befindet sich im Gebäude des früheren Arsenals das Archäologische Museum mit einem Modell der Ansiedlung von Biskupin (6. Jh. v. Chr.), und dem Bernsteinschatz von Basson (5. Jahrhundert). Es werden unter anderem Exponate aus der Bronze-, Eis- und Steinzeit wie auch dem frühen Mittelalter gezeigt. Den Abschluss im Westen des Platzes bildet ein mächtiger klassizistischer Baukomplex aus dem Jahr 1825, der nach dem stilgenauen Wiederaufbau als Schatzamt, Revolutionsmuseum und Sitz des Stadtpräsidenten verwendet wird.
Südlich vom Dzershinski- Platz gelegen ist der Sächsische Garten, er bildete unter August II d. Starken einen Teil der barocken Stadtplanung. An der westlichen Seite befindet sich das Denkmal des Unbekannten Soldaten. Am Denkmal stehen zwei Soldaten unbeweglich Wache und jeden Sonntag zur Mittagszeit findet einer feierliche Wachablösung statt. Weiter gelangt man zum Platz Malachowskiego, dort erhebt sich der strenge klassizistische Kuppelbau der Evangelischen Kirche mit dorischen Portici.

Vom Schlossplatz verläuft die Warschauer Prachtstraße Krakowskie Przedmiescie in südlicher Richtung. Trotz vieler Zerstörungen durch Einwirkungen des Krieges ließen unfangreiche Rekonstruktionsarbeiten die künstlerisch und historisch wertvollen Gebäude wiedererstehen.
Die St.- Anna- Kirche wurde im Jahr 1454 von der Herzogin Anna von Masowien erbaut. Nur das Presbyterium zeugt heute noch vom ursprünglichen gotischen Baustil der Kirche. Das Äußere und Innere der Kirche ist Spätbarock, der Glockenturm und die Fassaden klassizistisch.
Das Kloster und die Kirche der Karmeliter sind Barockbauten aus dem 17. Jahrhundert. Die dreischiffige Kirche mit einem Querhaus birgt einen barocken Hochaltar, der von Tylman van Garmeren im 17. Jahrhundert gebaut wurde.
Neben den beiden Gebäuden steht das Palais Radziwill, das 1819 im klassizistischen Stil umgebaut wurde. Heute ist es Sitz des Ministerrats, davor steht das Reiterstandbild von Jozef Poniatowski. Nebenan steht das Palais Potocki, das 1731 im Barockstil gebaut wurde. Es wurde mehrmals umgebaut und erweitert. Nun ist der Palast Sitz des Ministeriums für Kunst und Kultur.

