Im Klosterurlaub die innere Ruhe finden – das Europa-Kloster Gut Aich in Österreich
Immer mehr Menschen zieht es ins Kloster. Einen Urlaub lang, eine Woche oder auch nur einen Tag. Was ist das faszinierende an diesen Orten? Was suchen die Menschen dort?
Heil werden an Leib und Seele, sich auf das Wesentliche besinnen, die Sehnsucht nach innerem Frieden, das bewegt die Menschen, heute wie vor tausend Jahren. Die Suche nach dem Kern des Seins, nach dem tiefen Sinn. Es ist das Suchen, das „unterwegs sein“, was wirklich zählt, auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela oder auf dem geistigen Weg in der Stille eines Klosters.
Als „feste Burgen des Glaubens“ vermitteln Klöster die uralten Werte der Stabilitas, der Dauerhaftigkeit, Beständigkeit und Zeitlosigkeit. In unserer sich immer hektischer gestaltenden Veränderungswelt erscheinen sie als Inbegriff des Ruhens und Bewahrens. Angebote wie Mönch oder Kloster auf Zeit, Einzelexerzitien, Schweige- oder Gesundheitswochen liegen im Trend.
Die Gründe für eine „Reise ins Innere“ sind vielfältiger Natur und haben doch einen gemeinsamen Nenner – Abstand gewinnen, Ruhe finden, Kraft und Energie schöpfen, dem Wahnsinn der Welt zumindest auf Zeit entfliehen. Bedeutet doch die Hinwendung zum Spirituellen immer auch eine Abkehr von den irdischen Dingen, von den Zwängen des Alltags, vom kleinlichen Egoismus, vom materialistischen Machtdenken. Einer dieser Orte der Sinnsuche, der Versenkung und Kontemplation ist das Europa-Kloster Gut Aich bei Sankt Gilgen am Wolfgangsee in Oberösterreich. In mühevoller, jahrelanger Kleinarbeit sind in Gut Aich ein Refugium des „Innehaltens“, ein Glaubenszentrum mit Klosterhof sowie Kräutergarten, Klosterkellerei, Zentrum für Psycho- und Physiotherapie, ein Gästehaus, ein Mal- und Goldschmiedeatelier und Räumlichkeiten für Seminare und Veranstaltungen entstanden. Das eigentliche Kloster umfasst einen zum Kreuzgang umgestalteten Innenhof und ähnelt von außen mit seinen ockergelb gestrichenen Wänden einem großbäuerlichen Vierkanthof.
Großen Wert legt die Gemeinschaft auf nachhaltiges, ökologisch wie ökonomisches Wirtschaften im Einklang mit der Natur. Die Mönche setzen auf die Nutzung aller vorhandenen, natürlichen Ressourcen. So wird das Kloster mit Hackschnitzeln aus den eigenen Forstflächen beheizt, Kräuter und Gemüse kommen aus dem eigenen Garten, Wildkräuter werden für die Klosterliköre im Wald gesammelt.
Den Mönchen von Gut Aich ist es ein besonderes Anliegen, ein geistiges Leben mit Bodenhaftung zu führen. Erklärtes Ziel ist es, „Lebenswerte“ nach den Regeln des heiligen Benedikt zu vermitteln, die die Grundlagen eines „maßvollen, guten Lebens“ darstellen. Diesen goldenen Regeln nach kann jeder Mensch – wenn er nur wirklich will – an Leib und Seele gesunden.
Ganz oben auf der Prioritätenliste steht natürlich das Gebot, sich um Arme, Kranke, Pilger und Gäste zu kümmern.
Egoistische Motive werden immer enttäuscht werden, weil sie sich nie befriedigen lassen, da der Egoist per se nie genug bekommt. Das Schlimme daran ist, dass kaum einer glaubt, dass er ein Egoist ist. Die meisten Menschen suchen Gott – auch wenn sie es sich nicht zu sagen trauen. Je brüchiger die Beziehungen in Beruf und Familie werden, desto größer wird der Wunsch der Seele nach einer Gottesbeziehung. Einen inneren Halt braucht jeder, und der lässt sich in Gott finden.
--------------- ebenfalls interessante Artikel:


