Slacklining – Wahnsinn oder echte Körperbeherrschung?

Ein neuer Trendsport erobert die Welt. Slacklining heißt der Tanz auf einem Schlauch. Wörtlich übersetzt heißt „slack“ lasch, locker und „line“ Band, und das ist alles, was man für diesen Sport an Material braucht, ein lasch gespanntes Band aus Nylon. Auf diesem Band, das man an den unterschiedlichsten Stellen und in verschiedenen Höhen anbringen kann,

werden die akrobatischsten Kunststücke vollbracht.

Noch vor weniger als 100 Jahren waren Seiltänzer eine Attraktion in jedem Zirkus. Als vor 50 Jahren auf Rathausplätzen die Motorräder auf Seilen fuhren, kamen die begeisterten Menschen von Nah und Fern um dieses atemberaubende Spektakel mitzuerleben. Und heute kann jeder Slacklining üben, die Bänder hierfür sind bei verschiedenen Firmen im Angebot.

Die ersten Slackliner waren in den 60er Jahren Kletterer im kalifornischen Yosemite-Nationalpark. Wenn das Wetter keine Touren zuließ, vertrieben sie sich die Zeit beim Balancieren auf ihren Absperrketten und Tauen. Bald merkten sie, dass dieses ein gutes Training für die Muskeln ist und balancierten auch im Sonnenschein, die Geburtsstunde des Slacklining.

Inzwischen unterscheidet man verschiedene Formen des Slacklining, Lowlines oder Tricklines und Jumplines, Long Lines und Highlines, Rodeolines, Waterlines und Darklines. Lowlines bzw. Tricklines werden in einer Höhe von 30 – 70 cm Höhe über eine Länge von 10-12 m gespannt und sind zum Stehen und Gehen geeignet, besonders auch für Anfänger. Jumplines sind besonders elastisch und brauchen eine Höhe von mindestens 1 m, damit man beim Sprung nicht den Boden berührt. Um Verletzungen vorzubeugen sollte der Untergrund mit Fallschutzmatten ausgelegt werden. Long Lines haben eine Länge von mindestens 20 m und eignen sich nur zum ruhigen Gehen, wenn die Lines in Schwingung geraten kann man sie nur schwer ruhig bekommen.

Long Lines, die in großer Höhe gespannt werden z.B. zwischen Felsen und Gletscherspalten, nennt man Highlines. Diese dürfen nur mit Sicherheitsschlinge begangen werden. Rodeolines sind Long Lines, die schlapp gespannt werden und besonders schwer zu begehen sind, Waterlines werden über stehenden oder fließenden Gewässern gespannt und beeinträchtigen durch Wasserbewegungen das Gleichgewichtsempfinden. Darklines ist Slacklining im Dunkeln, eine extreme Herausforderung für jeden.

Wer einmal mit Slacklining begonnen hat, ist begeistert. Es ist Spaß pur und zugleich eine sportliche Herausforderung, die immer weiter steigerungsfähig ist.

Es schult die Koordination und stabilisiert die Muskulatur, auch Ergotherapeuten nutzen erfolgreich die Möglichkeit, mit Slacklining gelähmte Muskeln zu aktivieren. Besonders ehrgeizige Slackliner konnten sich 2010 für die ersten Weltmeisterschaften qualifizieren, die der 15jährige M. Wiese aus Frankfurt gewann.

Die Herausforderung im Highline sind für Erfahrene Erstbegehungen, wer hiervon Bilder sieht, hält unwillkürlich den Atem an: in den Walliser Alpen wurde die höchste Highline Europas in einer Höhe von 4.554 m gespannt und erfolgreich begangen, oberhalb von Zermatt eine 38 m lange Highline über einen Gletschersee, in Neuseeland im Boulder- und Kletterparadies, in Madagaskar mit Aussicht auf den Golf von Mosambik, im Kanadas Norden in abgelegenen Klettergebiet, im Mont Blanc-Massiv, im Tessin, über Schluchten im Meteora-Gebirge und… und… und. Aber auch Slacklining im Garten zwischen den Apfelbäumen bringt Spaß für die ganze Familie.

Tags: , , , , November 28th, 2011 Posted in sport

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