Die Kirche der Visitandinerinnen ist eine Spätbarock- Rokokoschöpfung des 18. Jahrhunderts. Die Kirche konnte allen Einwirkungen des Krieges standhalten und schon der junge Fryderyk Chopin spielte hier Orgel. Südlich der Kirche befindet sich ein Komplex von Bauten, die zur Warschauer Universität gehören. Gegründet wurde die Universität 1818 und im Jahr 1832 von der zaristischen Regierung geschlossen. Später durfte dort nur in russischer Sprache unterrichtet werden. Erst nach dem Einmarsch der Deutschen im Jahr 1915 wird die Universität wieder zu einer polnischen Lehrstätte, was sie noch bis heute ist, mit einer Unterbrechung während des Zweiten Weltkriegs. Heute studieren an 19 Fakultäten mehr als 50.000 Studenten. Universitätsinstitute sind unter anderem im Palais Tyszkiewicz und im Palais Czetwertynski untergebracht. Gegenüber der Universität liegt das Palais Czapski, die Akademie der Schönen Künste, die man bei einem Polen Urlaub unbedingt besichtigen sollte.
Die Heiligkreuzkirche ist eine Barockkirche mit einer Doppelturmfassade, erbaut wurde sie 1669 und 1950 wurde sie rekonstruiert. Im Inneren der Kirche befinden sich eine Vielzahl von Grabdenkmälern und eine Gedenktafel an jenem Pfeiler, in dem das Herz von Fryderyk Chopin eingemauert wurde.
Der Staszic- Palast hat viele Umbauten und Zerstörungen erlebt, im Jahr 1949 wurde er im klassizistischen Stil neu errichtet. Im Palast sind mehrere Institute der Polnischen Akademie der Wissenschaft beheimatet. Vor dem Gebäude steht das im Jahr 1830 von Thorwaldsen geschaffene Denkmal für den bekannten Astronomen Nikolaus Kopernikus.
Das Palais Ostrogski ist ein Gebäude im barocken Stil, das von Tylman van Gameren 1685 gebaut wurde. Der Palast wurde nach der Zerstörung des Krieges rekonstruiert. Seit 1955 hat die Chopin- Gesellschaft hier ihren Sitz. Zum Gedächtnis des berühmten Musikers wurde ein Museum eingerichtet.
Das Nationalmuseum besitzt trotz großer Verluste im Krieg eine umfangreiche Sammlung. Im Erdgeschoss gibt es griechische, römische, etruskische und ägyptische Exponate wie auch schöne Kunstwerke der Renaissance und Gotik. Im ersten und zweiten Stock des Museums findet man Gemälde polnischer und ausländischer Künstler.
In der nördlichen Hälfte des Drei- Kreuze- Platzes steht die Alexanderkirche. Sie ist einen Nachbildung des römischen Pantheons. Eine Statue des Johannes von Nepomuk steht vor der Kirche, sie wird von Säulen mit Kreuzen flankiert.
Nicht weit entfernt ist der Sejm, ein Rundbau für Sitzungen des Polnischen Parlaments. Hier kann der Sitzungssaal besichtigt werden.
Das Palais Lazienki wird auch Wasserschloss genannt. Es entstand durch den Umbau eines einstigen Badehauses durch Merlini und bekam eine exquisite Inneneinrichtung von Kamsetzer. Den im Krieg fast völlig zerstörten Palast hat man wieder glanzvoll restauriert. Der für die Zeit Katharinas d. Großen typische Palast ihres Favoriten Stanislaw August Poniatowski ist dem Publikum zugänglich. Im Park Lazienki wurde im Jahr 1958 das Fryderyk- Chopin- Denkmal aufgestellt, im Sommer finden dort Chopin- Konzerte statt. Im südwestlichen Teil des Parks gibt es einen klassizistischen Bau, den Belvedere- Palast. Er war zwischen den beiden Weltkriegen Residenz des polnischen Staatspräsidenten. Im Nordosten des Parks befindet sich das Palais Myslewicki, es diente früher für Kontaktgespräche zwischen Vertretern der Volksrepublik China und den Vereinigten Staaten von Amerika.
Das Ehrendenkmal des Kampfes und Martyriums wurde in einem ehemaligen Gestapo- Gebäude in der Aleja I. Armii Wojska Polskiego 25 erbaut. Es soll an die Menschen erinnern, die hier gefoltert, verhört und ermordet bzw. von hier deportiert wurden.
Das Denkmal der Ghetto- Helden wurde am 5. Jahrestag des Aufstandes der Juden im Warschauer Ghetto, am 19. April 1948 enthüllt. Von den Bauten des ehemaligen Judenviertels der Stadt, blieb kein Stein auf dem anderen. Südlich des Denkmals, auf dem Gelände des ehemaligen Gefängnisses Pawiak, wurde ein Museum eingerichtet. Es gedenkt der Hingerichteten und Deportierten der Jahre 1939 bis 1944.

Der Friedhof Powazki wurde im Jahr 1912 angelegt, hier ruhen führende polnische Aufständische von 1863, Gefangene von 1918 bis 1920, 1939, 1944 wie auch berühmte Künstler, Wissenschaftler und Politiker, wie der Staatspräsident Boleslaw Bierut. Nicht weit entfernt befindet sich der Powazkowski- Friedhof aus dem Jahr 1790. Hier gibt es beachtenswerte Grabmäler und Skulpturen auf den Grabstätten von Prominenten.
Der bedeutendste Barock- Baukomplex des Landes findet sich ebenfalls in Polens Hauptstadt. Der Palast in Wilanow ist die ehemalige Residenz des König Johann III. Sobieski und befindet sich im Süden von Warschau. Die Seitenflügel und der Hauptpalast selbst sind ein Werk von Locci. Die Inneneinrichtung des Palastes wurde im Krieg geraubt und verwüstet, sie wurde jedoch zum Teil zurückgeführt und sorgfältig restauriert. Die Nebenbauten, wie das Plakatmuseum und auch die Gartenanlagen wurden rekonstruiert. Nach einer langen Stadtbesichtigung sollte man sich Ruhe in den Hotels Warschau gönnen und Kraft für den nächsten Tag tanken, denn in Warschau gibt es jeden Tag etwas Neues zu entdecken.

