Ägypten ist aufgrund seiner klimatischen Verhältnisse und geographischen Beschaffenheit in sehr unterschiedliche Regionen eingeteilt:
• Mittelmeerküste
• Nildelta
• Rotes Meer
• Sinai
• Wüste und Oasen
• Nillauf
Die Mittelmeerküste ist selten Ziel von Pauschalreisen aus Deutschland und wird eher von den Einheimischen genutzt.
Das Nildelta ist schon in der Antike die fruchtbarste Region Ägyptens gewesen, einem Land, das sonst überwiegend von Wüstenregionen dominiert wird. Es beginnt kurz oberhalb von Kairo und fächert sich namensgebend in Deltaform auf und umfasst dabei eine Fläche von ca. 24.000m². Ob das Nildelta in seiner Größe auch in Zukunft Bestand haben wird ist fraglich, da sowohl der klimatische Wandel, als auch der Assuan Staudamm zu seiner Verringerung und Abtragung beitragen.
Das Rote Meer säumt die Ostseite Ägyptens und zählt zu den beliebtesten Wassersportregionen der Welt. Hier liegt auch der bekannteste Badeort Hurghada, der mittlerweile eine echte Touristenmetropole geworden ist und sich sehr an den Bedürfnissen der westlichen Besucher orientiert.
Der Sinai, der als Halbinsel bezeichnet wird, bildet wohl am besten die Vielfalt Ägyptens ab. Geographisch wird dieses Gebiet, anders als der Rest des Landes, nicht mehr zu Nordafrika gezählt, sondern Westasien zugeordnet. Die Küste läd vor allen in den Orten Sharm El-Sheikh und Dahab zum Windsurfen ein. Hier herrschen ideale Bedingungen für alle Sportler, angefangen beim blutigen Einsteiger bis hin zum wellenliebenden Profi. Aber auch Taucher und Schnorchler schätzen das Gebiet und erkunden Jahr für Jahr die zahlreichen paradiesischen Unterwasserwelten. Wer sich von den Strandliege ins Hinterland wagt, wird mit einer tollen Bergwelt belohnt und kann bis in die biblische Vergangenheit reisen. Denn hier soll Moses bekanntlich die 10 Gebote empfangen haben und gute Wanderer können seinen Weg hinauf zum Gipfel nachempfinden, weniger sportliche Menschen sollten lieber die Möglichkeit des Kamelritts in Anspruch nehmen. Für welche Variante man sich auch entscheidet – oben angekommen erhält man eine wunderbare Aussicht über das Land.
Die Entstehung der Erde nachvollziehen kann man in den riesigen Wüsten Ägyptens. Mehr als 90% des Landes besteht aus dieser trockenen, sandigen Welt und somit ist verständlich, warum sich ein Großteil der Bevölkerung in den übrigen Regionen niedergelassen hat. Ein Ausflug in die Wüste ist eine Reise in die Einsamkeit, in der man zu sich finden kann und dabei die Schönheit einer einzigartigen Natur erlebt. Ein Besuch der Oasen ist wie eine Reise in die persischen Geschichte, in der Karawanenzüge ihre wertvolle Fracht Kilometer für Kilometer durch die Sandwelt transportiert und dabei ihr Leben riskiert haben. Unbedingt davon abzuraten ist es, einen Wüstentrip auf eigene Faust durchzuführen. Hier sollte man lieber auf die Erfahrung einheimischer Anbieter zurückgreifen.
Der Nillauf beherbergt die ganze Historie Ägyptens, denn entlang der Ufer siedeln seit Jahrtausenden die Menschen. Von Kairo, über Luxor, Theben und Assuan bis hin zu Abu Simbel häufen sich die Sehenswürdigkeiten. Pyramiden, Tempel, Nekropolen (Begräbnis- und Weihstätte des Altertums) und vieles mehr lassen das Herz kultursuchender Menschen höher schlagen. Südlich von Assuan befindet sich der Nasser-Stausee, einer der größten seiner Art weltweit. Dem Bau des neuen Hochdamms fielen zahlreiche Kulturgüter durch Überschwemmungen zum Opfer und auch die Doppeltempel von Abu Simbel konnten nur durch eine UNESCO-Hilfsaktion vor den Fluten gerettet werden.
