Ein gut duftendes Heilwunder – der Lavendel
Ein wahrer Alleskönner – so kann man den Lavendel ganz beruhigt bezeichnen. Er tut sehr gut, riecht auch gut und auch das Aussehen kann sich sehen lassen. Bei den Römern wurde er als Badezusatz genutzt, und die Griechen wendeten ihn bei Brustbeschwerden an. Und die berühmte Hildegard von Bingen nutzte ihn sogar gegen Läuse.
Der Lavendel gilt also bereits von jeher als eine der wichtigsten und zugleich auch vielseitigsten Pflanzen in der Naturheilkunde. Sein ätherisches Öl sollte heute in keiner gut sortierten Hausapotheke mehr fehlen, es wird durch eine Wasserdampfdestillation, und zwar aus den Blütenrispen heraus, gewonnen. Möchte man ein Liter Lavendelöl erhalten, so benötigt man dafür rund fünfzig bis einhundertzwanzig Kilo Blüten, das kommt immer auf die Sorte an. Das beste und damit auch gleich das teuerste Öl stammt natürlich vom sogenannten echten Lavendel.
Sehr viel ergiebiger ist allerdings der Lavandin, dies ist eine Unterart des echten Lavendels. Das Öl des Lavandins wird unter anderem für Parfümierung von unterschiedlichen Waschmitteln eingesetzt. Lavendel gibt es auch nicht nur in der Provence, wichtige Anbaugebiete gibt es auch in Bulgarien und sogar in Moldawien.
Die Einsatzgebiete des Lavendels sind sehr unterschiedlich. Auch im Bereich Wellness wird er sehr oft eingesetzt, egal ob es Wellnesshotels in Frankreich oder die beliebten Wellnesshotels im Schwarzwald sind.
Der im Lavendel enthaltene Wirkstoff Linalool gibt dem Lavendel antiseptische Eigenschaften. Früher bewahrte er die Pflücker und auch die Parfümeure vor Tuberkulose und der Pest. Zudem wird durch diese Substanz auch die Wundheilung angeregt. Einfache Hautunreinheiten sollte man nur mit ein klein wenig Lavendelöl betupfen. Bei kleineren Verletzungen einfach einige Tropfen des Öls in eine recht neutrale Creme geben und dann die betroffene Stelle damit einreiben.
Lavendel ist nicht nur ein sehr zuverlässiger Mückenschutz, auch Motten hält es fern, denn die mögen die ätherischen Öle so gar nicht. Im Kleiderschrank ist der Lavendel daher gut aufgehoben, man kann kleine Leinensäckchen mit den getrockneten Blüten füllen. Dann legt man sie einfach zwischen die Wäsche. Damit die Wirkung auch anhält, sollte man die Blüten rund einmal jährlich erneuern.
Auch als Badezusatz ist Lavendel immer sehr beliebt. In den Lavendel Blüten ist Linalylacetat enthalten, das bewirkt die Ausschüttung des bekannten und beliebten Glückshormons Serotonin, und so beruhigt der Lavendel. Spannungen und Ängste werden so gelöst, und sogar Depressionen können gelindert werden. Für ein schönes entspannendes Bad einfach nur sechs von den Tropfen des puren Lavendelöls in das Badewasser geben. Damit sich das Ganze besser vermischt, einfach einen halben Liter Milch oder auch Sahne mit hineingeben.
Klar ist auch, dass diese entspannende Wirkung auch als Raumduft entfaltet werden kann. Wenn man einen Aromalampe nutzt, dann reichen drei bis fünf Tropfen des Öls aus. Der Duft ist angenehm blumig, er wirkt ausgleichend und gleichzeitig auch stimmungsaufhellend. Wer sich zwar entspannen will, aber trotzdem auch konzentriert bleiben muss, der sollte das Lavendelöl im Verhältnis 2:1 mit Zitronenöl mischen.
In einer Provence-Kräutermischung ist Lavendel immer ein fester Bestandteil. Auch als Einzelgewürz wird er gerne genutzt, er passt zu Fleisch und Fisch, aber auch in Desserts findet er oft Anwendung.
Auch bei Magen-Darm-Beschwerden oder bei Blähungen kann der Lavendel gute Dienste leisten. Einen entkrampfenden Tee stellt man ganz einfach aus den getrockneten Blüten und heißem Wasser her, dann zehn Minuten ziehen lassen und dabei die Tasse leicht abdecken, so entweichen die ätherischen Öle nicht so leicht.
Auch in der Dekowelt ist Lavendel nicht mehr wegzudenken. Durch seine blauviolette Farbe ist er immer ein echter Hingucker. In kleinen Sträußchen gebündelt oder auch zu einem Herz oder Kranz gewunden, mit diesem Kraut kann man jeden Raum schmücken, und zudem verbreitet sich ein wunderbarer Wohlgeruch. Auch als Potpourri ist der Lavendel sehr gut geeignet. Auch Bilderrahmen oder Schachteln verziert man ganz einfach damit und erhält schöne Effekte.
Bekannt ist der Lavendel aber auch als sehr guter Helfer für einen gesunden Schlaf. Man kann ihn einsetzen bei Einschlaf- oder auch Durchschlafproblemen, und man kann ihn sogar bei Kindern ganz ohne Bedenken anwenden. Einfach kleine Lavendelsäckchen unter das Kopfkissen legen oder auch kleine Trockensträuße in der Nähe des Betts deponieren. Bei Erwachsenen kann man auch ein paar Tropfen eines Lavendelöls auf das Kopfkissen träufeln. Auch für Jetlag-Geplagte schafft Lavendel Abhilfe, denn auch sie können von der beruhigenden Wirkung auf das Nervensystem profitieren.
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