Chirologie – auch Krankheitssymptome liegen auf der Hand
Als Chirologie (griechisch „Chiro“ = Hand, „Logie“ = Lehre) bezeichnet man die Handlesekunst, eine Wissenschaft, die sich auf Erfahrungen aufbaut und nicht verwechselt werden darf mit der Chiromantie, der Kunst, die Zukunft aus den Händen vorherzusagen.
Wer sich das erste Mal mit der Handlesekunst befasst ist überrascht, über wie viele Bereiche die Hände Auskunft geben können. Erfahrene Chirologen können anhand der Hände geistige, seelische und körperliche Einblicke erhalten. Die moderne Chirologie findet heute Anwendung bei Berufswahl und -eignung, Erziehung, Selbsterkennung, Partnerschaftsberatung und in der Medizin.
Mit dieser uralten Erfahrungswissenschaft befassten sich bereits Platon und Aristoteles. Schon sehr früh wurde es angewandt in der chinesischen Medizin, im alten Griechenland galt Chirologie als heilige Wissenschaft. Man geht davon aus, dass sich auf der Hand der ganzheitliche Mensch abbildet, die Hand wird als Landkarte ausgewertet. Wurde Chirologie bis zum 18. Jahrhundert in vielen Universitäten, auch in Halle und Königsberg, gelehrt, wird es heute in erster Linie praktiziert von Heilpraktikern.
Auch im medizinischen Bereich sind viele Anzeichen erkennbar. Erfahrene Chirologen erkennen aus Handlinien, Haut und Fingernägeln angeborene Krankheiten ebenso wie eine Veranlagung und auch Symptome. Ausgewertet werden Fingerlänge, Handgröße, Handform, -dicke, -farbe, Proportionen, Nägel und die Handlinien, auch die Punkte, Kreise, Dreiecke, Vierecke, Inseln dazwischen und die Unterbrechungen der Linien. Die Finger und bestimmte Punkte der Hand sind einem bestimmten Organ zugeordnet, man kann daher Störungen am Organ auch an der Hand erkennen. Experten erklären dieses mit einem Vergleich zu den Fußreflexzonen.
Es gibt Studien mit 160.000 Händen, auf deren Untersuchungsergebnisse die Heilpraktiker zurückgreifen. Wenn der Chirologe Anlagen für Krankheiten feststellt, ist damit nicht ein Ausbruch verbunden, da dieses individuell auch vom Lebensstil beeinflusst wird. Wie der Mensch verändern sich auch Handlinien der Hand im Laufe der Jahre. Im Vergleich dazu bilden sich die Fingerabdrücke bereits im fünften Schwangerschaftsmonat und bleiben das ganze Leben gleich.
Obwohl nicht alle Schulmediziner begeistert sind von der Chirologie, wurden in Tests viele der über das Handlesen festgestellten Symptome auch diagnostiziert. Besonders gerne werden Chirologen wegen der schmerzfreien Untersuchung auch für Kinder, sogar Säuglinge, aufgesucht. Auch bei ihnen können abnorme Fehlstellungen und Krankheitssymptome durch Handlesen festgestellt werden. Manchem Säugling konnte durch chirologische Beschreibung gezielter Symptome eine langwierige Untersuchung und sogar Operation durch die Schulmediziner erspart werden.
Besonders wichtig ist der Bereich der Nageldiagnostik, der auch Ärzten aufschlussreiche Informationen liefert. Bei Operationen und Entbindungen soll nicht ohne Grund auf Nagellack verzichtet werden.
Anhand der Farbe der Nägel kann man auf eine Anämie, Lebererkrankung und Bakterieninfektion schließen, anhand der Form z.B. bei nach innen gewölbten Nägeln auf Stoffwechselerkrankungen wie Blutgerinnung oder Magen-Darmerkrankungen. Längsfurchen und –rillen können ein Hinweis sein auf Gelenkentzündungen, Querfurchen auf depressive Verstimmungen, brüchige Nägel und Abblättern der Nägel auf einen Mangel an Kalzium, Kalium oder Magnesium.
Große Erfolge erzielt ein neuer Forschungszweig in der Chirologie, die Dermatoglyphen-Diagnostik. Hierbei wird der Zusammenhang der Fingerabdrücke und der Hautleisten auf den Fingern analysiert, mit einer Sicherheit von 97 % wurden angeborene Anomalien anhand von Hautleistenuntersuchungen festgestellt. Chirologie ist Wissenschaft.
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