Die Frage nach einem Leihwagen stellt sich in Ägypten für Touristen eigentlich nicht. In den großen Städten sind die Straßen überfüllt und die Fahrweise der Einheimischen so rasant und rücksichtslos, dass man besser in ein Taxi steigt, als selber zu fahren. Hier muss man allerdings vor Fahrtantritt den Preis verhandeln, um am Ende keine böse Überraschung zu erleben. Aufgrund der niedrigen Benzinpreise in Ägypten sind die Kosten für eine Taxifahrt nicht sehr hoch, bei Pauschalreisen kann die Reiseleitung über aktuelle Richtwerte Auskunft geben. Nicht nur die Straßen, sondern auch die öffentlichen Verkehrsmittel sind in Ägypten meist überfüllt und können dementsprechend kein angenehmes Reisen gewährleisten. Überlandfahrten finden in der Regel im Konvoi statt und es wird davon abgeraten, alleine zu reisen. Sinnvoller ist es, organisierte Ausflüge zu buchen, sofern man auch mal die eigene Hotelanlage verlassen möchte.
Wer trotzdem Ausflüge mit dem Leihwagen unternehmen möchte, sollte sich vor Reiseantritt über die aktuellen Bestimmungen informieren. Es kann durchaus sein, dass eine Konvoipflicht besteht, man also nur in größeren Touristengruppen und polizeilicher Begleitung auf festgelegten Routen reisen darf. Auch ist es üblich, diese Fahrten als Tourist anzumelden und sich eine Genehmigung einzuholen. Vielfach gibt es für einige Strecken ebenfalls eine Zeitbindung, man muss die Strecke also in einer vorgeschriebenen Zeitspanne passiert haben, ansonsten droht eine Zwangsübernachtung an einem Zwischenziel. Bei der Auswahl des Mietwagens sollte man, aufgrund der schlechteren Wartungen lokaler Leihwagenanbieter, lieber auf die teuereren, dafür aber pannensicheren Wagen der großen, internationalen Anbieter zurückgreifen. Außerdem muss man mindestens 25 Jahre alt sein, um ein Auto zu leihen und den nationalen & internationalen Führerschein, sowie den gültigen Reisepass vorlegen. Wichtig ist es, auf einen ausreichenden Versicherungsschutz zu achten, den man in der Regel bei der Buchung über das Reisebüro oder im Heimatland erhält.
Bei der Fahrt mit dem Mietwagen oder ähnlichem sind folgende Geschwindigkeitsbegrenzungen dringend einzuhalten:
| innerorts | außerorts | |
| PKW | 60 | 100 |
| Motorrad | 60 | 80 |
| PKW mit Anhänger | 30 | 50 |
Darüber hinaus gilt die 0,0 Promillegrenze für das Führen eines Fahrzeugs.
Sollte man trotz allem mal eine Panne mit dem Auto haben, kann man auf den größeren Durchfahrtsstraßen Hilfe in den kleinen Werkstätten erhalten oder den ATCE (Automobile & Touring Club of Egypt) kontaktieren:
| Kairo | Alexandria |
| 10, Kasr El-Nil, Cairo 11111 | Tel. (+20/2) 574 33 55 |
| 15, Sharia Salah Salem, Alexandria | Tel. (+20/3) 484 67 30 |
Besser ist es allerdings, von vorneherein ausreichend abgesichert zu sein, ein ordnungsgemäß gewartetes und einwandefreies Auto auszuwählen und Ersatzreifen, ausreichend Benzin sowie Trinkwasser mit sich zu führen. Auch genügend Bargeld darf nicht fehlen, da auf einigen gut ausgebauten Straßen Maut erhoben wird.
1. Abu Simbel Festival
Das Schauspiel aus Licht und Architektur lockt genau zweimal im Jahr (Februar und Oktober) nach Abu Simbel. An diesen Terminen erstrahlt das Meisterwerk von Ramses II. in ganz besonderem Glanz und wer es erleben will, muss ganz früh aufstehen, denn nur mit den ersten Sonnenstrahlen wird dieses Highlight sichtbar. Zum Gedenken an den Erbauer erleuchten die Strahlen in der hinteren Kammer zunächst das Gesicht von Ramses, dann die Statuen der Götter Amun Ra und Re-Harachte, der Gott der Dunkelheit „Ptah“ bleibt im Schatten. Das Schauspiel macht deutlich, wie groß das Wissen um Sonnenlauf und Architektur bereits vor über 3.000 Jahren war.
