Danzig – Eine Stadt entwickelt sich

danzig-eine-stadt-entwickelt-sich Danzig – Besucher sind verzaubert von farbenfrohen Häusern, hanseatischer Pracht, der grünblauen Ostsee. Die Stadt strahlt heute schöner als je zuvor.

Ganz lässig tänzelnd thront die schlanke Gestalt in einer Schale über dem Marktplatz: Neptun – der Meeresgott, gegossen aus Bronze, umtost von sprudelndem Wasser umgarnen ihn Nymphen und Satyrn in seinem Brunnen. Der Neptunbrunnen am Langen Markt ist immer noch Besuchers Lieblingsplatz in Danzig.

Für jeden, der noch die Bilder des zerstörten Danzigs im Kopf hat, ein Wunder. Aus Litauen selbst vertriebene Polen besiedelten Danzig nach 1945 neu und bauten es schließlich wieder auf. Die Restauratoren erlangten Weltruhm, so fantastisch geriet die Rekonstruktion von Häusern, Straßen, Brücken, Kirchen. Bunt präsentiert sich die Innenstadt am Ufer der Mottlau heute. Es ist die reine Lust, in den Gassen zwischen Krantor und Kuhtor herumzuschlendern.

In Danzig steckt heute viel junges Leben in den alten Gemäuern. Es gibt Bernsteinläden und schicke Boutiquen in historischer Hülle, Buchladenhändler mit Zigaretten und Zeitungen und 30-jährige Anzugträger, die Geschäftliches in ihre Handys bellen – irgendwie erinnert alles an die großen Kaufmannszeiten des Mittelalters.

Damals, zu Hansezeiten, wurden Verträge nicht am Handy, sondern von Mann zu Mann ausgehandelt.

Allen voran die malerische Frauengasse, die 200 Meter nördlich der Langen Gasse verläuft – von der Marienkirche bis zum mittelalterlichen Frauentor. Auferstanden aus Ruinen liefert die Frauengasse heute ein Muster einstiger Danziger Straßenherrlichkeit. Ganz typisch, die prächtigen Häuservorbauten, die man hier Beischläge nennt und die mit Granitkugeln, Wasserspeiern und Reliefs geschmückt sind. Beischläge sind dabei keine normalen Balkone, sondern geräumige, breite Terrassen, die mit großen Steinplatten belegt sind.

Ganz am Ende der Frauengasse steht die „dicke Marie“, wie der Volksmund die Marienkirche nennt, die größte Backsteinkirche der Welt. Über 25.000 Menschen finden in ihr Platz.

Weniger verängstigt, dafür umso leichter fühlt man sich, wenn man die über 400 Stufen hinaufgestiegen ist, hinauf zum Turm der Marienkirche. Ein grandioser Blick, weit über die Rechtstadt und den Hafen. Die Mühe lohnt sich allemal.

Genauso übrigens wie ein Ausflug in legendäre Ostseebad Zoppot. Keine zehn Fußminuten von der Marienkirche entfernt legen die Ausflugsschiffe am Mottlau-Ufer ab. Das Baden am Meer und die heilende Kraft der milden Seeluft ließen schon Anfang des 19. Jahrhunderts ein Kurhaus und eine Mole errichten.

Heute ist Danzig ein bekannter Erholungsort und heißt Gdansk.

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