Nachtleben und Einkaufen
Wer sich ins Nachtleben stürzen will, ist in Warschau genau richtig, denn Polens Hauptstadt muss sich hinter anderen europäischen Metropolen nicht verstecken. Es gibt zwar kein bestimmtes Amüsierviertel, in dem man zahlreiche Clubs und Bars findet, aber eine kleine Nachttour durch die Stadt kann sehr interessant sein. Viele Diskotheken und Clubs haben nicht nur am Wochenende geöffnet, auch in der Woche kann reichlich gefeiert und getanzt werden. Beginnen kann man den Abend am besten mit einem guten Essen in einem der zahlreichen Restaurants, von asiatisch, bis mexikanisch, hin zu italienisch oder typisch polnisch kann man in Warschau alles finden. Danach kann man in eine der vielen Bars gehen und einen guten Wein oder leckeren Cocktail genießen. Besonders frostig kann das im Ice Club sein, denn die einzige Eisbar Polens ist bis auf -8ºC abgekühlt. Der ganze Raum besteht aus Eis, selbst der Boden. Die Wodkashots werden hier in einem Glas aus Eis serviert. Es gibt zwar extra Umhänge gegen die Kälte, dennoch hält man es hier nicht allzu lange aus, daher ist die Bar ein beliebter Zwischenstopp auf dem Weg in eine weitere Bar oder einen Club. Ebenfalls zu empfehlen ist die momentan trendigste Bar in Polen, sie heißt Paparazzi und ist immer gut besucht. Es lohnt sich jedoch nach einem Platz Ausschau zu halten, denn hier gibt es nicht nur tolle Cocktails, sondern auch sehr gutes Essen.

Natürlich kann die Nacht in einem der verschiedenen Clubs weitergehen, denn Warschau hat für jeden Geschmack etwas zu bieten, egal ob man polnische Musik, Techno oder Jazz bevorzugt, es gibt für jeden Musikliebhaber den richtigen Club. Der Club 70 hat von Montag bis Samstag geöffnet und ist somit ideal für Partynächte innerhalb der Woche. Der Club ist in einem Kellergewölbe untergebracht. Je nach Wochentag gibt es ein anderes Motto, wie Ladies Night oder Musik der 70er Jahre. Spezielle Studentenclubs sind das Hybryd und Organza. Ein weiterer interessanter Club ist der Desperados Club, in dem es auch mexikanische Essen gibt oder der Club Rock, hier kommen Freunde der härteren Klänge (polnisch und international) auf ihre Kosten.
Wer nicht mehr weit fahren möchte, der kann sich einfach in der Hotelbar des eigenen oder eines anderen Hotels niederlassen und es sich dort gut gehen lassen. Fast alle größeren Hotels der Stadt haben eine eigene Bar, die nicht nur für hoteleigene Gäste geöffnet ist.

Selbstverständlich kann man auch einfach nur ins Kino gehen, meistens werden die Filme in der Originalfassung mit polnischen Untertiteln gezeigt. Eine Alternative ist natürlich ein Besuch im Theater. Das Musiktheater Teatr Muzyczny Roma führt bekannte Musicals auf wie Tanz der Vampire oder Cats. Auch zu empfehlen ist das Teatr Wielki- Opera Narodowa, das Theater kann auf eine 200-jährige Tradition zurückblicken. Bei den Inszenierungen stehen zwar nationale Kompositionen im Vordergrund, doch auch internationale Größen fehlen hier nicht, wie Richard Wagners Ring der Nibelungen. Weitere Theater sind das Teatr Ateneum, Teatr Polski, Teatr Syrena und das Teatr Polonia, das von Krystyna Janda (Schauspielerin) betrieben und gegründet wurde. Das Theater ist eines der wenigen privaten und ist meistens schnell ausverkauft.
In einer Metropole wie Warschau kann man natürlich auch hervorragend einkaufen. Es gibt viele Geschäfte, die jeden Tag rund um die Uhr, geöffnet haben, da es in Polen keine beschränkten Ladenöffnungszeiten gibt. Meist haben aber nur die großen Supermärkte der Stadt wie Tesco durchgehend geöffnet. Doch in diesen Supermärkten findet man dann auch alles was das Herz begehrt, von Lebensmitteln, über Bücher und CD´s, bis hin zu Kleidung, Schuhen und anderen Artikeln.