2. Kairo
Tradition und Moderne in einer pulsierenden Großstadt kann man in Kairo erleben. Man entdeckt die Stadt am besten in ägyptischer Begleitung, um auch die vielen Lieblingsorte der Einheimischen kennenzulernen, an denen das echte ägyptische Leben stattfindet. Vor allem in den Ramadannächten kann man viel von der islamischen Kultur der heutigen Gesellschaft spüren.
3. Tauchen und Schnorcheln in Ras Mohammed
Die Unterwasserwelt in diesem Nationalpark zählt zu der schönsten weltweit. Hier findet man Korallen, Seesterne, unzählige Fischarten, Seeigel, Schildkröten und vieles mehr. Eintauchen und genießen!
4. Hoch hinaus auf den Mosesberg
Auf den Spuren biblischer Geschichte wandelt man, wenn man den Mosesberg erklimmt. Die durchaus anspruchsvolle Wanderung führt einen bis zum Gipfel, von dem man einen einzigartigen Ausblick auf das gesamte Umland hat. Festes Schuhwerk und eine gute Kondition sind hierbei unerlässlich!
5. Ausflug in die Wüste
Sand soweit das Auge reicht, natürlich entstandene Gesteins-Skulpturen und keine Menschen-Seele weit und breit – so fühlt sich Wüste an. Die Landschaft mit ihrer endlosen Einsamkeit ist schon seit Jahrtausenden eine Herausforderung der Menschheit gewesen. In der heutigen Zeit hat man glücklicherweise die Wahl, ob man sich dieser Herausforderung stellen möchte oder lieber nicht. Viele, die das (touristisch stark reduzierte) Wagnis angenommen haben, berichten von einzigartigen Eindrücken und dem Gefühl der Zeitlosigkeit.
Das größte Fest in Ägypten ist wohl das Fest des Fastenbrechens „Id al-Fitr“ zum Ende des Fastenmonats Ramadan. Nachdem die islamische Bevölkerung 30 Tage zwischen Sonnenauf- und -untergang nichts essen durfte und sich intensiv mit ihrem Glauben auseinander gesetzt hat, folgen nun drei Tage lang Familienfeiern, Verwandtenbesuche, Lichterumzüge, Volksfeste und Feuerwerke. Das öffentliche Leben ist in diesen Tagen unterbrochen und die Geschäfte bleiben wie beim christlichen Weihnachtsfest geschlossen. Auch Nicht-Muslime werden immer häufiger eingeladen, an den Feierlichkeiten des Fastenbrechens teilzunehmen. Aber nicht nur beim abschließenden Fest, sondern auch in den Nächten des Ramadan ist in Ägypten viel los. Man trifft sich mit Freunden, trinkt Tee oder isst sich an den großen Büffets der Restaurants satt, schließlich muss man ab dem Morgengrauen wieder fasten. Junge Leute kommen häufig zur Mitternacht in Ramadanzelten zusammen, wo Musik von religiös bis Pop gespielt wird und besondere Speisen und Getränke angeboten werden.
Ein weiteres tolles Event ist die Sommer-Festivalzeit in Kairo. Wenn es im Juli und August besonders heiß ist, wird den Daheimgebliebenen und Touristen einiges geboten. Viele kleine Open-Air-Konzerte machen die Abende und Nächte zu einem musikalischen Vergnügen und oftmals muss dafür nicht einmal Eintritt gezahlt werden. Feste Termine für die Auftritte gibt es aber leider nicht und man kann sich am besten bei den Einheimischen informieren, wann und wo das nächste Konzert stattfindet.
1982 durch den Kulturminister in Frankreich ins Leben gerufen und mittlerweile weltweit etabliert ist die „Fête de la Musique“, ein Musikfest, bei dem alle Musiker, DJ's, Bands und Künstler ohne Honorar auftreten. Jedes Land gibt der Veranstaltung durch die regionalen Musiker eine spezielle Note und so entsteht ein bunter Stilmix. In Ägypten wird das Fest in Kairo und Alexandria unter freiem Himmel gefeiert, organisiert und finanziert durch das französische Kulturministerium und es findet in der Regel um den offiziellen und international übergreifenden Festtag, den 21.6. statt.
