Kuren und Wellness in Karlsbad mit Zuschüssen der Krankenkasse

Im deutschen Gesundheitswesen herrscht das Chaos, keiner weiß mehr so genau, wer überhaupt noch welche Kosten für was übernimmt. Ist es da ein Wunder, dass viele Deutsche lieber Heilung im Ausland suchen? Bestimmt nicht. Polen ist in der letzten Zeit sehr beliebt geworden, aber auch Karlsbad in Tschechien ist ein Kurort, der bei den Deutschen sehr beliebt ist, und das schon seit sehr vielen Jahren. Sogar Goethe, der große Dichter, war zu Lebzeiten ein Anhänger von Karlsbad. Er war ganze 13 Mal dort.

Aber es gibt auch Deutsche, die es bereits zum dreißigsten Mal nach Karlsbad zieht. Der Hauptgrund ist meistens, wenn man die Kururlauber fragt, die um so vieles günstigeren Kuranwendungen in Tschechien. Noch dazu ist das Personal top geschult, so dass man sich dort wirklich noch vorkommt wie ein Patient erster Klasse. Dies ist ja in Deutschland leider nicht mehr so oft der Fall. Viele sind auch begeistert, dass alle Anwendungen im Hotel in der hauseigenen Kurabteilung stattfinden, was ja auch nicht immer so selbstverständlich ist. Oft muss man schon weite Wege bestreiten, um in den Genuss der Kuranwendungen zu kommen.

Eine Kur in Karlsbad, das hat schon absolut Tradition. Bereits Mitte des 14. Jahrhunderts wurde Karlsbad gegründet. Mittlerweile sind dort fünfzig Prozent der Gäste aus Deutschland. Und die Liste der Anwendungen, die angeboten werden, ist sehr lang. Von Physiotherapie über Lymphdrainage, Kohlensäurebad und Moorbad bis hin zum Schokoladenwickel kann man dort alles bekommen. Und das beste daran ist, dass die Kosten für die Anwendungen um 20 bis 50 Prozent unter den Preisen der deutschen Kurhotels liegen. Und wenn sie nicht günstiger sind, dann dauern sie oft doppelt so lang. Auch Wellness auf Krankenschein kann man in Karlsbad bekommen. Wer einfach ein paar Tage entspannen will, der ist hier ebenfalls richtig. Man kann ein Cleopatrabad genießen, einen Besuch in der Salzgrotte unternehmen oder einfach bei Massagen und Bädern entspannen. Sehr beliebt bei den Kurgästen ist hier das Spa Resort Sanssouci.

Auch außerhalb der Therapien und Anwendungen hat Karlsbad einiges zu bieten. Kurkonzerte, bummeln durch die Fußgängerzone, oder auch ein Cappuccino im berühmten Café Elefant, unternehmen kann man hier einiges. Eine Pflicht für jeden Kurgast ist es außerdem, das Karlsbader Quellwasser zu trinken, das gehört zu jedem Besuch dazu. Dieses Gemisch aus 12 Quellen steckt voller Mineralien und Spurenelementen. Es schießt in der Sprudelkolonnade direkt im Zentrum von Karlsbad aus 2000 Metern Tiefe in die Luft. Dabei ist es 72 Grad heiß. Und jeder Gast kann sich aus den unterschiedlichen Ausläufern bedienen. Viele Kurgäste berichten, dass das Wasser sehr bekömmlich ist und auch gut bei Verdauungsbeschwerden hilft. Getrunken wird das Wasser traditionell aus der berühmten Schnabeltasse. Was in Deutschland ein Coffee-to-go Becher ist, das ist in Karlsbad das gebogene Porzellantässchen, es gehört einfach zum Stadtbild dazu.

Auch wenn man sich abends auf den Weg macht, um etwas zu erleben, kann man immernoch etwas für die Gesundheit tun, indem man sich einen Becherovka bestellt, dies ist ein Kräuterbitterschnaps mit 38 Prozent Alkohol, den viele auch als Medizin ansehen.

Die Krankenkassen sind mittlerweile soweit, dass sie auch Kuren im EU-Ausland bezuschussen, denn auch ihnen sind die günstigeren Preise nur recht. Wer eine solche Kur machen möchte, der muss sie sich verschreiben lassen. Alle drei Jahre kann man eine Kur verschrieben bekommen. Zunächst muss der Arzt die Kur medizinisch begründen und natürlich auch befürworten. Das Attest reicht man dann bei der Krankenkasse ein. Wenn die Kasse die Kur dann bewilligt hat, dann kann man sich die Kureinrichtung aussuchen.

Die Krankenkasse erstattet grundsätzlich die Kosten bis zu der Höhe, wie sie auch in Deutschland anfallen würden. Das sind dann 100 Prozent der ärztlichen Leistungen für die medizinischen Anwendungen, also Untersuchungen. Dazu gibt es dann bis zu 85 Prozent der Kosten für die Heilmittel, also Bäder und Massagen. Und für die Übernachtung und Verpflegung werden pro Nacht bis zu 13 Euro gezahlt. Nur die Anreise und die Kurtaxe muss der Gast selbst bezahlen.

Wenn die Krankenkasse keine Verträge mit Kureinrichtungen in Osteuropa hat und somit die Abrechunng direkt erfolgen kann, dann zahlt man die Kosten vor Ort selber und bekommt von der Kureinrichtung die Rechnung und die Quittungen mit. Die muss man dann bei der Rückkehr nur noch bei der Krankenkasse einreichen, und bekommt den Betrag dann erstattet.

Aber viele Menschen, die für sich selbst den Wert einer Kur erkannt haben, warten nicht, bis sie wieder einen Kur verschrieben bekommen, sondern fahren auch aus eigener Tasche jedes Jahr weil sie gemerkt haben, dass diese Kuren wichtig für die Gesundheit sind. Und die Gesundheit ist nun einmal das Wichtigste, was man im Leben hat.

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