Bekannte Einkaufsstrassen der Stadt sind die Nowy Swiat, die Chmielna und die Marszalkowska. Auch in der Altstadt kann man einkaufen, denn hier ist ein Geschäft an das andere gereiht. Es gibt viele Modeboutiquen, die Kleidung von internationalen Designern anbieten.
Typisch für Polen sind Markthallen, die man natürlich auch in der Hauptstadt finden kann. Eine dieser Hallen ist die Hala Banacha, die zehn Minuten vom Zentrum entfernt liegt. In der Halle selber gibt es neben einem Supermarkt auch Verkaufsstände. Auf einer Seite werden frisches Obst und Gemüse angeboten und auf der anderen Bekleidung, auch für den kleinen Geldbeutel. Ebenso typisch ist der Verkauf vor den Hallen, auch hier kann man allerlei Dinge erwerben.
Nicht vergessen sollte man die Einkaufszentren in Warschau, denn das Arkadi ist das größte Einkaufszentrum in Osteuropa. Neben 200 Geschäften gibt es auch 30 Gastronomiebetriebe, die zahlreiche Köstlichkeiten anbieten, von den bekannten Burgerbratern, bis hin zu Sushi und Cafés gibt es hier alles, was man sich wünschen kann. Ebenfalls zum Angebot des Shoppingcenter gehören ein Fitnessstudio, eine medizinische Einrichtung und Kinderbetreuung.
Das Einkaufszentrum Fort Wola war früher nicht gut besucht und auch viele Ladenlokale blieben leer, dies änderte sich Anfang 2009 schnell. Im März eröffnete dort nämlich das erste 5D- Kino in ganz Polen, das die Massen auch heute noch anzieht. Es gibt hier an die 50 Geschäfte und einen großen Supermarkt mit einem umfangreichen Sortiment.

2.2 Touren

Wer in Polen unterwegs ist, wird wahrscheinlich auf ein Auto zurückgreifen, wenn man nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren möchte. Einen Mietwagen kann man einfach über das Internet vorbestellen. Es ist auch möglich vor Ort, z.B. an Flughäfen, einen Mietwagen zu bekommen. Internationale Autovermietungsstellen sind auch in den Großstädten vertreten. Das Land verfügt über ein weit ausgedehntes Straßennetz, wodurch sämtliche Sehenswürdigkeiten leicht zugänglich sind. Zu den Verkehrsregeln siehe Sicherheit (internen Link einbauen)

Die Mautgebühren in Polen sind streckenabhängig. Die A1, A2 und A3 sind kostenpflichtig. Die Zahlung der Mautgebühr kann mit unterschiedlichen Währungen erfolgen u. a. auch in Euro. Mit der Kreditkarte zu zahlen ist nur an den Mautstellen an der A2 möglich. Bei allen anderen Stellen kann nur in Bar gezahlt werden. Die Mautgebühren setzen sich wie folgt zusammen.

A1 Gdansk – Ruscoin - Swarozyna (bei Tczew)
Rusocin -Swarozyn (Hin-und Rück, Angaben in €) Rusocin -Stanislawie (Hin- und Rück, Angaben in €)) Stanislawie – Swarozyn (Hin- und Rück, Angaben in €))
Kategorie I: Pkw mit 2 Achsen (ohne Anhänger) 3,50 ,- 2,50 ,- 1,00 ,-
Kategorie 1 a: Motorrad 3,50 ,- 2,50 .- 1,00 .-
Kategorie 2: Kfz mit 2 Achsen, wovon mind. 1 Achse Dual-Räder hat 10,00 ,- 7,10 .- 2,90 .-
Kategorie 2 a: Fahrzeuge mit 2 Achsen und Anhänger 10,00 ,- 7,10 .- 2,90 .-
Kategorie 3: Fahrzeuge mit 3 Achsen und Dual-Räder 14,20 ,- 10,10 ,- 4,10 ,-
Kategorie 4: Fahrzeuge mit mehr als 3 Achsen und Dual-Räder 22,70 ,- 16,20 ,- 6,50 ,-