Weitere tolle Feste finden an folgenden Orten statt:
| Name | Ort | Zeitraum | Programm |
| Moulid of Abu el-Haggag | Luxor | Anfang August | Straßenfest mit Pferderennen, Musik, Schaukämpfen etc. |
| Abu Simbel Festival | Abu Simbel | ca. Ende Oktober und im Februar (genaue Termine variieren) | Spektakuläres Zusammenspiel aus Licht und Architektur |
| Sharm International Carnival | Sharm El-Sheikh | November/Dezember | Karnevalsfest mit Kostümumzügen, Musik, Feuerwerk etc. |
| Mohammeds Geburtstag | Ganz Ägypten | März, genauer Termin variabel | Paraden, Trommelumzüge, Feuerwerke, Festmahl |
Die Anzahl der Sehenswürdigkeiten in Ägypten ist enorm. Wer sich für einen Kultururlaub entscheidet, wird die Qual der Wahl haben. Von Abu Simbel bis Alexandria säumen sich Pyramiden, Tempel, Grabanlagen, Monumente und vieles mehr entlang des Nils und geben somit einen Einblick in die Jahrtausende alte Historie der ägyptischen Kultur. Bei einer Nilkreuzfahrt kann man viele dieser Highlights erleben, ohne sich mit dem Leihwagen durch den grauenhaften Verkehr Ägyptens quälen zu müssen. Die folgende Auflistung (Nil-Aufwärts) gibt einen Überblick darüber, was man in Ägypten nicht verpassen sollte:
Kairo:
Die Hauptstadt hat kulturell einiges zu bieten. Auf der Sch. Al Muizz Li-Din Allah reihen sich die Moscheen aneinander und man taucht hier ein in das Kairo des Mittelalters. Einen tollen Überblick über die Stadt hat man von der Zitadelle des Saladin, die 82m hoch in den Himmel ragt und in der Altstadt nicht zu übersehen ist. Prallvoll mit 5000 Jahren Geschichte ist das Ägyptische Museum. Wer alles sehen will, braucht mehrere Tage, ansonsten sollte man sich gezielt ausgewählte Exponate ansehen oder treiben lassen. Für Orientfeeling und den Charme der vergangenen Jahrhunderte ist der Khan al-Khalili Basar ein idealer Ort. Hier duftet es nach Gewürzen und Parfüms, man kann Schmuck oder Handwerksarbeiten kaufen oder einfach die Atmosphäre genießen.
Gizeh:
Die Pyramiden von Gizeh zählen zu den sieben Weltwundern der Antike und sind auch als einziges davon bis heute erhalten. Cheops-Pyramide, Sphinx und Chepren-Pyramide sollte man möglichst früh am Morgen aufsuchen, wenn der Besucherstrom noch nicht ganz so groß ist. Sofern es die körperliche Fitness zulässt, ist es auch lohnenswert, das Innere der berühmten Bauwerke zu besichtigen.
Saqqara:
Das Gebiet ist eine riesige Grabstätte, vor allem bekannt durch die Stufenpyramide des Djoser. Darüber hinaus kann man auf dem Gelände auch zahlreiche Mastabas (ägyptische Grabform) und weitere Pyramiden bestaunen.
Memphis:
Memphis war die erste Hauptstadt Ägyptens und gilt somit als Ausgangspunkt für die Hochzeit der Kultur. Sehenswert sind die Kolossalstatue von Ramses dem Zweiten und eine über 4m hohe Alabastersphinx.
Theben-West:
Theben-West ist die Grabstätte der Pharaonen und steht für ein riesiges Gebiet voller kultureller Höhepunkte. Allen voran das Tal der Könige, ein Muss bei jeder Ägyptenreise, mit dem hochfrequentierten Grab des Tutenchamun und dem schön dekorierten Grab des Thutmosis III. Auch das Ramesseum von Ramses II. ist sehenswert und der Hatschepsut-Tempel beeindruckt vor allem durch die optimale Verschmelzung der umgebenden Berge mit dem Bauwerk.
