Kraft in Grün aus dem Meer auch für Wellness und Kosmetik – Algen
Schon seit einiger Zeit ist es so, dass die grünen Algen aus dem Meer immer mehr Beachtung finden, und das sowohl auf dem Teller der Feinschmecker, als auch in den Cremetiegeln der Kosmetikindustrie und in den SPAs der exklusiven Wellnesshotels. Das ist auch kein Wunder, gehören diese Algen doch zu den wohl vielfältigsten Lebensformen, die es auf dieser Welt gibt. Eine sehr wichtige Rolle spielen sie aber nicht nur für die Ernährung, sondern auch für das Klima und auch für die Ökologie.
Um genug dieser wertvollen Algen nutzen zu können, gibt es mittlerweile ganz spezielle Algenfarmen. Auch in Deutschland gibt es so etwas, beispielsweise die Sylter Algenfarm. Hier sprießen zunächst die richtig winzigen Altenkeimlinge heran, und zwar auf ganz speziellem Leinen. Dafür befinden sie sich in besonderen Wasserbecken. Wenn diese kleinen Pflänzchen, die schön bräunlich schimmern, rund einen Millimeter groß geworden sind, werden sie in Tanks ausgesetzt, die mit Meerwasser gefüllt sind. Hier können sie dann in aller Ruhe weiter wachsen. Geerntet werden sie dann im Juni, zu diesem Zeitpunkt sind sie gut einen halben Meter bis hin zu einem Meter lang. Pro Saison können hier schon einmal eine Tonne an Algen zusammenkommen. Dies sind Rotalgen, die dann beispielsweise genutzt werden für die Kosmetikindustrie, und der Zuckertang ist dann vorgesehen für den Verzehr.
Die essbaren Algen werden dann an unterschiedliche Feinkostgeschäfte und natürlich auch Restaurants geliefert, und zwar sowohl auf Sylt als auch auf dem Festland. Man muss also nicht unbedingt einen Urlaub auf Sylt machen, um in den Genuss dieser Algen zu kommen. Sehr beliebt ist bei den Genießern auf jeden Fall der feine salzige Geschmack der Algen, das schmeckt einfach nach Meer. Natürlich geht es hier nicht nur um den Geschmack, dass Gemüse aus dem Meer bietet auch jede Menge Vitamine, Eiweiße, essentielle Fettsäuren, Spurenelemente und auch Mineralstoffe.
Das ist der Grund, warum die Algen gerade in Asien und auch in den Küstenregionen Europas sehr gerne verspeist werden, egal ob getrocknet oder auch frisch. Dennoch ist es gut möglich, dass es auch empfindliche Menschen gibt, die auf den Genuss von Algen nicht so gut reagieren, und die dadurch auch gesundheitliche Probleme bekommen können. Der Grund ist der hohe Jodgehalt der Algen. Daher sollten alle Personen, die unter Schilddrüsenproblemen leiden, und auch alle Menschen, die eher fern der Küsten leben, keine Algen zu sich nehmen, die einen hohen Jodgehalt haben. Zwar gibt es auch Algen, die so geerntet werden, dass der Jodgehalt nicht zu hoch ist, dennoch sollte man auch von diesen Algen nicht zu viel essen. Pro Tag sollten es nicht mehr sein als drei Gramm Frischalgen oder auch 7,5 Gramm Tiefkühlalgen.
Algen spielen aber auch eine Rolle in der Lebensmittelproduktion. Findet man auf einer Packung die Bezeichnung E 407, dann weiß man, dass Bestandteile aus den Algen diesem Lebensmittel zugesetzt wurden. Das Carrageen, das aus den Rotalgen gewonnen wird, wird dazu eingesetzt, um Sahne zu verdicken und auch Salatsoßen, und auch in Joghurt oder Pudding ist das Mittel zu finden. Sehr beliebt und auch bekannter ist das Agar-Agar, auch unter E 406 zu finden. Dieses wird als Geliermittel genutzt, und auch in unterschiedlichen Süßspeisen sowie in Gummibärchen ist es zu finden.
Diese so nützlichen Stoffe bestehen aus den sogenannten Polysacchariden, das sind langkettige Kohlenhydrate. Diese dienen eigentlich dazu, die Zellwände von ganz bestimmten Arten der Algen zu stabilisieren. Das sind auch Substanzen, die dann wiederum Anwendung finden im Bereich der feuchten Wundbehandlung. Daher findet man sie auch in Gelpflastern oder auch Gelauflagen.
Im Bereich der Hautpflege setzt man auf die feuchtigkeitsanreichernde Wirkung der Extrakte aus den Algen. Es gibt sogar Mutmaßungen, dass es einige Rotalgen und Braunalgen gibt, die eine antibakterielle und auch antivirale Wirkung haben sollen.
Natürlich kommt auch der gesamte Markt der Nahrungsergänzungsmittel nicht mehr aus ohne Produkte aus den Algen. Hier sind es hauptsächlich die Blaualge Spirulina als auch den Grünalge Chlorella, die sehr beliebt sind. Genutzt werden sie, um das Immunsystem zu stärken und auch den gesamten Körper zu entgiften. Leider ist es bis heute noch so, dass diese Wirkung nicht wissenschaftlich bewiesen ist und bewiesen werden kann. Oft sei gar nicht genau klar, was eigentlich wirklich in den Produkten enthalten sei. Wenn diese Präparate hergestellt werden aus Mikroalgen, die in dem natürlichen Lebensraum der Algen geerntet wurden, dann könnten laut Befürchtungen von Forschern sogar Toxine von Blaualgen in den Präparaten enthalten sein. Daraus könnten sogar Leberschäden und Nervenschäden entstehen.
Wichtige Aufgaben haben diese ganzen Algenarten, rund 400.000 an der Zahl, auf jeden Fall in den Ökosystemen von Ozeanen, und auch in den Flüssen und Seen sieht es nicht anders aus. Sie sind beispielsweise in der Lage, Mineralsalze wie Phosphate aus dem Wasser zu filtern. Zudem sind sie natürlich auch ein Grundnahrungsmittel für eine große Anzahl an Meeresbewohnern.
Es gibt auch eine Arten an Algen, die unter Wasser richtige Wälder bilden, und diese wiederum dienen dann ganz vielen Tierarten als Schutzzone, Kinderstube oder auch Rückzugsgebiet. Algen betreiben auch, wie die Pflanzen, eine Photosynthese, daher sind auch Algen unverzichtbar für unser Klima. Sie sind in der Lage, das Kohlenstoffdioxid, das sich in der Luft befindet, zu binden, und dann stellen sie daraus sowohl Sauerstoff her als auch Zucker. Auch noch einige weitere Substanzen, die energiereich sind, entstehen dabei.
Es gibt auch Arten, die einen recht hohen Fettgehalt aufweisen, wie beispielsweise die Botryococcus braunii. Diese werden jetzt schon als mögliche Quelle gehandelt für Biokraftstoffe. Die ersten Experimente damit sind wohl schon recht vielversprechend verlaufen. Dennoch wird sich dies wohl nicht in den nächsten Jahren durchsetzen.
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