A2 - Nowy Tomysl - Strykow
Konin – Wrzesnia (Hin- und Rück, Angaben in €)) Wrzesnia – Poznan (Hin- und Rück, Angaben in €)) Poznan – Nowy Tomysl (Hin- und Rück, Angaben in €))
Kategorie I: Pkw mit 2 Achsen (ohne Anhänger) 11,00 ,- 11,00 ,- 11,00 ,-
Kategorie 1 a: Motorrad 11,00 ,- 11,00 .- 11,00 .-
Kategorie 2: Kfz mit 2 Achsen, wovon mind. 1 Achse Dual-Räder hat 27,00 ,- 27,00 .- 27,00 .-
Kategorie 2 a: Fahrzeuge mit 2 Achsen und Anhänger <table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0"> <tr> <td width="139">27,00 ,-</td> </tr> </table> 27,00 .- 27,00 .-
Kategorie 3: Fahrzeuge mit 3 Achsen und Dual-Räder 63,00 ,- 41,00 ,- 63,00 ,-
Kategorie 4: Fahrzeuge mit mehr als 3 Achsen und Dual-Räder 63,00 ,- 41,00 ,- 63,00 ,-



A4 - Katowice – Kraków
Katowicw - Krakow (Hin- und Rück, Angaben in €))
Kategorie I: Pkw mit 2 Achsen (ohne Anhänger) 6,50 ,-
Kategorie 1 a: Motorrad 6,50 ,-
Kategorie 2: Kfz mit 2 Achsen, wovon mind. 1 Achse Dual-Räder hat 12,50 ,-
Kategorie 2 a: Fahrzeuge mit 2 Achsen und Anhänger 12,50 ,-
Kategorie 3: Fahrzeuge mit 3 Achsen und Dual-Räder 24,50 ,-
Kategorie 4: Fahrzeuge mit 3 Achsen und Dual-Räder 24,50 ,-



An den Autobahnen befinden sich zahlreiche Tankstellen an denen getankt werden kann. Der Preis für einen Liter Benzin beträgt ca. 1,10 € (Stand Juni 2009).

Auch in Polen muss man sich an bestimmte Geschwindigkeitsbegrenzungen halten. Verstöße dagegen werden in der Regel mit Bußgeldern geahndet. (interne Verlinkung mit Sicherheit: Bußgeldkatalog).

In Falle einer Panne kann der ADAC hinzu gezogen werden. Dieser ist unter der Nummer 0103322-6222060 oder 022-8259734 erreichbar.

(→ Wandern und Radfahren: siehe Ausflugstipps Sport)

2.3 Events

Die Polen nehmen nicht nur die kirchlichen Feiertage zum Anlass um ausgiebig zu feiern. Das ganze Jahr über finden Feste, Konzerte und kulturelle Events statt, bei denen auch Touristen herzlich willkommen sind. Besonders in den Sommermonaten verspricht Polen ein buntes Programm der Unterhaltung. Nachfolgend eine Auflistung von Terminen, welche man nicht verpassen sollte.

Januar Zur Silvesternacht finden in unzähligen Städten Feuerwerke statt, um den Beginn des neuen Jahres zu feiern.
Februar Zur Karnevalszeit finden in Polen zwar keine Umzüge statt, aber es wird auf vielen Maskenbällen und Konzerten ausgelassen gefeiert.
April Die Osterzeit wird in allen Städten mit großen Prozessionen begrüßt. In der Grenzstadt Sejny findet ein großes Ethno- Konzert statt. Dort kann zu den Klängen aus aller Welt getanzt und gefeiert werden.
Mai Die Stadt Hajnówka lädt zum alljährlichen Festival der Orthodoxen Kirchenmusik ein. Bei der Revue Torun treffen sich Theaterbegeisterte zum größten osteuropäischen Theatertreffen.
Juni Zu Fronleichnam starten bunte Prozessionen. Anlässlich des Sommeranfangs am 21. Juni, lässt man in Warschau und Danzig mit Kerzen verzierte Kränze auf den Flüssen treiben, zusätzlich gibt es ein großes Feuerwerk. Anhänger der Chormusik kommen in Miedzyzdoje ganz auf ihre Kosten. Das Stinthengstfest findet alljährlich in Mikotajki statt. In der letzten Juniwoche feiert man den Tag des Meeres in Stettin, Danzig und anderen Ostseestädten. Dazu findet eine Bootsprozession am 29. Juni zwischen Puck und Jarstania statt.
Juli In Danzig treffen sich Jongleure und Straßenkünstler zum Goldwasser- Festival. Für Film- Fans startet der Filmsommer in Miedzyzdoje. Dort kommt man in den Genuss der polnischen Filmkunst. Ein Picknick mit Country-Musik kann man in Mragowo genießen, während man zu rockiger Musik in Wegorzewo tanzen kann. Folklore ist Thema des Festivals der nordischen Klänge in Danzig. Am Ukiel- See in Olsztyn kann man zu Blues entspannen. Ritterturniere werden in Golub- Dobrzyn, MalborkGniew ausgetragen. Der schönste kaschubische Jahrmarkt ist in Wdzydze.