Luxor:
Auf der Ostseite des Nils, gegenüber von Theben, befindet sich mit Luxor eine weitere Kulturstadt. Mitten im Zentrum in Nilnähe befindet sich der Luxor-Tempel, der von mehreren Herrschern stetig erweitert wurde und sich nun über 260m erstreckt. Nördlich von Luxor besichtigen Jahr für Jahr Touristen die größte Tempelanlage der Nilrepublik, die Tempel von Karnak. 1700 Jahre Bauzeit unter der Führung zahlreicher Pharaonen machen die Anlage so beeindruckend und komplex. Zentrum und Herzstück ist der imposante Amun-Tempel, den man unbedingt besichtigen sollte.
Edfu:
Der Horustempel von Edfu ist sehr gut erhalten und dem Sonnengott Horus gewidmet. Mehrere Falkenstatuen flankieren das Gebäude und symbolisieren bzw. verkörpern die Gestalt des Gottes.
Assuan:
Assuan ist am ersten Nilkatarakt gelegen und wird von vielen Besuchern als „freundlich“ und „sympathisch“ beschrieben. Trotz seiner Größe ist Assuan entspannt und hat nichts mit der Hektik in Kairo gemeinsam. Die landschaftlich reizvolle Umgebung und die Kulturstätten wie die Felsengräber, das St-Simeons-Kloster oder den Isistempel kann man bequem mit dem Rad, dem Boot oder zu Fuß erreichen.
Abu Simbel:
Ganz im Süden Ägyptens finden Reisende mit den imposanten Felsentempeln Abu Simbels ein weiteres Kulturhighlight. Dass Touristen sie auch heute noch besichtigen können, verdanken wir einer aufwendigen Rettungsaktion der UNESCO, bei der die Bauten Ramses II. Stück für Stück auf eine 65m höheres Plateau gesetzt wurden, um das Versinken im Nassersee zu verhindern. Die Eingangsfassade des großen Tempels besteht aus vier großen Sitzstatuen, die den Pharao abbilden und auch die Fassade des kleinen Tempels wird von vier Ramsesstatuen gesäumt, die durch zwei Abbildungen seiner Frau Nefertari ergänzt sind.
Ein quirliges und pulsierendes Nachtleben findet man vor allem in Kairo und den großen Badeorten Sharm el Sheikh und Hurghada. Gerade in Kairo geht es in der Nacht noch aktiver zu als am Tag. Ein Großteil der Einheimischen trifft sich dann zum Tee- und Kaffeetrinken, Essen, Musik hören oder Tanzen und verzichtet aus Glaubensgründen dabei auf Alkohol. Ob mit oder ohne Alkohol – man trifft sich in Baladi Bars (viele Einheimische), Hotelbars (gemischtes Publikum) und Clubs (Bauchtanz und Essen, seriös in Hotels) oder Discotheken, die ebenfalls in den großen Hotels zu finden sind.
In den beiden Badeorten Sharm el Sheikh und Hurghada startet das Nachtleben meist erst ab 23Uhr und die letzten Gäste kehren am Morgen heim ins Hotelbett. Techno unter freiem Himmel, Folkoreshow mit Bauchtanz, Türsteher vor der Edeldiscothek, Hard Rock Café oder Chill-Out bei Sonnenaufgang am Strand – all das kann einem der Badeurlaub am Roten Meer bieten. Eine Auswahl angesagter Lokalitäten hilft bei der Planung des Abendvergnügens:
Kairo:
After Eight
Live-Unterhaltung lokaler Interpreten und ägyptische sowie internationale Snacks. Kleine Tanzfläche, Tischreservierung empfohlen. Gut besuchtes Lokal mit gemischtem Publikum.
6 Sch. Quasr al-Nil, Downtown
Tel. 02/5740855
Haroun al-Raschid Nightclub
Teuer und exklusiv ist diese arabische Nacht, dafür darf man allerdings allerfeinste Bauchtanzkunst bestaunen. Abendgarderobe ist Pflicht, 500-600LE (ca.63- 75 €) ohne Getränke müssen eingeplant werden.
Im Semiramis Intercontinental, Corniche al-Nil
02/7957171
Hurghada:
Ministry of Sound Beach Club
House, Techno, R&B und Hip Hop bringen die Tanzbeine in Bewegung. Jeder Abend der Woche steht unter einem anderen Motto. Der Club liegt direkt am Strand von Hurghada und ist nicht zu verfehlen.
Peanuts Bar
Cocktails, Bier und natürlich Erdnüsse gibt es in diesem Tauchertreff. Bei moderaten Preisen kann man sich mit Touristen aus den unterschiedlichsten Ländern unterhalten.
