Schluss für den BMI als Maß für Übergewicht
Sehr viele Menschen in Deutschland sind zu dick. Und Tausende verbringen jeden Tag damit, ihren BMI zu messen, damit man das Gewicht auch richtig einordnen kann. Aber leider ist es so, dass der Body-Mass-Index sehr häufig komplett daneben liegt. Man misst hier das Verhältnis von Körpergewicht und Körpergröße, und das geht dann von der Masse des Menschen aus. Diese große Masse kann aber auch auf einen großen Fett- oder auch Muskelanteil hinweisen.
Probleme gibt es daher sehr oft bei Sportlern, denn diese erreichen sehr oft Werte, die eigentlich nur bei Übergewichtigen auftreten. Interessant, denn einige Weltmeister oder Olympiamedaillen-Gewinner wären somit fettleibig. Auch für Schwangere und stillende Mütter kann die Skala nicht angewendet werden.
Das gilt auch für Kranke oder auch alte Menschen oder Kinder. Außerdem sind auch oft Menschen unter 150 cm Körpergröße betroffen, sie werden oft zu hoch eingestuft. Menschen über 190 cm Körpergröße werden dagegen sehr oft zu niedrig eingestuft.
Als weiteren Problemfall wird die körperliche Statur angesehen. Menschen mit breiter Hüfte oder auch breiten Schultern können ohne gesundheitliche Gefahren mehr Masse haben als ein recht zierlicher Mensch.
Zunehmend kritisiert wird aber auch die so grundsätzliche Unterteilung des BMI in Untergewicht, Normalgewicht und Übergewicht. Neue Studien haben nämlich an den Tag gebracht, dass ein leichtes Übergewicht sogar das Sterberisiko senkt. Nur wenn der BMI unter 18,5 und über 30 liegt, lässt sich eine erhöhte Sterblichkeit nachweisen.
Die neuesten Untersuchungen der Ernährungswissenschaftler an der Uni Hamburg hat ergeben, dass Menschen mit einem BMI zwischen 22 und 28 durchschnittlich die höchste Lebenserwartung haben. Das Sterberisiko dieser Gruppe ist um 17 Prozent niedriger als bei den Normalgewichtigen. Jedoch ist alles, was deutlich darüber oder darunter liegt, gesundheitsschädlich. Viele Mediziner oder Forscher verzichten daher mittlerweile auf den BMI als alleiniges Beurteilungsmaß für die Risiken wie Diabetes oder auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Heute weiß man, dass nicht jedes Fettpolster auch eine Gefahr darstellt. Viel wichtiger als die Körpermasse ist hier das sehr gefährliche Bauchfett, und das lässt sich ganz einfach über den Taillenumfang bestimmen.
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