Juli/August Das Schlagerfestival an der Mole unterhält seine Gäste mit Songs aus den Genre Jazz und Rock.
August Danzig begrüßt seine Gäste auf dem Dominikanermarkt. In den ersten zwei Wochen des Monats findet eine große Verkaufsmesse mit nächtlichen Festen und der traditionellen Bootsregatta statt. Noch im selben Monat lädt Malbork zu Burgfestspielen ein. Dort wird in traditionellem Gewand gesungen und geschauspielert. Gekämpft wird auf der Insel Wollin, Thema dort sind die Wikinger. Diese kämpfen in zwei Booten gegeneinander und begeistern das Publikum.
September In Warschau feiert man den Beginn der neuen Konzert- Schauspielsaison. Während des Warschauer Herbstes treffen sich musikbegeisterte zum lauschen klassischer Gegenwartsmusik. Klavier-Fans treffen sich in diesem Monat in Stupsk
Oktober Die Musik von Monteverdi ist Thema beim Barock-Festival in Warschau
November Am Abend von Allerheiligen pilgern viele Menschen zu den Friedhöfen und bilden eine Lichterkette aus Kerzen.
Dezember Auf den Weihnachtmärkten in der Altstadt von Danzig und Warschau kann man seine Weihnachtseinkäufe in historischer Atmosphäre erledigen.



2.4 Kultur

Museen
Polen bietet eine breite Palette an verschiedenen Museen. Sie sind in der Regel 6 Tage die Woche geöffnet. Ein Ruhetag findet einmal in der Woche montags statt. An Feiertagen sind die Museen geschlossen.

Die meisten Museen verlangen wirklich kleine Preise für den Eintritt. Nur wenige fordern mehr als 2 €. Kinder bis 12 Jahre bekommen in der Regel noch 30- 50 % Ermäßigung.

Ein oft von Touristen aufgesuchtes Museum ist das Staatliche Museum Auschwitz- Birkenau. Seit den neunziger Jahren besichtigten ca. eine Million Menschen das ehemalige Konzentrationslager. Dieses gehört zum Weltkulturerbe.

Denkmäler
Polen ist im Besitz vieler Denkmäler. Die Geschichte des Landes hat viele besondere Menschen hervorgebracht, zu deren Ehren viele Gedenkstätten erbaut wurden. Ein solches Ehrenmal ist beispielsweise das Grabmal des unbekannten Soldaten in Warschau. Dieses wurde zu Ehren der Soldaten errichtet, die im Krieg ihr Leben für Polen gelassen haben.

Weitere, bei Touristen beliebte Denkmäler, sind das Dreikaisereck in Myslowitz, zum Gedenken der Teilung Schlesiens und die Pyramide in Rapa (Stadt in Masuren). Diese Pyramide stellt eine Grabstätte der Familie des Grafen Fahrenheid dar.

Kirchen
Polen ist ein sehr katholisches Land. Da wundert es nicht, dass 95 % der Kirche katholische Glaubensstätten sind. In Polen gibt es 138 offiziell registrierte Kirchen.

Die größte Kirche in Polen ist die neugotische Kirche der hl. Dorothea aus dem 18. Jh. in Lichen Stary, ul. Klasztorna. Sie ist die zweitgrößte Pilgerstätte in Polen. Weitere Kirchen in Polen sind die Heiliggeist Kirche in Nowe Tychy, St. Sigismund- Kirche in Warschau und die Kirche der Oblate der Mutter Gottes, der Friedenskönigen in Breslau.

