Mit der Kraft der Pflanzen gegen Rückenprobleme
Wenn man einmal gute 100 Jahre zurückschaut wird man feststellen, dass der Mensch zu den Zeiten jeden Tag rund 15 Kilometer zu Fuß zurückgelegt hat. Heute sieht das alles etwas anders aus, denn die meisten sind schon froh, wenn sie einen halben Kilometer täglich schaffen. Heute sitzen oder stehen wir den ganzen Tag, abends sieht es nicht anders aus, da machen wir es uns auf dem Sofa bequem.
Für die Wirbelsäule ist das alles der absolute Super-Gau. Sie ist nicht dafür gemacht, im Stillstand zu verharren, sondern will ständig gefordert werden. Die Hauptursache für Rückenschmerzen ist ganz eindeutig der Bewegungsmangel. Mindestens einmal im Leben leiden rund 85 Prozent der Menschen darunter. Sind es nur leichte Beschwerden, so kann man hier auch in den meisten Fällen mit einer leichten Pflanzenhilfe arbeiten. Aber damit sie nicht so schnell wiederkommen, sollte man auf jeden Fall für viel Bewegung im Alltag sorgen. Mit Krafttraining erhält man ein stabiles Muskelkorsett, und durch Dehnungs- und Koordinationsübungen wird er flexibel. Wer unter Stress steht, der sollte auf jeden Fall auch Entspannungsübungen machen.
Verschiedene Pflanzen können eine gute Hilfe sein. Hier gibt es die wichtigsten.
Die Selbstheilung kann sehr gut gefördert werden durch Bockshornklee. Durch Umschläge mit den Samen des Bockshornklees kann die Bildung körpereigener Entzündungshemmer angeregt werden. Durch die enthaltenen Saponine werden die Wirksubstanzen auch in die tieferen Gewebeschichten geschleust. Für einen solchen Umschlag rührt man die gemahlenen Samen mit kochendem Wasser zu einem dicken Brei an. Diesen dann abkühlen lassen und fingerdick auf die betroffenen Bereiche streichen und dann abdecken. Den Umschlag mindestens dreißig Minuten einwirken lassen. Über 14 Tage einmal täglich anwenden.
Auch die Brennnessel ist gut für die Bandscheiben, denn in ihren Blättern stecken entzündungshemmende und abschwellende Wirkstoffe. Durch neue Studien konnte sogar belegt werden, dass die Brennnessel eine regenerierende Wirkung auf die Bandscheiben und die Knorpel hat. Für die Anwendung nutzt man in diesem Falle den Frischsaft aus dem Reformhaus, den man einfach laut der Vorgabe einnimmt. Für einen Tee nimmt man drei bis vier Teelöffel fein geschnittenes Kraut und übergießt dies mit 150 ml siedendem Wasser. Dann zehn Minuten ziehen lassen und anschließend abseihen. Man sollte täglich zwei bis drei Tassen davon trinken. Den Saft oder auch den Tee sollte man ruhig kurmäßig über vier bis sechs Wochen trinken.
Verhärtete Muskeln kann man wunderbar durch Cayennepfeffer lockern. Der Schärfe-Stoff Capsaicin, der im Cayennepfeffer enthalten ist, hemmt die Freisetzung der Schmerzbotenstoffe, zudem wird auch gleichzeitig die Durchblutung angekurbelt, und die verspannte Muskulatur wird gelockert. Dies kann man am besten als Wärmepflaster nutzen, oder auch einfach als Salbe in die schmerzenden Bereiche einmassieren, ein- bis zweimal täglich.
Bei Verkrampfungen ist auch Johanniskraut sehr gut wirksam. Dieses hilft nicht nur bei Depressionen, sondern wirkt vor allen Dingen auch schmerzhemmend und entspannend auf die Muskulatur. Hier verwendet man das Johanniskraut-Öl, mit dem man die betroffenen Stellen ein- bis zweimal täglich massiert. Sind die Schmerzen chronisch und rauben einem den Schlaf, dann kann es auch hilfreich sein, zusätzlich Tabletten einzunehmen. Hier sollte man sich auf jeden Fall vom Apotheker beraten lassen. Aufpassen muss man aber auf jeden Fall, denn sowohl das Öl als auch die Tabletten machen die Haut sehr empfindlich für die Sonne.
Antientzündlich wirkt die Teufelskralle. Durch ihre Heilstoffe wird die Produktion von körpereigenen Schmerz- und Entzündungshemmern gefördert. Eine ganz neue Studie der Uniklinik in Frankfurt zeigt, dass sich chronische Rückenschmerzen mit diesen Extrakten weitaus effektiver behandeln lassen als mit den üblichen Schmerzmitteln und das mit weitaus weniger Nebenwirkungen. Bei anhaltenden Schmerzen sollte man die Teufelskralle als Kapsel einnehmen, allerdings kann es bis zu drei Wochen dauern, bis die Wirkung einsetzt.
Bei Entzündungen ist der Schwarzkümmel zuständig. Dessen Samen enthalten ganz viele entzündungshemmende Linol- und Gamma-Linolensäure. Für einen Tee übergießt man einen Esslöffel gemahlene Samen mit 250 ml kochendem Wasser. Das dann zugedeckt gute 15 Minuten ziehen lassen, danach dann abseihen. Zweimal täglich einen solchen Tee trinken. Auch Kapseln oder Öl kann man zu sich nehmen, dann immer die Packungsbeilage beachten und dementsprechend einnehmen.
Die Weidenrinde dämpft Schmerzen, und sie hemmt Entzündungen. Durch Studien konnte belegt werden, dass die Weidenrinde Rückenschmerzen genauso effektiv dämpfen kann wie synthetische Schmerzmittel. Allerdings verursacht sie dabei keinerlei Magen-Darm-Probleme. Die Weidenrinde gibt es als Tablette aus der Apotheke, die man nach Packungsbeilage einnehmen sollte.


