Selbsthilfe bei Kopfschmerzen
Kopfschmerzen sind heute eine Volkskrankheit. 54 Millionen Menschen leiden bei uns gelegentlich oder regelmäßig darunter. Das sind mehr als zwei Drittel der Bundesbürger. Dabei unterscheiden die Experten rund 250 unterschiedliche Arten von Kopfschmerzen. Von all diesen sollen uns im Folgenden aber nur zwei Formen interessieren, da sie mit Abstand am häufigsten auftreten – die Migräne und der Spannungskopfschmerz. Trotz der erschreckenden Zahlen muss jedoch keiner verzweifeln. Es gibt zahlreiche Mittel, Tipps und Verhaltensregeln aus der Naturheilkunde, mit denen sich die Geplagten selbst helfen können.
Wenn der Kopf dröhnt, dann wirkt die äußerliche Anwendung von Pfefferminzöl. Ein weiterer Tipp aus der Selbsthilfetrickkiste: Es gibt spezielle Gelmasken und Kühlbrillen. Man legt sie bei Beschwerden für wenige Minuten auf Stirn und Schläfen, entspannt, und oft ist der Schmerz dann auch schon verschwunden oder zumindest erträglicher. Johanniskraut kann ebenfalls Schmerzen entgegenwirken. Es sorgt dafür, dass mehr „Glückshormone“ im Körper unterwegs sind, also vor allem Serotonin, Dopamin und Noradrenalin. Dies hat zur Folge, dass sich Spannungskopfschmerzen weniger schnell einstellen.
Schmerztherapeuten setzen neuerdings vor allem auf die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson. Bewusstes Anspannen und Entspannen einzelner Muskelpartien bei ruhiger, gleichmäßiger Atmung wechseln sich dabei ab. Experten gehen davon aus, dass die Entspannungstechniken im Hinblick auf Kopfschmerz und Migräne dem Autogenen Training überlegen sein könnten.
Viel versprechende Methoden sind auch die Kognitive Verhaltenstherapie sowie Meditation oder Atemtherapien. Yoga kann man in zahlreichen Variationen praktizieren. Nicht weniger facettenreich zeigen sich Qi-Gong oder Tai Chi. Und erinnern sollten wir uns schließlich an einem richtiggehenden Hype der alternativen Gesundheitsszenen der vergangenen Jahrzehnte: Die fünf Tibeter. Mit dieser sehr einfachen „Kombination von Bewegungsabläufen“ können wir ohne schweißtreibendes Workout Leib und Seele harmonisch ausbalancieren.
In vielen Wellness Hotels kann man Qi-Gong, Yoga und Co. erlernen.
Gut gesetzte Nadelstiche können vielen Kopfschmerzpatienten helfen. Oft reduzieren sich Anfallshäufigkeiten und Stärke der Schmerzen nach dieser sogenannten Akupunkturtherapie.
Weitere Möglichkeiten der Selbstbehandlung bieten die Akupressur oder die Klopfakupressur, wenn man sie sachkundig zu nutzen weiß.
Oder probieren Sie es doch einfach mal mit folgender einfachen Methode. Wenn der Kopf dröhnt, massieren Sie kreisförmig jeweils einen Punkt etwa in der Mitte über beiden Augenbrauen. Entsprechende Energiezonen gibt es auch an den Schläfen oder am Ohr.
Eine Reflexzonen-Massage kann ebenfalls hilfreich sein. Nicht nur aus der fernöstlichen Medizin ist bekannt, dass es bestimmte „Nervenknotenpunkte“ im Körper gibt. Durch Stimulation dieser energetischen Schaltstellen ist es möglich, Wirkungen in weit entfernten Organen und Geweben auszulösen. Dies gilt beispielsweise für die Fußreflexzonenmassage.
Einen bislang weitgehend unentdeckten Schatz an lindernden Möglichkeiten bieten im Hinblick auf die natürlichen Schmerzbekämpfung die Pflanzenessenzen. Die heilsamen Duftstoffe finden ihren Weg über Haut oder Nase direkt ins Gehirn. Auf diese Weise wirken sie beispielsweise entkrampfend und ausgleichend oder anregend und aktivierend. Verantwortlich dafür ist die jeweils spezifische Mixtur an ätherischen Ölen. Zwar handelt es sich um ausgesprochenen „sanfte“ Impulse. Wie effektiv derartige Anstöße jedoch sein können, zeigt das bereits erwähnte Pfefferminzöl. Als nützlich erweisen sich in der Praxis oft auch entspannende, nicht allzu heiße Kurzbäder von bis zu zehn Minuten mit ätherischen Ölen wie Melisse, Lavendel oder Rosmarin.
Falls der Schmerz gar nicht loslassen will, muss der Patient trotzdem nicht verzweifeln. Es gibt klinische Einrichtungen und Kurkonzepte, die sich auf die Krankheitsbilder Kopfschmerz und Migräne spezialisiert haben.
Hilfreich können darüber hinaus gut angeleitete Heilfasten- und andere Entschlackungskuren sein. Natürlich kann die ungewohnte Nahrungszurückhaltung vorübergehend auch Kopfschmerzen hervorrufen. Auf lange Sicht reduziert sich jedoch erfahrungsgemäß die Neigung zu derartigen Störungen.
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