21 Mohamed Kamel Morsi Street
020/23365202
Sharm el Sheikh
Hard Rock Café
Eine der drei ägyptischen Filialen der bekannten internationalen Kette. Ab Mitternacht kann hier auch getanzt werden.
Marina Street Na'ama Bay
020/693602664/5
Tam Tam
Einen tollen Blick über die Strandpromenade bietet dieses Restaurant/Café. Hier kann man den Abend gemütlich ausklingen lassen und auf Sitzkissen den vorbeitreibenden Massen zusehen.
Naama Bay
020/62-600150
In Ägypten dominieren die Wassersportarten. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala stehen Tauchen und Schnorcheln im Roten Meer. Entlang der Westküste des Sinai mit seinen Top-Spots Dahab, Ras Mohammed und Sharm el Sheik und bei Hurghada und Safaga reihen sich die Tauchcenter aneinander. Hier bekommt man die Ausrüstung für den Tauchgang oder das Schnorchelvergnügen und kann dort auch Tauchlehrgänge und Safaris buchen. Anders als in vielen anderen Tauchgebieten der Welt, liegt die Korallenwelt vielfach direkt vor dem Strand oder man erreicht sie schon nach wenigen Bootsminuten. Dies macht den Wassersport in Ägypten so attraktiv, hat allerdings auch jahrelang eine regelrechte Plünderung der Korallenbänke durch nicht ausreichend eingewiesene Touristen mit sich geführt. Mittlerweise erhält man keine Ausrüstung mehr ohne Tauchschein oder Check Dive (eine Überprüfung der Tauchfähigkeit) und gesetzlich festgelegte Tauchvorschriften sorgen für ökologisch bewusstes Tauchen.
Weitere beliebte Wassersporarten sind das Wind- und Kitesurfing. Vor allem in Dahab, Hurghada, Safaga und Soma Bay erhält man in den Surfstationen gutes Material für Anfänger bis Profis. Einen Shorty, also einen kurzen Neoprenanzug, benötigt man nur in den Wintermonaten, Neoprenschuhe sind aufgrund der Korallen und Muscheln das ganze Jahr über unbedingt empfehlenswert.
Ansonsten steht gerade bei den Pauschaltouristen der Badeurlaub hoch im Kurs und sogar im Winter kann man im Meer schwimmen, da die Wassertemperatur selten unter 20°C absinkt. Die Hotelstrände sind sauber und es gibt Sonnenschirme und Liegen. Einige Hotels bieten auch die Möglichkeit, Jet-Ski, Wasserski oder Banane zu fahren. Wenn man mit Kindern reist, sollte man zudem darauf achten, dass kein Korallenriff direkt vor dem Strand liegt, da hier der Zugang zum Wasser nur über einen Steg erfolgt.
Noch in den Kinderschuhen steckt der Wander- und Golftourismus, obwohl gerade die Berge im Zentralsinai wegen der schönen Landschaft zu einem Wanderausflug einladen. Allein sollte dieses Gebiet jedoch nicht erkundet werden, vielmehr bietet es sich an, einen Beduinenführer mitzunehmen, der das Gelände kennt und alte Kriegsminen umgehen kann. Golffreunde kommen in Kairo und den 18-Loch-Anlagen in Sharm el Sheik, al-Gouna und Soma Bay auf ihre Kosten.
Auch Fahrradreisen gehören in Ägypten nicht zu den üblichen Sportaktivitäten, doch die Hotels haben sich mittlerweile auf den Radeldrang der Touristen eingestellt und verleihen Mountainbikes für den Aktivausflug. Bei Assuan und Luxor lässt sich die Gegend toll mit dem Rad erkunden und auch in den Oasen ist es ein gutes Fortbewegungsmittel. Längere Touren durch Ägypten werden allerdings nur in Einzelfällen von Abenteuersuchenden durchgeführt. Ergänzend erwähnt werden muss die übliche Ausstattung der Touristenhotels, die aus sportlicher Sicht das Angebot um Tennis und Fitness erweitert. Die Geräte im Trainingsbereich entsprechen allerdings nicht immer den modernen Standards der deutschen Fitness-Studios, erfüllen aber trotzdem ihren Zweck.