Alle diese Gotteshäuser bestechen durch ihre teils Gotisch, teils moderne Bauweise und sind daher bei Urlaubern sehr beliebt.

2.5 Sport

Polen bietet die Möglichkeit, sich in vielen Sportarten auszuprobieren. Die vielen Wasseradern, die Dünen und auch die Gebirge bieten Sportbegeisterten die besten Voraussetzungen dazu.

Golf
Golfen wird immer populärer in Polen. Die Deutschen sind bereits in Clubs an der Ostseeküste vertreten. Die attraktivsten Golfanlagen liegen bei Krakau, Warschau und Posen.

Angeln
Die Flüsse der Sudeten, Waldkarpaten und Beskiden eignen sich optimal zum Angeln. Als besonders fischreiches Gewässer gilt der Fluss Dunajec. An diesem wurde auch vor einigen Jahren die Weltmeisterschaft im Fliegenfischen ausgetragen. In diesem Fluss sind vor allem Bach- und Regenbogenforellen vorhanden. Wichtig hierbei ist die Auskunft über den Angelschein. Informationen rund um das Thema Angeln bekommt man in der Regel bei den Ortsverbänden des Polnischen Anglerverbandes (PZW).

Höhlentrekking
Höhlenbesichtigungen haben sich zu einer beliebten Beschäftigung für Touristen in der Sommerzeit entwickelt. Gefragte Höhlen befinden sich im Glatzer Bergland und in der Tatra, im Ojców- Nationalpark sowie im Hochland von Krakau. Ein Publikumsmagnet ist die Bärenhöhle im Südwesten des Glatzer Berglands.

Klettern
Die Felsgebirge in Polen bieten viele Möglichkeiten zum Klettern. Beliebte Felswände findet man in der Tatra, im Riesengebirge und im Juragebirge. In Zakopane hat der nationale Alpenverein eine Kletterschule eröffnet, in der man das Klettern üben kann.

Radfahren
Polen bietet hervorragende Strecken zum Radfahren. Neben den Masuren sind es vor allem der Süden und der Südosten, die bei Radfahrern immer beliebter werden. Die Fahrradstrecke misst eine Länge von 3000 Km. Hierbei handelt es sich fast nie um separate Strecken sondern um gekennzeichnete, wenige befahrene Nebenstraßen. Im Riesengebirge befindet sich ein dichtes Netz ausgewiesener Radwege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Als sehr idyllisch wird die Strecke von Zakopane ins Durchsbruchstal des Dunajec beschrieben. Karten, in denen die Strecken markiert sind, bekommt man zu einem günstigen Preis vor Ort.

Wandern
In den Bergregionen und an der polnischen Ostseeküste befindet sich ein dichtes Netz an Wanderwegen. Diese sind in der Regel in Regionalkarten eingezeichnet. Wanderkarten bekommt man für wenig Geld in den städtischen Buchläden oder auch in Informations- Büros. Aus diesen Karten gehen auch Länge, Dauer und Schwierigkeitsgrad der Wanderstrecke hervor.

Wassersport
Masuren mit seinen vielen Seen und Flüssen ist der perfekte Platz für Freunde des Wassersports. Egal ob Segel, Kajak, Wasserski oder einfach nur schwimmen, für jeden Wasserbegeisterten ist etwas dabei. Sehr beliebte Segelstrecken sind auch der Solinski- und der Myczkowski- Stausee in Bieszczady- Gebirge. Ein Segelschein ist für eine Tour auf den Stauseen nicht erforderlich, jedoch muss man diesen vorlegen, wenn man sich eine Yacht ausleihen möchte, die größer als 10 qm ist. Zudem sollte man ein Schwimmzeugnis mit sich führen.

Wintersport
Auch im Winter hat Polen einiges zu bieten. In der Winterhauptstadt Zakopane haben bereits viele Meisterschaften im Wintersport statt gefunden. Dort befindet sich eine Vielzahl an Hotels, an die auch eine Ski- und Snowboardschule angedockt ist. Bei ihnen ist es möglich, dass Skifahren zu erlernen und sich auch das dafür nötige Equipment auszuleihen. Optimale Bedingungen zum Ski- und Snowboardfahren bietet auch das Riesengebirge. Dort sind bereits zwei Wintersportzentren errichtet worden. Die Skisaison dauert von Weihnachten bis Ostern. Als der schneesicherste Monat gilt der Januar.

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