Wirksame Hilfen gegen die gefürchtete Migräne
Viele Experten sind sich heute darüber einig, dass die gefürchtete Migräne durch eine ständige Reizüberflutung im Gehirn entsteht. Es sind sehr oft Menschen mit einem überdurchschnittlichen Wahrnehmungsvermögen, die an einer solchen Migräne leiden. Heilen kann man sie zwar noch nicht, aber die Symptome lassen sich bereits sehr gut lindern.
Entspannung spielt hier eine sehr wichtige Rolle. Neben einer behutsamen Medikation setzt man vor allen Dingen auf die Muskelrelaxation nach Jacobson. Dabei wird jede Muskelgruppe immer leicht angespannt und dann wieder gelockert. Hier beginnt man an der Stirn und endet an den Zehen. Das erfordert zwar etwas Übung, ist die Mühe aber durchaus wert. Mithilfe von CD´s, die es im Handel gibt lernt man, jede Verkrampfung und auch Spannungen im Körper wahrzunehmen und diese auch zu lösen. Ebenfalls sehr sinnvoll sind Yoga und autogenes Training. Gegenüber der Muskelrelaxation haben diese Methoden aber den Nachteil, dass man sie nicht überall praktizieren kann.
Natürlich geht es bei der Migräne nicht ohne Medikamente. Lange Zeit galten Ergotamine als einzige wirklich effektive Hilfe gegen die Migräne. Allerdings sind sie heute nicht mehr zugelassen, weil die Nebenwirkungen einfach zu stark waren. Zudem lagerten sich diese Ergotamine auch noch in den Gelenken ab und verursachten so noch weitere Schmerzen. Seit den 90er Jahren ist es so, dass es Triptane gibt, und zwar in insgesamt sieben verschiedenen Varianten. Alle werden von der Struktur des Serotonins abgeleitet, der als Glücksbotenstoff bekannt ist. Wichtig ist, dass alle Schmerzmittel immer gleich beim ersten Anzeichen eingenommen werden müssen, nur so kann man die Attacken gleich am Anfang abblocken.
Psychotherapeuten konnten beweisen, dass wir in der Lage sind, uns gesund zu denken. Wer sich beispielsweise einen Schneesturm vorstellt, der fröstelt dann auch wirklich, egal wie warm es auch ist. Die Körpertemperatur sinkt dann. Und das ist genau das Prinzip, nachdem das Biofeedback arbeitet. Durch Elektroden wird aufgezeichnet, wenn sich innere Gedanken auf die Schmerzen auswirken. So kann man feststellen, welche Gedanken es sind, die am stärksten schmerzlindernd wirken und in der Lage sind, das böse Gewitter im Kopf zu überlagern.
Wärme während der Migräneattacke empfanden die meisten Patienten als sehr belastend. Besser ist es, wenn man sich gleich hinlegt, den Oberkörper leicht aufgerichtet, damit auch nicht zu viel Blut in den Kopf fließt, und dann die Schmerzregion mit einem Eisbeutel oder auch einem Kälte-Gelpack betäubt. Hilfreich ist im Notfall auch ein nasser Lappen. Diesen wechselt man einfach aus, wenn dieser Körpertemperatur erreicht hat.
Seit kurzem gibt es auch beim Heilpraktiker eine neue Methode, und zwar die Hirnstimulation. Hierbei werden sanfte Stromstöße in das Gehirn geleitet, die dann die Weiterleitung von Schmerzbotenstoffen unterbrechen.
Gleichzeitig lenken sie auch die Reizwahrnehmung ab. Weiterhin sind zur Zeit auch Schrittmacher-Implantate im Gespräch, wie man sie beispielsweise bei Parkinson-Erkrankungen nutzt. Diese Schrittmacher sollen in diesem Fall bei eine Reizüberflutung bestimmte Hirnregionen desensibilisieren, und zwar durch Mini-Schocks. Allerdings ist diese Therapie gerade erst einmal im Versuchsstadium.
Ein solcher Migräneanfall kann zwischen drei und 72 Stunden dauern. Er macht die Migräniker sehr anfällig für Gerüche und Geräusche. Gegen den Lärm kann man Ohrstöpsel nutzen, und bei störenden Duftwolken kommt man um frische Luft nicht herum. Am besten ist es, wenn man ins Freie geht, und zwar auch bei Wind und Regen. Den meisten Sauerstoff spendet Waldluft. Wenn kein Wald in der Nähe ist, dann sollte man sich den sogenannten Sauerstoff in Dosen holen, und zwar mit einer Atemmaske.
Dadurch kann man zwar die Migräne nicht heilen, aber sie dennoch um einiges erträglicher machen.
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