Die Original Schrothkur – was ist das eigentlich?

Die Bezeichnung Schrothkur hat nichts mit Getreide zu tun. Tatsächlich war es ein Herr Schroth, der die Schrothkur bekannt machte. Es war das Jahr 1820, als Johann Schroth, der damals 18 Jahre alt war, einen Huftritt vor das Knie bekam. Das Knie blieb steif.

pouring water from bottle Auf Anraten eines Mönches versuchte Schroth eine Behandlung mit feucht-warmen Umschlägen. Die Besserung schritt so schnell voran, dass Schroth begann, die Umschläge zu verändern, um eine noch bessere Wirkung zu erzielen. Johann Schroth wurde als Wunderheiler und Naturheiler bekannt, und seine Methoden wurden sehr schnell in die bereits bestehenden Kuren übernommen.

Schroth entwickelte seine Theorie aber noch weiter. Aus seiner Erfahrung als Fuhrmann wusste er, dass kranke Tiere nicht fressen und aus menschlicher Sicht viel zu wenig trinken. Das brachte ihn auf den Gedanken, dass Nahrungsabstinenz Heilungsprozesse fördern könnte. Er probierte seine Kur an vielen Menschen aus und wurde dadurch erst richtig bekannt.

Die Schrothkur baut sich daher bis heute auf vier Säulen auf. Die erste Säule ist die Ernährung. Die Speisen sind vor allem basisch, enthalten sehr wenig Kalorien und möglichst kein Salz. Auch Nahrungsmittel tierischen Ursprungs sollen gemieden werden. Wer Obst essen möchte, muss es schälen und kochen. Rohkost wird ganz gemieden. Erlaubt sind Kräuter, Grieß, Pflaumen und Aprikosen. Es ist nicht Sinn der Schrothkur, dass die Teilnehmer dabei hungern. Mit den erlaubten Nahrungsmitteln lässt der Hunger nach einigen Tagen deutlich nach.

Die Schrothkur ist keine Diät. Sie dient der Entgiftung und kann somit dem Heilfasten zugeordnet werden. Sie wird nur zeitlich begrenzt durchgeführt und sollte immer ärztlich betreut werden. Meist wird eine Dauer von drei Wochen empfohlen. Während der Kur gibt es Tage, an denen getrunken werden darf, gefolgt von Trockentagen, an denen nur sehr wenig getrunken wird. Das ist die dritte Säule der Kur. An den Trinktagen werden bis zu drei Liter Flüssigkeit empfohlen. Gegessen werden soll an diesen Tagen möglichst nicht.

Der Theorie Schroths nach wird das Blut an den Trockentagen dicker, dadurch werden giftige Substanzen gebunden. An den folgenden Trinktagen werden die Giftstoffe dann ausgeschieden. Kurkliniken behandeln die so genannten Trockentage jedoch individuell. Deshalb werden in einigen Häusern Trockentage gar nicht empfohlen. Bei der dritten Säule werden jeden Tag Schrothpackungen angewendet.

original-schrothkur-1 Die Behandlung beginnt sehr früh am Morgen, oft mit einer Tasse Tee. Anschließend wird der Kurgast in Leinentücher gewickelt, die feucht und kalt sind. Drumherum kommen mehrere warme Wärmflaschen. Der Gast legt sich wieder ins Bett und wird dann gut zugedeckt. Ziel ist, dass der Körper die nassen Tücher schnell aufwärmt und sich die Wärme staut. Durch das Schwitzen soll der Körper über die Haut entgiften.

Bei der vierten Säule spielen auch Bewegung und Ruhe eine wichtige Rolle bei der Schrothkur. Während der Trockentage gilt Ruhe. Der Kurgast soll sich ausruhen und sich nicht belasten. Solche Tage werden meist von unterstützenden Massagen begleitet. Während der Trinktage soll der Stoffwechsel in Schwung gebracht werden, und das funktioniert leichter mit Bewegung. Es geht aber nicht um schweißtreibenden Sport, stattdessen wird zum Beispiel Nordic Walking empfohlen, oder auch Wandern und Golfen

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