Schluss mit ständig kalten Füßen – nicht nur im Winter
Kalte Füße kennt jeder, aber es mag sie niemand. Nicht der, der sie hat, und auch nicht der, der sie wärmen soll. Wer ständig kalte Füße hat, sollte schleunigst etwas dagegen unternehmen.
Kalte Füße werden zurückgeführt auf Durchblutungsstörungen.
Nach Auffassung von Gefäßspezialisten bedeuten kalte Füße in 70 % der Fälle nichts Ernstes. Man kann mit alten Hausmitteln und warmen Socken gegen sie vorgehen. Ein Arztbesuch ist aber spätestens dann angeraten, wenn nur ein Fuß kalt ist oder die kalte Haut sich blau oder blass verfärbt. Ursachen für kalte Füße können z.B. Arterienverkalkung, niedriger Blutdruck, Blutarmut, Diabetes, Schilddrüsenerkrankung, Medikamentennebenwirkungen, Mineralstoffmangel, Stress, Bewegungsmangel, Rauchen und auch psychischer Druck sein.
Dass besonders Frauen unter kalten Füßen leiden, ist keine Laune der Natur, sondern hängt mit der Muskelmasse zusammen. Die Muskeln verbrauchen bei ihrer Benutzung Energie, der größte Teil dieser Energie wird als Wärme über den ganzen Körper verteilt. Nun besteht der Mann zu etwa 40 % seines Körpergewichts aus Muskelmasse, die Frau aber nur zu 23 %.
Gegenüber einem Mann wird die Frau mit viel weniger Wärme versorgt, und der Körper muss damit haushalten. Es werden zunächst Rumpf und Organe mit Wärme versorgt, da sie lebenswichtig sind. Die Gefäße in den Füßen und Händen werden vernachlässigt und verengen sich, Spardurchblutung im Außenbereich. Den Füßen steht kaum noch warmes Blut zur Verfügung, sie werden kalt. Beeinflussen kann man die Durchblutung in erster Linie durch gesunde fettarme Ernährung, Zigarettenverzicht und Bewegungstraining im Sinne eines Gefäßtrainings. Hier eignen sich Laufbandergometertraining, Spaziergänge, Nordic Walking, Wandern und Joggen.
Auch unterschiedliche Bäder haben sich für Anregung der Durchblutung bewährt. Natürlich sind das zunächst die Wasseranwendungen nach Kneipp. Bei einem ansteigenden Fußbad stellt man, am besten in der Dusche, die Füße in eine Fußbadewanne mit 33°C. Innerhalb von 20 Minuten wird die Temperatur langsam gesteigert bis auf maximal 42°C, anschließend abtrocknen, warme Socken an und 15 Minuten im Bett ausruhen. Besonders wirksam gegen kalte Füße ist ein Armbad im Wasser, dessen Temperatur von 33°C bis 39°C ständig erhöht wird. Nach Kneipp wird auch das Wechselfußbad gegen kalte Füße erfolgreich angewandt. Hier lässt man seine Füße in einem Eimer mit 36°C warmem Wasser 5 Minuten baumeln und wechselt dann ohne Aufzustehen für 20-30 Sekunden in einen Eimer mit kaltem Wasser, das wird einmal wiederholt und dann wird das Wasser nur abgestreift, die Füße durch warme Socken gewärmt.
Auch Wassertreten und Schneegehen regen die Durchblutung an. Kneipp-Anwendungen werden bei manchen Vorerkrankungen nicht empfohlen, ist sollte sich ggf. jeder konkret informieren.
Da das Problem mit kalten Füßen kein neues ist, kann man auch auf bewährte alte Hausmittel zurückgreifen. Außer gestrickten dicken Socken gibt es viele verschiedene Fußbäder, z.B. mit Zitronensaft oder auch mit geriebenen Rosmarinblättern und 5 EL Salz. Eine besondere Massage beginnt mit kreisenden oder strichförmigen Bewegungen an der Außenseite des Fußes, dann werden die Finger in den Zehenzwischenräumen kräftig bewegt und damit die Durchblutung angeregt. Auch Kirschkerne wurden bereits früher zum Wärmen benutzt. Und vielleicht wurden Männer wegen der warmen Filzpuschen der Ehefrauen zu Pantoffelhelden!
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