Polen ist europäischer Testsieger der kleinen Urlaubsfreuden
Im Urlaub auf jeden Euro achten zu müssen, mindert den Spaß und auch den Erholungswert dieser kostbarsten Zeit des Jahres.
Der ADAC hat zum dritten Mal die „Extras“ in zehn europäischen Urlaubsländern getestet, also Waren und Dienstleistungen, die in den Pauschalangeboten nicht enthalten sind.
Sei es nun ein Eis am Strand, eine Schachtel Pommes auf der Promenade oder eine Packung Kopfschmerztabletten nach der Partynacht, die Preisunterschiede in den 50 getesteten Badeorten sind gewaltig und können bei scharf kalkuliertem Budget durchaus entscheidend für die Urlaubsfreude sein.
Eindeutiger Sieger ist Polen!
Von 48 Produkten waren hier 20 am günstigsten, der Gesamtpreis im Test-Warenkorb rund ein Viertel preiswerter als der Durchschnitt. Damit hat sich Polen den Titel „Sehr günstiges Urlaubsland“ ehrlich verdient. Der überprüfte Standard war natürlich überall gleich, eine Qualitätsminderung ist also nicht der Grund für das hervorragende Abschneiden unseres Nachbarlandes.
Platz zwei belegt Griechenland, das im Mittelmeerraum eindeutig die bezahlbarsten Nebenkosten aufweist. Wer sich beispielsweise eine Strandliege mieten möchte, bezahlt in Griechenland nur 4,00 Euro, während ein Italien-Urlauber dafür 10,11 Euro auf den Tisch legen muss.
Das Schlusslicht in der Rangfolge der günstigen Urlaubsländer ist zum dritten Mal in Folge Frankreich, wo man als Urlauber im Schnitt ein Viertel mehr als anderswo zahlen muss.
Auch Dänemark, zum ersten Mal beim Test dabei, erweist sich als teures Urlaubsland, wie der vorletzte Rang belegt. Hier sind die Kosten für Essen und Trinken so hoch, dass man kaum Gefahr laufen kann, im Urlaub zuzunehmen.
Deutschland, zuvor auf Platz zwei, rutschte auf den sechsten Platz ab und liegt damit im durchschnittlichen Mittelfeld. Körperpflegeprodukte wie z.B. Sonnenmilch sind in Deutschland vergleichsweise preiswert zu bekommen, aber „Urlaubs-Shopping“ fällt nicht sehr ergiebig aus, weil zu teuer. Dafür kann man sich hierzulande über die zahlreichen Vergünstigungen oder Ermäßigungen für Kinder, Studenten und Schwerbehinderte freuen, so dass Deutschland nach wie vor ein attraktives Reiseland bei durchschnittlichen Nebenkosten bleibt.
Wirft man noch einen Blick auf den jeweils teuersten und den günstigsten Badeort der Rangliste, stellt man fest, dass Erholungssuchende in Ustka an der polnischen Ostseeküste nur halb so viel für den Warenkorb der kleinen Urlaubsfreuden bezahlen wie die Touristen in dem französischen Badeort Arcachon in der Nähe von Bordeaux. Eine Kugel Eis kostet dort mit 1,88 Euro sogar beinahe das Dreifache.
Ausschlaggebend für die Wahl des Reiseziels sind die Nebenkosten bei den meisten Urlaubern zwar nicht, aber inzwischen doch ein Faktor, mit dem unbedingt zu rechnen ist.
- KM -
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